Andachten zum Buch Josua

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

Moderator: eddi

Shalom
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Beitragvon Shalom » 27.10.2012 03:35

C.H.Spurgeon

,,Frei vor dem Bluträcher." Jos. 20, 3.


Es wird berichtet, daß die Freistädte im Lande Kanaan so eingerichtet und gelegen waren, daß jedermann eine derselben längstens binnen einem halben Tage erreichen konnte. Und so ist auch das Wort unsers Heils uns nahe gelegt; der Herr Jesus ist ein gegenwärtiger Heiland, und der Weg zu Ihm ist kurz; es bedarf von unsrer Seite nur ein einfaches Verzichten auf das eigne Verdienst und ein Anklammern an Jesum, der unser Eins und Alles ist. Von den Straßen, die zu den Freistädten führten, wird uns erzählt, daß eine jede wohl einzäunt, daß jeder Bach und jede Schlucht überbrückt, jedes Hindernis weggeschafft war, so daß der Fliehende den Weg zur Stadt ungehindert zurücklegen konnte. Einmal im Jahre gingen die Ältesten der Stadt diese Straßen entlang, um deren Beschaffenheit zu prüfen, damit nichts die Flucht eines Menschen aufhalten möchte, und er nicht durch eine Verzögerung in die Hände seiner Verfolger gerate und erschlagen werde. Wie gnädig räumen doch die Verheißungen des Evangeliums alle Steine des Anstoßes aus dem Wege! Wo etwa Nebenwege und Biegungen sich vorfanden, waren Wegweiser errichtet und darauf die Worte geschrieben: ,,Zur Freistadt!" Das gewährt uns ein Bild von der Straße zu Jesu Christo. Sie ist keine vielgewundene Gesetzesstraße; da heißt's nicht: ,,Du sollst dies und sollst das und sollst jenes tun;" es ist die gerade Straße: ,,Glaube, so wirst du selig." Es ist eine so seltsame Straße, daß kein Selbstgerechter je darauf gehen kann, und doch so angenehm und bequem, daß jeder Sünder, der weiß, daß er ein Sünder ist, auf derselben den Weg zum Himmel sicher findet. Sobald der Totschläger die Vormauer der Stadt erreicht hatte, war er gerettet; es war nicht mehr nötig, daß er weit in die Stadt hineinging, sondern schon die Vorstädte gewährten ihm den sichersten Schutz. Daraus lerne: wenn du nur den Saum am Kleide Christi anrührst, so wirst du gesund; so du nur an Ihm festhälst mit einem ,,Glauben als ein Senfkorn", so wirst du selig. Nur versäume keine Zeit, verweile nicht auf dem Wege, denn der Bluträcher läuft eilenden Fußes; und vielleicht folgt er dir auf den Fersen nach in dieser stillen Abendstunde. So eile zu Jesu, und rette dich!

Shalom
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Beitragvon Shalom » 28.10.2012 03:27

A.Christlieb

Die Kinder Ruben und Gad nannten den Altar: ,,Daß er Zeuge sei zwischen uns, daß der Herr Gott sei." Josua 22, 34



Kanaan ist erobert und Israel - gerät in Zank. Wie kam das? Die Stämme Ruben und Gad zogen ab in ihr Erbteil östlich des Jordan. An der Übergangsstelle bauten sie einen großen, schönen Altar zur Ehre Gottes. Etliche, die ihn auf einer Wanderung erblickten, erzählten davon in Israel und posaunten aus, Ruben und Gad seien von Gott abgefallen und hätten einen Götzenaltar gebaut. Die Erinnerung daran, wie schrecklich sich der Bann in Achans Tagen ausgewirkt hatte, brachte hitzige Gemüter in Weißglut. Nicht lange, und ganz Israel gürtete das Schwert um, versammelte sich in Silo und zog aus, um Gad und Ruben auszurotten! - Ach, dieser Jammer! Bis heute wiederholt sich das Trauerspiel immer wieder. Man hört etwas sagen (V. 11). Man forscht und fragt nicht nach. Falsche Vermutungen werden als Wahrheit weitergeredet. Im Herzen wird ein tiefer Groll gegen den Bruder, die Schwester, den Nachbarn genährt und - das alles wegen einer falschen Vermutung! - Verflucht seien die bösen Zungen, die durch böses Geschwätz und Verleumdung bitteren Hader erregen! Solche Lästerer und Ohrenbläser gehören an den Pranger! Sie werden Gottes Reich nicht sehen! - In Josuas Tagen fand sich ein verständiger Mann, der Priester Pinehas. Der ging zu den Bundesstämmen hinüber. Da erfuhr er sogleich, daß all das Gerede keinen Grund habe, daß der Altar einzig ein Denkmal der Güte Gottes sein sollte! - Gibt es nicht Familien, die jahrelang in Streit leben auf Grund von falschen Vermutungen? Und nie findet sich ein Mann des Friedens, der eine ruhige Auseinandersetzung herbeiführt und Versöhnung stiftet. - Wie lange steht ihr geharnischt gegeneinander, statt euch offen auszusprechen. - ,,Selig sind die Friedensstifter! Sie werden Kinder Gottes heißen" (Matth. 5, 9).

