Kritische Sicht zu Erdmanns "Der Griff zur Macht"

Empfehlungen, Kritik oder Rezensionen von christlichen Büchern und Medien

Moderator: Joschie

lutz
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Beitragvon lutz » 24.04.2012 18:57

In Fortsetzung:

Der Einsatz für die Armen

Bis Seite 181 hatte Schirrmacher den Eindruck, dass gute Werke im sozialen Bereich unter „Dominionismus“ fallen.
Je länger ich diese Kritik für mich in der Überprüfung habe, desto mehr habe ich den Eindruck, dass ich als Leser des Buches hier „zum Besten gehalten“ werde.
Erdmann hatte doch „Dominionismus“ definiert – gleich zu Anfang. Nun ist es doch kein Geheimnis, dass nicht nur „Dominionisten“ sozial engagiert sind.

An der Stelle sei daran erinnert, dass schon zu Beginn des Buches darauf hingewiesen wird: hier handelt es sich nicht um eine umfassende theologische Auseinandersetzung. Dennoch findet man kurze theologische Ausführungen, wie die, die Schirrmacher selbst zitiert:
Evangelikale haben traditionell das Gebot der Schrift ernstgenommen, als ‚Salz‘ und ‚Licht‘ (Matth. 5,12–13) in der Welt zu wirken. Diese Worte besaßen ursprünglich keine dominionistische Färbung. Sie bedeuteten einfach, dass Christen durch individuelle oder gemeinschaftliche Wohltaten das Leben von Menschen positiv beeinflussen können. Dank eines heiligen und gerechten Lebensstils, der übereinstimmt mit einem biblischen Glaubensbekenntnis, können Christen auch in ihrer kulturellen Umgebung Gutes leisten. „Salz und Licht“ zu sein, bringt nach Römer 16, 19 auch die Verpflichtung mit sich, angesichts von Bosheit Gutes zu tun. (S. 181)
.
Schirrmacher meint: „Diese Worte könnten doch von der Micha-Initiative und praktisch allen von Erdmann angegriffenen Personen und Organisationen stammen.“

Ist das so nach Erdmanns Analyse?
Kann „von der Micha-Initiative und praktisch allen von Erdmann angegriffenen Personen und Organisationen“ Folgendes gesagt werden?:
dass Christen durch individuelle oder gemeinschaftliche Wohltaten das Leben von Menschen positiv beeinflussen können. Dank eines heiligen und gerechten Lebensstils, der übereinstimmt mit einem biblischen Glaubensbekenntnis, können Christen auch in ihrer kulturellen Umgebung Gutes leisten.
Dazu muss freilich noch bemerkt werden:
Es gibt Lehren von Personen (Organisationen…), die Erdmann ausführlich betrachtet. Es gibt aber auch Personen (Organisationen …), die lediglich im größeren Zusammenhang gelistet sind (mit Fußnoten).
Die Micha-Initiative als Einzelbeispiel gehört nicht zu diesen ausführlichst analysierten Initiativen. Sie steht aber nicht vollkommen isoliert und ohne Zusammenhang, sondern im Rahmen der Verwirklichung einer utopischen Weltgemeinschaft (S. 182 ff.). Erdmanns ausführliche Analyse gilt bspw. dem PEACE-Plan von Rick Warren.

Ich begreife nicht, wieso „nicht konkret behandelte Initiativen“ hier so ausführlich in der Kritik auftauchen, während „ausführlich behandelte“ vollkommen unter den Tisch fallen. „Nichtausführungen“ im Paket mit eigenen Interpretationen bilden die Grundlage der Kritik – vorliegende „Ausführungen“ werden nicht einbezogen? Das ist für mich durchgängig nicht nachvollziehbar.

Für Schirrmacher sieht die Begründung für ein Abweichen nach Erdmann so aus: „Sie setzen sich neuerdings weltweit gegen Armut ein (S. 181–186). Also: wer sich gegen weltweite Armut einsetzt, verrät das Gebot Jesu in Matthäus 5,12–13, ja überhaupt das Evangelium und Jesus Christus?“
Die Begründung Erdmanns ist keine „räumliche“, so nach dem Motto: Traditionell muss es örtlich sein, alles was überörtlich geschieht, ist Verrat. Aber das muss Schirrmacher eigentlich auch beim Lesen aufgefallen sein. Erdmann gibt sich eben nicht mit oberflächlich „tugendhaften“ Erscheinungen zufrieden (damit steht er übrigens in der Analyse keineswegs einsam da). Die Darstellungen Erdmanns gehen tief in die Grundannahmen von Aktionen hinein. Das kann zugegeben eine sehr unangenehme Sache sein und ist sicher alles Andere als bequem. Jemand, der damit nichts zu tun hat – wird es leichter haben, als jemand, der hier involviert ist. …

Wie sehen denn die Grundannahmen aus? Als Leser habe ich volle 180 Seiten vor Seite 181 und noch viele danach. Es sind Seiten mit Themen wie: „Herrschafts-Theologie“, „Militante Kirche“, „Ganzheitliche Mission“, „Globale Transformation“, „Rick Warren“ …

Schirrmacher kommt auf das Problem der Verteilung zu sprechen. Sollte der, der viel hat, nicht jenseits aller theologischen Diskussionen dem geben, der braucht? Hat denn Erdmann so eine Haltung jemals „angegriffen“? Schirrmacher konstruiert Vorwürfe, die am Thema des Buches total vorbeilaufen. Die folgenden Anmerkungen sind durch und durch Beleg für eine völlige Fehldarstellung. Die Begründung, um Initiativen kritisch zu hinterfragen und solche „deftigen“ Vorwürfe zu formulieren, ist keinesfalls einfach die Zustimmung eines Warrens. Aber das ist es ja, was in dieser Kritik hier erstaunlicherweise permanent fehlt: eine Auseinandersetzung mit dem, was ausführlich analysiert wird. Warum bitte, wird denn nicht widerlegt, was analysiert wurde?
Ja, Erdmann hinterfragt und stellt unbequeme Fragen, wie bspw. hier:
In Rick Warrens Vorstellungswelt spielt die Kirche in dieser Zusammenarbeit eine zentrale Rolle. Dabei folgt er der kommunitaristischen Philosophie Peter Druckers auf der ganzen Linie. Er hebt besonders ihre einzigartige Funktion als „Verteilungsnetz“ hervor. Man fragt sich nun, wozu dient es? Was genau soll die Kirche im Verbund mit den NGOs, den Konzernen und Regierungen verteilen? Wird es die Verkündigung des rettenden Evangeliums von Jesus Christus sein? Das Akronym C.H.U.R.C.H. enthält kein „E“ für Evangelium. (S. 201, im selben Kapitel wie das Zitat auf Seite 181).

Dann setzt Schirrmacher noch eine Spitze über alle seine „Kritik“, indem er von Erdmanns Position behauptet, sie sei „ein arger Affront gegenüber den Millionen in der Basis-Arbeit der …“. Erdmann mache aus der Opferbereitschaft, dem Anliegen der „kaum vollzeitlichen Mitarbeiter und diese leben vorbildlich in gewählter Selbstbeschränkung.“ – Ambitionen nach Reichtum, nach Selbstdarstellung. Das stimmt doch so nicht. Erdmann hat doch den „kleinen Mann, der glaubt hier für Christi Sache zu stehen und alles dafür hingibt“ nicht im Fokus der Analyse. Erdmanns Analyse gilt den „Meinungsmachern“, den „theologischen Umbildnern“, … - eben genau der Gruppe, die den „kleinen Mann mit guten Vorsätzen“ für ihre Ziele gekonnt einspannt. Dabei geht es auch nicht um irgendwelche „kleinen Männer“, sondern um Schafe der Herde Christi.

