Evangelikalismus kontra Fundamentalismus

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Joschie
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Evangelikalismus kontra Fundamentalismus

Beitragvon Joschie » 14.01.2011 19:21

Evangelikalismus und Fundamentalismus unterscheiden

Evangelische Zentralstelle: Gleichsetzung ist nicht gerechtfertigt

Berlin (idea) – Evangelikalismus und Fundamentalismus müssen unterschieden werden. Zwischen beiden Strömungen gibt es zwar Überschneidungen, eine Gleichsetzung ist jedoch nicht gerechtfertigt. Dieser Überzeugung ist der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Pfarrer Reinhard Hempelmann (Berlin). Er setzt sich in der EZW-Broschüre „Evangelikale Bewegungen. Beiträge zur Resonanz des konservativen Protestantismus" mit dem evangelikalen Frömmigkeitsverständnis in Landes- und Freikirchen auseinander. Nach seinen Worten ist es unübersehbar, dass sich erwecklich geprägte Strömungen schnell und wirksam ausgebreitet haben. Ihre Ziele seien die Wiederentdeckung urchristlicher Mission und Gemeinschaftsbildung. Es zeige sich immer deutlicher, dass es sich dabei um ein dauerhaftes und wachsendes Phänomen handle. Für die evangelikale Bewegung charakteristisch seien die Bereitschaft zu radikaler Christusnachfolge, die Betonung einer persönlichen Glaubenserfahrung und eine ausgeprägte Bibelfrömmigkeit.

Gemeinsame Anliegen mit Papst Benedikt XVI.
Hempelmann zufolge gibt es zahlreiche gemeinsame Anliegen zwischen Evangelikalen und Papst Benedikt XVI., etwa bei den Themen Ehe und Familie, Homosexualität, Lebensschutz sowie in der Christuszentriertheit der Predigten. Allerdings ließen sich unter dem Stichwort „evangelikal" sehr unterschiedliche Positionen zusammenfassen, so dass es schwer falle, von „den" Evangelikalen zu sprechen. So sei die Ausbreitung des evangelikalen Christentums auch von Schattenseiten bei einzelnen Gruppen begleitet. Solche fundamentalistische Bewegungen gewönnen ihre Identität vor allem durch die Abgrenzung von anderen. Mitunter seien auch ein überzogenes Machtbewusstsein, antiintellektuelle Affekte, Schwarz-Weiß-Denken, unrealistischer Wunderglaube und ein problematisches Verständnis von Leitung anzutreffen. Evangelikal geprägte Christen sollten sich stärker gegenüber solchen fundamentalistischen Tendenzen abgrenzen.

Wie erneuerungsfähig ist die Kirche?
Ziel der meisten Evangelikalen sei es jedoch, positiv zu arbeiten und nicht nur negativ auf die moderne Gesellschaft und die kirchliche Situation zu reagieren. Hempelmann: „Die Fragen, die von Evangelikalen, Pfingstlern und Charismatikern an unsere Kirchen gestellt werden, müssen ernst genommen werden. Die religiösen Bedürfnisse, auf die sie eingehen, deuten auf Vernachlässigtes hin. Ihr Engagement stellt die Kirchen vor die Frage nach ihrer eigenen Erneuerungsfähigkeit und ihrer Offenheit gegenüber einer heutigen ‚Reformation’ aus dem Geist Christi."

Evangelische Allianz begrüßt die Studie
Der Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), und der Vorsitzende der Österreichischen Evangelischen Allianz, Frank Hinkelmann (Petzenkirchen/Niederösterreich), begrüßten in einer gemeinsamen Stellungnahme Hempelmanns Ausführungen. Er habe fundiert und fair über die Evangelikalen berichtet, ohne Besorgniserregendes und Kritisches zu verschweigen. Hempelmann mache deutlich, dass man auch mit einem sehr konservativen Bibelverständnis tolerant und demokratiefreundlich sein könne. Evangelikale wie nichtevangelikale Christen sollten diese Studie als Grundlage für intensivere Gespräche nutzen.

