Eine Erklärung zum bapt. Glaubensbekenntnis(1689) für heute.

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Eine Erklärung zum bapt. Glaubensbekenntnis(1689) für heute.

Beitragvon Joschie » 19.06.2012 18:00

C. Abschließende Bemerkungen

4.Und was für das Leben der Gemeinde als Ganzes gilt, gilt auch für die persönliche Aufrichtigkeit. Samuel Miller bemerkt, dass die Unterzeichnung eines Bekenntnisses ein feierlicher Rechtsakt ist, „der mit großer Behutsamkeit und demütigem Gebet vollzogen werden soll und bei dem jemand, wenn ihm grundsätzlich daran gelegen ist, aufrichtig zu sein, gezwungen ist, vor Gott, vor sich selbst und vor der Gemeinde, der er sich anschließt, ehrlich zu sein.“Miller fährt fort mit den Worten: „Was mich selbst betrifft, so kenne ich keinen Rechtsakt, bei dem Unaufrichtigkeit mehr als die schreckliche Sünde der ‚Lästerung wider den Heiligen Geist‘ betrachtet werden könnte, als bei diesem.“ Abschließend möchte ich mich noch an die Pastoren wenden. Die meisten von uns haben sich auf ein Bekenntnis verpflichtet, bevor ihnen die Hände aufgelegt wurden. Brüder, wir stehen vor Gott in der ernsten Pflicht, in der Einheit des Glaubens in den Gemeinden zu leben, in denen wir arbeiten. Wenn wir dies nicht mit Aufrichtigkeit tun können, wenn sich unsere Ansichten ändern, sollten wir zurücktreten und eine Gemeinde suchen, der wir uns ohne Falschheit anschließen können. Wenn wir nicht bereit sind, dies zu tun, sind wir nicht untadelig und ohne Schande und damit untauglich für den Dienst.
ROBERT PAULMARTIN
Dr. Robert Paul Martin ist Pastor der Trinity Baptist Church, Montville, New Jersey, USA,
und Professor für Biblische Theologie an der Trinity Ministerial Academy
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Eine Erklärung zum bapt. Glaubensbekenntnis(1689) für heute.

Beitragvon Joschie » 21.06.2012 16:07

Das baptistischen Glaubensbekenntnisses von 1689

INHALTSVERZEICHNIS

Kapitel 1.Über die Heilige Schrift
Kapitel 2. Über Gott und die heilige Dreieinigkeit
Kapitel 3. Über den Ratschluss Gottes
Kapitel 4. Über die Schöpfung
Kapitel 5. Über die göttliche Vorsehung
Kapitel 6. Über den Fall des Menschen, über Sünde und ihre Bestrafung
Kapitel 7. Über Gottes Bund
Kapitel 8. Über Christus, den Mittler
Kapitel 9. Über den freien Willen
Kapitel 10. Über die wirksame Berufung
Kapitel 11. Über Rechtfertigung
Kapitel 12. Über die Adoption
Kapitel 13. Über Heiligung
Kapitel 14. Über den rettenden Glauben
Kapitel 15. Über Buße zum Leben und zur Erlösung
Kapitel 16. Über die guten Werke
Kapitel 17. Über das Beharren der Heiligen
Kapitel 18. Über die Gewissheit der Gnade und Errettung
Kapitel 19. Über das Gesetz Gottes
Kapitel 20. Über das Evangelium und das Ausmaß seiner Gnade
Kapitel 21. Über die christliche Freiheit und die Freiheit des Gewissens
Kapitel 22. Über den Gottesdienst und den Sabbat
Kapitel 23. Über rechtmäßige Eide und Gelübde
Kapitel 24. Über die staatliche Obrigkeit
Kapitel 25. Über Ehe
Kapitel 26. Über die Gemeinde
Kapitel 27. Über die Glaubensgemeinschaft der Heiligen
Kapitel 28. Über die Taufe und das Abendmahl
Kapitel 29. Über die Taufe
Kapitel 30. Über das Abendmahl
Kapitel 31. Über den Zustand des Menschen nach dem Tod und über die Auferstehung der Toten
Kapitel 32. Über das Jüngste Gericht


Anhang A: Die Quellen des baptistischen Glaubensbekenntnisses
von 1689
Anhang B: Überblick und Gedankenentwicklung im
baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689
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Beitragvon Joschie » 23.06.2012 08:04