Erdmann erklärt mir in seinem Buch
die Ziele hinter den oberflächlich propagierten Zielen (Wozu das Ganze?),
die „Ethik“ hinter der oberflächlich biblischen Ethik (Wie das Ganze umsetzen?),
die von Menschen zusätzlich bestimmten Sollforderungen an Christen (Was zählt zu den von Christen einzufordernden Taten?).
Was erklärt mir eigentlich Schirrmacher? Worauf will er mich denn hinweisen?
Schirrmacher erklärt mir einen „Erdmann“, weist mich auf einen „Erdmann“ hin – den ich als Leser des Buches so nicht finden kann. Zum Vergleich möchte ich hier auf die Rezension hinweisen, die der Betanienverlag verlinkt
http://www.cbuch.de/Erdmann-Der-Griff-zur-Macht-p3502/
(ja, es ist eine Pro-rezension – aber darum geht es mir jetzt gar nicht!). In dieser Rezension gibt es als Leser Widererkennung der Position des Autors. Die Kritik Schirrmachers, wie sie bisher entfaltet wurde, kann unmöglich für Leser des Buches geschrieben worden sein.

Zum Schluss dieses Abschnittes kommt doch tatsächlich wieder dieselbe unrevidierte „Kritik“, die eigentlich aufgrund des Anfangszitats so hier nicht mehr stehen dürfte. Erdmann liefert anfangs einen biblischen Beleg für „Salz“ und „Licht“. Es geht nicht darum aufopferungsvolles soziales Engagement in Passivität und Ignoranz umzumünzen. Es geht wenigstens um das Hinterfragen bestimmter Aktionen und das wird doch wohl noch erlaubt sein. Ein Christ darf doch genau wissen, wofür er sich engagiert, wofür es sich „lohnt“. Die Führung einer ganzen Gemeinschaft (Pastoren, Älteste, Leitungskreis …) sollte es denn doch noch genauer wissen, denn die Verantwortung ist hier viel größer, weil sie im Namen ihrer Mitglieder verbindlich verpflichtet und Mitglieder vertrauen in der Regel ihrer Führung.

Lutz

Servant
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Beitragvon Servant » 25.04.2012 11:38

Lutz hat geschrieben:Kann „von der Micha-Initiative und praktisch allen von Erdmann angegriffenen Personen und Organisationen“ Folgendes gesagt werden?:
Zitat:
dass Christen durch individuelle oder gemeinschaftliche Wohltaten das Leben von Menschen positiv beeinflussen können. Dank eines heiligen und gerechten Lebensstils, der übereinstimmt mit einem biblischen Glaubensbekenntnis, können Christen auch in ihrer kulturellen Umgebung Gutes leisten.

Diese Aussage Trifft auf die "Miach-Initiative" nicht zu - sie widersprechen dem biblischem "Glaubensbekenntnis".

Micha-Initiative und die UN Millenniums Ziele

Punkt 3 der Millenniums Ziele beinhaltet unter anderem auch eine Geschlechter Neutrale Amtssprache (siehe auch Gender-Mainstreaming); es ist also schon deutlich was hier unter "Gleichstellung" zu verstehen ist.

Sollen wir als Christen ernsthaft Glauben das es sich hier um erstrebenswerte und Biblische Ziele handelt? - Biblische Werte sind das nicht! In Österreich soll nun nicht mehr Vater, oder Mutter in den Papieren der Kinder stehen, sondern "Elter" (um Diskriminierung zu vermeiden)

Ach, sie sind also "Elter" von Tim ? Hier könnte also irgendein Mensch stehen (Frau, Mann, Zwitter, und jene vom anderem Ufer)

Jeder Punkt der Mileniums Ziele ist zu Hinterfragen, denn man stößt auf wirklich Haar stäubende Tatsachen, die nicht mehr im Einklang mit der Biblischen Botschaft stehen.

Meine Frage: Warum macht man UN Ziele zum Programm für Christen ?

Punkt 5 der Mileniums Ziele - Verbesserung der gesundheit von Frauen

Wie sind solche Meldungen zu verstehen:
PESCHAWAR, 9. Januar 2002 (ZENIT.org - hier mehr Details):
Radio Vatikan berichtete am Dienstag über die Anklagen gegen den Bevölkerungsfonds der UNO (UNFPA), der, wie aus Pakistan bekannt wurde, sich dafür stark macht, bei den afghanischen Flüchtlingen auf Abtreibung zu drängen.

Die von Radio Vatikan veröffentlichte Nachricht wurde auch von der pakistanischen Nachrichtenagentur "On-Line" bestätigt, derzufolge in den letzten Tagen unter den Flüchtlingen Abtreibungskits verteilt wurden, die aus den notwendigen Medikamenten bestanden.

Diese Kampagne wurde nicht nur unter den drei Millionen Flüchtlingen in Pakistan, sondern auch bei zwei Millionen Flüchtlingen im Iran durchgeführt.
Laut Radio Vatikan hat ein Sprecher der Flüchtlingslager von Peschawar erklärt, dass diese Initiative nicht auf das Interesse der Flüchtlinge gestoßen sei, man habe sie vielmehr als eine "böse Überraschung" bezeichnet.

Statt Abtreibungswerkzeuge erwarteten die Flüchtlinge eher "Nahrungsmittel, Wasser, Decken und Medikamente für die Erste Hilfe". Der Sprecher wies darauf hin, dass Abtreibung ein schweres Verbrechen gegen das islamische Gesetz" sei. Daher hätten einige Flüchtlinge das Material der UNFPA beschlagnahmt, zu dem auch Verhütungsmittel gehörten wie die sogenannte "Pille danach".

Von UNO-Seite war zu vernehmen, dass die UNFPA sich vor allem um die "Familienplanung" kümmere und Abtreibung nicht aufgedrängt, sondern vorgeschlagen würde. Die Vertreter der Flüchtlinge haben Radio Vatikan zufolge vielmehr bestätigt, dass die afghanischen Frauen bedrängt wurden, sich einer Abtreibung zu unterziehen, "ohne wirklich zugestimmt zu haben".
Die Frage drängt sich auf - Was versteht man unter "Gesundheit der Frau" und "Familienplanung" ?

Frage: Was verbirgt sich nun wirklich hinter den "Mileniumszielen der UNO" ?

Hier haben sich einige "Christen" Gedanken gemacht (Leider sind mir keine anderen Artikel bekannt, die sich mit diesem Thema Beifassen; ich hätte also gern auf diesen verzichtet)
http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=7230

Die UN Mileniums Ziele werden einem einfach als "christlich" untergejubelt - es ist mir unangreifbar, wie sich die Ev. Allianz dazu hergeben konnte.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 25.04.2012 19:51

