Infos zu der “Mission Kwasizabantu” (KSB)

Kontaktsuche, Gemeindesuche, sonstige Rat- und Hilfesuche

Moderator: eddi

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5556
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Infos zu der “Mission Kwasizabantu” (KSB)

Beitragvon Joschie » 12.07.2011 17:05

Hallo Ihr!
Die Eltern meiner Frau, sind Mitglieder einer kleinen sehr jungen Gemeinde,diese hat sich gebildet weil es im Umkreis keine Gemeinde, außer der evang. Landeskirche, gibt. Dort haben Brüder, aus verschiedenen Orten das Wort Gottes verkündigt.In der letzten Zeit ist dort eine Person aufgetaucht, die auch das Wort verkündigt.Auf Nachfragen von mir, an den Eltern meiner Frau, von wo diese Person kommt und welchen gemeindlichen Hintergrund sie hat, konnten sie uns längere Zeit nichts konkretes sagen.Gestern haben wir erfahren, das diese Person zu der “Mission Kwasizabantu” (KSB) gehört.Hat schon mal jemand von euch Erfahrungen mit der "KSB" gemacht?Ich suche auch noch Material zur "KSB",das Buch bei CLV habe ich schon entdeckt.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

maxb
Beiträge: 302
Registriert: 13.03.2008 16:53

Beitragvon maxb » 12.07.2011 22:11

Hallo Joschie. Ich hab vor einiger Zeit ein Buch von Kurt Koch über die Erweckung in Kwasizabantu gelesen und war sehr begeistert. Später habe ich einige andere Dinge gelesen und bin jetzt der Überzeigung, dass das eine gefährliche Sekte ist. Hier gibt es einiges zu lesen. Ich kann mich gerade nicht genau erinnern, irgendjemand in meinem Bekanntenkreis hat mit denen auch mal zu tun gehabt, ich weiß grade nur nicht wer.

Tob
Beiträge: 97
Registriert: 07.04.2005 12:00
Wohnort: Württemberg

Beitragvon Tob » 01.08.2011 16:35

Hallo Joschie,

während unserer Zeit in Südafrika hatte ich Berührungspunkte zu Kwasizanbantu und bin auch mal dort gewesen.
Trotz des beeindruckenden Werkes vor Ort sehe ich KSB kritisch.
Sofern Du konkrete Fragen hast, kannst Du mir gerne eine Nachricht zusenden.

lauthunddeutlich
Beiträge: 5
Registriert: 23.09.2011 16:00

KwaSizabantu (KSB)

Beitragvon lauthunddeutlich » 23.09.2011 19:40

Hallo Joschie,
meine persönlichen Erfahrungen mit KwaSizabantu gehen zurück auf das Jahr 1985. Mein tief verwurzelter Glaube an das biblische Evangelium wurde durch diese schrecklichen Erfahrungen in seinen Grundfesten erschüttert. Ich brauchte mehr als 10 Jahre, um mich überhaupt wieder für Gott zu öffnen. Dank dieser Weichenstellung ist mein Leben bis heute nachhaltig verpfuscht. Meinen Glauben an das Evangelium unseres Heilands, Jesus Christus, den hat Gott der Herr aus Gnade selber in mir geheilt und neu aufgerichtet. Er hat mich nicht aufgegeben und mich nicht verlassen.

Wer sich ernsthaft für diese äußerlich ebenso erfolgreich wie seriös auftretende Gesellschaft interessiert, dem empfehle ich herzlich, sich auch mit den seriösen Zeugnissen einiger Opfer auseinanderzusetzen. Die meisten Opfer werden allerdings weiter schweigen!

www.ksb-alert.com
www.ksb-alert.com/forum


Joachim Rosenthal: Kwasizabantu. Erlo Stegen und die Erweckung unter den Zulus. CLV, Bielefeld 2000, ISBN 3-89397-456-3,
Hier als kostenlose PDF:
http://www.clv-server.de/pdf/255456.pdf

Gerne lade ich an dieser Stelle ein, für diejenigen innig zu beten, die ihrer Heilsgewissheit beraubt wurden und heute noch werden.

Mit herzlichen Grüßen

Mani L.

