Der Zusammenhang von Wort und Geist

Meinungen über Veröffentlichungen des Betanien Verlags
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Pilger Andreas
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Der Zusammenhang von Wort und Geist

Beitragvon Pilger Andreas » 09.05.2005 11:40

Es freut mich, daß endlich jemand die Thematik "Wodurch wirkt der Heilige Geist" http://www.betanien.de/Material/wortundgeist.pdf aufgegriffen hat, findet sich das, wenn überhaupt, meist nur am Rande behandelt. Da kann ich nur hoffen, daß das Buch bald erscheint und eine weite Verbreitung findet. Für mich ist das Thema nicht neu, war ich durch das Buch "Christus allein!" (das beste Buch unserer Zeit zur Soteriologie) von Bernhard Kaiser (http://www.betanien.de/shop/ Sortierter Katalog --> Heil / Heiligung), aufgrund des klaren Schriftbeweises, zum Umdenken gezwungen und durfte liebgewonnene aber unschriftgemäße Ansichten aufgeben.
Die Meinung, daß es im AT einen anderen Heilsweg als im NT geben soll, kann ich allerdings nicht teilen. (Vielleicht habe ich den Autor auch falsch verstanden?)

Andreas

Ron
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Beitragvon Ron » 09.05.2005 12:51

Hallo Andreas Pilger,
ich bin über Deine Meldung sehr erfreut. Ich hoffe das noch viel mehr Gläubige sich vom Wort Gottes in diese Richtung verändern lassen.

In Bezug auf das Heil im AT und NT hast Du den Autoren sicher missverstanden. Natürlich ist das Heil im AT und NT allein aus Gottes Gnaden gegeben (5.Mo.7,6ff – obwohl das Bleiben im Segen/Heil Gottes davon abhing, ob man sich an das Wort gehalten hat – vgl. 5.Mo.28ff; vgl. Rö.10,5; Lk.1,6; Phil.3,1ff [Nach dem Gesetz zu leben bedeutet(e) keinen Perfektionismus, was man ua. daran sah, dass Gott neben den Geboten auch die Opfer einführte!]). Auch die Opfer haben nur in dem Heilswerk Christi ihre vergebende Kraft. Seit Christus aber haben die Opfer keinerlei sühnende oder vergebende Wirkung mehr, da das Eigentliche Heilgebende Opfer Jesu (Schattenwerfer) das Vorübergehende Tierpfer etc. (Schatten) ein für allemal abgelöst und erfüllt hat.

Die Aufgabe des Geistes im AT war es, auf das Gesetz und die schattenhafte Ordnung hinzuweisen. Dagegen ist es nun die Aufgabe des Geistes auf das ein für allemal geschehene Heilswerk in Christus zu verweisen.

Ich hoffe, dass dies zur Klärung beiträgt.

Lieben Gruss
Ron

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Pilger Andreas
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Beitragvon Pilger Andreas » 10.05.2005 11:28

Hallo Ron,

Ich stelle folgende Thesen auf:
1. Der Heilsweg im AT ist mit dem im NT identisch
2. Im AT glaubten sie an den noch zu kreuzigenden Christus, wir an den schon gekreuzigten
3. Das Opfersystem ist ein Schatten auf Christus
4. Die Opfer haben keine sühnende Wirkung an sich, sondern das Opfer Jesu
5. Die Opfer retteten nicht "ex opere operato", also schon allein durch den Vollzug der Handlung, sondern mittels des Glaubens, daß Gott in seiner Gnade einen Stellvertreter für unsere Sünden geschenkt hat, der unsere Strafe, den Tod, auf sich nimmt (dargestellt im Opfer)
6. Nicht das Einhalten des Gesetzes an sich erlöst, sondern der Glaube an das Evangelium
7. Das "Gesetz" enthält Evangelium (die Opfer sind Evanglium)
8. Diese Wahrheiten offenbart der Heilige Geist durch das Wort Gottes, damals wie auch heute

Wenn das der Autor sagen wollte und auch Du, dann stimmen wir überein.