Joschie hat geschrieben:
servant hat geschrieben:Frage: Was verbirgt sich nun wirklich hinter den "Mileniumszielen der UNO" ?
Dazu muss man erst mal die Millenniumziele alle kennen.
:arrow: Millenniumziele
Tafel mit den UN-Millenniumszielen im UN-Hauptquartier in New-York
1.Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die weniger als den Gegenwert eines US-Dollars pro Tag zum Leben haben.
Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die Hunger leiden.
Vollbeschäftigung in ehrbarer Arbeit für alle erreichen, auch für Frauen und Jugendliche.
2.Primärschulbildung für alle
Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Mädchen wie Jungen, eine Primärschulbildung vollständig abschließen.
3.Gleichstellung der Geschlechter / Stärkung der Rolle der Frauen Das Geschlechtergefälle in der Primar- und Sekundarschulbildung beseitigen, möglichst bis 2005 und auf allen Bildungsebenen bis spätestens 2015.
4.Senkung der Kindersterblichkeit
Zwischen 1990 und 2015 Senkung der Kindersterblichkeit von unter Fünfjährigen um zwei Drittel (von 10,6 Prozent auf 3,5 Prozent).
5.Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter
Zwischen 1990 und 2015 Senkung der Sterblichkeitsrate von Müttern um drei Viertel.
Bis 2015 allgemeinen Zugang zu reproduktiver Gesundheit erreichen.
6.Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten Bis 2015 die Ausbreitung von HIV/AIDS zum Stillstand bringen und eine Trendumkehr bewirken.
Bis 2010 weltweiten Zugang zu medizinischer Versorgung für alle HIV/AIDS-Infizierten erreichen, die diese benötigen.
Bis 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand bringen und eine Trendumkehr bewirken.
7.Ökologische Nachhaltigkeit
Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in der Politik und den Programmen der einzelnen Staaten verankern und die Vernichtung von Umweltressourcen eindämmen.
Den Verlust der Biodiversität verringern, bis 2010 eine signifikante Drosselung der Verlustrate erreichen.
Bis 2015 Halbierung des Anteils der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser (von 65 Prozent auf 32 Prozent).
Bis 2020 eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern und -bewohnerinnen bewirken.
8.Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Weitere Fortschritte bei der Entwicklung eines offenen, regelgestützten, berechenbaren und nicht diskriminierenden Handels- und Finanzsystems. Dies umfasst die Verpflichtung zu verantwortungsbewusster Regierungsführung, zu Entwicklung und zur Senkung der Armut - sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.
Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der am wenigsten entwickelten Länder. Das beinhaltet den Abbau von Handelshemmnissen, Schuldenerleichterung und -erlass, besondere finanzielle Unterstützung der aktiv um Armutsminderung bemühten Länder.
Den besonderen Bedürfnissen der Binnen- und kleinen Insel-Entwicklungsländern Rechnung tragen.
Umfassende Anstrengungen auf nationaler und internationaler Ebene zur Lösung der Schuldenprobleme der Entwicklungsländer.
In Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern Strategien zur Schaffung menschenwürdiger und sinnvoller Arbeitsplätze für junge Menschen erarbeiten und umsetzen.
In Zusammenarbeit mit den Pharmaunternehmen Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln zu erschwinglichen Preisen in Entwicklungsländern gewährleisten.
In Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor dafür sorgen, dass die Vorteile neuer Technologien, insbesondere von Informations- und Kommunikationstechnologien, von Entwicklungsländern genutzt werden können.Quelle
servant hat geschrieben:Hier haben sich einige "Christen" Gedanken gemacht (Leider sind mir keine anderen Artikel bekannt, die sich mit diesem Thema Beifassen; ich hätte also gern auf diesen verzichtet)
http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=7230
Was mir bei diesem Beitrag auffällt, dass er keine Quellen für seine Behauptungen angibt. Es gibt Themen die einen persönlich sehr wichtig sind und die einen unter dem Nägeln brennen , dabei muss man schon aufpassen, mit welchen Leuten man ihn einem Boot sitzt. Ansonsten kann es sehr schnell passieren, dass man den Bock zum Gärtner macht.
Ich möchte eins gleich klarstellen, ich persönlich halte nichs von der UNO und von irgendwelchen Organisationen, mir geht es hier nur um eine transparente Argumentation in den Bereich Millenniumziele.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

lutz
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Beitragvon lutz » 25.04.2012 20:16

Um mal eine Weile bei dem Punkt zu bleiben:

Das ist doch gerade die Frage, die man sich als Laie stellt (die übrigens in Erdmanns Buch nicht übergangen wird).

Erklär mir, was an solchen Zielen so verderblich sein soll? Ist es nicht „Gebot der Stunde“ für Christen hier aktiv zu werden? Wer sich dagegen ausspricht, kann doch gar kein Christ sein? …

Jetzt zitiere ich aus der Zusammenstellung von Joschie:
Millenniumziele …

1.Bekämpfung von extremer Armut und Hunger

2Primärschulbildung für alle

3.Gleichstellung der Geschlechter / Stärkung der Rolle der Frauen

4.Senkung der Kindersterblichkeit

5.Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter

6.Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten


7.Ökologische Nachhaltigkeit


8.Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Lutz

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Beitragvon Servant » 25.04.2012 23:22

Hallo Lutz,

um darauf eine Antwort zu geben müsste man sich jedoch die Frage stellen - sind diese Punkte nicht nur ein Vorwand um ein ganz anderes Ziel zu erreichen ? Stehen hinter diesen Punkten nicht einfach nur Politische Interessen, die man in ein Gewand von Gott gebotene Barmherzigkeit und Güte kleidet, um so viele "Christen" wie möglich für diese Sache zu gewinnen ? Auch die Frage - ist es der Auftrag der Christen diese Welt in einen Besseren Ort zu verwandeln - oder ist es der, der Welt zu sagen das sie auf das Gericht Gottes zugehen und einen Retter benötigen, da es für diese Welt keine andere Rettung mehr gibt ... denn das Urteil über diese Welt steht schon fest und kann nicht gewendet werden - sozusagen Rette sich wer kann.

Arne

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Beitragvon Servant » 26.04.2012 11:28

Millenniumziele …

1.Bekämpfung von extremer Armut und Hunger

2Primärschulbildung für alle

3.Gleichstellung der Geschlechter / Stärkung der Rolle der Frauen

4.Senkung der Kindersterblichkeit

5.Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter

6.Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten


7.Ökologische Nachhaltigkeit


8.Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Wer könnte überhaupt sagen das sei schlecht ? Ist das nicht der Wunsch aller Menschen ? Das sind doch alles erstrebenswerte Ziele, oder ?

Ich möchte auch das es meinem Nächsten gut geht, es ist mir nicht egal und wenn ich kann dann möchte ich auch Helfen - mir ist das alles nicht egal nur ...

Frage: Was sagt das Wort Gottes (steht ausnahmslos und Exklusiv nur in der Bibel) dazu - kann man die Welt und den Menschen durch soziales Arrangement verbessern, oder gar Retten ?
Lutz hat geschrieben:Wer sich dagegen ausspricht, kann doch gar kein Christ sein?
Es leuchtet vollkommen ein, das man jene Menschen, die diese Ziele in Frage stellen und nicht mittragen können und wollen, als Störenfriede bezeichnen werden - und wie wir ja auch des öfteren höre gibt es diese Extremistischen, Fanatischen u. Fundamentalistischen Störenfriede in jeder Religion.

Also, so denken sie - eine Lösung muss her ...

Es muss also, so behaupten sie, zu einer Einigung, einem gemeinsamen Konsens, zwischen den Angehörigen der jeweiligen Religionen kommen, so das sie nicht mehr gegeneinander Arbeiten, sondern miteinander und das kann nur geschehen, wenn man Gemeinsamkeiten herausstellt - die alle mittragen können. Im "Verhaltenskodex für Bekehrung" wurden stimmen laut - das kein "Missionar" so tun sollte, als wäre seine Religion der anderen überlegen, auch der "Exklusive" Anspruch Jesu Christi, alleiniger Weg zum Heil zu sein, muss aufgegeben werden (diese Forderung kennen wir schon aus Kirchlichen Kreisen) - das wird Praktisch schon in den Führungsetagen Praktiziert- jetzt muss nur noch das Fußvolk das Begreifen. Und hier entscheidet es sich schon - ob man zu Jesus Christus der Bibel gehört, oder zur den Kindern der "Welt"
Sogar der Begriff "Mission" soll angeglichen werden - denn er gilt als Anstößig, denn als Missionar möchte man andere ja auch Missionieren.
Mission wird zum "Interreligiösen Dialog" der zu einer gegenseitigen Bereicherung führen soll - nicht zu einer Bekehrung hin zum lebendigen Glauben an Jesus Christus und seines Evangeliums - diese Bekehrung zu Jesus Christus führt zu einer Abkehr und Absonderung von der vorher geglaubten "Toten Religion" (die nicht Rettet). Das ist natürlich nicht erwünscht im Interreligiösen Dialog, denn das erzeugt ja "Trennung" und nicht die gewünschte "Vermischung", oder Annahme der Unterschiede.

Auf den Seiten 57-87 Ganzheitliche Mission wird deutlich gemacht was für Methoden angewendet werden um dieses Ziel, das die Vertreter aller Religionen "mit einer Stimme Sprechen" und sich gemeinsam den Herausforderungen stellen - die Welt zu einem gerechteren Ort zu machen in der Friede herrscht und die Natur Bewahrt wird.

Das Christentum, so wie alle anderen Religionen werden einfach einer Umerziehung Maßnahme unterzogen (WCRP; ÖRK Fokolarie; DEA u. "Miteinander für Europa"; Chiara Lubich(Fokolarie) ect) und da fallen eben alle raus die nicht mitmachen. Und wer will das schon - in der Schmuddelecke stehen, gell - da macht man dann eben einfach mit?

Also ich mache nicht mit und stelle mich um meines Herrn Jesu und seines Evangeliums wegen - Freiwillig in die "Schmuddelecke" man muss mich dazu nicht überreden, denn ich Glaube IHM!