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

1.1.Die Heilige Schrif ist die einzige ausreichende, sichere und unfehlbare Richtlinie für alle zum Heil notwendige Erkenntnis, für den rettenden Glauben und den Glaubensgehorsam (01). Zwar beweisen das Licht der Natur und die Werke der Schöpfung und Vorsehung in so hohem Grade die Güte, Weisheit und Macht Gottes, dass die Menschen nicht zu entschuldigen sind; diese sind jedoch nicht ausreichend, um jene Erkenntnis Gottes und seines Willens zu geben, die zum Heil notwendig ist (02). Deshalb gefiel es dem Herrn, sich zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Art und Weise seiner Gemeinde zu offenbaren und diese Offenbarung als seinen Willen für seine Gemeinde zu erklären (03). Dies lies er vollständig in Schrift niederschreiben, um die Wahrheit besser zu bewahren und zu verbreiten und um die Gemeinde besser zu festigen und zu stärken gegen die fleischliche Verdorbenheit und die tückische Bosheit Satans und der Welt (04). Daher ist die Heilige Schrift völlig unentbehrlich, nachdem es jene früheren Arten, auf die Gott seinen Willen seinem Volk zu erkennen gab, nun nicht mehr gibt (05)
01. 2Tim 3,15-17; Jes 8,20; Lk 16,29.31; Eph 2,20.
02. Roem 1,19-21; 2,14-15; PS 19,2-4; Apg 14,17.
03. Hebr 1,1-2.
04. Spr 22,19-21; Roem 15,4; 2 Petr 1,19-20; Mt 4,4.7.10.
05. Offb 22,18-20; Heb 1,1-2; vgl. Spr 30,5-6; 5 Mose 4,2.

1.2.Unter dem Namen der Heiligen Schrift oder des geschriebenen Wortes Gottes sind nun alle Buecher des Alten und Neuen Testaments wie folgt zusammengefasst:
Altes Testament
1. Mose (Genesis), 2. Mose (Exodus), 3. Mose (Levitikus),4. Mose(Numeri), 5. Mose (Deuteronomium), Josua, Richter, Rut,
1. Samuel, 2. Samuel, 1. Könige, 2. Könige, 1. Chronik, 2. Chronik, Esra, Nehemia, Ester, Psalmen, Ijob, Sprüche, Prediger, Hoheslied, Jesaja, Jeremia, Klagelieder, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona ,Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi.
Neues Testament
Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, Apostelgeschichte, Römer, 1.Korinther
2. Korinther, Galater, Epheser, Philipper, Kolosser, 1. Thessalonicher, 2. Thessalonicher, 1. Timotheus, 2. Timotheus, Titus, Philemon, Hebräer, Jakobusbrief, 1. Petrus, 2. Petrus, 1. Johannes, 2. Johannes, 3. Johannes,
Judas, Offenbarung
Diese alle wurden durch Gott eingegeben und geschrieben, um Richtlinie für Glauben und Leben zu sein (06)
06. 2.Tim 3,16

1.3.Die Bücher, die gewöhnlich Apokryphen genannt werden, gehören nicht zum Kanon der Schrift, weil sie nicht von Gott eingegeben sind (07). Deshalb haben sie keine Autorität für die Gemeinde Gottes. Sie sollen auch nicht auf andere Weise gebilligt oder benutzt werden als andere menschliche Schriften (08).
07. Dazu zählen auch die griechischen Zusätze zu Daniel und Ester.
08. Lk 24,27.44; Roem 3,2. Die alttestamentlichen Schriften, die im Neuen Testament als biblische Schriften angesehen werden, entsprechen dem Kanon der juedischen Bibel (=AItes Testament), der in drei Teile aufgeteilt ist:
1. Gesetz Mose (Thora): 1.-5. Mose;
2. Propheten: Josua, Richter, Samuel, Koenige, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi;
3. Psalmen/Schriften: Psalmen, Hiob, Sprache, Ruth, Hohelied, Prediger, Klagelieder, Ester, Daniel, Esra, Nehemia, Chronik.

1.4 Die Autorität der Heiligen Schrift, deretwegen man ihr glauben und gehorchen soll, beruht nicht auf dem Zeugnis irgendeines Menschen oder irgendeiner Gemeinde, sondern vollständig auf Gott, der selbst die Wahrheit ist, der auch der Autor der Heiligen Schrift ist; sie muss deshalb angenommen werden, weil sie das Wort Gottes ist (09)
09. 2. Petr 1, 19-21; 2. 3, 16; 1. Thess. 2. 13; 1. Joh 5, 9

1.5 Wir können Durch das Zeugnis der Gemeinde Gottes zu einer hohen und ehrerbietigen Einschätzung der Heiligen Schrift bewegt und angeleitet werden. Dass die Bibel das Wort Gottes ist, belegen auch sehr deutlich die folgenden Argumente:
- Sie befasst sich mit den himmlischen Dingen
- die Wirkungskraft der in ihr enthaltenen Lehre
- der würdige Stil
- die Übereinstimmung aller ihrer Teile
- das Ziel des Ganzen (nämlich Gott alle Ehre geben)
- Sie offenbart vollständig den einzigen Weg, wie ein Mensch erlöst werden kann
- viele andere unvergleichliche Vorzüge und ihre gesamte Vollkommenheit
Trotzdem kommt unsere volle Überzeugung und Gewissheit bezüglich ihrer unfehlbaren Wahrheit und göttlichen Autorität von dem inwendigen Wirken des Heiligen Geistes, der durch das Wort und mit dem Wort in unseren Herzen davon zeugt (10).