Shalom
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Beitragvon Shalom » 29.10.2012 05:32

A.Christlieb

Wenn ihr euch den Kanaanitern verbindet, so werden sie euch zum Strick und Netz, zur Geißel in euren Seiten und zum Stachel in euren Augen. Josua 23, 13


Den Kanaanitern gegenüber mußte Israel in Kampfstellung bleiben. Befreundete es sich mit ihnen, dann rächte sich das furchtbar. Sie werden für Israel zum ,,S t r i c k". Wie ein Gefesselter sich nicht mehr frei bewegen kann, so hatte Israel zu leiden unter der Zwingherrschaft z. B. der Midianiter. Man konnte nicht einmal aufs Feld gehen oder die wenigen armen Garben, die man nachts geholt, zu Hause dreschen! So geht es allen Sünden d i e n e r n! Wer die Sünde nicht bindet, den fesselt die Sünde. Denkt an Trinker und Wollüstlinge. ,,Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht!" Solche Menschen m ü s s e n sündigen, ob sie sich noch so dagegen sträuben. Gott gibt sie zur Strafe dahin in dir Gelüste ihrer Herzen, wie Röm. 1, 24 sagt, ,,zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst." Weiter: ,,Sie werden euch zum Netz." Habt ihr ein Fischlein im Garn zappeln sehen, einen Vogel oder Schmetterling im Netze ängstlich flattern? Dann wißt, ihr Jünglinge und Jungfrauen, die ihr mit der Sünde s p i e l t : es dauert nicht lange, und ihr seid gefangen in den Netzen des Lasters! - Schlimmer noch wirds: ,,Sie werden euch zur Geißel in den Seiten." Im Orient werden viele Tiere in grausamer Weise mit eisernen Stacheln angetrieben. Reiter haben oft die Pferde mit spitzen Sporen in den Flanken schwer verwundet. So wirken sich auch Sünden aus, die man nicht vertilgt. In Hofackers Briefen finden sich Beispiele von solchen Qualen durch nicht bekämpfte Sünden. Dieselben werden zuletzt ,,S t a c h e l n in den A u g e n." Das Auge ist eines der empfindlichsten Teile des Körpers. Wie schmerzt schon ein Stäublein und ein Insekt, wenn es da eindringt. Nun aber gar ein Stachel in den Augen. Darum: Fluch der Sünde und Feindschaft bis in den Tod!

Shalom
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Beitragvon Shalom » 30.10.2012 04:45

W.Nee

Eure Väter ... dienten anderen Göttern. Da holte ich euren Vater Abraham von der anderen Seite des Stromes und führte ihn durch das ganze Land Kanaan und mehrte sein Geschlecht. Josua 24,1-2


Abraham war berufen und auserwählt, aber nicht nur um seiner selbst und seiner Nachkommen willen und nicht nur, um selber Gnade zu empfangen, sondern um sie anderen zu übermitteln. Menschen, die aus dem Glauben lebten, hatte es schon vor ihm gegeben, Menschen wie Abel, Henoch und Noah, die sich durch ihren Wandel in Gott von den übrigen abhoben. Abraham dagegen war anfangs ein Götzendiener gewesen, genauso wie die um ihn herum. Seinem ursprünglichen Wesen nach, bevor ihn Gott rief, konnte er jenen Dreien nicht an die Seite gestellt werden.

