Kann eine Verführung auch von zwei Seiten kommen

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 05.02.2011 21:50

Hallo Servant
Ich denke schon das wir uns richtig verstehen!Es gibt Sachverhalte die beim Namen genannt werden müssen, ohne wenn und aber!Aber wenn ich über jemand eine Aussage machen muß, muß ich sie auch belegen können.Gerade in diesem Punkt wird oft nicht sehr sauber gearbeitet,ich frage mich oft warum dieses so ist?Manchmal habe ich den Eindruck, es ist für manche einfacher Feindbilder zu pflegen, als sich gründlich mit der Materie auseinander zu setzen ??!
Gruß Joschie
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albra-hdh
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Beitragvon albra-hdh » 05.02.2011 22:18

Man muss auch unterscheiden können zwischen einer Beurteilung und einem Urteil.

Eine Beurteilung kann jeder Christ abgeben. Diese Beurteilung soll aber auf Informationen beruhen, die man eingeholt hat. Natürlich können diese Informationen manchmal nicht ganz korrekt sein, und wir können hierin falsch liegen. Liegt dann aber noch lange nicht im Bereich des Richten.

Ein Urteil abgeben, das können wir nicht. Das kann letzlich ganz alleine nur Gott.

1. Samuel 16,7
Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.

Möchte noch ganz kurz auf den Vers in Matthäus 12,33 eingehen:
Wenn ein Baum gut ist, sind auch seine Früchte gut. Ist ein Baum jedoch schlecht, dann sind auch seine Früchte schlecht. An den Früchten erkennt man den Baum.

Man kann das auch auf unser Glaubensleben beziehen. Hier gilt aber zu beachten, dass wir nicht vorschnell ein Urteil über einen anderen abgeben, bzw. richten, (der ist gut, und der/die nicht).

Jedermann/-frau soll also immer im Rahmen einer Beurteilung wandeln, statt sich in den Raum eines Urteils zu begeben.

Gruß Alex
Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. 1. Chronik 29,17

Servant
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Beitragvon Servant » 05.02.2011 22:35

Hallo Joschie,

das ist eine Aussagen die nicht unbedingt in vollem Umfang zutreffend ist - es gibt Feindbilder die man nicht pflegen muss - denn diese sind schon auf der Basis des Glaubens an Jesus Christus vorgegeben - denn was hat das Licht Gemeinschaft mit der Finsternis ?

2. Korinther 6,14 Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?

In meinem Fall ist es kein einpflegen eines Feindbildes, muss dir aber Recht geben wo es um die Genauigkeit und Wortwahl geht (!) - sondern es ist die Reaktion auf die Gleichgültigkeit und Ignoranz - dem Wolf wird im Namen der Liebe die Tür geöffnet und führt ihn zum gedeckten Tisch, hat er sich gesättigt führt man ihn dann freundlichst hinaus und wünscht ihm alles gute bis zum nächsten Bissen - in der Gemeinde!

Mit Platon und anderen ähnlich gelagerten Weltgrößen habe ich mich zwar nicht gänzlich bis ins de teil Befasst, weiß aber um einige Kernpunkte - die zu einer Beurteilung gereichen - nur ich kann sicher keine Abhandlung darüber verfassen und sein Wesen in allen Zügen ausbreiten und ich muss sagen - das übel erspare ich mir :)

Wehe dem aber, ein kleiner steht auf, in Schwachheit, zitternd und Ängstlich und erhebt seine Stimme gegen diese Boshaftigkeit - oh wie muss er sich dann fürchten vor den Schlägen ! Ich bin einer dieser kleinen Nichtse und je mehr sich diese Lage verschlimmert - desdo Lauter werde ich darauf Pochen das sich endlich mal diese Hochbetuchten und Weisen Hirten bewegen und ihren Dienst tun, anstatt sich voller Ehrfurcht und Demut vor dem Wolf zu verneigen! Wie oft schlagen sie diejenigen die in diesem Punkt ihren Dienst tun und Tadel das sie wohl nichts besseres zu tun hätten - als zu Bellen. Wenigstens Belle ich noch und schau nicht zu!

Sie können doch mal klare Worte haben ... sonst merkt wirklich keiner mehr wie Ernst die Lage ist ... oder, irre ich mich - ist die Lage vielleicht gar nicht so ernst ?

Weißt du, mir ist Bewusst das da draußen wieder einige Geschwister die Nase rümpfen, und wie sie sich über mich Ärgern, und denken - Hat der nichts anderes zu tun ? Ich wünschte diese Geschwister würden, als sich über mich zu Ärgern - mal eine wirklich gute Botschaft zu verkündigen und den Geschwistern da draußen mal Mut machen sich nicht vom Liberalismus und der Seichtheit hinwegfegen zu lassen - sie scheinen das momentane Massen Sterben der Gemeinden nicht wahr zu nehmen ...