Wer mal eine Kostprobe für "Manipulative" Umerziehung haben möchte kann mich ja mal Anschreiben (am Beispiel "Re-Thinking Mission": Christina Brudereck) (PM) :)

P.s - musste noch was korrigieren + vier zusätzlich Links

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 28.04.2012 18:58

Servant hat geschrieben:Auch die Frage - ist es der Auftrag der Christen diese Welt in einen Besseren Ort zu verwandeln - oder ist es der, der Welt zu sagen das sie auf das Gericht Gottes zugehen und einen Retter benötigen, da es für diese Welt keine andere Rettung mehr gibt ... denn das Urteil über diese Welt steht schon fest und kann nicht gewendet werden - sozusagen Rette sich wer kann.
Diese deine Argumentation das Auseinanderdividieren von Diakonie und Evangelisation war der Christenheit lange Zeit fremd. Sie tauchte erst mit John Nelson Darby 1800-1882 und den von ihm entwickelten Dispensationalismus sehr massiv auf. Aufgrund seine heilsgeschichtlichen Schau vertrat Darby außerdem die Ansicht, dass die Kirche nach der Zeit der Apostel irreparabel verfallen sei. Der Verfall habe bereits zur Zeit des Neuen Testaments begonnen. Darby stimmte in vielen Lehraussagen zwar mit den Freikirchen überein, kritisierte jedoch deren erklärte Absicht, die „Gemeinde nach dem Neuen Testament“ wiederherstellen zu wollen. Unter dieser Versammlung im Namen Jesu verstand Darby vor allem das sonntägliche „Brotbrechen“ (Abendmahl). Am „Brotbrechen“ dürfen nach Darby jedoch nur solche teilnehmen, die sich durch gesunde Lehre, reinen Wandel und Trennung vom Bösen (dazu gehören auch die kirchlichen Strukturen) von den anderen unterscheiden. In den Dispensationalismus von Darby war kein Platz für eine Hoffnung und für die Diakonie, da sich die Gemeinde und die Welt in einer ständigen Abwärtsspirale befinden. Das Ereignis, das Darby als kurz bevorstehend betrachtete, war die Entrückung, wie sie in 1Thess. 4f. und 1Kor. 15 angedeutet ist.

Georg Müller 1805-1898 der „Waisenvater von Bristol“ der auch zur Brüderbewegung gehörte, ging einen anderen Weg als John Nelson Darby, er half mit für viele Waisen die Welt in einen Besseren Ort zu verwandeln.

August Hermann Francke 1663-1727 evangelischer Theologe, Pädagoge, Kirchenlieddichter und einer der Hauptvertreter des Pietismus und gründete im Jahr 1698 die bis heute bestehenden Franckesche Stiftungen.1695 begann Francke Kinder in seiner Gemeinde Glaucha zu unterrichten und zu versorgen. Am 18. September 1698 wurde der Grundstein für ein neues Waisenhaus gelegt und innerhalb von 30 Jahren entstanden Schul- und Wohngebäude, Werkstätten, Gärten und eine Apotheke. In insgesamt 50-jähriger Bautätigkeit wuchs eine Schulstadt heran, in der bis zu 2.500 Menschen lebten. Francke setzte sich besonders für Dänisch-Hallesche Mission und die Cansteinsche Bibelanstalten ein.

William Carey 1761-1834(Der Vater der modernen Mission) Missionar in Indien. Er gab mehrere altindische Schriften heraus und verfasste Grammatiken, Lehr- und Wörterbücher für Bengali. Insgesamt erlernte Carey als Autodidakt etwa 40 Sprachen, in die er dann vor allem Bibeln und Bibelteile übersetzte. Carey und seine Mitarbeiter bauten das Sirampur Theological Seminary. Daneben gründete er eine Volksschule, die zum Modell für das Schulwesen in Indien wurde.
Carey gelang es das 1829 der in indischen Familie traditionelle Mädchenmord per Gesetz verboten wurde. Auch gegen die so genannte Witwenverbrennung engagierte er sich leidenschaftlich; 1832 wurde auch sie gesetzlich verboten.

William Wilberforce 1759-1833 setzte die Abschaffung der Sklaverei im britischen Machtbereich mit durch.

William Booth 1829-1912 Gründer der Heilsarmee.

Johann Hinrich Wichern 1808-1881 Theologe, Lehrer,Begründer der Inneren Mission der Evangelischen Kirche und Gefängnisreformer.

Friedrich von Bodelschwingh der Ältere 1831-1910 in war Pastor und Theologe in Deutschland. Er arbeitete in der Inneren Mission.1872 wurde er Leiter der 1867 gegründeten Evangelischen Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische bei Bielefeld. Die von ihm 1874 in Bethel (hebräisch: Haus Gottes) umbenannte Anstalt machte er zu einer der bedeutendsten Einrichtungen der Inneren Mission. Bodelschwingh nahm sich nicht nur der psychisch Kranken, sondern auch der Brüder von der Landstraße an. Eine seiner letzten Gründungen im Jahr 1905 lag direkt vor der Haustür Berlins, die Hoffnungstaler Anstalten (Lobetal) Zufluchtsstätte und Herberge für die Obdachlosen der Metropole.
Dieses waren ein paar Beispiele aus der Kirchengeschichte.
Arne hat geschrieben:ist es der Auftrag der Christen diese Welt in einen Besseren Ort zu verwandeln
Hier stellt sich die Frage was versteht man unter einen besseren Ort?
Es gibt Dinge die für uns selbstverständlich sind wie sauberes Trinkwasser, gesunde Ernährung, kostenlose Bildung und eine bezahlbare medizinische Versorgung, diese Dinge haben zu dürfen, bedeuten für viele Menschen schon einem besseren Ort zu haben. Um dieses festzustellen, muss man nicht erst nach Afrika oder Asien schauen, es reicht schon aus, wenn man Osteuropa im Blick hat.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Servant » 29.04.2012 11:07

Hallo Joschie,
Joschie hat geschrieben:Diese deine Argumentation das Auseinanderdividieren von Diakonie und Evangelisation war der Christenheit lange Zeit fremd.
Joschie hat geschrieben:In den Dispensationalismus von Darby war kein Platz für eine Hoffnung und für die Diakonie, da sich die Gemeinde und die Welt in einer ständigen Abwärtsspirale befinden.
Thomas Schirrmacher hat geschrieben:Traditionelles und allein gutes Christentum ist für ihn also die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgekommene Sicht, dass die Gemeinde Jesu nur mit einer unsichtbaren Herrschaft Jesu verbunden sei, wie sie klassisch John Nelson Darby, der Vater des Dispensationalismus, herausgearbeitet hat. Kein Wunder, dass Erdmann beklagt, dass der „Dispensationalismus“ zunehmend ausgehöhlt wird und an Einfluss verliert (S. 136–137). Denn tatsächlich hat sich der Dispensationalismus längst weiterentwickelt und hat gerade auch von dem völlig vergeistigten Reich-Gottes-Verständnis Abschied genommen.
Wer ist Darby ? Wäre es nicht besser man würde sich auf das Wort Gottes Berufen ?

Herrn Martin Erdmann hat das gemacht ...
Martin Erdmann hat geschrieben:„Das traditionelle Christentum lehrt: Das Evangelium des ewigen Heils bezieht sich auf den Glauben an Jesus Christus und dessen vergossenes Blut am Kreuz. Die Betonung liegt einerseits auf der Buße, also der Sinnesänderung und Abwendung vom Bösen, und andererseits auf der Bekehrung, also der Hinwendung des Menschen zu Gott. Das Königreich Gottes ist in dieser Zeit der Gnade ein geistlicher Bereich, der durch die evangelistische Verkündigung des Wortes Gottes vergrößert wird. Christus machte zweifellos deutlich, dass sein Reich ‚nicht von dieser Welt‘ (Joh. 18,36) ist, sondern eine geistliche Herrschaft über die Herzen der Gläubigen (Luk. 17,20-21).“ (S. 28)
Es ist doch die Frage was hat der Christ für einen Auftrag, was entspricht dem Willen Gottes? Und wo kann die Welt eine Berechtigte Hoffnung haben ?