10. Joh 16, 13-14; 1. Kor 2, 10-12; 1. Joh 2, 20.27; Jes 59, 21

1.6.Der Ratschluss Gottes bezüglich all der Dinge, die für seine eigene Ehre, die Erlösung, Glauben und Leben der Menschen notwendig sind, ist entweder ausdrücklich in der Schrift dargelegt oder kann mit notwendiger Folgerichtigkeit aus der Schrift abgeleitet werden. Hierzu darf zu keiner Zeit irgendetwas hinzugefügt werden, weder durch neue Offenbarung des Geistes noch durch menschliche Überlieferungen (11).
Trotzdem erkennen wir an, dass die innere Erleuchtung durch den Geist Gottes noetig ist, um das rettende Verständnis für das zu erlangen, was im Wort geoffenbart wird (12). Ebenso erkennen wir an, dass es einige Umstände betreffs der Verehrung Gottes und der Gemeindeleitung gibt, die in allen menschlichen Handlungen und Gesellschaften vorkommen, die durch das Licht der Natur und die christliche Vernunft geordnet werden müssen, den allgemeinen Richtlinien des Wortes gemäss, die dabei immer beachtet werden müssen (13).

11. 2. Tim 3, 15-17; Gal 7, 8-9;2. Thess 2, 2; Offb 22, 18-20
12. Joh 6, 45; 1. Kor. 2, 9-12
13. 1. Kor 11, 13-14; 14, 26.40

1.7.Die Dinge der Schrift sind weder alle gleich verständlich noch gleich klar für alle (14); aber die Dinge, die notwendigerweise für das Heil gewusst, geglaubt und beachtet werden müssen, sind an der einen oder anderen Stelle in der Schrift so klar dargelegt und geoffenbart, dass nicht nur die Gelehrten, sondern auch die Ungelehrten ein ausreichendes Verständnis erlangen können, indem sie die gewöhnlichen Mittel (15) gebrauchen (16).
14. 2. Petr 3, 16
15. Das ist das Lesen der Bibel und das Hören auf schriftgemäße Predigt
16. Ps 19, 8; 119, 130. Im englischen Original heisst es: "in a due use of ordinary means" beim gebührlichen Gebrauch der ordentlichen Mittel.

1.8.Das Alte Testament ist in Hebraeisch (und Aramaeisch) geschrieben, das damals die Muttersprache des Volkes Gottes war (17) Das Neue Testament ist in Griechisch geschrieben, das zur Zeit der Niederschrift die am meisten verbreitete Sprache auf der Welt war. Beide sind unmittelbar von Gott inspiriert und durch seine einzigartige Sorgfalt und Vorsehung zu allen Zeiten rein erhalten worden (18). Deshalb sind sie echt, maßgebend und vertrauenswürdig. Daher muss sich die Gemeinde letztlich in allen religiösen Auseinandersetzungen auf sie berufen (19). Da die ursprünglichen Sprachen nicht jedem Kind Gottes bekannt sind, das ein Recht auf und ein Interesse an der Schrift hat und dem befohlen ist, die Schrift in Gottesfurcht zu lesen (20) und zu studieren (21) muss die Schrift in die gewöhnliche (allgemein gebräuchliche und allgemein anerkannte) Sprache jedes Volkes übersetzt werden, zu der sie gelangt (22). Damit soll erreicht werden, dass Gottes Wort in allen reichlich wohnt, alle Gott in angemessener Weise verehren und alle durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben (23)
17. Röm 3,2.
18. Mt 5,18.
19. Jes8,20; Joh 10,35;Apg 15,15.
20. 5Mose 17,18-20; Jos 1,8; Oftb 1,3.
21. Joh5,39; Apg 17,11.
22. lKor 14,6.9.11-12.24.28.
23. lKor 13,16; Rom 15,4.

1.9.Die unfehlbare Richtlinie für die Auslegung der Schrift ist die Schrift selbst; wenn es deshalb eine Frage über den wahren und vollen Sinn einer Schriftstelle gibt (die Schrift besteht nicht aus vielen unterschiedlichen Schriften, sondern sie ist eine Einheit), muss sie anhand anderer Stellen, die deutlicher sprechen, untersucht und verstanden werden (24).
24. 2Petr 1,20-21; Apg 15,15-16; Joh 10,34-36.

1.10.Der höchste Richter, durch den alle religiösen Auseinandersetzungen entschieden werden müssen und durch den alle Beschlüsse von Konzilien, Meinungen antiker Autoren, menschliche Lehren und persönliche Meinungen geprüft werden und in dessen Urteil wir Ruhe finden sollen, kann kein anderer sein als die durch den Heiligen Geist eingegebene Heilige Schrift. Auf die so eingegebene Schrift ist unser Glaube letztlich gegründet (25).
40. Mt 22,29.31-32; Eph 2,20; Apg 28,23.
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Beitragvon Joschie » 24.06.2012 12:49

Gliederung des Kapitels

Abschnitt 1
I. Ihre Notwendigkeit (oder Unentbehrlichkeit)