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5556
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 25.09.2011 08:48

Vielen Dank @Tob und @Mani für eure Beiträge! Der Sachverhalt ist so: Meine Schwiegereltern gehen zu einer kleinen Versammlung, die sich gefunden hat, aus der Not heraus, weil es dort in der Nähe keine Gemeinde gibt.Sie sind auch bei keiner anderen Gemeinde irgendwie angedockt, es predigen dort auch die verschiedensten Leute. Irgendwann tauchte dort auch ein Prediger auf, der über einen Traktat seinen Dienst angeboten hat und dieser predigte danach öfter dort.Erst als ich immer wieder nachgefragt habe, kam so nach und nach heraus, das er zur “Mission Kwasizabantu” gehört.Ich besorgte mir einige Infos aus dem Internet und einige Abschnitte aus dem Buch aus dem CLV-Verlag, die ich meinen Schwiegereltern gab.
Ihre Reaktion darauf war, man kann diesen Infos nicht trauen, diese wollen ja nur alles schlecht reden.Es ist mit ihnen über das Thema “Mission Kwasizabantu” kein Gespräch mehr möglich, es kommen nur Sätze wie, sind doch alle dort so nett und sie sind doch alle Gotteskinder usw.Wie ist eigentlich “Mission Kwasizabantu” aufgebaut, gibt es dort eine Hierarchie? Worin liegt der Unterschied in den Lehraussagen von “Mission Kwasizabantu” zu den reformatorischen Lehraussagen und wie ist dort die Stellung der Frau in der Gemeinde?
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

lauthunddeutlich
Beiträge: 5
Registriert: 23.09.2011 16:00

KwaSizabantu-Sekte

Beitragvon lauthunddeutlich » 26.09.2011 10:48

@Joschie

Die Reaktion Deiner Schwiegereltern ist mir sehr vertraut. Ein offensichtlich großes Erweckungswerk, literarisch durch einen Dr. Kurt E. Koch ebenso hoch gepriesen wie durch zahlreiche prominente Besuchermeinungen, zu hinterfragen, -welcher Christ traut sich das heute zu? Wer will spalten? Sind wir nicht alle der Leib Christi? Ist die Kritik nicht gleich dem Mangel an Gnade und Vergebung? Auf meine persönlich erfahrenen Resonanzen, (...Maulkorb) möchte ich hier auch nicht weiter eingehen.

Fakt ist, dass wir in der biblischen Selbstverantwortung stehen, die Geister zu prüfen. Den Voodoo-Zauber einer Zulu-Frau, als Grundlage geistlicher Inspiration des Missionsführers Erlo Stegen, mit unserer Bibel in Verbindung zu bringen, finde ich persönlich mehr als bedenklich. Die biblisch beschriebene Verführung stellt sich für mich in diesem Zusammenhang umso gefährlicher dar, als dass die Verkündigung streng biblisch orientiert ist.
Wer sie hört, findet zunächst nicht viel daran auszusetzen. Man hält sich in der Verkündigung meist an theologisch einwandfreien Richtlinien. Gerade darin liegt auch die Gefahr.

Die Hierarchie dieser Sekte untersteht den unantastbaren Brüdern Erlo und Friedel Stegen. Kritik an den Stegens wird innerhalb der Sekte mit Rauswurf, Verbannung und dem Verfluchen in Gottes Namen geahndet.
Frauen haben sich rechtlos den Führern und dann auch ihren Männern zu unterwerfen.

Diese Themen hier dezediert auszuarbeiten würde den Rahmen eines Beitrages sprengen .
Daher kann ich an dieser Stelle nur noch einmal das Buch von Joachim Rosenthal (CLV) zwecks Aufklärung empfehlen. Darin beschreibt der Autor ganz sachlich alle Hintergründe und wichtigen Argumente bezüglich dieser Sekte.

Gruß
Mani

Tob
Beiträge: 97
Registriert: 07.04.2005 12:00
Wohnort: Württemberg

Beitragvon Tob » 26.09.2011 14:03

Hallo Joschie,

es gibt gewisse Dinge in KSB, die mir Unbehagen erzeugen (autoritäre Führung, Traditionen, Regeln bei Heiratsabsicht).

