Ist John MacArthur Dispensationalist?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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albi
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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon albi » 23.01.2018 12:04

Woraus nimmt man denn in 1. Thess 4, dass der Herr "unsichtbar für die Welt" wiederkommt? Diese "unsichtbare Wiederkunft" muss man doch wirklich in den Text hineinlesen; wenn ich den Text habe und eine Lehre hinauslesen will (also die Aussage des Textes), käme ich nie auf die Idee, dass "die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes" heimlich ist und nicht öffentlich für alle.

Einer sagte mir mal: "Die Posaune können nur die Auserwählten hören". Eine schwache Erklärung... Kingt nach einer Verlegenheitslösung.

Also 1. Thess 4 wird äußerst überstrapaziert um eine "geheime Vorentrückung" zu lehren. Man liest da mehr in den Text hinein als was da steht. Wo sind noch weitere Abschnitte und Bibelverse, die Vorentrückung deutlicher lehren? Diese paar Verse sind für eine solche Lehre nicht aussagekräftig, es wird viel hineininterpretiert was dort gar nicht steht.

Es wird anhand von dieser Stelle sogar gelehrt, dass der Herr Jesus Christus zweimal wiederkommt, einmal heimlich um die Christen zu entrücken, dann 7 Jahre später noch einmal öffentlich, um den Antichristen zu besiegen und sein irdisches Reich aufzubauen...


Lukas 17:
22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen einzigen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen.
23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe hier!, oder: Siehe dort! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach!
24 Denn gleichwie der Blitz, der in einer Himmelsgegend erstrahlt, bis zur anderen leuchtet, so wird auch der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.
25 Zuvor aber muss er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht.
26 Und wie es in den Tagen Noahs zuging, so wird es auch sein in den Tagen des Menschensohnes:
27 Sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging; und die Sintflut kam und vernichtete alle.
28 Ebenso ging es auch in den Tagen Lots zu: Sie aßen, sie tranken, sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten;
29 an dem Tag aber, als Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle.
30 Gerade so wird es sein an dem Tag, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird.
31 Wer an jenem Tag auf dem Dach ist und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um dasselbe zu holen; ebenso, wer auf dem Feld ist, der kehre nicht wieder zurück.
32 Gedenkt an Lots Frau!
33 Wer sein Leben zu retten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es erhalten.
34 Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei in einem Bett sein; der eine wird genommen und der andere zurückgelassen werden.
35 Zwei werden miteinander mahlen; die eine wird genommen, und die andere wird zurückgelassen werden.
36 Zwei werden auf dem Feld sein; der eine wird genommen und der andere zurückgelassen werden.
37 Und sie antworteten und sprachen zu ihm: Wo, Herr? Und er sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich die Geier.


Der Herr lehrt hier, dass seine Ankunft zum Errettung zeitgleich ist mit dem Gericht über die Welt. Der lettze Satz "Wo der Leichnam ist, da sammel sich die Geier" meint offensichtlich das Ergebnis der Schlacht aus Offenbarung 19:

17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen; und er rief mit lauter Stimme und sprach zu allen Vögeln, die inmitten des Himmels fliegen: Kommt und versammelt euch zu dem Mahl des großen Gottes,
18 um das Fleisch der Könige zu verzehren und das Fleisch der Heerführer und das Fleisch der Starken und das Fleisch der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller, der Freien und der Knechte, sowohl der Kleinen als auch der Großen!

Und das ist offensichtlich paralell zu Hesekiel 39, am Ende der großen Endzeitschlacht:

17 Du aber, Menschensohn — so spricht GOTT, der Herr: Sprich zu den Vögeln aller Gattungen und zu allen wilden Tieren des Feldes: Versammelt euch und kommt! Sammelt euch von allen Seiten zu meinem Schlachtopfer, das ich euch geschlachtet habe! Es ist ein großes Schlachtopfer auf den Bergen Israels; esst Fleisch und trinkt Blut!
18 Das Fleisch von Helden sollt ihr essen und das Blut der Fürsten der Erde trinken: Widder, Lämmer, Böcke und Stiere, die alle in Baschan gemästet worden sind.
19 Esst das Fett, bis ihr satt werdet, und trinkt das Blut, bis ihr trunken werdet von meinen Schlachtopfern, die ich euch geschlachtet habe!
20 Sättigt euch an meinem Tisch von Pferden und Reitern, von Helden und allen Kriegsleuten!, spricht GOTT, der Herr.