A. Der Bereich ihrer Unentbehrlichkeit: „alle zum Heil notwendige Erkenntnis“
B. Die Grundlage für diese Unentbehrlichkeit
1. Die Unzulänglichkeit der allgemeinen Offenbarung
• Was die allgemeine Offenbarung leistet.
• Was die allgemeine Offenbarung nicht leisten kann.
2. Die Verschriftlichung der speziellen Offenbarung
• Der Hintergrund für die Verschriftlichung:
Die Offenbarung des Heilswegs
• Die Beschreibung der Verschriftlichung
(a) Der Zeitraum
(b) Der Umfang
(c) Der Zweck
• Die Auswirkung der Verschriftlichung

Abschnitt 2-3
II. Ihre Identität
2. A. Positiv definiert (Was gehört dazu?) — „alle Bücher des Alten und Neuen Testaments“
3. B. Negativ definiert (Was gehört nicht dazu?) — nicht die
Apokryphen

Abschnitt 4-5
III. Ihre Autorität
4. A. Die Autorität, die sie in sich selbst besitzt (oder die Tatsache
der göttlichen Autorität)
5. B. Die Autorität, die sie für uns besitzt (oder die Beglaubigung
ihrer göttlichen Autorität)
1. Das Wesen der Beweismittel
• Der äußerliche Beweis durch das Zeugnis der
Gemeinde
• Der innere Beweis durch die außergewöhnlich hohen Eigenschaften der Heiligen Schrift
2. Die Wirksamkeit der Beweismittel („das innere Wirken des Heiligen Geistes“)

Abschitt 6
IV. Ihre Hinlänglichkeit (Suffizienz)
A. Die Erklärung ihrer Hinlänglichkeit
1. Der Umfang ihrer Hinlänglichkeit
2. Die Art und Weise ihrer Hinlänglichkeit
3. Die Schlussfolgerungen aus ihrer Hinlänglichkeit
B. Die Einschränkung ihrer Hinlänglichkeit
1. Im Blick auf die Erleuchtung durch den Heiligen Geist
2. Im Blick auf den geheiligten Verstand

Abschnitt 7
V. Ihre Klarheit
A. Ihre Einschränkung
B. Ihre deutliche Erklärung

Abschnitt 8
VI. Ihre Verfügbarkeit
A. Die Tatsache ihrer Verfügbarkeit: ihre Bewahrung
B. Die Notwendigkeit ihrer Verfügbarkeit: ihre Übersetzung
1. Die Notwendigkeit ihrer Übersetzung
2. Die Berechtigung ihrer Übersetzung
3. Das Ausmaß ihrer Übersetzung
4. Der Zweck ihrer Übersetzung

Abschnitt 9-10
VII. Ihre Endgültigkeit
9. A. Insbesondere für die Auslegung der Heiligen Schrift selbst
10. B. Für religiöse Fragen allgemein
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Beitragvon Joschie » 25.06.2012 08:53

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

I. Die Notwendigkeit der Heiligen Schrift (Abschnitt 1)

A. Der Grund für diese Notwendigkeit


Das Bekenntnis erinnert uns daran, dass die Notwendigkeit der Heiligen Schrift in der Notwendigkeit der Heilsoffenbarung selbst begründet liegt. Das „Licht der Natur“ ist „nicht ausreichend, um jene Erkenntnis … zu geben, die zum Heil notwendig ist“. Daher ist die Heilsoffenbarung zur Errettung notwendig. Die absolute Notwendigkeit der Heilsoffenbarung für die Errettung schränkt einerseits die Notwendigkeit der Heiligen Schrift ein, macht sie aber ebenso auch erforderlich. Leute wurden ohne die Heilige Schrift errettet, aber nicht ohne Heilsoffenbarung. Das bedeutet, dass wir nicht uneingeschränkt von der Notwendigkeit der Heiligen Schrift sprechen können. Sie ist nicht so absolut notwendig wie die Heilsoffenbarung. Dies macht das Bekenntnis deutlich. Die Sprache, die an dieser Stelle gebraucht wird, kennzeichnet einen Vergleich: „besser“. Gleichzeitig erfordert die absolute Notwendigkeit der Heilsoffenbarung aber auch die (eingeschränkte und abgeleitete) Notwendigkeit der Heiligen Schrift. Das Bekenntnis erinnert uns daran, dass die Heilsoffenbarung zur Errettung dient. Die Menschen müssen damit in Berührung kommen, damit sie ihr Ziel erreichen kann. Als ein notwendiges Mittel zu diesem notwendigen Ziel, ist die Heilige Schrift selbst vonnöten. 2. Timotheus 3,15 besagt beispielsweise, dass die Weisheit, die zur Errettung führt, durch die Heilige Schrift vermittelt wird.
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Beitragvon Joschie » 26.06.2012 10:41