Gruß
Andreas (übrigens: Pilger ist nicht mein Name, ich wollte mich nur etwas charakterisieren).

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User1211
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Beitragvon User1211 » 10.05.2005 11:46

Hallo Andreas,

kannst Du Deine Thesen noch mit Bibelstellen untermauern? Ich meine, Thesen sind ganz toll, doch ohne biblische Grundlage fällt es doch schwer sie zu überprüfen (zumindest in relativ kurzer Zeit).

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Gruß von einem Fremdling an einen Pilger :wink:
Thorsten

Ron
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Beitragvon Ron » 10.05.2005 13:06

Hallo Andreas,
im großen und ganzen stimmen wir überein. Nur an einigen Punkten hätte ich Anfragen, da diese Thesen mE zu sehr die Aussagen des AT außen vor lassen und auch über die neutestamentliche (inspirierte) Interpretation des AT hinausgehen:
1. Wäre der Heilsweg des AT und des NT grundsätzlich in allen Punkten gleich, würde die Schrift nicht von einem „alten, vergänglichen“ Bund und einem „neuen Bund“ reden. Die Wirksamkeit des Heilsweges des alten Bundes darf natürlich nicht vom NT und dem Heilswerk Christi getrennt werden, da sie nur darin ihre Wirksamkeit haben. Doch zu unterscheiden sind sie auf jeden Fall, weil die Schrift hier einen Unterschied macht! Dies gilt nicht nur für den Heilsweg bzw. Bund, sondern auch für dessen Teilhaber (im AT eine ethnische Nation; im NT alle Menschen). Daneben war das Heil im AT mehr irdisch-politisch (vgl. 5.Mo.7,1ff u.a. – das geistliche war eher etwas zukünftig-prophetisches [messinaisches Gottesreich]); im NT (vor allem) geistlich (vgl. Eph.1,1ff u.a.). Hier finden wir erhebliche Unterschiede in der Art und Weise und Beschaffenheit. Daher sollte man (wie in der Israelfrage und grundsätzlich bei dem Thema Verhältnis AT-NT) von Kontinuität und Diskontinuität sprechen und nicht nur von Kontinuität bzw. nur Diskontinuität (siehe oben in meinem ersten „Posting“).
2. Auch wenn im AT der Blick auf den Messias und dessen Opfer vorhanden war und im NT Rückblick deutlich wird, dass das AT voll von Christus ist, so galt im AT eben die AT Heilsordnung (Gesetz und Opfer). Wir müssen uns vor theologischem Anachronismus hüten. Zwar haben die AT Gläubigen wohl mehr von Christus gewußt als dies im AT gesagt wird, aber zu weit (über das NT hinaus) sollte man darüber nicht spekulieren bzw. das AT Heilsverständnis gänzlich ausblenden und „nur“ von Christus im AT reden (weil das AT und NT selber dies so nicht zulässt). Eine Frucht dieser Vorstellung ist die willkürliche und über die Aussagen des NT gehende typologische Deutung des AT. Hier dürfen wir nicht über die im NT zu findene Typologie hinausgehen (oder die Meinung, dass der Sabbat oder der Zehnte noch gelte etc.)!
3. Auch wenn von „Schatten“ die Rede ist muss beachtet werden, dass diese schattenhafte Ordnung bis Christus der Heilsweg war (der aber, wie schon betont, nur in Christus seine Kraft hatte).
4. Daher kann ich Pkt.4 voll zustimmen.
5. Diese Aussage ist einerseits richtig andererseits biblisch-nuanciert zu hinterfragen. Zuerst ist zu sagen, dass mE nirgendwo gesagt wird, dass die Opfer des AT nur wirksam sind, wenn sie „im Glauben“ geschehen. Zur Neuheit des Bundes gehört es eben, dass nun der Glaube an die Stelle des Gesetzes und der Opfer getreten ist. Dieser Unterschied würde nicht so deutlich sein, wenn auch für das AT „allein der Glaube“ das Heil bewirken würde. Andererseits ist der Glaube natürlich eine selbstverständliche Voraussetzung für die Gesetzes- und Opferbefolgung. Der Mensch handelt (immer) nach