Manche behaupten, dass Jesus in Lukas 17 zu seinen Jüngern als Angehörige des Jüdischen Volkes spricht und nicht als Angehörige der Gemeinde, ekklesia, so soll die Aussage auf die geretteeten Juden in der Drangsalszeit sein und nicht die Gemeinde vor der Entrückung. Aber woran macht man das fest? Ist das nicht auch wieder Eisegese, man liest etwas in den Text, was dort nciht steht? Man hat bereits eine theologische Meinung und liest sie hinein?

Auch Lukas 17 spricht Jesus deutlich zu seinen Jüngern, dass seine Wiederkunft plötzlcih sein wird, dass die Welt "Friede, Friede und SIcherheit" rufen wird und an nichts Böses denkt, und der Herr Jesus ermahnt die Zuhörer, dass sie trotz Drangsalen "ausharren müssen bis ans Ende" (also er sagt nicht: "Keine Angst, ich werde euch vorher zu mir holen!")
UriKulm hat geschrieben:Der Herr kommt für uns nicht zum Gericht, noch werden die Gläubigen der Gemeindezeiit die Drangsalszeit durchleben. Sie werden vom Himmel aus die Ereigise auf der Erde verfolgen.
Für diese Lehraussage möchte ich auch gerne weitere biblische Belege. Wo steht das so? Wie begründet man diese Meinung, dass sie Gemeinde die Drangsalszheit nicht durchleben soll und sie die Ereignisse vom Himmel verfolgt? Das sind erst mal nur Aussagen, die (noch) nicht biblisch begründet wurden. Wer kann denn reine Aussgen glauben, wenn man nicht sagt, warum man das glaubt, wo das so steht? Überall sagt der Herr Jesus und die Apostel, wir müssen ausharren, damit wir "am Ende" gerettet werden. Nur der Dispensationalismus sagt: Nein, Gott wird und vorher entrücken.

Hundertausende Christen werden schon längst verfolgt und eingesperrt und gefoltert.

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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon Jose » 25.01.2018 01:41

Peter hatte sehr schön vermerkt:
PeterG hat geschrieben:Wer von Heilsgeschichte oder einem geschichtlichen Ablauf innerhalb der Bibel redet, macht sich automatisch verdächtig als 'Dispensationalist' - leider.
Das finde ich ein wichtiger Punkt.

Und ich denke, dass Uri Kulm im Großen und Ganzen sachlich und mit biblischen Belegen seine Überzeugung dargelegt hat. Der Dispensationalismus, zumindest was die hier diskutierten Punkte anbetrifft, versucht m.E. am besten viele Aussagen der Bibel zu verstehen und zu erklären. Viele Gegenargumente sind zumindest ebenso schwer beweisbar oder von ein anderes theologisches Verständnis beeinflusst, welches wiederum in Frage gestellt werden kann, siehe Einführung in den Dispensationalismus - Bethanien-Verlag

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Joschie
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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon Joschie » 26.01.2018 19:45

PeterG hat geschrieben:Wer von Heilsgeschichte oder einem geschichtlichen Ablauf innerhalb der Bibel redet, macht sich automatisch verdächtig als 'Dispensationalist' - leider.
Ich vermute das sehr viele Heilsgeschichte mit Heilszeiten gleich setzen. Die Lehre von den Heilszeiten ist ganz entscheidet für das Dispensationalistische Lehrgebäude ohne dieses Lehre würde es nicht die Dispen. Eschatologie geben! Die Frage die sich mir seit langen stellt ist warum kommen „bibeltreue Dispensationalisten“ und „bibeltreue Nicht-Dispensationalisten“ zu so unterschiedlichen Ergebnissen in der Schriftauslegung?
Gruß Joschie
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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon albi » 27.01.2018 10:38

Hallo Joschie,
du stellst eine gute Frage.