Quelle: http://www.ead.de/nachrichten/nachricht ... eiden.html
Wie ist eure Meinung zu diesen Beitrag ??!
Gruß Joschie
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 15.01.2011 08:56

Ich muß in letzter Zeit bei dem Begriff "Evangelikale" immer ein wenig schmunzeln, seit ich vor kurzem ein Wortspiel von dem im Oktober letzten Jahres verstorbenen Pfarrer Johannes Hansen las:

"Ich bin immer noch Evangelist und kein Evangelikalist. Und ich verkündige immer noch das Evangelium, kein Evangelikalium."

Über Johannes Hansen heißt es in einem Nachruf: "Er war kein Freund allzu schneller Etikettierungen und Kategorisierungen. Ein einfacher "Christenmensch" wollte er sein. Mehr nicht." - Dem möchte ich mich anschließen!

Grüße, Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Beitragvon Servant » 15.01.2011 12:21

idea hat geschrieben:Für die evangelikale Bewegung charakteristisch seien die Bereitschaft zu radikaler Christusnachfolge, die Betonung einer persönlichen Glaubenserfahrung und eine ausgeprägte Bibelfrömmigkeit.
Diese Aussage steht jedoch im Widerspruch, zu dem von der Ev. Allianz eingeschlagenen Weg, dieser zeigt, weder eine radikale christusnachfolge noch Bibelfrömmigkeit. Der einleitende Beitrag zeigt ja sehr deutlich was sie unter "Christus-Nachfolge" verstehen, die frage ist für mich - welchen "Christus" meinen sie ?

Was sagt uns der Herr Jesus Christus - denken wir mal einen Moment darüber Nach:

2. Kor. 6, 14-18

Und nun Fragen wir uns - ist der Weg der Ev. Allianz Christus gemäß ?

Ist das das Resultat von "Bibelfrömmigkeit" und einer "radikalen Christus-Nachfolge" ? (Link)
Hempelmann zufolge gibt es zahlreiche gemeinsame Anliegen zwischen Evangelikalen und Papst Benedikt XVI.,
Was sind das für gemeinsame Anliegen ?

Ein Anliegen des Papstes ist zum Beispiel:


- http://www.youtube.com/watch?v=n0mAT-8g ... r_embedded

- Ein weiteres Anliegen ist es:
http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=454688

Das ist aber nicht das Anliegen eines Gläubigen Christus Nachfolgers!

Warum sind die Gläubigen Christen die am Wort Gottes, an Jesus Christus und sein Evangelium festhalten zum Anstoß geworden und mit dem Stigmata "Fundamentalisten" abgestempelt worden ?

Weil sie nicht den Weg der Welt gehen, sondern den Weg des Herrn Jesus Christus und sich nicht aussöhnen mit der Welt, sondern an der Wahrheit des Evangeliums festhalten und nicht dem Ratsschluss Bilams folgen !

Jesus Christus sagt in seinem Wort das ER der Eckstein ist den die Bauleute verworfen haben - darum ist er diesen Menschen, die sein Wort verworfen haben zum Anstoß und Ärgernis geworden.

1. Petrus 2,7 Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die aber, die sich weigern zu glauben, gilt: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, gerade der ist zum Eckstein geworden«,

So wie sie sich an "Jesus Christus" stoßen - stoßen sie sich an jene die dem Herrn Jesus Christus gehören und IHM folgen !

Ich Hoffe das diese Worte so verstanden werden wie sie gemeint sind - als eine Bitte umzukehren und von dem falschen Weg abzulassen und dem Herrn Jesus Christus zu folgen.
Zuletzt geändert von Servant am 17.01.2011 11:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 15.01.2011 14:05

Hallo Ihr
Was versteht ihr unter Evangelikalismus und Fundamentalismus.Was versteht die Evangelische Allianz genau darunter?Das ist für mich eine spannende Frage :idea:
Gruß Joschie
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Beitragvon Servant » 15.01.2011 16:28

Ich würde die Frage gern noch erweitern wollen - Was ist und sagt das Evangelium Jesu Christi ? Könnte hilfreich sein ...