seinem Glauben. Nur wer davon überzeugt war, dass das Gesetz und die Opfer Heil für sich und das Volk bedeuten, hat dies praktiziert. Bewußte und/oder massive Gesetzesübertreter wurden aus dem Volk Gottes ausgerottet. Im Neuen Testament bekommen wir allein im Glauben Anteil am Heilswerk (Heils-Bund) Gottes OHNE GESETZESWERKE (Rö.2-4). Dies ist das novum! Auch hier wird nur der Glaubende sein Heil in Christus suchen. Wenn im NT vom Glauben der AT Gottesleute gesprochen wird, dann (zumeist) im Bezug auf Gottes Verheißungen (Rö.4) oder deren (AT Gläubige) (Gesetzes-)Treue bis in den Tod (Hbr.12). Die Taufe und das Abendmahl dürfen nicht mit den Opfern im AT verglichen werden, sondern die Opfer werden mit dem Heilswerk Christi selber verglichen. In diesem Heilswerk liegt allein das Heil und deren Kraft. Der Glaube ist sinnlos und nutzlos, wenn Christus nicht gestorben und auferstanden wäre (1.Kor.15). D.h. nicht der Glaube, sondern das Heilswerk Jesu rettet. Der gottgeschenkte Glaube ist "nur" die Art und Weise, wie man an dem Heilswerk Anteil bekommt (Rö.5,1f). Somit muss das Opfer Jesu nicht erst durch den menschlichen Glauben wirksam gemacht werden (dies wäre existentielle Theologie a la Bultmann, Barth und Brunner), sondern im Opfer selber (und allein dort!) liegt die Wirksamkeit und Kraft zur Rettung. Auch die Opfer im AT sind entsprechend zu verstehen. Deren Heilskraft muss nicht erst durch den Glauben der Hebräer aktiviert werden, sondern haben in sich (im Blut) schon vergebende und sühnende Kraft (Lev.4,20.26.31.35; 5,10.13.16.18 – vgl. Lk.1,6; Phil. 3,5f - natürlich nicht in sich, sondern im Blick auf das Heilswerk und vollkommene Opfer Jesu! – dies war im AT aber noch nicht so deutlich: dort sah man vor allem das Tier und dessen sühnendes Blut!). Daher ist das Argument bzw. der Vorwurf des "ex opere operato" so nicht angebracht.
6. Da das Evangelium damals noch nicht offenbar war, konnten sie nicht daran glauben (sondern sahen dies prophetisch: vgl. Rö.1,1ff; Eph.3,1ff u.a.). Sie „glaubten“ an die Erhaltung des Heils durch das Gesetz und die Opfer, wenngleich ihre soteriologische Kraft und Wirksamkeit allein im Opfer Jesu begründet ist! Dies muss man unbedingt betonen! Also: sie wurden erlöst durch das Gesetz und die Opfer (man beachte bitte auch die Unterschiede im Heilsverständnis zwischen AT und NT! – s.o.), doch die Wirksamkeit dieser liegen allein im Opfer Jesu (von dem das AT nur aus einigen prophetischen Offenbarungen wusste und erst im NT das ganze „Geheimnis“ offenbart wurde!)! So ist es biblisch-theologisch richtig ausgedrückt, ohne die Aussagen der Schrift (AT und NT!) zu „überfrachten“.
7. Natürlich ist das Gesetz soterilogisch mit dem Evangelium verbunden, aber nicht ineins zu setzen! Im NT wird doch klar zwischen Gesetz/Opfersystem (alter Bund) und Evangelium (neuer Bund) unterschieden. Man kann und darf hier diese Dinge nicht willkürlich vermischen. Seit dem NT ist die Hauptaufgabe des AT (neben der theol. Belehrung u.a.) die Aufdeckung von Sünde (und Aussprechen des Todesurteil über den Sünder) (Rö.2-3; Gal. u.a.). Das Gesetz etc. ist und bleibt Gottes Wort und steht im Dienst des Evangeliums. Dennoch müssen sie unterschieden werden, weil es eben nicht nur Kontinuität, sondern auch Diskontinuität gibt. Außerdem wird in der Schrift das Gesetz nie vom Opfersystem getrennt (wie oben in Pkt.7 gemacht wird). Das NT warnt ebenso vor Werkgerechtigkeit nach dem Gesetz, als auch vor Wiedereinfürhung des AT Opfersystems (Gal.1-5; Hebr.7-10).
8. In diesem Punkt stimme ich wieder vollkommen zu (im Lichte meiner hier angefügten Anmerkungen).

