6 Schöpfungstage

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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R.H.
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6 Schöpfungstage

Beitragvon R.H. » 15.02.2007 20:10

Ich komme aus einem täuferisch, freikirchlichen Umfeld mit Hang zum Dispensationalismus. Ein Großteil meiner Geschwister aus diesem Umfeld legt die Schöpfungstage wörtlich als 24 Stunde Tage aus. Von bibeltreuen Lutheranern aus meinem Bekanntenkreis, weiss ich, dass sie die Schöpfungstage nicht wörtlich Auslegen. Reformierte Amillenianer kenne ich persönlich nicht. Mich würde interessieren, ob die bibeltreuen Vertreter dieser Richtung, die bei der Auslegung der Prophetien (im Gegensatz zu den Dispensationalisten) nicht immer wörtlich vorgehen, eine Tendenz in der Auslegung der Schöpfungstage erkennen lassen oder ob es total Unterschiedliche Ansichten unter ihnen gibt.

Danke

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 16.02.2007 01:46

Hallo Roman,
wer nicht an die Schöpfung in sechs Tagen glaubt, kann wohl kaum als wirklich bibeltreu angesehen werden.
Mir selbst wurde auch zu Unrecht vorgeworfen, ich würde als Amill. manche prophetischen Aussagen "vergeistlichen" und das wäre das gleiche, als wenn man die sechs Schöpfungstage verwirft. Das lässt sich aber nicht in einen Topf werfen. Niemand nimmt alle prophetischen Aussagen der Schrift konsequent buchstäblich (wer möchte schon die Ewigkeit lang eine Säule sein, Offb 3,20), denn es ist oft Bildersprache. Der Schöpfungsbericht ist aber keine apokalyptische oder poetische oder metaphorische Textgattung, sondern ein historischer Bericht. Bibeltreue Amillenialisten oder Reformierte (zu unterscheiden von den reformierten Landeskirchen) glauben natürlich an die Schöpfung in sechs Tagen.
Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
Lasst uns bei dem bleiben, was geschrieben steht! Sola Scriptura!

R.H.
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Danke

Beitragvon R.H. » 16.02.2007 09:39

Danke für deine Antwort.

Liebe Grüße

Roman

Gast

Beitragvon Gast » 02.03.2010 20:03

Klar waren es 6 Tage, das steht doch eindeutig in der Bibel" .....und es wurde Abend und es wurde Morgen, der erste Tag" und so weiter. Da ist es ganz klar, das die Schöpfung in 6 Tagen geschaffen wurde.

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albra-hdh
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Beitragvon albra-hdh » 04.03.2010 21:31

Wer nicht an die 6 Schöpfungstage glaubt, der gaubt dann an die Evolution. Ein etwas dazwischen kann es nicht geben.
Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. 1. Chronik 29,17

Tinschen
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Beitragvon Tinschen » 20.04.2010 17:34

Hallo miteinander,

ich glaube auch, dass Gott die Welt und alles, was dazugehört, in 6 Tagen erschuf und am 7. Tag ruhte.

Aber wie ist es dann mit der Aussage aus 2. Petrus 3, 8: "Dieses eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag!"

??!

Viele Grüße
Tina
...denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! AMEN

Jörg
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Beitragvon Jörg » 21.04.2010 18:04

Hallo Tina, ein herzliches Willkommen hier!

Überall im Alten Testament bedeuten die Worte "Abend" und "Morgen" normale 24 Stunden Tage. Adam erlebte den siebten Tag und starb mit 930 Jahren. Das zeigt, daß man den Vers aus dem 2. Petrusbrief nicht auf die Schöpfungstage beziehen kann. Bei Petrus ist der Zusammenhang ein anderer.

Herzliche Grüße

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

schandor
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Beitragvon schandor » 02.02.2011 15:53

Ich persönlich habe nichts gegen die Ansicht, die Welt sei in 6 24-Stundentagen erschaffen worden. Dazu gibt es von Ernest Arthur Wilder-Smith eine großartige Vortragsreihe unter www.sermon-online.de

Allerdings gibt es sehr gute Gründe, auch die andere Ansicht nicht gleich abzulehnen, derzufolge die Welt schon sehr alt ist (da ja nicht a priori alles falsch sein muss, was die Paläontologie lehrt).

Der Theologe Wayne Grudem hat in seiner "Systematic Theology" (die übrigens bald auf deutsch erscheinen wird) eine ganze Reihe von Gründen für die Ansicht geliefert, dass die Erde schon sehr alt sei. Das ist alles sehr interessant.