So, bin gar nicht mehr hier :)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 15.01.2011 19:42

Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, Seite 657, Brockhaus:

“Der Fundamentalismus beruft sich in seinem Selbstverständnis auf die Bibel als die irrtumslose Offenbarung Gottes, ohne an einer mechanischen Diktatinspiration festzuhalten. Die Bibel ist frei von Widersprüchen und Fehlern, glaubwürdig auch in naturkundlichen und geschichtlichen Aussagen. In der Hermeneutik des Fundamentalismus wird eine wörtliche Auslegung der Schrift vorgezogen, jegliche Bibelkritik dagegen als unsachgemäß und glaubenszerstörend verworfen.”

Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, Seite 562, Brockhaus:

Grundlegende Dokumente evangelikaler Theologie sind die Glaubensbasis der Evangelischen Allianz: http://www.ead.de/die-allianz/basis-des-glaubens.html

Außerdem die Frankfurter Erklärung zur Grundlagenkrise der Mission:
http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downl ... erung.html

Dann noch die Lausanner Verpflichtung: http://www.freikirchen.ch/wDeutsch/VFG- ... or=2110010

Und das Manila-Manifest: http://www.lausannerbewegung.de/data/fi ... nen/85.pdf


Soviel zur Theorie! Die Frage ist dennoch, inwiefern uns solche “Schubladen” helfen? Es gibt z. B. Leute, die obige Zeilen über den Fundamentalismus unterschreiben, hundertmal die Bibel durchlesen und hundertmal diversen Irrtümern unterliegen!

Lieben Gruß

Jörg
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Beitragvon Servant » 16.01.2011 11:49


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Beitragvon Joschie » 16.01.2011 18:59

Ich stelle mal einen älteren Beitrag von Prof. Dr. Samuel Külling rein.

Generalangriff gegen den biblischen "Fundamentalismus"
Was ist biblischer Fundamentalismus?
von Prof. Dr. Samuel Külling [ A ]


Von verschiedensten Seiten aus werden heute die "Fundamentalisten" oder der "Fundamentalismus" bekämpft. Wenn dies von aussen geschieht, d.h. von Menschen, die nicht im biblischen Sinne gläubig sind, versteht man dies noch. Aber warum distanzieren sich auch sogenannte "Evangelikale", d.h. Gläubige, die sich zu den biblischen Heilswahrheiten bekennen, vom "Fundamentalismus"?

Warum wird z. B. über den am 11. November 2001 in sein Amt als neuer Direktor der Pilgermission St. Chrischona eingesetzten Dr. Markus Müller in der "Riehener Zeitung" vom 9. November 2001 folgendermaßen geschrieben:

"Er macht in diesem Zusammenhang keinen Hehl aus seiner Kritik an gewissen fundamentalistischen christlichen Gruppierungen. Den bisweilen von aussen an die Pilgermission herangetragenen Vorwurf, ihrerseits fundamentalistische Positionen zu vertreten, hält Markus Müller für unberechtigt."
Warum muss Walter Gut, der als Journalist für den Evangeliumsrundfunk arbeitet, anlässlich des Artikels von Dr. Friedhelm Jung "Sind christliche Fundamentalisten gewalttätig?", was letzterer verneint, diesen massiv angreifen? [ 1 ]

So schreibt Walter Gut:

"Der Anspruch, einen 'guten' christlichen Fundamentalismus im gesellschaftlich-kulturellen Gespräch anzubieten, ist eine folgenschwere Verkennung biblisch-geistlicher Eckwerte. Ein Versuch, der schon in seinem Ansatz verfehlt ist und deshalb dem Leib Christi schweren Schaden zufügt."
Walter Gut ruft "die verantwortlichen Leiter unserer Freikirchenverbände, der biblischen Ausbildungsstätten und die Leiter von SEA [ 2 ], VFG [ 3 ], AEM [ 4 ] und Idea dazu auf, als verantwortliche Hirten Stellung zu nehmen zu der bis heute unwidersprochen hingenommenen Propagierung eines christlichen Fundamentalismus." [ 5 ]