Lieben Gruss
Ron

einFreund

Beitragvon einFreund » 10.05.2005 19:02

Hallo,
ich möchte nur mal kurz auf den ersten Beitrag zurückkomen:
das Buch "Christus allein!" (das beste Buch unserer Zeit zur Soteriologie) von Bernhard Kaiser (http://www.betanien.de/shop/ Sortierter Katalog --> Heil / Heiligung)

im Shop "kostet" das Buch 0 Euro. Ist sicherlich falsch.
Was kostet das denn wirklich?
@Werner: Wäre gut, das zu korrigiern.
Liebe Grüße,
einFreund

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Pilger Andreas
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Beitragvon Pilger Andreas » 13.05.2005 11:38

Hallo Ron, hallo Thorsten,

ich versuche meine Thesen zu belegen und auf Deine Anfragen einzugehen (wenn es mir auch nicht so leicht fällt meine Gedanken so zu ordnen, daß ich sie dann in Schrift setzen kann).

Vorab möchte ich zusammenfassen, was ich überhaupt unter Heilsweg verstehe:
Der Mensch, der Sünder, benötigt um von Gott gerechtgesprochen zu werden einen geeigneten Stellvertreter. In Gottes Gnade schenkt uns Gott diesen Stellvertreter, seinen Sohn Jesus Christus, er rechnet ihm unsere Schuld zu und uns seine Gerechtigkeit. Nötig war dazu Jesu Leben, Sterben und Auferstehen. Daran Anteil bekommen wir mittels des Glaubens.

1. In eben diesem Heilsweg besteht für mich die Kontinuität. Diskontinuität sehe ich nur im Äußerlichen, also der Handlung, im Schattenhaften und eben nicht im Heilsweg an sich. Daß es Unterschiede gibt wollte ich nicht in Abrede stellen, wird es ja v. a. im Hebr. klar dargelegt („das Bessere“).
Den Unterschied irdisch-politisch zu geistlich darf man nicht überbewerten. Denn die AT-Heiligen haben ebenso wie wir das Himmlische ersehnt (Hebr 11,16) es hatten auch aus den Nationen Anteil am Heil, ich denke an Ruth, Rahab und Urija. Das wesentlich andere sehe ich im weltweiten Missionsbefehl, der so damals nicht gegeben war.

2. Mit dem Allegorisieren wurde natürlich viel uns und Schlimmeres getrieben. Aber von Christus konnte man alles zum Heil nötige wissen und somit glauben. Wohl schon seit 1 Mo 3. Damit möchte ich keinesfalls leugnen, daß es einen Fortschritt in der Offenbarung gab. Die Beröer prüften alles anhand der Schrift (AT), ob es sich so verhält und Paulus beweist den Korinthern mit dem AT, daß Christus für die Sünden gestorben, begraben und auferstanden ist (1 Kor 15,3.4).