Die Welt zu einen Besseren Ort zu machen wird zwar von jeden anders interpretiert (aus der Sicht der jeweiligen Religion, oder Ideologie), jedoch kommt es genau hier zu einem gegenseitigen Einvernehmen
- Wir retten die Welt, gemeinsam können wir etwas Bewegen - und so weiter und so weiter. Hier findet die Vermischung statt - über die Wohltätigkeit und Barmherzigkeit ... ganz nach dem Muster "Bileams" (kann man in der Bibel nachlesen; AT)

Das Wort Gottes jedoch redet an keiner Stelle davon die Welt zu verbessern, oder wie in der Frage hervortritt: zu einem Besseren Ort zu machen. Das Wort Gottes redet davon - wie kann der Mensch vor dem zukünftigen Gericht Gottes gerettet werden.

Das schließt aber auch "Barmherzigkeit üben" nicht aus ... doch ist das nicht das Mittel das die Welt Retten wird. Die Zielsetzung die Welt zu einem Besseren Ort zu machen - hat keine Verheißung und die Welt kann auch nicht darauf Hoffen. (in ihrem Verständnis, losgelöst von Jesus Christus und seines Evangeliums - gibt es keine Hoffnung)

Ich definiere nichts auseinander - denn das Wesen eines Christen ist ja "Barmherzigkeit" - doch diese "Barmherzigkeit" - lieber Joschie - hat nichts mit einer politischen Jochgemeinschaft (man missbraucht diese "Barmherzigkeit" für politische ziele) zu tun, geschweige denn dient sie dem "Wesen" der Welt. - sie war schon immer verbunden mit einem klaren Bekentinis zu Jesus Christus und der Worte Gottes, dem Evangelium Jesu Christi. Das entnehme ich der Bibel. Es geht im Evangelium Jesu darum das Menschen gerettet werden - denn Jesus Christus kommt bald wieder, und diesmal als Richter ...

Ein Christ wird helfen, wo Hilfe nötig ist, und man übt Barmherzigkeit - wo und wie Gott WILL - Joschie - aber niemals wird diese Liebe sich für die Welt und ihre Interessen missbrauchen lassen. Und das wird momentan getan - man Missbraucht das Evangelium, letztlich ist es nur ein Vorwand zur Umsetzung Politischer Ziele.

Seit dem Sündenfall steht die ganze Menschheit, die ganze Welt unter dem Fluch der Sünde ... ist von Gott, dem Schöpfer des Himmel und der Erde, getrennt und in Finsternis gefangen. Gott hat uns in seinem Wort auch deutlich mitgeteilt, das das Wesen dieser Welt, des Menschen unheilbar verdorben ist - und Gott hat uns in seinem Wort Mitgeteilt - das Jesus Christus wiederkommen wird um die ganze Menschheit zu Richten. Er hat uns auch mitgeteilt - das die Menschheit immer mehr Pervertiert, immer mehr die Bosheit seines Herzens auslebt ... und das wird sich zum Ende der Tage noch tendenziell steigern - es wird sein wie zu den Tagen Nohas. Also NICHTS wird Besser ... es ist schlicht eine Lüge etwas anderes zu vermitteln.

Und dennoch ... gibt es eine Hoffnung: Jesus Christus (Johannes 3, 16-18) und diese Hoffnung geht über alles denken hinaus ... und hat rein gar nichts mehr mit dem "Wesen der Welt" zu tun, sondern mit der Realität der Rettung in Jesus Christus - Ewiges Leben in Gemeinschaft mit Gott.

Und ganz Wichtig - Gott hat uns mitgeteilt das die Rettung vor diesem Gericht - ALLEIN in seinem SOHN Jesus Christus zu finden ist.

Das was ich sehe ist - das man das Evangelium Jesu Christi in ein politisches Programm umformen will ... man macht sich leichtgläubige Christen nutzbar, man missbraucht ihr Vertrauen und spannt sie hinter politische Interessen die zwar der Welt dienen, aber nicht dem Herrn Jesus Christus.

Zu sagen man will da Evangelisation und Barmherziges handeln auseinander definieren ist eher Kurzsichtigkeit.

[habe diese Aussage gelöscht, da anstößig]

Noch was zum Vorwurf: Auseinander dividieren von "Dikaonie" und "Mission"

Man wirft Martin Erdmann vor das er "Barmherzigkeit üben" und "Verkündigung" trennen will - das stimmt jedoch nicht - ich habe das Buch mit Gewinn lesen dürfen und verstehe das Anliegen von Martin Erdmann.

Gerade als Christ ist man Barmherzig gegenüber anderen Menschen, wenn sie wirklich Hilfe benötigen - jedoch kann man diese Barmherzigkeit nicht für politische, oder für eigene Zwecke Missbrauchen! Das steht im Widerspruch zum Wort Gottes. Warum ich das schreibe habe ich oben ja schon versucht deutlich zu machen.

[gelöscht da anstößig]

Arne

[Habe Anstößige Aussagen entfernt]

lutz
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Beitragvon lutz » 30.04.2012 18:23

In Fortsetzung (den Abschnitt „Fehlerhaft“ habe ich in zwei Beiträge geteilt):

Fehlerhaft (Teil 1)

Schirrmacher kommt gleich zur Sache: „Das Buch enthält viele Aussagen, für die ein Beleg fehlt oder die einfach falsch sind.“

Ist es denn überhaupt realistisch in einem Einführungsbuch, geschrieben auch für Laien, jedes Detail zu belegen? Also ich gehe davon aus, dass das „Große und Ganze“ im Vordergrund steht.
Wenn auf Belege verzichtet werden muss (aus was für Gründen auch immer …), bedeutet es aber keinesfalls automatisch: es gibt sie nicht! Falsche Aussagen müssen natürlich gekennzeichnet und wenn möglich durch richtige ersetzt werden. Letzteres würde ich ja gerade von einer Kritik erwarten.

Als repräsentatives Beispiel dient Schirrmacher ein Satz auf Seite 27 des Buches:
„Im frühen 21. Jahrhundert treten in evangelikalen Denominationen und parakirchlichen Institutionen unzählige Befürworter eines Staatskirchensystems auf und legen einen erstaunlichen Eifer an den Tag.“
Als ich noch einmal Seite 27 las, kam ich nicht auf die Idee, dass das Buch diesen Satz (von Schirrmacher zitiert) überhaupt belegen will. Mir ist es eher schlüssiger davon auszugehen, dass mit dem Buch Belege geliefert werden sollen, warum es eine derartige Entwicklung (unzählige Befürworter, erstaunlicher Eifer) überhaupt gibt und was davon zu halten ist.
http://www.cbuch.de/Erdmann-Der-Griff-zur-Macht-p3502/
(In dem Falle ist es leicht sich selbst ein Bild zu machen, denn diese Seite ist in der Leseprobe enthalten.)