Die richtige oder falsche Ansicht zu den 6 Schöpfungstagen darf man allerdings nicht zum Prüfstein der Rechtgläubigkeit bei Glaubensgeschwistern machen, meint

Schandor

Gast

Beitragvon Gast » 02.02.2011 20:30

Mich würden nun die Gründe interessieren, die gegen eine 6-Tage Schöpfung sprechen, also eine biblische Begründung. Also das manche Wissenschaftler meinen, dass eine 6-Tage Schöpfung nicht sein kann, einfach weil gewisse Funde ihrer Auffassung dagegen sprechen, genügt mir nicht.
Wie deutet man also die 6 Tage so, dass sie nicht 6 Tage sind?

Interessant Wayne Grudems Systematic Theology soll auf deutsch erscheinen. Woher weißt du das und bei welchem Verlag soll sie erscheinen. Der 3l Verlag hatte bereits vor ein paar Jahren dieses bereits geplant, dieses Vorhaben anscheinend wieder fallen gelassen. Danke für eine Antwort.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 02.02.2011 21:53

Samuel A. hat geschrieben: Interessant Wayne Grudems Systematic Theology soll auf deutsch erscheinen. Woher weißt du das und bei welchem Verlag soll sie erscheinen. Der 3l Verlag hatte bereits vor ein paar Jahren dieses bereits geplant, dieses Vorhaben anscheinend wieder fallen gelassen. Danke für eine Antwort.
Hier
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

maxb
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Beitragvon maxb » 03.02.2011 01:20

Ich beschäftige mich auch mit dem Thema.
Was den biblischen Text angeht, gibt es folgende Besonderheiten:

1. Es scheint so, als ob das Licht vor den Himmelskörpern erschaffen wurde.
2. Über den vierten Tag heißt es:
Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren;
Manche sagen deshalb, es könne vor dem vierten Tag überhaupt nicht von den 24h Tagen die Rede sein, weil diese Tage ja erst am vierten Tag eingeführt wurden.


2. Das hebräische Wort für Tag kann einen 24h-Tag, die helle Tageszeit oder einen längeren Zeitraum bezeichnen. Beispielsweise wird gleich in 1. Mose 1,5 gesagt:
Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag.
oder in 1. Mose 2,4f
Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. An dem Tag, als Gott, der HERR, Erde und Himmel machte - noch war all das Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, und noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der HERR, hatte es noch nicht auf die Erde regnen lassen, und noch gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen;


3. Beim siebenten Tag fehlt die Phrase "es wurde Abend, und es wurde Morgen"

4. In 3. Mose 25,1-4 heißt es
Und der HERR redete auf dem Berg Sinai zu Mose: 2 Rede zu den Söhnen Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, dann soll das Land dem HERRN einen Sabbat feiern. 3 Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre deinen Weinberg beschneiden und den Ertrag des Landes einsammeln. 4 Aber im siebten Jahr soll ein ganz feierlicher Sabbat für das Land sein; ein Sabbat dem HERRN
Manche sagen, dass die sechs Schöpfungstage ein eher undefiniertes Schema sind, welches sowohl in der 6-Tage-Woche, aber auch in einem 6-Jahre-Feldarbeitszyklus Anwendung findet, sodass die sechs Schöpfungstage nicht unbedingt 6 24h-Tagen entsprechen müssten, sondern nur eine Sequenz unbestimmter Länge wiedergeben.

Die Hauptfrage ist nicht, ob die meisten Leute bisher unter den 6 Tagen 6 24h-Tage verstanden haben, sondern ob einem der Text das aufzwingt. Ich denke, man kann die wissenschaftlichen Daten nicht einfach ignorieren und sollte sich auch darum kümmern, diese richtig einzuordnen, wenn man hier einen Standpunkt gegenüber anderen Christen, aber auch nicht-Christen vertreten will.


Vergleich:
Damals redete Josua zum HERRN, und zwar an dem Tag, als der HERR die Amoriter vor den Söhnen Israel dahingab, und sagte vor den Augen Israels: Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon! 13 Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis das Volk sich an seinen Feinden gerächt hatte
Ich kann kein hebräisch, aber ich vermute, dass die hebräischen Worte hier eindeutig davon reden, dass die Sonne still stand und ich behaupte einfach mal, dass die meisten Menschen damals (inkl. Josua) geglaubt haben, dass sich die Sonne um die Erde dreht (würde ich ja auch glauben, wenn ich damals gelebt hätte). Mit dem Wissen, was wir heute haben legen wir den Vers aber nicht so aus, dass er gegen die Daten spricht (obwohl das das natürliche Verständnis wäre), sondern wir sagen, es ginge hier nur um den optischen Eindruck und nicht um einen naturwissenschaftlichen Bericht und ich denke, das kann man auch so machen. Jetzt ist halt die Frage, ob man das gleiche Schema nicht auch in 1. Mose anwenden kann...