3., 4. um hier die Bibelstellen zu benennen: siehe v. a. Hebr 10 besonders V4 „Denn unmöglich kann Blut von Ochsen und Böcken Sünden wegnehmen!“

5. Richtig: ich hätte das Wort "Anteil haben" in meiner These verwenden sollen um das Mißverständnis auszuschließen, daß da noch der Mensch durch Werke am Heil mitwirke.
Jetzt wird es interessant: Du führst den Römerbrief an um Deine Ansicht zu belegen, daß es das Novum des NT sei, daß man ohne Gesetzeswerke gerettet wird. Ich finde darin genau das Gegenteil. Paulus bringt doch hier alle Argumente vor, daß es grundsätzlich unmöglich ist durch Gesetzeswerke gerettet zu werden und folgert deshalb, daß der Mensch allein durch den Glauben gerettet wird (Röm 3,28). Wo findest Du, daß das auf das NT beschränkt sei?
Was war der Gegenstand der Verheißung (Röm 4), die Abraham geglaubt hat? Der Same, in dem alle Geschlechter gesegnet werden sollen (1. Mo 12,1-3) eben der Erbe (1. Mo 15,1-6). Abraham verstand sehr Wohl den Hintergrund der Verheißung: "Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte. Und er sah ihn und freute sich." (Joh 8,56)
Was Hebräer 11 betrifft brachte deren Glaube ebenfalls Frucht, wie echter Glauben zu allen Zeiten Frucht bringt. Auch lesen wir Hebr 11,4, daß Abels Opfer Gott wohlgefällig war, weil er geglaubt hat. Hier haben wir die direkte Verbindung von Opfer und Glauben.
Was wenn einer aus Furcht vor Strafe oder aus Tradition am Opferdienst teilgenommen hat? Gereichte ihm das zum Heil? Der Umgekehrte Fall: ein Gläubiger in der babylonischen Gefangenschaft konnte also nie am Heil Anteil bekommen, weil die Opfer aufgehört hatten?

6. Das Evangelium, die frohe Botschaft, daß der Erretter kommen wird wurde bereits in 1. Mo 3,15 verkündet (daher auch der Begriff Protevangelium). Daß das in Erfüllung gegangen ist, konnte natürlich erst nach Christus verkündet werden.

7. Das Wort Gesetz habe ich absichtlich in Anführungszeichen gesetzt um nichts zu vermischen. Der Große Versöhnungstag z.B. ist doch Evangelium, aber steht im Gesetz. Das Gesetz „tue dies, tue das“ wurde nie als etwas gegeben um dadurch das Heil zu erlangen. Auch nicht am Sinai. Wer will damit vor Gott bestehen? Das Versagen wurde sogleich im Goldenen Kalb offenkundig. So muß es auch damals die Funktion gehabt haben Sünden aufzudecken und das sündhafte Wesen des Mensch zu entlarven – es war ein Zuchtmeister auf Christus (Gal 2,24) und ist es immer noch für die, die meinen durch das Gesetz Erlösung zu erlangen, indem sie merken, daß sie das Gesetz nicht erfüllen können.

Liebe Grüße
Andreas

Ron
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Beitragvon Ron » 13.05.2005 12:22

Hallo Andreas,
Fest steht, dass nur in Christus das Heil ist. Auch die AT Opfer haben nur hier ihre Wirksamkeit. Darin sind wir uns ja schon von Anfang an einig.

1. Im AT haben nur wenige Ausnahmen (knapp eine Handvoll Einzelpersonen im Vergeleich zu der übrignen Menschenheit und das auch nur aufgrund bestimmter Umstände!!!) aus den Heiden Anteil am Segen und teilweise am Heil Israels bekommen. Ich denke dies darf man nicht „überbewerten“ (um es mit Deinen Worten zu sagen).

2. Nochmals: die AT Gläubigen wussten wohl mehr vom NT als uns im AT berichtet wird. Wir dürfen jedoch nicht spekulieren und über die Aussagen der Schrift diesbzgl. hinausgehen. Ich weiß, dass man dies gerne so hätte, aber wir müssen bei dem bleiben, was die Schrift sagt.