Leute, die dispensationalistische Sichtweisen vertreten, sagen mir immer wieder, dass es auf die richtige Hermeneutik ankommt. Das ist wohl das Problem, das man mit anderer Hermeneutik an die Bibel herangeht.

Man könnte ja auch fragen, warum "bibeltreue Zeugen Jehovas" nicht erkennen, dass Jesus Gott im Fleisch ist. Genauso die Themen Erwählung, Vorherbestimmung, Freier Wille und einige andere schwierige Lehrthemen.

Da ist meine Frage: Was meint ihr, was könnte man tun, um dieses Dilemma zu lösen? Wie könnte man sich einigen? Weil: Die Wahrheit aus der Bibel suchen und lieben wir ja wohl alle.

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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon PeterG » 27.01.2018 12:06

Ich sehe das relativ gelassen. Mt 24:36 verstehe ich so, dass wir keinen 'Fahrplan' machen können. Das scheint aus meiner Sicht bei vielen, die die Endzeitthemen so exzessive erörtern, eine weitere Motivation zu sein. Wie genau alles ablaufen wird, ist wirklich nicht soooo wichtig. Zentral ist für mich: Gott hat einen Plan, den ER verwirklicht - und ER hat das letzte Wort.
Röm 1:16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben."

Jose
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Der Herr kommt, wie ein Dieb in der Nacht

Beitragvon Jose » 27.01.2018 12:43

Joschie hat geschrieben:Die Frage die sich mir seit langen stellt ist warum kommen „bibeltreue Dispensationalisten“ und „bibeltreue Nicht-Dispensationalisten“ zu so unterschiedlichen Ergebnissen in der Schriftauslegung?
Das gibt es bei verschiedenen Themen. Vieles ist eben der menschlichen Erkenntnis noch verborgen, das erlebte Jesus mit den Jüngern und die Apostel in den Gemeinden bereits am Anfang. Wir dürfen alles Anhand der Bibel prüfen und dabei auch darauf achten, ob die wesentlichen und grundsätzlichen Lehren richtig verkündigt werden. Wenn das Fundament nicht stimmt, ist alles andere auch brüchig.
albi hat geschrieben:Man könnte ja auch fragen, warum "bibeltreue Zeugen Jehovas" nicht erkennen, dass Jesus Gott im Fleisch ist. Genauso die Themen Erwählung, Vorherbestimmung, Freier Wille und einige andere schwierige Lehrthemen.
Ich muss einwenden, dass es keine „bibeltreue Zeugen Jehovas“ gibt, im Übrigen auch keine „bibeltreue Katholiken“. Und ich würde die Irrlehre der ZJ auch nicht auf eine Ebene stellen mit der Erwählungslehre. Das eine ist bewusste Irrlehre und Schriftverfälschung, das andere Suchen nach der richtigen Erkenntnis.
PeterG hat geschrieben:Ich sehe das relativ gelassen. Mt 24:36 verstehe ich so, dass wir keinen 'Fahrplan' machen können.
Gelassen dürfen wir sein, aber dennoch die Ermahnung bedenken: "Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird. Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht" 1. Thess. 5,1-2. Wie wird es sein, wenn Jesus kommt?

Und in diesem Zusammenhang möchte ich besonders auf Vers 4 hinweisen:"Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife". Ein Dieb kommt unerwartet und so kündigt sich der Herr an: Unerwartet! Da gilt es bereit zu sein. Vers 4 kann so verstanden werden, dass Gotteskinder bereit sind, aber können wir das wirklich von uns behaupten, dass bei uns gar nichts von Finsternis zu finden ist? Ich finde es sehr wichtig, uns zu prüfen, denn wer z.B. seinen Bruder hasst, ist in der Finsternis (1. Joh. 2,11). Wie wird uns der Herr antreffen, wenn ER plötzlich kommt?

In einer Predigt sagte kürzlich ein Bruder, dass wenn wir wüssten, dass Jesus morgen kommt, dann wäre uns bestimmt am wichtigsten, Sünden zu bekennen. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Viele schieben manches vor sich her, auch manch versöhnendes Gespräch. Der Herr helfe uns, dass keine bittere Wurzel in uns sei. Jetzt ist noch die Zeit des Heils: "Denn er spricht: »Zur willkommenen Zeit habe ich dich erhört, und am Tage des Heils habe ich dir geholfen.« Siehe, jetzt ist die hochwillkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils" 2. Kor. 6,2.

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Re: Der Herr kommt, wie ein Dieb in der Nacht

Beitragvon UriKulm » 27.01.2018 15:43

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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon Joschie » 27.01.2018 18:29

Uri Kulm hat geschrieben:Wiedergeborene Christen gehen nicht durch die Drangsal, sondern gehen vorher mit dem Herrn ins Haus des Vaters Joh 14. Hochzeit des Lammes im Himmel.
Ich vermisse immer noch den eindeutigen exegetischen Beweiß für diese deine Aussage! Ich verstehe nicht was Johannes 14 mit der Vorentrückung zu tuen haben soll ??!
Gruß Joschoe
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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon albi » 27.01.2018 20:50

Hallo Joschie,
mir geht es genau so wie dir. Es werden für diese Vorentrückungslehre ständig Bibelverse genannt, die bei Betrachtung gar nichts dazu sagen. Ich zitire den Abschnitt mal, damit wir das im Kontext haben:

Johannes 14:

1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
2 Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten.
3 Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.
4 Wohin ich aber gehe, wisst ihr, und ihr kennt den Weg.

Ich habe wirklich keine Ahnung, wo man hier VOR-Entrückung hineinliest. Der Herr Jesus sagt hier überhaupt nichts von einer Zeit, sondern nur, dass er kommt um die Seinen zu holen. Wann das sein soll, ist hier überhaupt nicht das Thema; übrigens genauso wenig wie in 1. Thessalonicher 4. Da ist der einzige Hinweis die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes. Und wie ich bereits hinwies, ist diese Posaune Gottes nach 1. Korinther 15,52 die LETZTE Posaune. Und ich meine, die letzte Posaune wird auch am LETZTEN Tag erschallen.

Und als den LETZTEN Tag nehme ich als den LETZTEN Tag dieser Weltzeit. Dann stehen alle Toten auf, die Erlösten werden entrückt und verherrlicht und die Verdammten gehen ins Gericht und ins ewige Verderben. Das sid immerhin die Worte Christi in Johannes 6 und 12:

Joh 6,39 Und das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am letzten Tag. 40 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. 44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Joh 11,24 Martha spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.
Joh 12,48 Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.

Nun wirkt es künstlich, zu behaupten, der lettze Tag sei nicht ein Tag, sondern eine "lange Zeit". Da sehe ich auch wieder, dass man Eisegese betreibt und seine Meinung, dass es ein tausendjähriges irdisches Reich nach Christi Ankunft geben müsse, da hineinliest. Denn die Dispensationalismus und Prämillenialismus sagt, dass die Auferstehung der Ungerechten am Ende des Milleniums sein soll. Das macht aber keinen Sinn im Anbetracht von Jesu eigenen Worten, dass die Gerechten und die Ungerechten am gleichen Tag, eben dem LETZTEN, auferstehen. Die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande. Man liest Offenbarung 20 auf ein kommendes Millenium. Aber alles zusammen genommen macht es für mich viel mehr Sinn, dass das Millenium mit der Auferstehung Christi begann und mit seiner Ankunft am letzten Tag endet. Dann passen auch die Worte Christi und die scheinbaren Widersprüche lösen sich auf.

Da diese Vor-Entrückungslehre beständig mit sehr schwachen Bibel-Stellen belegt wrid, bekam ich auch derart die Zweifel daran. Keine der ständig zitierten Vorentrückungsstellen sind überzeugend. Auch nicht Offenbarung 3,10:

10 Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.

Es tut mir leid, aber hier steht auch nichts von Vor-Entrückung. Dieser Vers spricht noch nicht einmal von irgendeiner Entrückung, egal wann. Es ist Eisegese, wenn man in "bewahren vor der Stunde der Versuchung" irgendeine Entrückung hineinliest. Da liest man seine Theologie / Eschatologie in den Vers hinein. Sonst kann man ja auch in 2Thess 3,3 eine Vor-Entrückung hineinlesen: "Aber der Herr ist treu; er wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen." Es heißt einfach: Gott wird den Gläubigen helfen und erretten - nicht vor dme Bösen entrücken! Man kann Offenbarung 3,10 meiner Ansicht nach viel besser so deuten: Die, die dem Wort treu bleiben, werden nicht verführt von der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen soll (zB Ökumene), sondern bilden inmitten der vielen abgefallenen Christen und Gemeinden weiterhin die wahre Brautgemeinde. Und das geschieht ja derzeit auch an vielen Orten. Darum ermahnt ja auch Paulus wegen dieser Versuchung:

3 Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall1 kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens

Und auch Jesus warnt in den Endzeitreden vor den vielen falschen Propheten und "Christussen", die auftreten werden, "um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen."
PeterG hat geschrieben:Das scheint aus meiner Sicht bei vielen, die die Endzeitthemen so exzessive erörtern, eine weitere Motivation zu sein. Wie genau alles ablaufen wird, ist wirklich nicht soooo wichtig. Zentral ist für mich: Gott hat einen Plan, den ER verwirklicht - und ER hat das letzte Wort.
Ich denke, das Evangelium beinhaltet ganz zentral Eschatologie. Das, was Kommen wird, die Wiederkunft Christi, das Jüngste Gericht, die Auferstehung der Toten, das ewige Leben, neue Himmel, neue Erde (zB Hebräer 6,2: "mit der Lehre von Waschungen, von der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht."). Ja, man muss nicht alles im Detail wissen, und schon gar nicht vorausberechnen, wann Christus wiederkommt; aber Christen sollen eine Hoffnung und eine Erwartung haben, und das geht nur, wenn sie genau WISSEN, was auf die Welt zukommt und was die zukünftige Errettung ihnen verspricht. Eschatologie ist zentral wichtig für das Evangelium und die Hoffnung der Christen. Ich vermute, wenn das fehlt, führt das zur einer gewissen Verwurzelung in dieser Welt und Weltanpassung.

Warten wir auf die Vor-Entrückung oder auf die Wiederkunft Jesu Christi? Warten wir erst auf ein tausendjähriges irdisches Friedensreich (einen "Zwischenzustand"), oder erwarten wir wie Petrus neue Himmel, neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt? Auch Johannes schreibt:

2 Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
3 Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.

Die ganze NT lehrt, dass die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi uns reinigt und heiligt. Wir blicken voraus auf das Kommende! Darum: Ja, Eschatologie (als Lehre vom Kommenden, Ewigen) ist nicht etwas für Endzeitexperten, sondern für jeden Christen.

11 Und dieses [sollen wir tun] als solche, die die Zeit verstehen, dass nämlich die Stunde schon da ist, dass wir vom Schlaf aufwachen sollten; denn jetzt ist unsere Errettung näher, als da wir gläubig wurden.
12 Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber ist nahe. So lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts! (Römer 13)
Zuletzt geändert von albi am 27.01.2018 21:02, insgesamt 1-mal geändert.

Jose
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Unsere Hoffnung – Hinversammlung zu Jesus

Beitragvon Jose » 27.01.2018 21:41

albi hat geschrieben:Ja, man muss nicht alles im Detail wissen, und schon gar nicht vorausberechnen, wann Christus wiederkommt; aber Christen sollen eine Hoffnung und eine Erwartung haben, und das geht nur, wenn sie genau WISSEN, was auf die Welt zukommt und was die zukünftige Errettung ihnen verspricht.
Sehe ich auch so, und ich muss nicht alles genau wissen. Das geht gar nicht, weil wir nicht alles verstehen.
Warten wir auf die Vor-Entrückung oder auf die Wiederkunft Jesu Christi? Warten wir erst auf ein tausendjähriges irdisches Friedensreich (einen "Zwischenzustand"), oder erwarten wir wie Petrus neue Himmel, neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt?
Ich warte auf die Wiederkunft Jesu zur Entrückung der Seinen.
Im tausendjährigen Reich werde ich mit den anderen Heiligen dabei sein oder bei JESUS sein. Hier habe ich noch kein festes Verständnis (siehe 1. Kor. 6,2; 2. Tim. 2,12; Off. 2,26.27).
Nach dem Endgericht werde ich auf der neuen Erde sein.

Soweit mein jetziges Verständnis. @albi, kannst du deine Hoffnung darlegen?

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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon albi » 28.01.2018 16:00

Hallo Jose!

Einen gesegnetne Sonntag allen!

Meine Hoffnung: Für mich ist es prinzipiell wie du schreibst. Ich warte auf die Wiederkunft Christi und auf das Heil.

Der Unterschied wird wohl sein: Ich lese die Bibel so,
a) dass Christus uns nicht vorher entrücken wird, sondern dass die Entrückung unmittelbar vor seiner Wiederkunft zum Jüngsten Gericht sein wird. Als Belegstellen fielen mir noch ein:

Matthäus 24:
36 Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.
37 Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein.
38 Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging,
39 und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.
40 Dann werden zwei auf dem Feld sein; der eine wird genommen, und der andere wird zurückgelassen.
41 Zwei werden auf der Mühle mahlen; die eine wird genommen, und die andere wird zurückgelassen.
[ENTRÜCKUNG!]
42 So wacht nun, da ihr nicht wisst, in welcher Stunde euer Herr kommt!
43 Das aber erkennt: Wenn der Hausherr wüsste, in welcher Nachtstunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.
44 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.
(vgl. Lukas 17,20-36)

Und b) dass mit Christi Ankunft das Jüngste Gericht eintritt, die Erlösten ins ewige Leben eingehen und die Verdammten in die ewige Strafe, es also kein irdisches Tausendjähriges Reich geben wird; somit ist meine unmittelbare Erwartung und Hoffnung was Petrus schreibt: "Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt". Das wirst du, Jose, ja auch erwarten, aber zwischen dieser bösen Weltzeit und der ewigen Herrlichkeit glaubst du noch ans das Irdische Königreich. Für mich hat das irdische Reich gar keinen Reiz, weil es noch Sünde geben wird. Neulich hörte ich einen Prediger, dass die Kinder der soeben ins Millenium eingegangenen weiterhin die alte Sündennatur besitzen, sie also wieder Sünder werden.

Aber was hat das dann mit dem "irdischen FRIEDENSREICH" zu tun, wenn die Menschen in diesem Reich weiterhin die böse Sündennatur haben?! Das heißt es wird weiterhin lästern, fluchen, streiten, neiden, Ehebruch (im Herzen...), Gottlosigkeit, Okkultismus usw. geben. Deswegen nist dieses Reich überhaupt gar kein richtiges Friedensreich, auch Gerechtigkeit wird es nicht wirklich geben.

Ich finde, diese Meinung widerspricht auch ziemlich den Prophetien, wie das das Friedensreich sein wird (nach Amill ist dieses Friedensreich die kommende ewige Herrlichkeit):

Jesaja 2:
1 Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem schaute:
2 Ja, es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN fest gegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen, und alle Heiden werden zu ihm strömen.
3 Und viele Völker werden hingehen und sagen: »Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns belehre über seine Wege und wir auf seinen Pfaden wandeln!« Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem. [dem himmlichen Jerusalem!]
4 Und er wird Recht sprechen zwischen den Heiden und viele Völker zurechtweisen, sodass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden werden und ihre Speere zu Rebmessern; kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen.
5 — Komm, o Haus Jakobs, und lasst uns wandeln im Licht des HERRN!