Stimmt es denn nun, dass es keine Namensnennungen und keine Erklärungen (Belege) für das Zitat auf Seite 27 gibt?
Mir ist auch nicht klar, welcher Form von Belegen Schirrmacher eigentlich den Vorzug gibt. Belege im Sinne: Ja, ich befürworte ein Staatskirchensystem. Unterschrift?
Zuerst muss ich mir die Frage stellen: Was meint Erdmann mit „Staatskirchensystem“?
Wer im „Personen- und Stichwortregister“ nachschlägt, wird unter „Staatskirche“ 5 Seitenangaben finden. (Die drei ersten Zitate sind auch in der Leseprobe enthalten – können also im jeweiligen Kontext nachvollzogen werden.)
S. 12 („Vorbemerkung und Danksagung“ im Zusammenhang der Entstehung dieses Buches): Wir unterstützten uns gegenseitig, ein klares Bild über die Transformation der Kirche und Gesellschaft zu bekommen, die auf die Errichtung eines weltweiten Staatskirchensystems hinauslief.
Fehlen die Belege hier oder sind die Belege fehlerhaft?
S. 27 („Moderner Dominionismus“) zitierte bereits Schirrmacher.
S. 31 („Moderner Dominionismus“): Die dominionistischen Ideen sind inzwischen weltweit verbreitet. Interessant ist der Umstand, dass sich die Baptisten und Mennoniten traditionell von solchen Lehren fernhielten, weil sie die Autonomie der örtlichen Gemeinde gegenüber einer episkopalen (hierarchisch überörtlich geleiteten) Kirchenstruktur und einem Staatskirchensystem betonten. Doch auch in diesen christlichen Gemeinschaften beginnt …
Habe ich nicht Anlass genug im Buch für ein „weltweit verbreitet“? Ist es falsch?
S. 209 („Sozialevangelium und Kommunitarismus“ – „Kommunitarismus“): Der Autor [es geht um Rifkin] sah voraus, dass die neuen Medien große Möglichkeiten eröffnen würden, um Massenbekehrung einzuleiten. Die Kirche wäre dann in der Lage, die neue Lehre des Dominionismus – die „Theokratie“ auf dieser Erde in Form eines Staatskirchentums -, anzunehmen.
S. 214 (siehe S. 209): Christliche Sozialwerke, die wie andere Institutionen vom Staat finanziert werden, müssen sich allerdings den vom Staat festgelegten Normen unterwerfen und für die Einhaltung haften. Sie werden quasi zu Regierungsagenturen umgeformt. Jede Nichtbefolgung staatlicher Vorschriften wird sogleich mit finanziellen Einbußen geahndet. …
Um gemeinnützige Initiativen weiterhin in eigener Regie durchführen zu können, ist es notwendig, ein gewisses Maß an Selbstständigkeit gegenüber dem Staat zu wahren. … Ein Staatskirchensystem, das alle Länder umspannt, würde diese Autonomie zerstören. Sozialleistungen, die auf Eigeninitiative zurückzuführen sind, würde es nicht mehr geben. Deshalb fragen wir uns: Welchen Nutzen hat eine globale Kirche?
Ist das vielleicht falsch?

Zurück zum Begriff „Staatskirchensystem“:
Als Laienleser denke ich in dem Buch an eine „Kirche“, die Machtpositionen innehat, die man eigentlich biblisch bei der Obrigkeit (Staat) ansiedeln würde. Darüber hinaus ist das Ganze noch „weltweit“ zu sehen. Hier denke ich an Themen des Buches wie: „Herrschaftstheologie“, „Militante Kirche“, „Patriotischer Dominionismus“.

Als Laienleser würde ich sagen, dass Erdmann an eine „Kirche“ denkt, die vom Staat akzeptiert, gefördert und eingespannt wird. „Kirche“ als verlängerter „Arm“ des weltlichen Staates. Hier denke ich vor allem an Erdmanns Auseinandersetzung mit Rick Warren, Peter Drucker (wann ist eine Gesellschaft „gesund“?) und Rifkin (The Emerging Order):
In dem bahnbrechenden Buch The Emerging Order (1979) stellte der US-Sozialökonom Jeremy Rifkin einen Entwurf vor, wie man die evangelikale Lehre überarbeiten müsse, damit die Christen eine möglichst weite Verbreitung des Kommunitarismus bereitwillig unterstützen. Rifkin antwortete damit auf die Frage, wie das Christentum am wirkungsvollsten zur Errichtung einer kommunitarischen Weltgemeinschaft umgestaltet werden könnte. (S. 207)
Als Laienleser würde ich weiterhin sagen, dass Erdmann gerade unter „Transformation der Gesellschaft“ Derartiges sowohl als Voraussetzung als auch als Ziel ansiedelt. „Transformieren“ ohne „Einfluss“ lässt sich wohl nicht denken (Einfluss ist Voraussetzung!). Eine Gesellschaft auf Erden, die Ehrfurcht vor Gott, Nächstenliebe, Gerechtigkeit … in allen Bereichen zum obersten Maßstab macht, besitzt nun einmal Anziehungskraft für Christen (Macht haben muss Ziel sein für Beständigkeit, für Nachhaltigkeit.). An Befürwortern wird es nicht mangeln. Belege für ein solches Streben sind doch für ein Einführungsbuch hinreichend vorhanden. Damit habe ich eigentlich genügend Erklärungen zu dem Zitat auf Seite 27 für das Schirrmacher keine Grundlage sieht.

Auch die von Erdmann gewünschte Frageliste an Erwin R. McManus fällt hier hinein:
Frage 14:
Wie kann die Kirche ein Katalysator der kulturellen Veränderung werden? (S. 262, „Anhang“)

Nur weil man den Begriff: „Staatskirchensystem“ nicht hört oder vielleicht sogar nicht kennt, bedeutet dies keinesfalls, dass konforme Inhalte nicht geteilt werden! Deshalb kann ich nicht einfach nur nach identischen Begriffen suchen.

Lutz

lutz
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Beitragvon lutz » 30.04.2012 18:25

Fehlerhaft (Teil 2)

Jetzt wendet sich Schirrmacher dem Kapitel „Futurologie“ zu. Was ist hier fehlerhaft nach Schirrmacher? „Definitionsmissstand“?.

Schirrmacher schreibt: „Die [die Futurologie] ist im Buch nicht gemäß Duden eine „Wissenschaft, die sich mit den zu erwartenden Entwicklungen auf technischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet beschäftigt; Zukunftsforschung“, sondern Futurologen, so Erdmann, definierten sich darüber, dass sie „glauben, dass der Mensch seine eigene Zukunft gestalten kann“ (S. 89)“
Man könnte denken, Erdmann meint mit „Futurologie“ „Zukunftsgestaltung“ – keine „Prognosenforschung“.
Erdmann schreibt auf Seite 89:
Der Dominionismus ist eine Form der „Futurologie“. Befürworter der „Futurologie“ glauben, dass der Mensch seine eigene Zukunft gestalten kann. Dieser Glaube setzt voraus … Dieser Typus der „Futurologie“ kann kurz und bündig so definiert werden: Die versuchsweise Voraussage und Analyse zukünftiger Ereignisse der menschlichen Geschichte.
Wenn ich jetzt „plump“ (aus Schirrmachers Kritik) als einfach, verständlich … fasse, käme ich natürlich nicht auf den Gedanken genau dies zu kritisieren. Im Gegenteil für mich ist das ein großer Pluspunkt, gerade wenn Laien auch verstehen sollen. Komplizierte Sätze gibt es denn doch noch genug, wie der, der sich an das obige Zitat anschließt (S. 89):
Eine zentrale Vorstellung der Futurologie beruht auf der Idee, dass alternative Realitäten der Zukunft theoretisch entworfen werden können und dass Menschen neue Zukunftsszenarien mittels „Voraussicht“ und „Imagination“ (engl. visioning) tatsächlich materiell hervorbringen können. Man versteht dies sowohl im pragmatischen als auch im esoterischen Sinne.


Schirrmacher vermisst einen Beleg dafür, dass Befürworter der Futurologie glauben, dass …
Nun gehe ich aufgrund Erdmanns Behauptung davon aus, dass Dominionismus eine Form der Futurologie ist. D. h. – es gibt auch Futurologen, die keine Dominionisten sind – dennoch müssen Gemeinsamkeiten vorhanden sein.
Auf den folgenden Seiten stehen Zitate von einer bekannten Esoterikerin (Ferguson). Erdmann listet in Folge sechs unbiblische Konzepte auf:
1.) Der Mensch kann die Souveränität Gottes umgehen, ausschalten oder durchkreuzen. 2.) Der Mensch kann seine eigene Zukunft bzw. sein eigenes Schicksal in die Hand nehmen. 3.) Der Mensch kann die Zivilisation nach Belieben umgestalten. 4.) Der Mensch ist nicht „böse“ (sündig). 5.) Der Mensch ist „integraler Teil der Natur“ (in die Natur eingebettet). 6.) Der Mensch kann sich naturgemäß weiterentwickeln und seine gegenwärtigen physischen und geistlichen Grenzen überwinden. (S. 92)
Eigentlich erwarte ich als Leser einer Kritik zuerst Antworten auf die Frage: Ist es faktisch richtig oder falsch, was der Autor schreibt?
Stattdessen steht Schirrmachers Frage: „Was soll man dazu [dass Futurologen glauben, dass der Mensch seine eigene Zukunft gestalten kann] sagen? Ist es gut oder schlecht, die Zukunft gestalten zu wollen?“ samt seiner Sichtweise dazu.
Und hier werde ich sehr an den Anfang der ganzen Kritik erinnert (an das, was Erdmann angeblich unter Dominionismus versteht). Eine verkürzte Version von Erdmanns Aussagen platziert in einen eigenwilligen Zusammenhang, eine entsprechende Frage und was kommt raus? Eine entstellende Aussage, die aber als Position Erdmanns rüberkommen muss. Diese Entstellung belege ich mit Kritik und fertig.