Und doch erscheint sein Name gleich zu Beginn des Matthäus-Evangeliums. Von Jesus wird kein anderer alttestamentlicher Name so häufig genannt wie der seine. Und dieser Götzenanbeter wird erwählt, Segen auf unzählbare Menschenmengen zu bringen - erwählt einzig deshalb, weil es Gott gefiel, ihn zu erwählen. Von Natur aus lag in Abrahams Wesen gar nichts, was darauf hindeutete, daß durch ihn solcher Segen über so viele kommen würde. Gott holte ihn, führte ihn, mehrte ihn. Kann dieser gleiche Gott nicht das gleiche bei dir tun?

Shalom
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Beitragvon Shalom » 31.10.2012 06:55

A.Christlieb

Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen. Josua 24, 15



Das ist Josuas Wahlspruch. Er fühlt sein Ende herannahen. Noch einmal versammelt er das ganze Volk um sich. Er stellt es vor die Wahl, ob sie den Götzen ihrer Urväter in Chaldäa, den Götzen Ägyptens und Kanaans oder dem lebendigen Gott dienen wollen. Dann ruft er zum Schluß: ,,Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen." - Ein herrliches Bild: Ein Mann, der unabhängig von der Entscheidung der anderen Menschen fest auf der Seite Gottes steht. - Bei der heute üblichen Vermischung von Christentum und Welt brauchen wir so notwendig selbständige Christen, die durch Gottes Geist fest und hart gemacht sind, die sich nicht nach den weltlichen Sitten der Namenchristen, sondern nach der Bibel richten, die frei sind von Menschenfurcht und weder rechts noch links, sondern ehrfurchtsvoll nach oben blicken. - "Ich und mein Haus" sagt Josua. So kann nicht jeder sprechen. Mancher hat bei der Heirat auf das Geld oder die schöne Gestalt gesehen. Josua hat eine Frau genommen, das ihm in der Gottesfurcht gleichstand. Wie bitter muß mancher es bereuen, daß er nicht auch so wählte! Jahrzehntelang muß er darüber seufzen. Gott erbarme sich unserer leichtsinnigen Jugend, die Verbindung anknüpft hinter dem Rücken der Eltern, über die sie später bitter weinen müssen. Ich - und mein Haus! - Zu dritt sagt Josua: ,,Wir wollen dem Herrn dienen." Bei Josua war mehr zu finden als ein Kopfglaube. Sein ganzes Leben stand im Dienste des Herrn. - Das wollen wir uns auch gesagt sein lassen. Ob wir daheim sind oder auf dem Arbeitsplatz, ob wir auf Reisen sind oder Besuch empfangen: Wir sollen immer im Dienst des Herrn stehen. Denn dazu ist der Herr gekommen, ,,daß wir erlöst aus der Hand unserer Feinde, ihm dienen unser Leben lang" (Luk. 1, 74).


A.Christlieb
Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen. Josua 24, 15

Wie kann man Josuas Wahlspruch im eigenen Hause durchführen? Am Beispiel des Erzvaters Jakob kann man sehen, wie das gelingen kann. Für Jakob war das eine schwere Aufgabe. Jakobs Frau Rahel hing mit ihrem Herzen an den Götzen ihres Vaterhauses. Seine Kinder waren zum Teil ganz weltlich gesonnen und trieben hinter dem Rücken des Vaters schlimme Dinge. Jakob aber hatte seine Pnielstunde hinter sich und war gründlich gereinigt von seinen Götzen und Lieblingssünden. Dadurch war es ihm gegeben, eines Tages in göttlicher Autorität vor seine versammelte Familie hinzutreten und zu sprechen: ,,Tut von euch die fremden Götter! Reinigt euch! Laßt uns auf sein, daß ich Gott einen Altar baue!" Und alle fügten sich ihm: Rahel, seine leidenschaftlichen und zornmütigen Söhne Simeon und Levi, sowie alle übrigen Familienglieder. Unter der Eiche zu Ophra begruben sie sämtliche Götzen. - Ihr gläubigen Eltern, wie lange wollt ihr die Eitelkeit und den Leichtsinn eurer Töchter, die Zuchtlosigkeit und Frechheit eurer Söhne dulden? Habt ihr selber eure Sache in heiligem Gebetskampf vor Gott zurechtgebracht, dann schenkt er euch auch die heilige Vollmacht Jakobs, und eine Familie, die in ihrer Gesamtheit Gott dient. - Wo es bei den Eltern selbst nicht stimmt, geht es wie in der Familie des Hohenpriesters Eli. Der Vater Eli sah und hörte, wie seine Söhne in schändlichen Unzuchtssünden lebten und Diebstahl am Heiligsten verübten. Er aber vermochte nicht mehr als die schwächlichen Worte herauszustoßen: ,,Nicht doch, meine Kinder, das ist kein gutes Gerücht, das ich von euch höre" (1. Sam. 2, 24). - Es gibt bis heute in frommen Kreisen Häuser, deren Väter nicht nur jeder männliche Schneid, sondern vor allem die göttliche Entschiedenheit und die Vollmacht von oben fehlt - ,,Elihäuser". Jakobs Familie besteht bis heute. Elis Haus ging in Schanden unter.