Der Bibelbund Schweiz befasste sich am 3. Nov. 2001 mit dem Begriff "bibeltreu". Die Konferenz bibeltreuer Ausbildungsstätten hat als Konferenzthema im November 2001 den Begriff "bibeltreu", wobei einige Lehrer theologischer Seminare letztlich nichts anderes versuchen, als das "fundamentalistische" Verständnis von "bibeltreu" in sein Gegenteil zu verwandeln. Dieser Angriff auf die "fundamentalistische" Bibelhaltung erfolgt weltweit. Das ICBI [ 6 ], zu dessen Beirat für das deutschsprachige Europa ich gehörte, hat sich während 10 Jahren gezielt mit diesem Thema befasst. Das war deswegen nötig, weil manche sog. evangelikale Vertreter von Ausbildungsstätten u.a. sich von der sog. «fundamentalistischen» Position entfernten, oder in Gefahr waren, dies zu tun. Sie meinten, nicht mehr an der Wahrheit der Bibel in jeder Hinsicht (Geschichte, Naturwissenschaft u.a.) festhalten zu können, oder glaubten, Widersprüche in der Bibel feststellen zu müssen.

In der Zeitschrift "Diakrisis" [ 7 ] findet sich in einem Beitrag von Pfr. Sven Findeisen zum 100. Geburtstag von Prof. Hellmuth Frey ein Seitenhieb gegen den "Fundamentalismus": Bekanntlich hat Frey die vom biblischen "Fundamentalismus" abgelehnten sog. historisch-kritischen Methoden und Hypothesen in seinem Auslegungswerk "Die Botschaft des Alten Testaments" grundsätzlich eingebaut. Wohl mit Bezug darauf schreibt Findeisen:

"Das gab Frey die Sicht und die Kraft, andere Fundamente und Begründungen, also die gängigen Fundamentalismen aufzudecken, die alle nicht den Weg in der 'Kleinen Kraft' gehen: die Vorstellungen und Bedingungen des bibelkritischen Fundamentalismus wie der idealistisch-gesetzlichen sog. Bibeltreue, des institutionalen Fundamentalismus bei den Kirchen wie des enthusiastischen Fundamentalismus, der sich auf eigene Erfahrungen gründet. Es ist Freys einsamem Kampf zu danken, daß nach dem Kriege der rationalistische Fundamentalismus aus USA nicht über den Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz bei uns als Bibeltreue normativ wurde."
Mit grosser Besorgnis muss auch festgestellt werden, dass einer der früher selbst eine "fundamentalistische" Bibelhaltung vertrat und verteidigte, Prof. Dr. Dr. Dr. Willem Ouweneel in den Niederlanden, nun in der Zeitschrift "Bijbel en Wetenschap" [ 8 ] , deren leitender Redaktor er ist, einen Hauptangriff ausgerechnet gegen die "fundamentalistische" Bibelhaltung richtet, die er zugleich kritisiert.

Wegen all den hier erwähnten Tatsachen gehen wir in dieser Nummer unserer Zeitschrift grundsätzlich auf die Auseinandersetzung um den sog. "Fundamentalismus" ein. Damit geben wir zugleich eine Klärung der Bezeichnung "Bibeltreue".



Die Bedeutsamkeit eines "fundamentalistischen" Bibelbekenntnisses
I. Zur Definition des Begriffs
Schon 1965 habe ich an der Europäischen Evangelischen Allianz-Konferenz und Ratstagung in Zürich die Forderung an den Anfang meines Vortrags [ 9 ] gestellt, dass jeder, der sich über "Fundamentalismus" äussert, erst eine Definition abgibt, was er darunter versteht.


