Hass - die meistgehasste Eigenschaft Gottes

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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Erdenpilger
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Hass - die meistgehasste Eigenschaft Gottes

Beitragvon Erdenpilger » 12.12.2012 15:50

Liebe Geschwister,
im letzten Jahr habe ich mich stark mit der Wahrheit beschäftigt, dass Gott wirklich hasst, und nicht jeden Menschen ohne Unterschied gleich viel liebt, wie es die meisten Christen glauben.
Durch mehrere Beiträge zum anlaufenden, gotteslästerlichen Film "Jesus liebt mich" in einer christlichen Mailingliste bin ich nun der Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist ein Dokument zu veröffentlichen, das ich im vergangenen Jahr verfasst habe. Es nennt sich "Hass - die meistgehasste Eigenschaft Gottes" und beleuchtet anhand vieler Schriftstellen den Hass Gottes, aber auch seine Liebe, das Evangelium und warum sich diese Dinge nicht gegenseitig ausschließen.

noch ein (letztes?) Mal überarbeitet und erweitert

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mit besten Grüßen
Benjamin
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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 28.12.2012 07:57

Hallo, Benjamin…

Ich fand deine Vortraglesung sehr interessant.

Die These deiner Vortraglesung ist auf Seite 20 gefunden, die lautet wie folgt: „Wir sollen unsere Feinde lieben. Aber wir sollen auch Gottes Feinde hassen“. Du klärst diese Aussage auf Seite 22, als du erwähnst: „Es sind ... Personen, die uns von ihm abhalten and zurückziehen wollen. Gott hasst sie, und wir müssen es auch“. Deine Schlussfolgerung ist daher, dass wir die Ungläubigen hassen sollen, weil die Sünde kann nicht von dem Sünder getrennt werden, und daher Gott hasst beides. Oder anders gesagt, bestätigst du auf Seite 5, dass „Nicht einmal finden wir Gottes Liebe zu Ungläubigen“, und so sollen wir Ungläubigen hassen...

Ich denke, dass du implizieren wolltest, dass wir uns von Sünde und ihrem Einfluß in der Welt trennen müssen, die Sünder umarmen. Ich denke, dass ist das, was du sagen wolltest, da Paulus sagte dasselbe in 1. Korinther 5, 9-10. Ich glaube nicht, dass du sagen wolltest, dass wir in der Tat die Ungläubigen hassen sollen, aber bin ich nicht immer zweifellos...

In Galater 6, 9-10 liest man die folgenden.

Galater 6, 9-10 (Schlachter 2000) hat geschrieben:9 Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten.
10 So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens[a].

Fußnote Schlachters 2000:
[a]Galater 6,10: d.h. den anderen Kindern Gottes, die durch den Glauben unsere geistlichen Familienangehörigen sind.

Diese Verse deuten darauf hin, dass die Wörter „an allen“ Ungläubige einschließen, und natürlich der Schwerpunkt hier immer liegt auf den Hausgenossen des Glaubens, die Gläubigen (Kinder Gottes) sind. Es gibt mehrere Verse im Neuen Testament, die sich jeweils einschließlich der sowohl Ungläubigen als auch Gläubigen gleichermaßen scheinen. Zum Beispiel, gibt es 1.Johannes 2, 2, was darauf hindeutet, dass Christus für sowohl Ungläubigen als auch Gläubigen gleichermaßen starb. (Beiläufig richtest du 1.Johannes 2, 2 nicht in deiner Vortraglesung.)

Würdest du Galater 6, 9-10 in dieser Kategorie einschließen? Das heißt, würdest du den Begriff „an allen“ in Galater 6, 10 so verstehen, die Ungläubigen der Welt auszuschließen in der gleichen Weise, dass du Ungläubigen von 1.Johannes 2, 2 oder sogar Johannes 3, 16 ausschließen würdest? Zum Beispiel, gibst du in deiner Vortraglesung an, dass die Wörter von Johannes 3, 16 „...hat Gott die Welt geliebt...“ enthalten die Ungläubigen der Welt nicht, sondern nur die Auserwählten Gottes. Würdest du gleichviel mit Galater 6, 10 auch so glauben in der gleichen Weise? Sollen wir nur an den Hausgenossen des Glaubens Gutes tun, und nicht „an allen“?

Liebe Grüße,
Joseph

P.S. Zu späterer Verwendung, während ich glaube, dass Christus für alle Menschen gestorben ist, glaube ich nicht, dass alle Menschen gerettet werden. Die Frage ist nicht nur, ob du ein Sünder bist, für wen Christus gestorben ist, sondern ob dein geistlicher Tod wird entfernt durch das Geschenk des ewigen Lebens durch den Glauben zur Gerechtfertigkeit an Jesus Christus. Die Tür zum ewigen Leben würde nie für die Auserwählten Gottes geöffnet worden sein, war Christus nicht für alle Menschen gestorben, da alle Menschen Sünder sind.