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

I. Die Notwendigkeit der Heiligen Schrift

B. Die Voraussetzung für diese Notwendigkeit

Die Behauptung, dass die Verschriftlichung ein notwendiges Mittel ist, um die Menschen mit der Heilsoffenbarung in Kontakt zu bringen, setzt etwas voraus, was das Bekenntnis ausdrücklich betont. Es setzt voraus, dass „es jene früheren Arten, auf die Gott seinen Willen seinem Volk zu erkennen gegeben hatte, nun nicht mehr gibt.“ (1,1). Wenn Christus immer noch unter uns leben würde oder seine inspirierten Apostel immer noch auf der Welt wären, dann wäre die Heilige Schrift nicht in der Weise notwendig. Manche haben tatsächlich behauptet, dass Gottes frühere Arten, sich selbst zu offenbaren, nicht aufgehört haben, was der Reformation Anlass gab, auf der Notwendigkeit der Heiligen Schrift zu bestehen. Sowohl die Katholiken mit ihrem unfehlbaren Papst und ihrer allein selig machenden Kirche als auch einige radikale Reformatoren mit ihrer Behauptung, Offenbarungen vom Heiligen Geist weiterzugeben, leugneten die Notwendigkeit der Heiligen Schrift oder setzten diese herab. Hebräer 1,1-2 enthält viele Gegensätze zwischen den beiden Arten, auf die Gott gesprochen hat, aber es gibt wenigstens einen Punkt, in dem sie übereinstimmen: Beide sind vollendet. Diese Beobachtung wird durch die Tatsache untermauert, dass die inspirierten Apostel, die einzigen inspirierten Vertreter des Sohnes Gottes, nicht länger auf dieser Welt leben (Apg 1,21-22; 1Kor 9,1; 15,7-8). Dies ist nun nicht der Ort, um ausführlich auf die Behauptungen der charismatischen Bewegung einzugehen. Es muss jedoch schlicht festgehalten werden, dass die Behauptung, es gebe bis heute eine fortdauernde Offenbarung, eindeutig mit klaren und grundlegenden Aussagen des Bekenntnisses und der reformierten und puritanischen Christenheit, die es zum Ausdruck bringt, im Widerspruch steht.
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Beitragvon Joschie » 30.06.2012 15:06

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

C. Die Gründe für diese Notwendigkeit

Der erste Grund für die Notwendigkeit der Heiligen Schrift ist der entscheidendste.

1. Bewahrung
Die Bewahrung der Heilsoffenbarung bringt uns zurück zu ihrer Absicht, Heil zu vermitteln. Die Errettung von Menschen hängt davon ab, ob sie im Besitz einer vertrauenswürdigen Aufzeichnung der Heilsoffenbarung sind. Das Bekenntnis sagt, dass „jene Erkenntnis Gottes und seines Willens …, die zum Heil notwendig ist“, schriftlich abgefasst wurde, „damit die Wahrheit besser bewahrt … wird“, letztendlich mit dem Ziel, dass „die Gemeinde gegen die fleischliche Verdorbenheit und die Bosheiten Satans und der Welt besser gegründet und gestärkt ist.“ (1,1). Daher hat uns Gott die Heilige Schrift gegeben, um die Wahrheit vor der fleischlichen Verdorbenheit — menschlicher Schwäche — und vor den Bosheiten Satans und der Welt — menschlicher Gottlosigkeit — zu bewahren. In der Heiligen Schrift selbst finden wir Hinweise auf diese Absicht. Die Gewissheit darüber, was die göttliche Offenbarung genau beinhaltet, ist der Grund für die Heilige Schrift. Es war notwendig, dass sie aufgeschrieben wurde, um Gewissheit zu haben, denn die gefallene Welt ist schwach(Lk 1,1-4; 2Petr 1,12-15; 3,1; 5Mose 17,18-20; 31,9-13.19-21) und gottlos (1Kor 15,1, 2Thess 2,1-2.15; 3,17).
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Beitragvon Joschie » 01.07.2012 09:39

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

C. Die Gründe für diese Notwendigkeit

2. Veröffentlichung
Das Bekenntnis erwähnt auch, dass durch die Heilige Schrift „die Wahrheit besser … verbreitet wird.“ (1,1). Die inspirierten Apostel konnten selbst zu ihren Lebzeiten nicht überall zur gleichen Zeit anwesend sein. Aus diesem Grund schrieben sie Briefe, um die Wahrheit, die sie lehrten, besser bekannt zu machen (Röm 1,8-15; Gal 4,20; 6,11; 1Tim 3,14-15; Offb 1,9.19; 2,1 etc.).
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Beitragvon Joschie » 02.07.2012 08:01

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

C. Die Gründe für diese Notwendigkeit

3. Auswahl
Es ist hilfreich, hier noch einen dritten Grund für die Verschriftlichung anzuführen, der nicht im Bekenntnis genannt wird. Klooster schreibt: „Man kann beobachten, dass die Verschriftlichung der Absicht des Heiligen Geistes dienlich war, aus dem umfangreichen Material der speziellen Offenbarung nur das auszuwählen, was Gottes Ziel bei der Verschriftlichung diente. Die Verschriftlichung führte so zu eine inspirierten Auswahl …“3 (siehe Joh 20,30-31; 21,25; Kol 4,16; 1Kor 5,9-10). Es mag scheinen, als ob das Bekenntnis dem widerspricht, wenn es feststellt, dass es Gott gefiel, die Heilsoffenbarung „vollständig schriftlich abfassen zu lassen“ (1,1). Die biblischen Belege sind aber so klar, dass die Verfasser mit Sicherheit nicht die Absicht hatten, zu lehren, dass alle Heilsoffenbarung aufgeschrieben wurde. Es geht nicht darum, dass alles, was einmal geoffenbart worden ist, auch aufgeschrieben wurde, sondern dass alles, was heute offenbar ist, aufgeschrieben ist.Die Heilsoffenbarung, die in der Bibel enthalten ist, ist eine präzise und ausreichende Zusammenfassung der gesamten Heilsoffenbarung.
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Beitragvon Joschie » 03.07.2012 15:14

