Spurgeons Predigtstil

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eugen
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Spurgeons Predigtstil

Beitragvon eugen » 21.05.2009 11:51

Vielleicht habt ihr schon von der bestimmten Predigtart gehört; das ist die sog. "Sprungbrettpredigt", die mich beschäftigt. Wenn jemand seine Predigt nach diesem Stil aufbaut, dann hält er sich an bestimmten Worten nur kurz auf "um dann in die eigene Gedankenwelt abzuheben um dann wieder irgendwann sicher auf dem Sprungbrett zu landen und beim nächsten Wort wieder abzuheben." (So ähnlich wird sie definiert.)

Nun habe ich eine Frage bezüglich des Predigtstils von Spurgeon. Entspricht der größte Teil seiner Predigten nicht den ungeliebten Sprungbrettpredigten!? Er legt sich oft auf einen bestimmten Ausdruck fest um dann wieder zur Auslegung des nächsten Wortes oder Ausdrucks zu kommen und abzuheben.

Hat jemand schon mal Spurgeons Predigtstil analysiert? Es wäre sicherlich nicht verkehrt für die Prediger unter uns die Botschaften des "Fürsten der Prediger" genau zu analysieren. Sicherlich kann man daraus vieles lernen.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 21.05.2009 16:53

Hallo Eugen
Kannst du es an ein Beispiel festmachen.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

eugen
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Beispiel

Beitragvon eugen » 21.05.2009 19:20

Diese Predigt scheint mir ein geeignetes Beispiel dazu zu sein.

johannesm
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Beitragvon johannesm » 22.05.2009 06:53

Ich habe die verlinkte Predigt jetzt nicht gelesen, aber ich bin dabei das erste Buch aus der Spurgeon-Bibliothek(3l-VErlag) zulesen.

MAn könnte schnell den Eindruck haben, dass Spurgeon ein wort nimmt und dann darüber philosophiert, bis er zum nächsten Wort kommt. Doch das würde ich als Unterstellung sehen.

Aus seiner Biographie und seinen Ratschlägen für Prediger geht hervor, dass er seine Predigttexte sehr bewusst aussuchte, dass er sie aus dem Grundtext übersetzte und sich damit beschäftigte.

Sein Aliegen war jedoch, seine Zuhörer nicht zu langweilen. Deshalb hat er darauf verzichtet grichische oder hebräische Worte in der Predigt zu erklären.

Er wusste, was die Aussage des textes war. Er Wusste was die Zuhörer am ende mitnehmen sollten und so hat er gepredigt. Mit vielen Ausführungen, praktischen Lebensbeispielen und einer tiefen Liebe zu seinen Zuhörern.

Es ging ihm nicht darum gebildet zu wirken. Ihm war es wichtig, dass der einfache Bauer, der weder lesen noch schreiben konnte, seine Predigt versteht und das gehörte in die Tat umsetzt.

Auch wenn er den Eindruck vermittelt, er würde seine Gedankengänge präsentieen, habe ich noch keine predigt von ihm gefunden, in der er der Aussagen der bibel widerspricht. Er war im Wort Gottes zu hause und konnte somit frei Erzählen, was die Bibel lehrte.

eugen
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Beitragvon eugen » 22.05.2009 11:35

Vielleicht wurde ich missverstanden. Ich wollte Spurgeon nichts Unrechtes vorwerfen. Ich denke auch, dass seine Predigten gut ausgearbeitete Predigten sind (also Auslegungspredigten). Doch so wie er sie "zubereitet", scheinen sie dennoch Sprungbrettpredigten zu sein, oder nicht!?
Mal angenommen Bruder XY predigt in unserer Gemeinde den Sprungbrettpredigtstil. Ich würde seinen Predigtstil kritisieren. :roll: Spurgeon nicht! Weil ich ja weiß, dass er den Text gut durchgearbeitet hat und ihn halt soo zubereitet hat, wie er ist. Aber woher will ich wissen, dass der arme Bruder XY es nicht genauso wie Spurgeon macht???

johannesm
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Beitragvon johannesm » 22.05.2009 12:20

Angenommen Bruder XY predigt nach der "Sprungbrettmethode, dann würde man einen roten Faden erkennen, d.h. alles fürde auf den Zielgedanken des textes ausgerichtet sein.

Das war bei Spurgeon der Fall und das ist der Fall einer jeden Auslegungspredigt. Kennzeichen ist, dass der Text/Vers eine Kernbotschaft hat und alles in der Predigt läuft darauf hin.

Außerdem, wird Bruder XY in seinen Aussagen nicht der Bibel widersprechen sondern wird zeigen, wie der Predigttext in den Gesamtkontext der Bibel passt.

Die Sprungbrettpredigt ist dennoch etwas problematisch. Manschmal sitze ich bei uns im Gottesdienst und denke mir. NEtt was du erzählst, aber deine Gedanken haben it der Aussage des Textes rein gar nichts zu tun. Das ist Schade und liegt oft daran, dass uns die Ausbildung in den Sprachen fehlt.

Auch wenn ich eher dazu neige jeden text vers für Vers auszulegen, passiert es mir auch dass ich nach der Sprungbrettmethode predige. Das bleibt nicht aus. MAn mus Beispiele bringen, mann muss andere verse zitieren und so springt man automatisch ein wenig auf dem Brett.

eugen
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Like to hear Spurgeon?

Beitragvon eugen » 23.05.2009 19:32

Falls es jemand zu viel ist die Predigt von Spurgeon durchlesen, kann er sie jetzt anhören. )
Unashamed Workman hat geschrieben:Would you like to hear Charles H Spurgeon preaching? You can. Well, kind of – courtesy of Doug Whitley. I would be interested to know what people think about this kind of thing? Imitating classic preachers – full dress and all!!?
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Was haltet ihr davon? Ist es sinnvoll sich so zu verkleiden, sich den Bart wachsen zu lassen um Spurgeons Predigt so real wie möglich wirken zu lassen? Ist es überhaupt sinnvoll Predigten anderer vorzutragen? Habt ihr beim Mr.Doug Whitley nicht auch manchmal das Gefühl, dass der Text "nur aus dem Kopf heraus" kommt, nicht aus dem Herzen (wie es sicherlich bei Spurgeon der Fall war)?

johannesm
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Beitragvon johannesm » 24.05.2009 08:24

Ich hab da kein problem mit. Auch wenn ich gerne lese, höre ich mir auch gerne mal eine Predigt an. Warum nicht von Spurgeon.

DAs Problem ist, dass die predigt abgelesen und nicht, wie von spurgeon, frei gehalten ist. DAs macht das ganze etwas unrealistisch.

Über die verkleidung kann man streiten. Ich finds eine lustige Idee.

Es ist nicht schlimm Predigten von anderen zu halten. Wenn das eigene Herz darin steckt ist es eine gute Sache. Wieso das Rad neu erfinden. Wenn ein Prediger eine gute predigt gehalten hat und ich die möglichkeit habe sie weiter zu geben, warum nicht. Es darf halt keine abgelesene Predigt sein. du mist mit Körper geist Selle Verstand, usw in der predigt sein.


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