Wie wünsche ich mir das - das mal wieder so gepredigt wird wie es unsere Väter taten und man Ermutigt wird ... und nicht so als müsste man denken sie tun alles für ihr eigenes Ansehen und ihren guter Name :)

Wenn mein klägliches bellen etwas dazu beiträgt würde ich mich freuen - es ist zu Ehre Gottes :)

Lieben Gruß,
Servant

Johannes 10, 25


Hallo Alex,
Alex hat geschrieben:Möchte noch ganz kurz auf den Vers in Matthäus 12,33 eingehen:
Wenn ein Baum gut ist, sind auch seine Früchte gut. Ist ein Baum jedoch schlecht, dann sind auch seine Früchte schlecht. An den Früchten erkennt man den Baum.

Man kann das auch auf unser Glaubensleben beziehen. Hier gilt aber zu beachten, dass wir nicht vorschnell ein Urteil über einen anderen abgeben, bzw. richten, (der ist gut, und der/die nicht).
Dazu kann ich nur AMEN sagen !!!

Bibel lover
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Beitragvon Bibel lover » 08.02.2011 19:25

Hm.. wir sollte Joschis Bedenken schon ernst nehmen.
Viel zu oft schafft man sich Feindbilder indem man vereinfacht, pauschaliert oder gar polemisiert...
Nebenbei, meine Kritik gilt nicht der sachlichen fundierten sondern der unbegründeten (die z.T. auf ein zu geringes Wissen über ein Thema basiert) und der in der man seine persönliche Meinung (und nicht klare biblische Lehre) als Maßstab setzt.

Soweit mal :wink:
Liebe Grüße
Johannes
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 08.02.2011 20:03

Ich möchte mal beschreiben was ich meine.Die Katharer werden in verschiedenen Publikationen als Gegner der Katholischen Kirche bezeichnet.Dieses ist so weit richtig, schwierig wird es erst, wenn man sie glorifizieren, quasie als wahrer biblischer Gegenentwurf, gegen die Hure Babylon.
Katharer waren die größte mittelalterliche Sekte außerhalb der katholischen Kirche.

Sie hatten Wurzeln in der Gnosis und im >Manichäismus. Die Katharer vertraten einen absoluten Dualismus (Zweiteilung) zwischen Welt und Geist, die Absonderung von der Welt und das völlige Armutsideal. Sie sandten Wanderprediger aus und praktizierten das "apostolische Leben". Sie verbreiteten die spiritualistische Lehre, dass die irdische Welt mit ihren Genüssen, etwa Fleischspeisen und Ehe, von Satan geschaffen und regiert sei, den sie dem Gott des Alten Testaments gleichstellten. Daraus erwuchs die Forderung nach radikaler Askese. Das passte natürlich nicht zusammen mit dem mittelalterlich-römischen Lebensstil in Luxus und Pomp.

Ferner gehörte zum Lehrsystem der Katharer die Seelenwanderungslehre (Reinkarnation) und die damit verbundene Lehre von der >Selbsterlösung des Menschen, der rein, "katharos" werden könne, wenn er sich von allem Irdisch-Weltlichen enthalte und dieses immer mehr als Illusion hinter sich lasse. Hier zeigt sich die Nähe zu fernöstlichem Denken, etwa zur >hinduistischen "Maja"-Lehre. Der "Reine" ("katharos") betreibt seine Selbsterlösung, indem seine "Engelsseele", die in dem "leiblichen Kerker" wohnt, nach Eintritt in die Sekte beginnt, zum Himmel zurückzukehren. Auf diese Weise kommt "Vergeistigung" zustande. Christus selber gilt nur als ein Engel und Prediger der geistigen Welt. Seine Passion wird als Illusion in einer doketischen Weise betrachtet (>Doketismus). Die Katharer waren eine Sekte, die heftig bekämpft wurde. Sie verkörperten für die römische Kirche den Typus des Irrlehrers (Ketzer).
Quelle: http://www.bible-only.org/german/handbuch/Katharer.html
Gruß und Segen von Joschie
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Beitragvon Servant » 08.02.2011 21:16

Hallo Joschie,

Geht es um Beurteilen ? Also, wenn jemand sich auf etwas Beruft, oder etwas als hilfreich, oder in irgendeiner weise als Gut bezeichnet - was aber auf diesen Beispielhaften, Finsteren (katharer, Esoterik, Gnosis, katholischer Mystizismus; New Age) Boden gewachsen ist und sogar noch als "Glauben" verkauft wird ?

LG,
Servant

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Beitragvon Joschie » 08.02.2011 22:00

Servant hat geschrieben:Hallo Joschie,

Geht es um Beurteilen ? Also, wenn jemand sich auf etwas Beruft, oder etwas als hilfreich, oder in irgendeiner weise als Gut bezeichnet - was aber auf diesen Beispielhaften, Finsteren (katharer, Esoterik, Gnosis, katholischer Mystizismus; New Age) Boden gewachsen ist und sogar noch als "Glauben" verkauft wird ?

LG,
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Ich verstehe deine Frage nicht so recht Servant ??! Wen genau meinst du mit Beurteilen?
Gruß Joschie
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Beitragvon Servant » 09.02.2011 08:45

Hallo Joschie,

du hast doch die katharer als Beispiel für das genommen um deutlich zu machen was du meinst - es wurde mir nicht so deutlich worauf das Bezogen hast.