C.Eichhorn

Stunden der Entscheidung Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt! Jos. 24, 15


Es war ein großer Wendepunkt im Leben der Israeliten, an dem Josua, ihr Führer, dieses Wort an sie richtete. Sie waren im Begriff, sich nach 40jährigem Wanderleben und 7jährigen Kämpfen im Land Kanaan häuslich niederzulassen. Durch ihren Unglauben und Sündendienst hatten sie oft den Bund mit dem Herrn gebrochen. Jetzt sollte der Bund erneuert werden zwischen dem Herrn und dem Volk. Wie der Herr das Volk in freier Liebe erwählt hatte, so sollten sie, nach soviel Wohltaten, freiwillig aus dankbarer Liebe mit Freuden in seinem Dienst stehen. Er stellt den Bund in ihre freie Wahl, indem er ihnen erklärt, er habe sie schon erwählt. Sie hatten viel Güte und Treue von Gott erfahren. Er hatte seine Verheißungen eingelöst. Es fehlte nichts an allem, was er ihnen versprochen hatte. Es kam alles! Nun sollen sie wählen. Josua drängt ihnen den Dienst Jehovas nicht auf. Im Gegenteil, er verhehlt ihnen die Schwierigkeiten nicht. Gott nimmt es genau, gerade mit denen, die ihm gehören wollen. Sie sollen es sich wohl überlegen und die Kosten überschlagen. Josua für seine Person ist entschlossen. Er will mit seinem Haus dem Herrn dienen. Wohl dem, der die gleiche Wahl trifft! Sie hat noch niemanden gereut. Im Gegenteil: jeder, der sich Gott ergibt, bedauert die Zeit, die er dem Herrn gestohlen und der Eitelkeit geweiht hat. Der Psalmist dankt dem Herrn, daß er ihm geraten hat, ihn zu seinem Teil zu erwählen. Es gibt in unserem Leben besondere Wendepunkte und Tage, wo wir am Scheideweg stehen und vor die Wahl gestellt werden, wem wir dienen wollen, der Trautag, auch besondere Trauertage sind wie Marksteine auf unserem Lebensweg. Das "Heute", wo wir uns entscheiden sollten, sind insbesondere auch die Tage und Stunden, wo uns Gottes Gnade so recht nahetritt. Dieses "Heute" schafft nicht der Mensch, sondern Gott; darum liegt es nicht in unserem Belieben, die Gnade zu ergreifen, wann wir wollen, sondern wir können sie nur ergreifen, wann Gott will. Es gibt böse Tage, wo die Finsternis eine unheimliche Macht hat. Es gibt auch Gnadentage, wo die Wahrheit mächtig an unser Herz dringt, wo der Herr mit seiner Pflugschar den Herzensboden lockert und ihn mit besonderen Gnadenkräften durchdringt. Da gilt: "Heute, wenn du seine Stimme hörst, verstocke dein Herz nicht!" Aufschieben ist eine gefährliche Sache. Eine versäumte und verpaßte Gnadenstunde kehrt vielleicht wieder, vielleicht auch nicht. Jedenfalls geht's das nächste Mal nicht leichter, sondern schwerer. Beachte das selige "Heute"! Die Gnade hat Grenzen und Zeit. Josua sagt Vers 19: "Ihr könnt dem Herrn nicht dienen." Ich kann nicht, so schreit ein Herz, das aufrichtig dem Herrn dienen möchte und merkt, daß ihm die Kraft dazu gebricht. Wenn dies aus aufrichtiger Demut gesprochen wird, dann ist es der erste Schritt zum seligen Können. Jesus ist da, der das Vollbringen schafft.