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift


D. Die Schlussfolgerungen aus dieser Notwendigkeit

Die Notwendigkeit der Heiligen Schrift beinhaltet eine weitere besondere Tat Gottes im Blick auf die Heilige Schrift. Wenn es Gottes souveräne Absicht ist, Menschen durch die von ihm gegebene Heilsoffenbarung zu erretten, und wenn diese Heilsoffenbarung verschriftlicht werden muss, um in einer gefallenen Welt bewahrt zu werden, dann ist auch anzunehmen, dass diese souveräne Heilsabsicht sicherstellen würde, dass diese Schriften, die „unmittelbar von Gott inspiriert“ wurden, auch „durch seine einzigartige Sorgfalt und Vorsehung zu allen Zeiten rein erhalten“ würden (1,8). Daraus lässt sich absolut zwingend schließen, dass die einmal verschriftlichte Heilsoffenbarung durch die besondere Vorsehung Gottes vor der Zerstörung bewahrt werden würde. Diejenigen, die dies verstanden haben, wird es nicht überraschen, dass eine genaue Untersuchung der Geschichte des Bibeltextes und dessen Textkritik zeigt, dass der Text der Bibel ohne Zweifel der am besten bewahrte Text der Antike ist, den es gibt. Es überrascht auch nicht, dass keine einzige Wahrheit der biblischen Botschaft an der Entscheidung in einer textkritischen Frage hängt. Und es erstaunt einen auch nicht die Feststellung, dass die wissenschaftliche Textkritik, wenn sie aufrichtig und im Glauben angewandt wird, die allermeisten textkritischen Probleme mit einem hohen Maß an Sicherheit lösen kann.
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Beitragvon Joschie » 04.07.2012 16:15

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

II. Die Autorität der Heiligen Schrift (Abschnitt 4-5)

Die Gedankenentwicklung in Abschnitt 4 und 5 bedient sich der klassischen theologischen Unterscheidung zwischen der Autorität des Wortes an sich (quoad se) und seiner Autorität, die es bei uns selbst hat (quoad nos). Diese theologische Unterscheidung beruht auf zwei unterschiedlichen Fragen, die man zur Autorität der Heiligen Schrift stellen kann: „Warum besitzt die Bibel Autorität?“ und: „Wie können wir wissen, dass die Bibel das Wort Gottes ist und damit Autorität besitzt?“ Während diese beiden Fragen und die Antworten darauf, wie wir sehen werden, eng miteinander verwoben sind, sind sie doch logisch voneinander zu unterscheiden. Während Abschnitt 4 nichts über unser Vertrauen in die Bibel sagt, sondern nur unpersönlich über die Autorität der Bibel an sich spricht, betont Abschnitt 5 wiederholt unsere persönliche Erkenntnis der Autorität der Bibel: „Wir können zwar … zu einer hohen und ehrerbietigen Wertschätzung der Heiligen Schrift bewegt und angeleitet werden. …Trotzdem wird unsere volle Überzeugung und Gewissheit bezüglich der unfehlbaren Wahrheit und göttlichen Autorität derselben durch das innere Wirken des Heiligen Geistes hervorgebracht, der durch das Wort und mit dem Wort in unseren Herzen davon Zeugnis gibt.“ (1,5). Abschnitt 4 betont die objektive Seite, während Abschnitt 5 die subjektive Seite hervorhebt. Um die Wahrheiten zu entfalten, die in diesen beiden Abschnitten bekräftigt werden, werde ich die oben genannte Gliederung verwenden.
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Beitragvon Joschie » 05.07.2012 17:56

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

II. Die Autorität der Heiligen Schrift (Abschnitt 4-5)

A. Die Tatsache der göttlichen Autorität (Abschnitt 4)
Die göttliche Autorität der Bibel bedeutet, dass sie absolute Autorität besitzt und in allen Teilen verbalinspiriert ist. Die Lehre von der Verbalinspiration in allen ihren Teilen ist die Lehre davon, dass die Worte der Bibel — jedes einzelne Wort der Bibel — das Ergebnis davon sind, dass der Heilige Geist direkt, in übernatürlicher Weise auf Menschen eingewirkt hat, die sein Sprachrohr oder seine Werkzeuge waren. Die Heilige Schrift ist vollkommen irrtumslos. Wie später gezeigt werden wird, ist dies die angemessene Schlussfolgerung aus dem Bekenntnis. Wenn wir die Belege betrachten, die für die absolute, göttliche Autorität der Heiligen Schrift sprechen, dann ist es notwendig, zuerst festzustellen, dass sich die Bibel an keiner Stelle widerspricht. Die Bibel behauptet nirgends von einer anderen Stelle der Bibel, dass diese falsch sei. Dies ist so offensichtlich, dass es nicht verteidigt werden muss. Wir wollen nun zuerst die Belege für die Autorität des Alten Testaments betrachten. Zwei Arten von Belegen für seine Autorität können angeführt werden: das Zeugnis des
Alten Testaments über das Alte Testament und das Zeugnis des Neuen Testaments über das Alte Testament. Das Zeugnis des Neuen Testaments über das Alte Testament macht die Autorität des Alten Testaments als organische Einheit unzweideutig klar. Die Argumentation für die Autorität der Bibel beginnt daher bei der Lehre über die Autorität des Alten Testaments, wie wir sie im Neuen Testament finden.
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Beitragvon Joschie » 06.07.2012 14:45