Das ist so ungefähr der theologische Stand der Dinge, auf dem ich bei diesem Thema bin.

@albra
Wer nicht an die 6 Schöpfungstage glaubt, der gaubt dann an die Evolution. Ein etwas dazwischen kann es nicht geben.
Das stimmt nur, wenn du mit "6 Schöpfungstage" nicht 6 24h-Tage meinst, denn es gibt Leute, die für die 6 Tage 6 längere Zeiträume annehmen und Evolution ausschließen.

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Die Rahmen-Interpretation

Beitragvon apologet » 09.02.2011 10:08

Im Zuge einer Diskussion auf meinem Blog bin ich mit einer weiteren Interpretation, der sogenannten "Framework-Interpretation", der Genesisberichte konfrontiert worden. Hab mich dann an die Übersetzung eines Artikel gemacht, da es im deutschsprachigen Raum nichts darüber gab.

Diese Rahmen-Interpreation scheint neben der 24-Stunden-Tag-Theorie – im Gegensatz zu anderen Positionen (Tag/Zeitalter; Theistische Evolution etc.) – die Genesisberichte aus einem klar geistlichen Blickwinkel zu betrachten.

Das heißt, sie versucht nicht Wissenschaft und Schrift zu versöhnen, sondern dem Text selbst gerecht zu werden.

Mir ist die Rahmen-Interpretation selbst erst seit kurzer Zeit bekannt. Ich bin also kein ausgewiesener Kenner oder Verteidiger dieser Lehrposition. Fakt ist jedoch, dass diese Ansicht einige gewichtige Argumente vorzubringen hat.

1. Sie basiert auf reformatorischer Hermeneutik, nimmt den Text ernst, liest den Bericht im Licht der gesamten Schrift und legt ihn theologisch aus
2. Die Argumentation der Exegese berücksichtigt nicht nur den historisch-kulturellen Hintergrund, sondern ist auch logisch und naturwissenschaftlich schlüssig
3. Trotzdem räumt sie dem Wort Gottes uneingeschränkt das Primat vor der Wissenschaft ein und besteht darauf, das er von historischen Fakten spricht.

Kurzes Zitat aus dem Artikel:

1. Mose 1,1 – 2,3 malt uns den kreativen Schöpfungsaktes Gottes innerhalb von sechs Tagen bildlich vor Augen, unterbrochen durch die rhythmische Kadenz eines sechsfachen Abend-Morgen-Refrains.

Die Rahmen-Interpretation ist die Sichtweise, dass dieses Bild die Funktion einer literarischen Rahmenhandlung besitzt, in welcher die acht göttlichen “Es werde…“ nicht in einer chronologischen, sondern einer thematischen Abfolge erzählt werden. Die Tage an sich sind gewöhnliche Sonnentage, aber als Ganzes betrachtet ist das Gesamtbild der göttlichen Arbeitswoche sinnbildlich.

Obwohl der zeitliche Rahmen nicht wörtlich zu verstehen ist, sind die Ereignisse innerhalb der Tage, von denen uns berichtet wird, wirkliche historische Ereignisse des göttlichen Schaffens. Wie lässt sich eine solche Sichtweise exegetisch begründen?


Zum Artikel: http://www.apologet.de/?p=4611

sdg
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Beitragvon Der Pilgrim » 09.02.2011 16:28

Vielen Dank für die Übersetzung des Artikels!
Noch kam ich leider nicht dazu, ihn zu lesen, aber es trifft sich gerade sehr gut, da wir heute im Biologieunterricht mit dem Thema "Evolution" angefangen haben, heute hat sich unsere Lehrerin bereits mehr oder weniger spöttisch über "Kreationisten" geäußert, sodass ich wahrscheinlich für die nächsten Wochen einige Argumente bereit halten sollte :wink: (Bzw. Überhaupt eine feste Position, bisher habe ich mich mit dem Thema eigentlich so gut wie nicht auseinandergesetzt, hing eigentlich der T/Z-Theorie, aber eher aus "Gemütlichkeit" als aus Überzeugung, bin mir aber darüber im klaren, dass das so nicht weitergeht...:mrgreen: )