1. Gebrauch der Bezeichnung "Fundamentalismus"; "Fundamentalismus" als negatives Schlagwort

"Fundamentalismus" wird oft als Schlagwort benutzt, ohne Beziehung zu einem bestimmten Glaubensinhalt. Es wird als Schimpfwort eingesetzt. Walter Gut vom Evangeliumsrundfunk (Schweiz) bezeichnet es als "Götzendienst" und "ideologisches Denkraster", "zu meiden wie die Pest".[ 10 ]. Das Wort gilt als ideologisches Schreckgespenst zur Bezeichnung von Militanz, gewalttätiger Durchsetzung seiner Überzeugung von Aggression, Sturheit und Fanatismus. Man kann das Wort mit Hansjörg Hemminger "im weiteren Sinne ... für eine bestimmte Haltung zur Umwelt, zur Religion, zur Politik usw., im besten Fall für eine bestimmte soziale oder seelische Befindlichkeit einer religiösen Gruppe" gebrauchen. [ 11 ]


2. Die Entstehung des Begriffs "Fundamentalismus"

Mit obigen Schlagworten und Charakterisierungsversuchen hat der biblische "Fundamentalismus" nichts zu tun.

Entstanden ist der Begriff nach der Publikation von zwölf Bändchen 1910-1915 in den USA [ 12 ] mit dem Titel "The Fundamentals" (=Die Grundlagen). In ihnen werden fünf unaufgebbare "Fundamentals" hervorgehoben:

1. Die Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel
2. Die Gottheit von Jesus Christus
3. Seine Jungfrauengeburt
4. Sein stellvertretendes Sühneopfer am Kreuz
5. Seine leibliche Auferstehung und persönliche Wiederkunft

Die sich auf Jesus Christus beziehenden Fundamentalaussagen 2-4 sind auch in den altkirchlichen Glaubensbekenntnissen enthalten, namentlich im nizänischen, während die 1. Glaubensaussage zur Bibel heute den Hauptstreitpunkt in der Auseinandersetzung mit dem "Fundamentalismus" bildet.

Bitte lest den ganzen Beitrag
Gruß und Segen von Joschie
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Servant
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Beitragvon Servant » 19.01.2011 21:47

Worum geht es eigentlich in diesem Streit ?

Einheit, Einheit um jeden Preis (Eine Predigt von einem Bruder im Herrn Jesus Christus)

Geist gewirkte Einheit(Eine Predigt von einem Bruder im Herrn Jesus Christus)

Jose
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Re: Evangelikalismus kontra Fundamentalismus

Beitragvon Jose » 16.03.2011 22:34

Wenn "evangelikal" für eine Theologie und Frömmigkeit innerhalb des Protestantismus steht, die von der unbedingten Autorität des Neuen Testaments (Evangeliums) ausgeht, dann sollte es eigentlich kein kontra zum protestantischen Fundamentalismus sein.

Persönlich sehe ich mich als "evangelikal" und "Fundamentalist", was die Ausrichtung und das Festhalten am Fundament des Evangeliums anbetrifft. Ob es sich lohnt, viel darüber zu reden, bezweifle ich. Entscheidend ist, dass man es lebt. Wenn man es lebt, dann gehen die Wege schnell auseinander. Wenn wir die Worte befolgen: "Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus" 1. Kor. 3,11, dann erübrigt sich die Diskussion z.B. um die Zusammenarbeit in der "Evangelischen Allianz" oder im "Arbeitskreis christlicher Kirchen".

Die Ursprünge der evangelischen Allianz will ich gar nicht weiter beatrachten, aber die zunehmende Toleranz ist wohl eindeutig. Aus bible-only.org möchte ich nur diese kurze Aussage herausheben:
In Deutschland ist die Basis der Evangelische Allianz Lehrmaßstab vieler freier Werke. Neben Konferenzen und Evangelisationen, der Unterstützung der >ProChrist-Evangelisationen und Förderung der >Willow Creek-Evangelisationsmethoden ist die jährliche Allianzgebetswoche Anfang Januar Hauptwirkungsgebiet der Allianz.
Solche Aktivitäten möchte ich persönlich nicht unterstützen, wobei ich ernstes und aufrichtiges Gebet nicht verachte.

José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

lutz
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Beitragvon lutz » 16.03.2011 23:22

Zur "Evangelischen Allianz" möchte ich auf dieses Thema verweisen (darin kann sich aber nicht mehr beteiligt werden, weil "gesperrt"):
http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... he+allianz

Lutz


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