Was mir aber große Sorge bereitet, ist die Angst, in der die Menschen dort leben, da sie keine Heilsgewißheit kennen.
In KSB wird die Auffassung vertreten, dass jede Einzelsünde, die nicht bekannt wird, dazu führt, dass man sein Heil verliert. Dies führt zu einer Gesetzlichkeit und arger Höllenangst.
Der Fokus der Predigt liegt nicht auf Christus sondern auf der Sünde.
Frieden mit Gott oder Freude in Christus sind dort unbekannt.

Viele Grüße
Tob

lauthunddeutlich
Beiträge: 5
Registriert: 23.09.2011 16:00

Beitragvon lauthunddeutlich » 26.09.2011 15:52

Das richtig Tob,

jede Einzelsünde muss vor den Führern bekannt, also gebeichtet werden. Jeder kritische Gedanke bezüglich dieser Sekte und ihren Führern ist Sünde. Durch dieses Psycho-Werkzeug werden die armen Seelen nicht nur in ihrer Gedankenwelt auf Kurs gehalten und manipuliert, sondern in vollkommener Abhängigkeit zu den Stegen-Brüdern gehalten. Bricht eines der Schäfchen aus, wird allen angehörigen Familienmitgliedern der Kontakt zu dem 'Verfluchten' streng untersagt. Familienzerrüttungen und Scheidungen zählen zu den geforderten Folgen.

Was Du, lieber Tob, als Heiratsregeln bezeichnest ist in der Realität ein grausamer Zwang, der in dieser Form selbst unter orthodoxen Islamisten auf Verachtung stieße. Ich weiß von Frauen, die bis zur arrangierten Hochzeit kein Wort mit ihrem Zukünftigen sprachen und erst durch die Hochzeit ihren zukünftigen Familiennamen erfuhren.
Sollte die Frau, die ihrem Mann zu dienen hat, sich dem ehelichen Beischlaf zu entziehen gedenken, geht der Mann dieses Problem beichten. Die anschließend in die s.g. 'Seelsorge' zitierte Ehefrau wird über die Folgen ihrer Sünde insofern aufgeklärt, dass sie sich vor Gott schuldig mache, ihren Mann zu den Huren zu treiben.

Die authentischen Berichte zahlreicher Opfer übertreffen sich in der Grausamkeit ihrer Beschreibung von dieser geistlichen und seelischen Gewalt. Wie Du sehr richtig klargestellt hast, ist auch aus meiner Erfahrung das grausamste an dieser Sekte:
Der RAUB an der HEILSGEWISSHEIT. Der Raub an der Heilskraft unseres wunderbaren Evangeliums.

Nur durch die ständige Beichte und das Bekennen eines jeden Herzens-Gedanken, lässt sich die Sündenschuld etwas lindern.
Unantastbar ist nur die Würde der zwei Stegen-Brüder. Als Initiatoren und Erfinder dieses 'großartigen' Erweckungswerkes sind sie gegenüber jeglicher Kritik immun. Kritik legen sie als Angriffe des Teufels und der Verfluchten, also als Christen-Verfolgung aus.

Bitte betet weiter für die Opfer! Mögen sie Befreiung und Heilsgewissheit erlangen.

Danke

Mani

Tob
Beiträge: 97
Registriert: 07.04.2005 12:00
Wohnort: Württemberg

Beitragvon Tob » 26.09.2011 16:23

Hallo mani,

Wenn ich schreibe, dass mir die autoritäre Führung, Traditionen und Regeln bei Heiratsabsicht Unbehagen erzeugen, möchte ich dies nicht verharmlosen, jedoch habe ich nicht den tiefen Einblick wie offenbar Du, um das für mich abschließend beurteilen zu können.
Ausserdem sind Heiratspraktiken, die uns fremd oder unbekannt sind, nicht zwingend falsch. Möglicherweise ist der Anteil der glücklichen Ehen bei der 'arrangierten' KSB-Heirat sogar höher als bei der modernen westlichen Liebesheirat.