3. Die Aussagen aus Rö. Sind aus der Perspektive des Christus geschrieben. Seit Christus ist der Weg über das Gesetz zu Ende. Paulus sagt deutlich in Rö.10,1ff, dass der Heilsweg des AT das Gesetz war (vgl. Lk.1,6 und die vielen AT Aussagen im meinem letzen Posting). Diese Stellen müsstest Du dann anders (um)interpretieren. Seit Christus gibt es kein Heil in Gesetz und Opfer. Jeder, der es nun dort weiterhin sucht, hat keinen Anteil an Christus. Dies ist die Botschaft des Paulus in Rö, Gal. und die des Hebr. Briefes!

4. Die Verbundenheit von Glaube und Opfer habe ich in meinem letzten Postig erklärt! Nun, dass Exil ist eine Sonderaktion. In der AT Wissenschaft meint man, dass dies von Gott bewußt getan wurde, um vom irdisch-kollekiven Heilsverständnis die Leute schon auf Christus und das universal-persönliche Heilsverständnis OHNE TEMPEL vor zu bereiten. Diese 70 Jahre waren ein Gericht Gottes (es kann sein, dass bis auf Daniel, Hesekiel u.a. als „Sonderweg Gottes“ [vgl. David, der wegen Ehebruch eigentlich hätte gesteinigt werden müssen! u.a.]) die restlichen (oder viele) dieser ungehorsamen Generation keinen Anteil am Heil bekamen. Aber nach den 70 Jahren hat Gott den Tempel und die Stadt wieder aufbauen lassen. Dies ist aber Spekulation. Halten wir und lieber an die soteriologischen Aussagen des AT. Warum sollte Gott ein Gesetztes und Opfersystem einführen, wenn es eigentlich überhaupt keinen Sinn hat. Nirgendwo im AT wird gesagt, dass diese Dinge nur eine „Zeichenhandlung“ ohne eigene Bedeutung waren. Auch das NT sagt dies SO an keiner Stelle.

5. Auch in 1.Mo.3,15 dürfen wir nicht zu viel hineinlegen. In diesem Vers steht nicht sehr viel und parallele Bezüge dazu in der Schrift gibt es wenn dann nur sehr wenig und nicht eindeutig auf 1.Mo.3,15. Hier sollte man mit dogmatischen Begründungen anhand dieser Stelle vorsichtig sein.

6. Doch, dass Gesetz konnten sie erfüllen (Lk.1,6 u.a.). Gott verlangte keinen Perfektionismus, was man ja an der Opferregelung sah. Weil aber seit Christus das Gesetz und das Opfersystem seine Gültigkeit als Heilsweg verloren hat, hat das Gesetz nun nur noch eine Sündenaufdeckende, Verurteilende und Tötende Funktion (wenn man es ohne Christus betrachtet). Kein Opfer kann eine Gesetztesübertretung nun noch vergeben, da dieses schattenhaftre System abgelöst wurde.

War das Thema nicht eigentlich Wort und Geist....?


Lieben Gruß
Ronald

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Pilger Andreas
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Beitragvon Pilger Andreas » 17.05.2005 08:03

Hallo Ronald,

leider kommen wir mit unseren Ansichten zu dieser Thematik nicht zusammen. Aber wesentlich und wichtig ist, daß wir im Heilsweg, der heute für uns gültig ist, übereinstimmen.

Meine ursprüngliche Aussage war ja, daß ich mit den Grundaussagen des Aufsatzes "Wodurch wirkt der Heilige Geist" übereinstimme und mich würde interessieren, welche Ansichten andere Forumteilnehmer diesbezüglich haben, ob zustimmend oder ablehnend.

Gruß
Andreas

Ein freundlicher Zuhörer

Beitragvon Ein freundlicher Zuhörer » 11.06.2005 10:58

Hallo,
Leider kann ich zu diesem Buch nicht sehr viel sagen, weil ich es noch nicht gelesen habe.
Es wäre schön, wenn sich noch andere Forumteilnehmer äußern würdern oder zumindest Gründe angeben, warum sie sich nicht äußern.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand von dem Artikel noch keine Notiz genommen haben sollte. Also muss es Gründe dafür geben, dass sich hier einige bewusst nicht äußern. Ich deute das Stillschweigen als Ablehnung. Ich hoffe ihr überzeugt mich vom Gegenteil!

Corina
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Beitragvon Corina » 16.06.2005 12:21

Hallo Gast

Wenn man zu einem Thema nicht viel weiss, kann man wohl auch nicht viel dazu sagen, nicht wahr?
Der Artikel ist meines Wissens relativ lang und ich denke, man liest nicht einfach so mal so einen langen Artikel durch, wenn er einen z.B. nicht so wahnsinnig interessiert. Ich denke, wir haben die Freiheit, ausserhalb der Bibel nur das zu lesen, was wir möchten.
Deshalb ist "Schweigen" keine Ablehnung, sondern einfach "kein Kommentar", weil man keinen abzugeben hat. Sonst müsste sich ja auch jeder völlig mit jedem Thema, das im Forum diskutiert wird, auseinandersetzen und mitdiskutieren. So ist es natürlich nicht. Jeder redet dort mit, wo er etwas einbringen kann.

Ich hoffe, das macht Sinn.
Liebe Grüsse,
Corina

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Jürgen
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Beitragvon Jürgen » 16.06.2005 16:20

Pilger Andreas hat geschrieben:"Wodurch wirkt der Heilige Geist"


Hallo Andreas,

das ist eine hochinteressante Frage und gleichzeitig finde ich sie sehr befremdlich.

Wodurch soll ER also wirken? Viele Leute sagen ganz naiv: Durch das WORT GOTTES und meinen damit die Bibel.

Das Wort Gottes ist aber nach der Heiligen Schrift Jesus Christus.

Sollte Gott durch irgendwas hindurch wirken müssen, oder gar nur können? Sollte ER eine Art Transportmedium brauchen?

Ist es nicht vielmehr so, daß sich der heilige Herr und Gott in seiner Güte zu uns nichtigen Menschen hinabneigt und zu unserem Geist direkt redet?
Die Schrift bezeugt das an vielen Stellen.

Gab es im Altertum nicht Menschen, die keinerlei Schriftzeugnis hatten und doch dem Herrn glaubten? Wie sollte das gehen, ohne daß der Geist Gottes am Geist des Menschen wirkt?

Und ist es nicht so, daß viele Menschen heute zwar das Zeugnis der Heiligen Schrift haben, aber doch nicht wirklich glauben, und zu den törichten Jungfrauen zählen?

Ist es nicht vielmehr so, daß der HERR sein Reden zu unserem Geist durch sichtbare Dinge bezeugt?

Das ist maßgeblich die Bibel, daß können aber auch ganz andere Dinge sein. Ich denke hierbei an Jeremia beim Töpfer im Dorf.

Solches Handeln des HERRN habe ich oft erlebt, insbesondere wo meine Schriftkenntnis im Anfang meines Glaubenslebens fast Null war.

Ein Beispiel: Vor meiner Bekehrung war ich soweit alles was ich sah wieder zu verwerfen. Ich wollte von der unsichtbaren Welt nichts mehr wissen. Dachte wahnsinnig zu werden.
Im Auto mußte ich an einer Ampel anhalten, da war auf einmal ein riesen Regenbogen. Das Wort Gottes traf mich mitten ins Herz. Das war nicht die Bibel, sondern DAS WORT GOTTES!
Da zeigte mir DAS WORT GOTTES, daß ich auf diesem Weg weiter gehen solle. ER zeigte mir seine Verbundenheit mit mir.
Das war in meiner Not für mich überwältigend. Ich weinte vor Freude.
Ohne diese Gnade wäre ich im Sumpf versunken.
Lange Zeit später, nach meiner Errettung las ich vom Regenbogen in Mose.
So habe ich es oft erlebt.
Sprach nun der HERR durch den Regenbogen? Nein! Mit dem Regenbogen bezeugte ER SEIN WORT, daß an meinen Geist erging.

Die Heilige Schrift bezeugt DAS WORT GOTTES, welches Jesus Christus ist. Nie hat der HERR anders geredet: Die Schrift zeugt von mir...

Wie viele Menschen suchen das Leben in der Schrift, aber zum WORT GOTTES, welches Jesus Christus ist, kommen sie nicht?

Welch herrliche Worte sind das:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben. Joh.5,25

Die Toten sind wir, und der da redet ist DAS WORT GOTTES!

Gruß Jürgen
Ich muß abnehmen, Christus aber in mir muß zunehmen.

Magdalena
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Beitragvon Magdalena » 16.06.2005 18:00

Danke Jürgen, Du sprichst mir aus dem Herzen!

Gestern habe ich einem Jungen, der heute 17 Jahre alt wird, in die Geburtstagskarte Johannes 17,17 geschrieben.

Und noch den Zusatz: Das Wort Gottes ist eine Person - Jesus Christus.

Lieben Gruss von Magdalena

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Jürgen
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Beitragvon Jürgen » 16.06.2005 18:46

Freut mich für Dich, Magdalena,

daß Du das so sehen kannst, denn es ist Gnade vor Gott.

Der Unterschied zwischen Verstandesgläubigen und Bibelforschern und wirklich Gläubigen spiegelt sich in der Geschichte von Marta und Maria wieder. Luk.10,38-42

Maria hing einfach vertraut am Herrn, dem Wort Gottes, Marta machte sich so viel Mühe und erreichte das Ziel doch nicht.

Das ist tragisch. Wie viele Martas gibt es heute?

Hören diese Martas diese Botschaft? Ich wünsche es von ganzem Herzen.

Leider gibt es so viele Bibelgläubige, aber nicht Gläubige die dem Wort Gottes glauben.

Der Geist Gottes leitet in alle Wahrheit, nicht die Bibel oder sonst was.
Wieviel Verleugnung des WORTES GOTTES gibt es heute, wo oft behauptet wird, die Heilige Schrift sei das.

Gruß Jürgen
Ich muß abnehmen, Christus aber in mir muß zunehmen.

Jakob
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Beitragvon Jakob » 16.06.2005 21:49

Hallo Jürgen,

ich habe das Gefühl du gest ein wenig zu weit in deiner Argumentation. Natürlich, Jesus Christus wird als Wort Gottes bezeichnet, das heißt aber nicht, dass dieser Begriff nicht auch noch eine andere BEdeutung haben könnte.

Jürgen hat geschrieben:Sollte Gott durch irgendwas hindurch wirken müssen, oder gar nur können? Sollte ER eine Art Transportmedium brauchen?


Es geht hier doch nicht darum was er für ein Medium braucht, sondern was für eines er gebraucht. Die Bibel und auch das beliebig häufige Lesen darin kann natürlich niemanden Selig machen, aber Gott hat es anscheinend Gefallen sich uns in seinem Wort zu offenbaren. Er hat uns dieses Buch gegeben. Jesus sagt:

"Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben." (Joh 6,63)

Jesus hat auch zu den Menschen geredet und in seinen Worten ist Leben, durch seine Worte wirkt der Geist. Genauso auch durch die Bibel. Die Bibel als Buch kann niemanden zur Umkehr bewegen, aber durch die Bibel, sein Wort, bewirkt Gott Umkehr in Menschen. Und auch wir können dadurch auferbaut werden.

"Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben." (Apg 20,32)

Mein Fazit. Gott offenbart sich uns zum einen, in seinem Sohn, dem Wort, aber auch in seinem geschriebenen Wort, der Bibel. Nicht weil er daran gebunden wäre, sondern weil er es so gewählt hat.

"Der Glaube kommt also aus dem Hören der Botschaft und die Verkündigung aus dem Wort von Christus." (Röm 10,17)

Grüße,
Jakob


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