Ch.Spurgeon

"Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!" Josua 24,15



Die rechte Entscheidung für Gott ist tief, ruhig, klar, bestimmt und wohlgegründet. Josua spricht seinen Entschluß nicht leichthin aus. Schaut auf das Angesicht des ernsten Kriegers, gezeichnet durch die Narben mancher Schlacht, gefurcht von mehr als hundertjähriger Erfahrung. Er sieht nicht aus wie ein Tändler. Er spricht nicht wie einer, der ein Liebeslied singt und es von seinen Lippen trillert, sondern seine Worte kommen mit der schroffen Ehrlichkeit und der tapferen Aufrichtigkeit eines Heerführers aus seinem Herzen. Es klingt, als hätte er gesagt: "Ich habe meinen Gott zu viele Jahre gekannt, um ihn nun zu verlassen. Ich habe nicht unter dem Schatten des Allmächtigen vierzig Jahre lang in der Wüste zugebracht, um nun am Ende die Götzen aufzusuchen." Er spricht wie einer, der die Sache gründlich erwogen hat und zu einer Entscheidung gekommen ist, die er gegen alle verteidigen kann. Ihr seht in ihm keinen Wetterhahn, der aus Menschengefälligkeit der öffentlichen Meinung beipflichtet, sondern ihr hört einen ehrlichen Mann, der sein Herz aufschließt und seine innersten Gefühle mit heiligem Ernst ausspricht. Er verkündet einen unumstößlichen Entschluß: "Ich aber und mein Haus, wir wollen trotz der Menge und trotz der Sitten, trotz Versuchungen und Trübsale, trotz der Götzen oder Teufel bis zum Ende dem Herrn dienen." Genauso sollte die Entschiedenheit eines jeden von uns sein, und ich wünsche ernstlich, sie wäre es.

Ich liebe an Josua, daß er niemand darüber im unklaren lassen will, wie er steht. Warum seid ihr nicht ebenso offenherzig, die ihr den Herrn liebt? Er hat sich nicht geschämt zu bekennen, daß er uns liebt. Sollten wir uns nun seiner schämen? Zieht die Flagge am Masten hoch, damit jedes Auge sie sehen kann. Und wenn jemand mit dem Herrn Jesus Krieg führt, führt er mit uns Krieg. Laßt Erde und Hölle dies ein für allemal wissen.



Ch.Spurgeon
"Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!" Josua 24,15

Gott zu dienen ist die vernünftigste Sache der Welt. Er hat dich erschaffen; sollten deinem Schöpfer also nicht deine Dienste geweiht sein? Er ist es, der dich versorgt und am Leben erhält; sollte dieses Leben nicht zu seiner Verherrlichung eingesetzt werden?

Angenommen, du hättest einen Hund, der nie mit dem Schwanz vor dir wedelt, der, statt Notiz von dir zu nehmen, jedermann sonst auf den Fersen folgt - würdest du dieses Geschöpf nicht bald leid werden, das dich so wenig als seinen Herrn anerkennt? Wer würde sich eine Maschine anfertigen, wenn er nicht hoffte, daß sie ihm von Nutzen sein würde?

So hat Gott dich erschaffen, und wahrlich, dein Leib ist ein wundervoller Mechanismus; deine Seele ist gleichfalls etwas Wunderbares. Willst du Gott nicht gehorchen und ihm dienen?

"Ich habe Kinder großgezogen und erhöht, und sie sind von mir abgefallen. Ein Ochs kennt seinen Besitzer, ein Esel die Krippe seines Herrn; Israel kennt ihn nicht, mein Volk unterscheidet nicht" (Jesaja 1,2-3).

Zwanzig Jahre ohne Gott gelebt zu haben ist ein unverzeihliches Versäumnis; wie hast du das nur fertig gebracht! Dreißig oder vierzig Jahre gelebt zu haben, ohne je dem Ehrfurcht gezollt zu haben, der dir das Leben gegeben hat, ohne den du längst im Grab liegen würdest, ist eine gemeine Übertretung. Willst du nicht endlich den richtigen Weg einschlagen?

Es gibt Menschen, die es nicht ertragen können, fünf Minuten, ja nicht einmal fünf Sekunden lang gereizt zu werden. Aber von dir hat sich Gott jahrelang und noch länger - dreißig, vierzig, ja fünfzig Jahre lang - reizen lassen, und doch hat er es mit unendlicher Langmut und Geduld getragen. Wird es also nicht Zeit, daß du ihm dein Leben weihst? Da er uns erschaffen, erlöst und bewahrt hat, hat er das Recht, daß wir ihm als seine Kinder dienen.