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

II. Die Autorität der Heiligen Schrift (Abschnitt 4-5)

A. Die Tatsache der göttlichen Autorität (Abschnitt 4)


1. Das Alte Testament ist heilig (Röm 1,2; 2Tim 3,15). Wie der Tempel (beachte, wie dieses Wort auch in Bezug auf den Tempel gebraucht wird) steht das Alte Testament in einem besonderen Verhältnis zu Gott. Die Schriften des Alten Testaments sind die Schriften Gottes.

2. Die Schriften des Alten Testaments sind die Aussprüche Gottes (Röm 3,2; Apg 7,38; Hebr 5,12). Wie Benjamin Warfield ausführlich gezeigt hat, bezeichnet das Wort, das mit „Aussprüche“ übersetzt wird, ganz allgemein eine göttliche Äußerung. Römer 3,2 bezieht sich auf die schriftliche Abfassung dieser Äußerungen, was daraus geschlossen werden kann, dass sie Israel „anvertraut“ wurden.

3. Letztendlich ist Gott der entscheidende Sprecher und Autor des Alten Testaments (Apg 2,16-17; 4,24-25; Mt 13,35).

4. Aus diesem Grund sind die Ausdrücke „Gott sagt“ und „die Schrift sagt“ gleichbedeutend. In Römer 9,17 und Galater 3,8 wird das, was Gott im Alten Testament sagt, der Heiligen Schrift zugeschrieben, während in Matthäus 19,4-5 das, was die Heilige Schrift im Alten Testament sagt, Gott zugeschrieben wird. Dieses heilige Durcheinander kann nur durch die Annahme erklärt werden, dass die Schrift als das Reden Gottes selbst verstanden werden muss.

5. Da Gott der eigentliche Autor der Heiligen Schrift ist, können sie auch im Blick auf die weit entfernte Zukunft geschrieben worden sein und sind es auch (Röm 15,4; 1Kor 10,11). Es ist zu beachten, dass die vollständige Inspiration des Alten Testaments in Römer 15,4 vorausgesetzt wird.

6. Da Gott der Autor der Heiligen Schrift ist, besitzt sie nicht nur im Ganzen Autorität, sondern sie besitzt sie auch im Einzelnen. Manche Argumente beziehen sich sogar auf die grammatikalische Form eines einzelnen Wortes (Mt 22,32.41-46; Lk 16,17; Joh 10,35; Gal 3,16).

7. Da die Heilige Schrift göttlich ist, ist sie sozusagen eine Niederschrift des göttlichen Ratschlusses. Es besteht ein göttlicher Zwang, dass sie in Erfüllung geht (Mt 26,54; Lk 22,37; Joh 13,18; 19,24.34-36; Apg 1,16; 2,24-36; 13,34-35).

8. Die fünf klassischen Stellen, welche die göttliche Autorität des Alten Testaments zum Ausdruck bringen, sind wohl 2. Timotheus 3,16; 2. Petrus 1,19-21; Matthäus 4,1-11; 5,17-18 und Johannes 10,34-36. Sie bekräftigen, dass das Alte Testament sowohl als organische Einheit insgesamt als auch im Einzelnen von Gott eingehaucht und das Ergebnis der unmittelbaren, göttlichen Schöpfung ist, die auf ihn selbst ausgerichtet ist, und dass es von bleibender Gültigkeit und unwiderruflich in jeder Aussage als in jeder Hinsicht autoritativ niedergeschrieben wurde.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 07.07.2012 20:40

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

II. Die Autorität der Heiligen Schrift (Abschnitt 4-5)

A. Die Tatsache der göttlichen Autorität (Abschnitt 4)


Dieser kurze Überblick über die Belege, die für die göttliche Autorität des Alten Testaments insgesamt und im Einzelnen sprechen, erinnert uns an die Worte Benjamin Warfields: „Der Versuch, das Zeugnis der Bibel über ihre vollkommene Inspiration wegerklären zu wollen, erinnert uns an einen Mann, der in seinem geschützten Labor steht und eifrig eine Theorie entwickelt — möglicherweise unter Zuhilfenahme von Diagrammen und Formeln —, wie jeder einzelne Stein in einer Lawine einen genau vorgegebenen Weg zurücklegt und von jemandem, der einen kühlen Kopf bewahrt, leicht umgangen werden kann. Wir können uns die Freude eines solch eifrigen Müßiggängers vorstellen, wenn er die Lawine in ihren einzelnen Steinen analysiert hat und Stein um Stein aufzeigen würde, wie sein Weg genau vorherbestimmt und eingeschränkt ist und daher leicht umgangen werden kann. Aber unglücklicherweise kommen Lawinen nicht Stein für Stein auf uns herab, einer nach dem anderen, wobei sie uns höflich die Zeit lassen, aus dem Weg des Unheils zu entrinnen. Ebenso mögen wir einen oder zwei Texte, die die vollständige Inspiration lehren, zu unserer eigenen Befriedigung in unserem Kämmerlein wegerklären, indem wir sie so behandeln, als stünden sie in keiner Beziehung zu den anderen Texten. Aber diese unsere Texte kommen unglücklicherweise wieder nicht in dieser künstlichen Isolation zu uns, noch ist es lediglich eine geringe Anzahl. Es gibt Hunderte von ihnen, und sie überschütten uns in einer einzigen festen Masse. Sie wegerklären? Dann müssten wir das gesamte Neue Testament wegerklären.“Die Argumentation für die Autorität des Neuen Testaments ist eine Schlussfolgerung aus der neutestamentlichen Lehre über die Autorität der Schriften des Alten Testaments. Wir müssen einfach feststellen, dass das Neue Testament im Prinzip dieselbe (von Gott eingehauchte) Autorität besitzt wie das Alte Testament. John Murrays Anmerkungen zu dieser Sache kann nicht widersprochen werden: „Die organische Einheit beider Testamente ist die Voraussetzung, die nötig ist, um sich auf die Autorität des Alten Testaments berufen zu können und darauf anzuspielen, wovon das Neue Testament voll davon ist. Diese Tatsache der organischen Einheit trägt sehr direkt etwas zu der Frage nach der Inspiration des Neuen Testaments bei. Denn wenn, wie wir herausgefunden haben, das autoritative Zeugnis des Neuen Testaments das unveränderliche und irrtumslose Wesen des Alten Testaments bestätigt, wie könnte dann das, was eine organische Einheit mit dem Alten Testament bildet, was die Art und Weise der Inspiration angeht, ein völlig anderes Wesen haben? Wenn die Implikationen der organischen Einheit in vollem Maße gewürdigt werden, dann ist es unmöglich, zu glauben, dass die Göttlichkeit des Neuen Testaments auf einer geringeren Ebene anzusiedeln sei als die des Alten Testaments. Folglich steht fest, dass, wenn das Alte Testament gemäß dem Zeugnis, das in dieser Sache die größte Bedeutung hat oder die größte Autorität besitzt, irrtumslos ist, es das Neue Testament auch sein muss.“
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Beitragvon Joschie » 08.07.2012 17:05

KAPITEL 1: Über die Heilige Schrift

II. Die Autorität der Heiligen Schrift (Abschnitt 4-5)

A. Die Tatsache der göttlichen Autorität (Abschnitt 4)


Die Voraussetzung und der wichtigste Grund für die Ausdehnung der alttestamentlichen Autorität auf das Neue Testament ist die besondere Beziehung und die organische Einheit, die zwischen beiden besteht. Das prophetische Wesen des Alten Testaments erfordert ein Neues Testament. Das Neue Testament beansprucht selbst, diese Erfüllung zu sein. In der organischen Entfaltung der Heilsgeschichte muss es daher wenigstens auf derselben Ebene angesiedelt sein wie das Alte Testament. Diese Tatsache erfordert, dass den Schriften des Neuen Testaments eine gleichwertige Autorität und Inspiration zugeschrieben werden muss. Die klassischen Schriftstellen, die die organische Einheit zwischen dem Alten und Neuen Testament lehren, sind Hebräer 1,1-2 und 2. Korinther 3,10-11. Konkrete Stellen, die dem Neuen Testament dieselbe Autorität zuschreiben, sind diejenigen Texte, die lehren, dass die Autoritätspersonen des Neuen Bundes die gleiche Autorität besitzen (Joh 2,22; Röm 16,25-26; 1Kor 14,37; 15,3-11; 2Petr 1,16-21; 3,1-2), und diejenigen, die lehren, dass die geschriebenen Autoritäten des Neuen Bundes mit der gleichen Autorität ausgestattet sind (1Tim 5,18; 2Petr 3,16). An dieser Stelle können nicht alle Einwände, die gegen die göttliche Autorität und Irrtumslosigkeit der Bibel vorgebracht werden, erörtert werden. Der Einwand gegen diese Lehre, der darauf beruht, dass die Bibel ein menschliches Schriftstück ist, verdient es jedoch, dass wir darauf eingehen. Der Einwand besagt, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde. Menschen sind frei und können irren. Daher muss auch die Bibel Irrtümer enthalten. Dass die Bibel von Mensche geschrieben wurde und daher sowohl ein göttliches als auch ein menschliches Buch ist, kann und muss nicht geleugnet werden. Zwei Überlegungen zeigen jedoch, dass die Schlussfolgerung, die bei diesem Einwand aus dieser Tatsache gezogen wird, falsch ist.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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