Viele Grüße

Tob

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5556
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 26.09.2011 18:34

Vielen Dank @Tob und @Mani für eure Beiträge zu KSB.Es geht dort in der letzten Konsequenz darum, dass die Leitung von KSB die absolute Kontrolle über ihre Mitglieder hat und dadurch kommen sie in einem totalen Abhängigkeitsverhältnis.Bei der Frage nach Heiratspraktiken, sollte nicht der Maßstab sein ob sie uns bekannt, fremd oder unbekannt sind, sondern ganz allein das Neue Testament!
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

lauthunddeutlich
Beiträge: 5
Registriert: 23.09.2011 16:00

Beitragvon lauthunddeutlich » 26.09.2011 20:51

Hallo Tob,

Du darfst Deinem Schöpfer dankbar sein, dass Dir tiefere Einblicke und persönliche Erfahrungen mit dieser Sekte erspart blieben. Typisches Merkmal einiger Sekten ist das besonders seriöse, vermeintlich Bibeltreue Etikett. Wenn ‚Gift’ drauf stünde, gäbe es keine Opfer. Gefährlich wird es, wenn wir das falsche Etikett aus Höflichkeit, Oberflächlichkeit oder Unwissenheit als ‚Gut’, oder ‚so schlimm ist das doch nicht’ bestätigen. Wir sind der Wahrheit verpflichtet, -sonst könnten wir unser Feeling auch auf Facebook diskutieren.

Mein Respekt vor den mir Nahe stehenden traumatisierten Opfern und Betroffenen, verbietet mir dieses Thema im Forum als oberflächliche Meinungsdebatte zu behandeln.

Abgesehen davon, dass zumindest in meiner Vorstellung und Praxis, doch noch gesunde und respektvolle Alternativen zwischen dem KSB-Eheverständnis und einer modernen, westlichen Liebesheirat mit entsprechender Scheidungsrate existieren, liegt der Anteil der glücklichen KSB-Ehen garantiert bei 100%. Aus Angst vor dem Fluch der Stegens und den permanent geschürten Höllenängsten, bezeugen sogar die Vergewaltigungsopfer stets ‚fröhlich’ dieses Ehe-Glück.

Mir persönlich ist es nicht möglich, den Zusammenhang zwischen sexueller Gewalt und seelischer Unterdrückung gegen eine Frau, mit dem Begriff der ‚glücklichen Ehe’ in Verbindung zu bringen.
Zutiefst befremdet über diese rhetorische Hypothese erlaube ich mir diesbezüglich folgende Anmerkung.

Gewalt ist nie biblisch! Auch eine fremde und unbekannte Heiratspraxis ist dann zwangsläufig falsch, wenn sie den biblisch gebotenen Respekt, die biblisch gebotene Liebe und Ehre gegenüber einer Frau, durch einen manipulativen Zwang zu ersetzen sucht.
Menschlich ist diese Praxis verabscheuenswürdig und dem Herrn sei Dank, mittlerweile auch strafrechtlich relevant.

Vor diesem Hintergrund würde ich mir zukünftig, zumindest in dieser Thematik eine seriöse Auseinandersetzung wünschen.

Danke
Mani



@Joschie
Danke für Dein Statement. Genau das gilt es zu betonen. Wir sprechen über Gewalt, Abhängigkeit und Verführung. Das kann nicht biblisch sein.
Die wunderbar heilsame und befreiende Botschaft des Evangeliums wird in der Praxis durch Werkegerechtigkeit unterdrückt. Die Gläubigen werden ihrer Heilsgewissheit beraubt.

Tob
Beiträge: 97
Registriert: 07.04.2005 12:00
Wohnort: Württemberg

Beitragvon Tob » 27.09.2011 07:37

Hallo mani,

freilich sind sexuelle Gewalt, Unterdrückung aber auch Liebesentzug Sünde an Mensch und Gott und zu verurteilen und natürlich im Widerspruch zu einer glücklichen Ehe.
Mir ging es eigentlich zunächst eher um die ungewöhnliche (aber nicht biblisch) falsche Heiratspraktiken, weniger das Eheleben. Arrangiert bedeuted ja nicht zwangsläufig sexuelle Gewalt.
Sexuelle Gewalt kommt leider in jedem Kulturkreis vor. Deinen letzten Beitrag verstehe ich so, dass dies in KSB gang und gebe ist. Dies war/ ist mir nicht bekannt gewesen. Dann kann man freilich nicht von glücklichen Ehen sprechen.

Viele Grüße

Tob


Zurück zu „Ich suche …“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste