Lesung aus Arthur W. Pink "Das Leben des Elia"

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Joschie
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Kapitel.17 Die Zuversicht des Glaubens

Beitragvon Joschie » 05.09.2017 18:44

„Und Elia nahm zwölf Steine nach der Zahl der Söhne Jakobs.“ Beachte, wie Elias Handeln hier vom Gesetz des Herrn bestimmt war. Gott hatte genaue Anweisungen für den Bau Seines Altars gegeben: „Und wenn du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn nicht von behauenen Steinen bauen; denn wenn du mit deinem Eisen darüber kommst, so wirst du ihn entweihen. Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufsteigen, dass nicht deine Blöße aufgedeckt werde vor mir“ (2.Mose 20,25-26). In strikter Befolgung dieser göttlichen Verordnung ließ Elia nicht Steine kommen, die von Menschenhand behauen und poliert waren, sondern er benutzte rauhe, unbehauene Steine, die auf dem Berg herumlagen. Er nahm, was Gott bereitgestellt hatte, und nicht, was der Mensch gemacht hatte. Er handelte gemäß dem göttlichen Muster, das ihm in der Heiligen Schrift gegeben war, denn Gottes Werk muss in der von Gott eingesetzten Weise und Methode getan werden.

Auch dies ist zu unserer Unterweisung geschrieben. Jede einzelne Handlung bei dieser Gelegenheit, jedes Detail in Elias Vorgehen gilt es zu beachten und zu bedenken, damit wir entdecken, was von uns verlangt ist, wenn der Herr sich an uns mächtig erweisen soll. In Zusammenhang mit Seinem Gottesdienst hat Gott nichts unserem Gutdünken, noch den Vorgaben menschlicher Weisheit oder Zweckdienlichkeit überlassen. Er hat uns mit einem „Bild“ oder „Muster“ versorgt (vergl. Heb. 8,5), und Er wacht eifersüchtig über dieses Muster und verlangt, dass wir uns daran ausrichten. Alles muss so gemacht werden, wie Gott es verordnet hat. Sowie wir von Gottes Muster abweichen, das heißt, sowie wir aufhören, in striktem Einklang mit einem „so spricht der Herr“ zu handeln, handeln wir eigenmächtig und können nicht länger mit Seinem Segen rechnen. Wir können nicht „das Feuer von Gott“ erwarten, ehe wir Seine Bedingungen vollständig erfüllt haben.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Kapitel.17 Die Zuversicht des Glaubens

Beitragvon Joschie » 18.09.2017 06:50

„Und Elia nahm zwölf Steine nach der Zahl der Söhne Jakobs zu dem das Wort des Herrn ergangen war: Du sollst Israel heißen“ (1.Kön. 18,31). Mit dieser Handlung stellt sich Elia eindrucksvoll auf die Seite des Glaubens gegenüber dem Schauen. Zu dem Ereignis auf dem Karmel hatten sich die Untertanen Ahabs versammelt, somit nur die Glieder der zehn Stämme. Aber Elia nahm zwölf Steine, um den Altar zu bauen, und deutete damit an, dass er für die ganze Nation opfern würde, vergl. Josua 4,20; Esra 6,17. Dadurch bezeugte er ihre Einheit, die Verbindung, die zwischen Juda und den zehn Stämmen bestand. Das Ziel ihrer Anbetung war ursprünglich ein und dasselbe gewesen, und so musste es nun wieder sein. Somit betrachtete Elia Israel aus göttlicher Sicht. In Gottes Gedanken war die Nation von Ewigkeit her als Einheit vor Ihm erschienen. Äußerlich gesehen war sie jetzt zwei Nationen. Aber der Prophet ignorierte diese Teilung: er wandelte nicht im Schauen, sondern im Glauben (2.Kor.5,7). Daran hat Gott Freude. Glaube ehrt Ihn, und deswegen belohnt und ehrt Er Glauben, wo immer Er ihn findet. Er tat es damals auf dem Karmel, und Er tut es heute: „Herr, mehre unseren Glauben.“

Und welche großartige Wahrheit wird durch diesen Vorfall sinnbildlich dargestellt? Ist es nicht offensichtlich? Müssen wir nicht über das typische, natürliche Israel hinaus auf das antitypische, geistliche Israel schauen, auf die Gemeinde, die der Leib Christi ist? Gewiss! Und was ergibt sich daraus? Folgendes: Inmitten der weiten Zerstreuung, die jetzt vorherrscht – „die zerstreuten Kinder Gottes“ (Joh. 11,52; Elberf.) – inmitten der zahlreichen Denominationen dürfen wir nicht die mystische, wesensmäßige Einheit des ganzen Volkes Gottes aus den Augen verlieren. Auch hierin müssen wir im Glauben, nicht im Schauen wandeln. Wir sollten die Dinge vom göttlichen Standpunkt aus sehen: wir sollten diese Gemeinde, die Christus liebte und für die Er sich hingab, so betrachten, wie sie in dem ewigen Plan und Ratschluss der heiligen Dreieinigkeit besteht. Die Einheit der Braut des Lammes wird sich niemals vor unseren leiblichen Augen manifestieren, bis wir sie „in der Herrlichkeit Gottes“ aus dem Himmel herabkommen sehen. Doch zwischenzeitlich ist es sowohl unsere Pflicht als auch unser Vorrecht, an Gottes Ideal teilzuhaben, die geistliche Einheit Seiner Heiligen wahrzunehmen und diese Einheit anzuerkennen, indem wir alle, die etwas von dem Ebenbild Christi in ihrem Leben zeigen, mit wohlwollender Liebe betrachten. Das ist die Wahrheit, die uns durch die „zwölf Steine“ nahe gebracht wird.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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