Ch.Spurgeon
"Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!" Josua 24,15

Ich höre jemand sagen: "Ich will kein Knecht, keine Magd sein." Nun, mein Freund, daran kommst du nicht vorbei; du mußt irgend jemandes Knecht sein. "Nun, dann will ich mir selbst dienen", sagt jemand. "Entschuldige, Tapferer, wenn ich dir ins Ohr flüstere: "Wenn du dir selbst dienst, dienst du einem Narren!" Wer sein eigener Diener ist, der ist ein Sklave eines Sklaven, und ich kann mir keine erniedrigendere Stellung denken als die eines Menschen, der der Sklave eines Sklaven ist. Du wirst sicherlich auch jetzt schon irgend jemand dienen. Du wirst auch Fesseln tragen, wenn du dem Meister dienst, den sich die meisten Menschen erwählen. Gibt es einen denkenden Menschen in Ketten, dem gleich, der sich "freisinnig" nennt? Gibt es einen Menschen, der so leichtgläubig ist wie der, welcher nicht an die Bibel glauben will? Er verschluckt eine Tonne von Schwierigkeiten, während er sich beklagt, daß wir ein Gramm davon verschluckt haben. Eine gewisse Sorte von Menschen braucht viel mehr Glauben, als wir haben, hat es der Unglaube doch mit viel schwierigeren Problemen zu tun als der Glaube. Und sieh dir den an, der seinen freien Gedanken nachlebt - welch eine Knechtschaft ist sein Leben! Der elendeste Galeerensklave und der bedauernswerteste Leibeigene ist nicht halb so geknechtet wie der junge Mann, der, von seinen Lüsten geleitet, wie ein Ochse zur Schlachtbank, seinem eigenen Verderben entgegengeht, indem er sich zum Opfer seiner Leidenschaften macht. Wenn ich ein Sklave sein müßte, wollte ich lieber der Sklave eines Wilden sein als mein eigener Sklave, denn das wäre der tiefste Abgrund der Erniedrigung. Du mußt irgend jemandes Diener sein, ohne das kommt man nicht durch die Welt. Wenn du aber dein eigener Sklave bist, ist deine Dienstbarkeit eine schreckliche. Oh, daß du in den Dienst Gottes eintreten wolltest!

Es ist noch Raum für dich. Andere Stellen sind überfüllt. Hunderte von jungen Menschen gehen von einem Geschäft zum andern und bitten um Beschäftigung, und manche laufen sich die Sohlen ab, um Arbeit zu bekommen. Im Dienst Gottes ist Platz für alle; und er ist willig, sie anzunehmen

Shalom
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Beitragvon Shalom » 01.11.2012 04:15

D.Rappard

Ihr könnet dem Herrn nicht dienen. Jos. 24,19.


I h r k ö n n t n i c h t! Das ist ein tiefdemütigendes Wort. Wie ein kalter Strahl mag es gefallen sein auf die begeisterte Menge, die um den greisen Josua versammelt war und auf seine Ermahnungen geantwortet hatte: ,,Das sei ferne von uns, daß wir den Herrn verlassen sollten. W i r w o l l e n d e m H e r r n d i e n e n." - ,,Das könnt ihr nicht," sagte Josua, und die Folge hat es nur zu deutlich gezeigt, daß er recht hatte.

I h r k ö n n t n i c h t! Das Wort gilt manchen lieben Kindern, die bei der Konfirmation in guter Meinung geloben, dem Herrn nachzufolgen. Ach, sie wissen nicht, daß sie gebunden sind und in eigener Kraft nicht frei werden können.

I c h k a n n n i c h t! So schreit ein Herz, das aufrichtig dem Herrn dienen möchte und merkt, daß ihm die Kraft dazu gebricht. Ich kann die Sünde, den Neid, die Lieblosigkeit, die argen Gedanken nicht überwinden, von denen ich doch weiß, daß sie eines Christen unwürdig sind und mich von der Gemeinschaft mit Gott ausschließen.

Ich k a n n n i c h t! Wenn dies Wort in aufrichtiger Demut gesprochen wird, so ist es der erste Schritt zum seligen K ö n n e n. Denn Einer ist da, der mächtig ist, zu helfen.

Ich kann nichts ohne Dich, leit mich mit Vaterhänden! Stärk mich mit Deinem Geist, nimm stündlich mich in Acht!


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