Obiges Zitat (S. 92) zeigt deutlich, dass Erdmann Bewertungen abgibt. Es ist Unsinn mit Fragestellungen an ein Buch heranzutreten, die nicht Thema sind. Es ist aber richtig, dass ein solches Buch in Folge zu weiteren Fragen Anlass gibt. Nur Folgefragen sind nicht in jedem Fall als Kritik am eigentlichen Buch berechtigt. Es sei wieder daran erinnert: Dieses Buch hat nicht den Anspruch ausführliche theologische Auseinandersetzung zu sein. Dieses Buch hat den Anspruch Verbindungen aufzuzeigen. Das wird durchgängig einfach nicht berücksichtigt.
(im Anschluss an die sechs unbiblischen Konzepte)(S. 92) Im Folgenden werden wir aufzeigen, wie sich neoevangelikale Leiter schon Ende der 1970er Jahre einer „futurologischen“ Weltanschauung öffneten.
Schirrmacher fragt: „Welche evangelikalen Leiter vertreten denn, dass die Zukunft vom Menschen vollständig machbar sei?“
Irgendwie sehe ich dann doch einen Unterschied zwischen Erdmanns „sich einer Weltanschauung öffnen“ und Schirrmachers Kritikfrage.
Mich würde es außerdem auch wundern, wenn man einen Evangelikalen findet, der diese sechs Punkte unterschreibt. Das ist nicht die Behauptung, die das Buch belegen will. Erdmann weist in Folge auf eine bedenkliche Entwicklung hin. Z. B. legt er dar, dass:
Auf der 1979 veranstalteten „Fortlaufenden Konsultation über zukünftige evangelikale Interessen“ hielt Willis Harman [ausgewiesen als führender Theosoph seiner Zeit] einen Vortrag zum Thema „Eine utopische Perspektive der Zukunft“, in dem er eine konzeptionelle Ausweitung der Naturwissenschaft befürwortete, die die Esoterik einschließt. Die bislang eingenommene rationalistische Position der Wissenschaftler, die allein auf den Verstand setzt, sei für viele Zeitgenossen fragwürdig geworden. …Der vergrößerte Rahmen anerkannter Wissenschaftlichkeit sollte nicht nur „Humanwissenschaften“ wie Psychologie und Soziologie einschließen, sondern auch und besonders Parapsychologie ….(S. 97 / 98)
Das Ganze geht weiter und Erdmann schreibt Seite 103:
Willi Harmans Vortrag über die Perspektive einer utopischen Zukunft war die Initialzündung zu einer folgenschweren Entwicklung. Sie diente den Theosophen als Startrampe, um massiv in die evangelikale Kirche einzudringen. Eine auf enge Zusammenarbeit angelegte Beziehung zwischen New-Age-Befürwortern und Christen wurde damals angeregt. Zum ersten Mal traten führende Vertreter des modernen Evangelikalismus an die Öffentlichkeit, um ihre Absicht zu bekunden, auf die Ratschläge leitender Repräsentanten der esoterischen Szene zu hören. Die Tür zur Verwirklichung einer gemeinsamen Zukunftsvision wurde aufgestoßen.
Warum habe ich das jetzt so ausführlich zitiert?
Damit möchte ich zeigen, dass eine Belegforderung im Sinne: „Unterschriften von Evangelikalen unter die sechs unbiblischen Konzepte“ eine irrige Vorstellung ist. Erdmann zeigt doch gerade auf, dass der Mechanismus des „Eindringens“ und der Mechanismus der „Akzeptanz“ subtil, komplex, nicht leicht durchschaubar, oberflächlich unbedenklich … abläuft.
Damit möchte ich außerdem zeigen, dass es Erdmann nicht um „Zukunftsgestaltung“ um jeden Preis geht. Es ging ihm auch nicht um die „Armutsbekämpfung“ um jeden Preis. Für den Leser des Buches ist überdeutlich: die Art und Weise spielt eine große Rolle und ein: Erfolg – egal wie, mit allem was irgendwie machbar ist … - das ist keine Position Erdmanns.
Mit Sicherheit haben Erdmanns Ausführungen auch nichts mit einem: „mir ist die Zukunft egal“ zu tun. Wäre dem so, würde es dieses Buch ja gar nicht geben.

Lutz

PS: Was jetzt bei Erdmann nun wirklich fehlerhaft ist (gemessen an dem Anspruch, den das Buch wirklich hat) – Fehlanzeige auf ganzer Linie.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 01.05.2012 17:38

Hallo Ihr!
Ich möchte nur nochmal klarstellen, bei dem Beitrag vom 28.04.2012, ging es mir anhand der Beispiele aus der Kirchengeschichte aufzuzeigen, dass Verkündigung und Diakonie, die 2 Seiten einer Medaille sind. És ist besonders in der jüngeren Kirchengeschichte nachzuvollziehen, dass es bei der Überbetonung, von Verkündigung oder Diakonie über längere Zeit , zu Verzerrungen in der Gemeinde führte. Man kann es auch ganz schlicht ausdrücken, der Römerbrief und der Jakobusbrief, sind eine untrennbare Einheit. All unser Handeln als Gemeinde tangiert in der einen oder anderen Form, unser Verhältnis zum Staat. Ich möchte diesen Thread mit seinem eigentlichen Thema unterbrechen. Bei Bedarf können wir ja einen Extra-Thread unter dem Thema, " Christ und Staat " eröffnen.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Servant
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Beitragvon Servant » 03.05.2012 19:53

Wort Gottes soll ja auch nicht zu kurz kommen - darum hier einige Verse.

Johannes 18,36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.

Lese auch Johannes Evangelium Kapitel 3 (Wie kann ich gerettet werden und in das Reich Gottes eingehen?)

1. Kor. 15, 50 Das aber sage ich, Brüder, daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können; auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit. 51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.
53 Denn dieses Verwesliche muß Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche muß Unsterblichkeit anziehen. 54 Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: »Der Tod ist verschlungen in Sieg! 55 Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?«[10] 56 Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz. 57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!
58 Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich[11], nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn!


Im 1. Korinther 15, 50 und folgende, werden nur die aus Gott geborenen angesprochen - der unerlöste Mensch kann nicht in das Reich Gottes eingehen und er kann es auch nicht Bauen.
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

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Beitragvon Joseph28 » 04.05.2012 03:00

Liebe Brüder...

Im Alten Testament war das Reich Gottes sichtbar, und in Jerusalem war es zentralisiert. Die Herrlichkeit Gottes („Schechina“) war seine Autorität, auf die das sichtbare Reich Gottes auf der Erde existierte. Als diese Herrlichkeit Gottes von Jerusalem vor dem babylonischen Exil abreiste, endete das sichtbare Reich Gottes auf Erden (Hesekiel 10, 4 mit Hesekiel 10, 18 mit Hesekiel 11, 23), und damals begann die Zeiten der Heiden...

Im Neuen Testament ist das Reich Gottes jetzt unsichtbar ungeachtet dessen, dass wir immer noch in den Zeiten der Heiden leben. Das heißt, wohnt der Heilige Geist in den Körpern aller Gläubigen, die die Tempel dieses Reiches Gotte sind. Deshalb ist das Reich Gottes auf der Erde nicht an einem geographischen Ort beschränkt, sondern verstreut in der ganzen Welt.

Zum Beispiel...
Johannes 4, 19-24 (Schlachter 2000) hat geschrieben:Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist! Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll. Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. [...] Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Der Apostel Paulus sagt das gleiche.
Apostelgeschichte 26, 18 (Schlachter 2000) hat geschrieben:um ihnen die Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Herrschaft des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbteil unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind!
Kolosser 1, 13-14 (Schlachter 2000) hat geschrieben:Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.
Kolosser 4, 11(Schlachter 2000) hat geschrieben:und Jesus, der Justus genannt wird, die aus der Beschneidung sind. Diese allein sind meine Mitarbeiter für das Reich Gottes, die mir zum Trost geworden sind.
Wir sind daher nicht mehr Sklaven der Sünde (durch die Finsternis der Welt), sondern Sklaven der Gerechtigkeit (durch das Licht Christi, das brennt/leuchtet in uns von dem Heiligen Geist).