ZB wird es nach der Ansicht wieder einen Aufstand gegen Jesus Christus geben und einen zweiten Antichristen; dieser soll alle Völker zum Krieg gegen Christus versammeln; das widersprkicht aber Jesaja: "und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen". Jesaja sagt nicht "Und sie werden 1000 Jahre lang den Krieg nicht mehr erlernen". Sondern: Es wird nie wieder Krieg geben. Das klingt viel mehr nach dem ewigen und herrlichen Endzustand als nach einem irdischen halberlösten Zwischenzustand, zB Offenbarung 21: "4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen"

Ich persönlich sehe wieder viel mehr biblische Harmonie in der Lehre des Amillenialismus, weil wir im gegenwärtigen Zeitalter (nach Amill = das Millenium) eine Mischung aus Guten und Bösen haben. Diese Mischung aus Guten und Bösen wird dann mit Christi Wiederkunft am Ende des Milleniums beim Übergang zum kommenden ewigen Zeitalter durch das Jüngste Gericht getrennt. Nach meinem Verständnis zB Matthäus 13:

36 Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
37 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen.
38 Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. [Gute und böse sind hier noch gemischt, ganz so, wie es Prämill für das irdische Friedensreich wähnt.]
39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel. [Der Teufel ist allerdings nach der Prämill-Sicht gebunden; also wie kann er dann während des irdischen Milleniums die Bösen säen?]
40 Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende dieser Weltzeit.
41 Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden alle Ärgernisse und die Gesetzlosigkeit verüben aus seinem Reich sammeln
42 und werden sie in den Feuerofen werfen
; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.
43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Meine hoffnung ist also auf die ewige Herrlichkeit, und dass dann endgültige Gerechtigkeit herrschen wird - ganz ohne Zwischenzustand (oder "halberlöste Welt") durch ein irdisches Millenium. Das macht mir solch große Freude und Vorfreude!!! $:P

Jose
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Amillennialismus oder Prämillenarismus

Beitragvon Jose » 28.01.2018 21:10

Hallo albi. Es ist gut zu wissen, dass das Verständnis über die Endzeit nicht entscheidend ist, sondern ein Gotteskind zu sein und auf die Wiederkunft Jesu zu warten.

Es gibt Fragen, die nicht beantwortet sind, und es gibt Aussagen, die erst verstanden werden müssen. Du schreibst z.B.:
Neulich hörte ich einen Prediger, dass die Kinder der soeben ins Millenium eingegangenen weiterhin die alte Sündennatur besitzen, sie also wieder Sünder werden.
Ich würde es wie folgt verstehen: Die Menschen werden nicht von neuem geboren sein, sondern nur deswegen nichts Böses tun, weil Satan gebunden sein wird. Es wird in der Zeit also nicht so sein, wie du schreibst. Der Verführer wird nicht zum Bösen verführen können. Danach aber, wenn Satan wieder losgelassen wird, werden die Menschen sich wieder gegen Gott erheben. Das sind Aussagen in der Offenbarung, auf die ich auch eine Antwort suche. Dazu passt für mich zurzeit am besten die Lehre des Prämillenarismus. Hierzu habe ich mich schon hier geäußert: Amillennialismus oder Prämillenarismus. Ich gehe davon aus, dass du auch nicht auf alles eine Antwort hast.

Dass der Teufel übrigens das Unkraut sät hat m.E. nichts mit dem 1000-jährigen Reich zu tun, sondern es ist im Grunde so seit dem Sündenfall und natürlich auch seitdem Jesus auf die Erde kam, um Menschen zu retten.

Es gibt Fragen, aber nicht immer Antworten und wir verstehen nicht alles. Wenn wir aber versuchen zu verstehen, dann dürfen wir uns nicht festlegen, sondern offen sein, für das was Gott uns zeigen möchte.

UriKulm
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Prophetie der Schrift verstehen

Beitragvon UriKulm » 28.01.2018 21:33

gelöscht
Zuletzt geändert von UriKulm am 31.01.2018 20:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Prophetie schriftgemäß

Beitragvon UriKulm » 28.01.2018 21:35

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UriKulm
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Prophetie schriftgemäß

Beitragvon UriKulm » 28.01.2018 21:36

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