Das Jüngste Gericht ist daher nur betroffen davon, wer geistlich tot ist und wer nicht. Die geistlich Lebendige sind geschrieben im Buch des Lebens, und „die Bücher der (toten) Werke“ werden die Namen nicht, sondern die Taten der geistlichen Toten katalogisiert haben. Die toten Werke sind keine Sünden (die am Kreuz bereits gerichtet worden waren), sondern die guten Werke und wohlwollendes Verhalten der geistlichen toten Menschen (Hebräer 9, 14). Das ewige Leben daher war nie durch Selbstgerechtigkeit erreichbar, sondern nur durch die Gerechtigkeit, die durch den Glauben an Jesus Christus kommt. Damit sind sie geworfen in den Feuersee, weil sie (alle Ungläubigen) nicht in dem Lebensbuch des Lammes gefunden sind.

Deshalb hasse ich die Ungläubigen nicht, sondern sehne nach ihnen, dass sie nicht mehr in Sünde und ihrer Macht leben müssen. Meine Auslegung der Bibel zwingt mich, um das Evangelium an den Ungläubigen mit Mitleid mitzuteilen, als ob ich am Plädieren wäre, dass man aus einem brennendem Gebäude schnell entkommen müsse. (Sünde ist nicht ein Luxus, genossen zu werden, sondern eine Verbindlichkeit, verabscheut zu werden.) Wenn ich die Ungläubigen haßte, würde ich solches Mitgefühl und Dringlichkeit mitteilen da nicht. Ich würde wie Jona sein, der keinen Mitleid für Ninive hatte.

Erdenpilger
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Beitragvon Erdenpilger » 28.12.2012 11:03

Hallo Joseph,

vielen Dank für dein Kommentar.
Ich habe mich in meinem Dokument zugegeben recht stark ausgedrückt, und vielleicht werde ich deshalb mißverstanden, das möchte ich gerne korrigieren: Weder glaube ich, dass wir Ungläubige generell hassen sollen, noch würde ich Geschwister dazu aufrufen wollen - um Himmels Willen - ehrlich :!:

Die Grunddevise für jeden Christen lautet (Markus 12):
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstande und aus deiner ganzen Kraft“. Dies ist das erste Gebot. Und das zweite, ihm gleiche, ist dieses: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Größer als diese ist kein anderes Gebot.


Mit dem "Nächsten" ist meiner Erkenntnis nach jeder gemeint, mit dem ich irgendwie in Kontakt trete, gläubig oder ungläubig. Das beweist auch die Stelle ich Galater 6, die du angeführt hast. Wir sollen allen Menschen (ohne Ausnahme) gegenüber Gutes tun, ganz besonders aber den Geschwistern im Glauben. Soweit stimme ich vor voll und ganz zu.
Was ich damit meinte, dass Christen zu bestimmten Gelegenheiten Menschen hassen sollen, will ich an einem Beispiel demonstrieren:

Leitvers Ps. 139:20,21
"Hasse ich nicht, Jehovah, die dich hassen, und verabscheue ich nicht, die wider dich aufstehen? Mit vollkommenem Hass hasse ich sie; sie sind Feinde für mich."
Karl arbeitet in einem Büro mit mehreren Teamkollegen zusammen. Er hat den Namen seines Herrn öffentlich bekannt und seine Kollegen belächeln ihn dafür. Ein Mitarbeiter hasst ihn wegen seines Glaubens ganz besonders, will ihn aus dem Team haben und fälscht daher Beweise, die dazu führen, dass Karl wegen eines vermeintlichen Diebstahls aus dem Unternehmen entlassen wird. Wie ist Karls Reaktion? Er hat schwer daran zu knabbern, aber schließlich dankt er seinem Herrn für alles, was geschehen ist, denn er weiß, "dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen die nach seinem Vorsatz berufen sind". Er ist dem Mitarbeiter nicht böse, dass er ihn aus dem Unternehmen geekelt hat.


Das zweite Beispiel:
Rebekah besucht die sechste Klasse eines Gymnasiums. Auch sie hat Jesus als ihren Heiland und Erretter bekannt und musste schon so einiges einstecken. Eines Tages sieht sie ihren Klassenkamerad Jörn - einen Gruftie/Satanisten o.ä., wie er Gott und seinen Sohn schmählich verlästert. Was ist Rebekahs richtige Reaktion? Mitleid? Liebe? Soll sie zu ihm hingehen, und sagen, dass Gott ihn liebt, seinen Sohn für ihn getötet und einen Plan für sein Leben hat?


Meines Erachtens greift hier eine Ausnahme:
Wenn Gott oder sein Sohn verlästert wird; oder auch wenn ein Mensch alles daran setzt, meine Beziehung zu ihm zu zerstören, dann ist kein Platz für Liebe mehr übrig. Dann sollen wir mit David sagen: Sollte ich nicht, Herr, die hassen, die dich hassen, und die verabscheuen, die gegen dich aufstehen?"

Lieber Joseph,
ich hoffe, ich konnte deine Fragen zufriedenstellend beantworten. Was du unter p.s. geschrieben hast, war mir irgendwie unverständlich.

Benjamin


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