Deine kurze Beschreibung hier verstehe ich noch nicht so richtig... Die einzelnen Tage sind 24-Stunden-Tage aber die Woche an sich ist sinnbildlich? Das klingt erstmal etwas abstrus, vielleicht klärt sich das ja, wenn ich den Artikel lese :wink:
Simon W.

lutz
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Re: Die Rahmen-Interpretation

Beitragvon lutz » 09.02.2011 17:40

apologet hat geschrieben:
1. Sie basiert auf reformatorischer Hermeneutik, nimmt den Text ernst, liest den Bericht im Licht der gesamten Schrift und legt ihn theologisch aus
2. Die Argumentation der Exegese berücksichtigt nicht nur den historisch-kulturellen Hintergrund, sondern ist auch logisch und naturwissenschaftlich schlüssig
3. Trotzdem räumt sie dem Wort Gottes uneingeschränkt das Primat vor der Wissenschaft ein und besteht darauf, das er von historischen Fakten spricht.
Hallo apologet,
du hast ja schon eine Art Beurteilung vorgenommen und dazu hätte ich folgende Fragen:

1. Was ist "reformatorische Hermeneutik"? Woher beziehst du deine Definition?

2. An welche Reformatoren und an welche reformatorischen Bekenntnisse ist dabei zu denken?

Lutz

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Beitragvon apologet » 09.02.2011 22:09

@ Pilgrem
Der Pilgrim hat geschrieben:Deine kurze Beschreibung hier verstehe ich noch nicht so richtig... Die einzelnen Tage sind 24-Stunden-Tage aber die Woche an sich ist sinnbildlich? Das klingt erstmal etwas abstrus, vielleicht klärt sich das ja, wenn ich den Artikel lese :wink:
Vielleicht vorweg: Ich bin sehr dafür den christlichen Standpunkt auch zu diesem Thema eindeutig zu bekennen. Allerdings meine ich, das man sich in der Schule/Uni diesbezüglich nicht in Diskussionen verwickeln lassen sollte. Letztlich gilt es hier den Stoff zu beherrschen, nicht diesen anzuerkennen... ;-)

Die Beschreibung ist ein Zitat, stammt also nicht von mir. Am besten liest Du tatsächlich den Artikel... dort wird das verständlich erklärt.
LG
apologet

@ lutz,
lutz hat geschrieben: Hallo apologet,
du hast ja schon eine Art Beurteilung vorgenommen und dazu hätte ich folgende Fragen:
1. Was ist "reformatorische Hermeneutik"? Woher beziehst du deine Definition?
2. An welche Reformatoren und an welche reformatorischen Bekenntnisse ist dabei zu denken?
Lutz
Diese Beurteilung orientiert sich an dem Selbstanspruch welcher in dem Artikel formuliert wird.

Zu 1. Reformatorische Hermeneutik basiert grundlegend auf dem sola-scriptura-Prinzip. Weiterhin bzw. darauf aufbauend auf dem Grundsatz der sich selbst auslegenden Schrift (sui ipsius interpres) und nicht zuletzt der Klarheit der Schrift (claritas scripturae). Reformatorische Hermeneutik begreift die Schrift als Literatur (Literalsinn). Diese Definition beziehe ich aus Fachliteratur etc.

zu 2. Zur reformatorischen Hermeneutik sagt z.B. die Confessio Helvetica:

Dagegen er kennen wir nur die Schriftauslegung als rechtmäßig und ursprünglich an, die aus den Schriften selbst er arbeitet ist, d.h. aus dem Geist der Sprache ge wonnen ist, in der sie geschrieben sind, und zwar dem Zusammenhang gemäß und nach dem Verständnis ähnlicher und ungleicher, vor allem aber deutlicher Stellen – was denn ja auch mit der Glaubensregel und der Liebe übereinkommt und besonders zu Gottes Ehre und der Menschen Heil gereicht.

In den reformatorischen Bekenntnissen existiert m.K.n. keine konkrete Schöpfungslehre, außer das die Schöpfung (ex nihilo) und die Historizität Adams und Evas eindeutig bekannt werden. In der Institutio lehrt Calvin die bekannte 24/7-Auslegung. Jedoch wies mich gerade jemand daruf hin, das bereits Augustinus eine ähnliche Interpretation wie die Rahmen-Interpretation lehrte.
LG
apologet
1. Petrus 3,15 Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.


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