Liebe Grüße,
Joseph
„Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.“ (1.Johannes 1,4)

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Beitragvon Servant » 04.05.2012 14:47

Kolosser 1, 13-14 (Schlachter 2000) hat Folgendes geschrieben:

Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.

Amen :)
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

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Beitragvon lutz » 07.05.2012 17:17

Die wirklichen Probleme der evangelikalen Bewegung kennt und erwähnt Erdmann nicht. (Teil 1 von 2)

Nach Schirrmacher marschiert die weltweite evangelikale Bewegung nicht gemäß dem Kurs: „hin zu globalem Einfluss“. Das ist weder Kurs, noch ein wirkliches Problem. Das ist einfach nur unseriös.
Probleme gibt es. Das ist nicht verwunderlich. Sie sind die Folge der globalen Missionsarbeit (zahlenmäßiges Wachstum, wenig Betreuung …, Verfolgung aufgrund fehlender Menschenrechte …). Bestimmte Flügel haben Probleme. Aufgrund regionaler Situationen kommt es zu Problemen. Probleme mit Geld und einzelnen Machtmenschen gibt es immer. …
Das Problem Nummer 1 ist nicht der Verlust des evangelistischen Schwungs (wie angeblich Erdmann behaupten würde), sondern die Abnahme der durchschnittlichen Bibelkenntnis.

Wenn es um Mission geht, ist es günstig sich noch einmal das fünfte Kapitel: „Ganzheitliche Mission“ (S. 57 ff.) anzuschauen. Erdmann fängt mit einem Buch von C. Peter Wagner an, das ein Standardwerk der „Ganzheitlichen Mission“ ist. Es handelt sich also hier nicht um einen „einzelnen Irrläufer“.
Erdmann schreibt auf Seite 64:
Die Einheit aller religiösen Wahrheit war demnach das ausdrückliche Ziel von Re-Thinking Missions. Diese Einstellung wurde die Grundlage sowohl der liberalen als auch der neoevangelikalen Mission. … Hier liegen die Ursachen für die Probleme, die die neoevangelikale Mission heutzutage hat.

Es ist also nicht so, dass Erdmann mangelnden Aktivismus beklagt. Sein Fokus ist eher auf Inhalte gerichtet.
Erdmann sieht Probleme als Folge der Umdeutung des Missionsbegriffs, neuer Theologien, neuer Praktiken …. bis hin zu Ratschlägen an Missionare für jeweilige Situationen. Im weitesten Sinne sieht auch Erdmann Probleme als Folge globaler Missionsarbeit.
Re-Thinking Missions verursachte in den frühen 1930er Jahren eine große Kontroverse, … Um die in Re-Thinking Missions empfohlenen neuen Theologien und Praktiken fest zu verankern, gründeten sie in den folgenden Jahrzehnten neue Missionsgesellschaften, … Die Neoevangelikalen griffen auf, was sich die Liberalen, das heißt die Bibelkritiker, auf ihre Fahnen geschrieben hatten. …. Es entstand eine „strategische“ globale Missionsbewegung, die die kühnsten Träume der liberalen Theologen übertraf. (S. 62 / 63)
Eine Generation später überarbeiteten die Neoevangelikalen ihre Missionstheologie in Anlehnung an die Empfehlungen Hockings in Re-Thinking Missions grundsätzlich … ersetzten sie Schritt für Schritt das alte Evangelium … schuf die Voraussetzung für die Einführung der so genannten Kontextualisierung … William E. Hocking hatte Anfang der 1930er Jahre zu einer radikalen Veränderung der gängigen Missionspraxis aufgerufen. Ihm ging es hauptsächlich um die Verbreitung einer alternativen theologischen Position, die mit dem Aufkommen einer elementaren Weltkultur übereinstimmte…. (S. 65)
Erdmann kennt übrigens auch einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis:
Eine der verheerenden Auswirkungen des Universalismus (der Allversöhnungslehre) war die Forderung, dass sich Missionare in der Verkündigung des Evangeliums heidnischen Kulturen anpassen sollen. Man nannte diese Art des Missionierens „Kontextualisierung“. Diese Lehre versprach theoretisch etwas Positives, in der Praxis aber präsentierte sie sich als etwas ganz anderes … (S. 70)

Inwiefern dieser „Arm“ auch nach China, Brasilien und Lateinamerika, in den globalen Süden reicht – kann ich als Leser des Buches nicht sagen, weil es nicht Thema ist.

Als ich die Leseprobe las, wäre ich auch nicht auf den Gedanken gekommen: es geht um China …. Diesbezüglich hatte ich auch keine Erwartungshaltung. Mir war klar, das, was Beate Gsell hier schreibt, finde ich ganz wirklich hier. Dazu muss ich gar nicht weit weg gehen.
Gottesdienste, die sich attraktiv für Suchende präsentieren, die Gesellschaft mit christlichen Werten prägen, ja – christlicher Einfluss bis in die Etagen der Mächtigen und Reichen. Das wär´s! … Predigten so inhaltslos geworden … Basiswissen über den christlichen Glauben nicht mehr vermittelt … Doch solche Skeptiker sind in der Minderheit … Warum sind die evangelikalen Gemeinden so kraftlos geworden, die doch überzeugt sind, es besser zu machen als Generationen vor ihnen? Damals wollten die Evangelikalen außer der Bibel keine anderen Lehren akzeptieren und grenzten sich gegen „weltliches“ Denken und Handeln ab…. (S. 9, s. a. Leseprobe)
So komme ich zu dem Schluss, dass dieser Kritikpunkt Schirrmachers (was alles nicht drinsteht) einfach auf der schwammigen Begriffsbestimmung von „die Evangelikalen“, „die evangelikale Bewegung“ … fußt.
Hätte das Buch dann besser so heißen sollen?: „ … Dominionismus – der amerikanische und europäische evangelikale Weg zu globalem Einfluss.“
Was, wenn ich das Ganze doch weltweit antreffe? Mit Schirrmachers Kritik kann ich da nur im Dunkeln tappen, nichts Konkretes …
Erdmann hingegen sollte Amerika sehr gut kennen. Er lebte dort und lebt dort wieder. Er ist viel rumgekommen (siehe dazu sein eigenes Vorwort) … Kennt er die amerikanische Szene vielleicht doch nicht so gut, wie Schirrmacher? Da gibt es nach Schirrmacher noch andere Führer und Hochschultheologen, die Erdmann unberücksichtigt ließ. Sagen die was Anderes? Haben die vielleicht eine gleiche oder höhere Relevanz für junge amerikanische Evangelikale und darüber hinaus? Schirrmacher löst nur Fragen aus, beantwortet aber selbst nichts wirklich inhaltsbezogen. Mir fehlt auch jegliche Handhabe diesbezüglich selber auf die Suche zu gehen …

Schirrmacher schreibt, dass Erdmann „den amerikanischen Evangelikalismus mit dem internationalen verwechselt und international den Einfluss … stark überschätzt.“ Das irritiert mich dann schon, wenn ich an Solches denke:
http://www.ead.de/nachrichten/nachricht ... macht.html
Zitat: „26. 6. 2008 K ö l n (idea) – Die zahlenmäßig stark wachsende Christenheit in der Volksrepublik China wird die US-amerikanischen Christen als Führungsmacht in der weltweiten evangelikalen Bewegung in wenigen Jahrzehnten ablösen. Davon ist der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, der Missionswissenschaftler Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), überzeugt.“
Wenigstens bis 2008 hatten US-amerikanische Christen die Führungsmacht in der weltweiten evangelikalen Bewegung. Es geht nicht um ein Verwechseln – es geht genau um „Führungsmacht“, um „relevanten Einfluss“, darum welcher Art das Ganze eigentlich ist …
Kurzum, was Schirrmacher hier konkret kritisiert – ist wieder nicht erhellend.

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