Bezog sich dein Beispiel auf - wie eine Sachliche Beschreibung aussehen könnte ? :)

LG
Servant

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Beitragvon Joschie » 09.02.2011 08:56

Hallo Servant
Das Beispiel mit den Katharen sollte nur darstellen, das man sich was als Beispiel wählt, genau ansieht.Sonst kommt man ganz schnell vom Regen in die Traufe :roll:
Gruß Lutz
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Beitragvon Servant » 09.02.2011 17:20

Hallo Joschie,

ich habe es noch nie gemocht um den Heißen Brei herum zu reden :)

Ja, es ist richtig - man muss sich anschauen was man als Beispiel nimmt, wenn es darum geht Biblischen Glauben zu vermitteln.

Man sollte die Quellen Prüfen und schauen auf was für einer Grundlage steht der "Glaube" - worauf Beruft dieser Christ sich ... das verhilft zu einer gesunden Beurteilung.

LG,
Servant

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Beitragvon Servant » 09.02.2011 21:12

Ich bin dem Herrn Jesus Christus immer wieder sehr dankbar das sich einige Geschwister gebrauchen lassen auf die wirklich Katastrophalen Umstände in den Gemeinden hinzuweisen und eine Biblische Antwort darauf zu geben.

Das diese gerne als Pharisäer bezeichnet werden, mag einmal daran liegen, das sie es wirklich sind (Gesetzlichkeit; Das Werke Retten; Beschneidung; Sakramente; nicht Biblische Ordnungen; einhalten des Sabbat; Speisegebote ect.), oder das diejenigen die das sagen - sich schon dem Geist der Welt hingegeben haben und die Welt lieb gewonnen haben (Moderne Evangelisations Vermarktung; Willow Creek; Emerging würg; Rick Warren; McLaren; Bibelkritik - ja, einfach alles was den Biblischen Glauben einäschern will lieben sie.)

Der Artikel von Johannes war sehr einseitig und ich denke das er auch sehr viel von dem beinhaltet was er selbst kritisiert hat.
Aber sicher ist er auch ein gutes Beispiel dafür das der Weichspül-gang Moderner Wortverkündigung schon ausreichen Blüte trägt und so das neuen Irrlehren nichts mehr im Wege steht. Die liebe zum Bruder scheint sich heute seltsam verändert zu haben - früher hat man aus liebe alles unternommen um diesen geliebten Menschen vor Unheil zu bewahren - ich denke das es heute anders ist, man definiert die Liebe heute anders - diese Liebe die heute verbreitet wird ist - das man dem anderen das gibt, oder sagt, was er haben oder hören will und nicht das was er benötigt um Geistlich zu Reifen und zu wachsen ! Was nützt einem alle Freundlichkeit - wenn du dieser Fassade nicht mehr trauen kannst, weil sie sich unglaubwürdig macht durch ihren Kompromiss mit der Welt!
Schau dir doch mal diese Seichte abgestorbene Zeitung an („Faszination Bibel“), die andere begeistern soll Freude am Bibellesen zu machen, oder schau dir die Kasper an in ihren Evangelisation Manegen - wie soll ein Kind Gottes von diesem Staub satt werden, sie gehen doch zu Grunde - ich sage euch was - sie schütteln sich diesen Dreck von den Füßen ab und verlassen das Lager und die Leute die das alles um bedingt haben wollen - bitte ! Man hat diesen Christen gesagt wohin ihr Weg führen wird - und jetzt liegt es bei ihnen!

Ich möchte hier auch einen Artikel weitergeben - er heißt "Glückselig ist wer Kompromisse macht" (Link)

Für mich wird die Frage wichtig wann kann ich weitherzig sein wann nicht, und da möchte ich dem Herrn gehorsam werden und lernen diesen Weg auch zu gehen.

Tozer schrieb einmal:
Die Bibel ist das intoleranteste Buch in der ganzen Welt

A. W. Tozer


Heute gibt es in der ganzen Welt einen großen Ruf nach Toleranz, und dieser hat seine Ursache in einem wachsenden Geist der Gottlosigkeit in den Nationen. Die intolerantesten Nationen und nationalen Führer predigen Toleranz und rufen auf, alle Religionsbarrieren und Differenzen niederzureißen.

Aber dies ist die Position des Volkes Gottes: Die Bibel ist das intoleranteste Buch in der ganzen Welt, und der intoleranteste Lehrer, der sich selbst jemals an eine Zuhörerschaft wandte, war der Herr Jesus Christus selbst.

Nun, Jesus Christus demonstrierte den großen Unterschied zwischen Milde und Toleranz. Christus war in Seinem großen Herzen so barmherzig, dass er bereit war, über Sünder zu weinen; Er nahm die Sünden aller Menschen dieser Welt auf sich und war bereit, für die zu sterben, die Ihn hassten.

Aber selbst mit dieser Art von Liebe und Milde war Jesus so intolerant, dass Er lehrte: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich; wenn ihr nicht glaubt, dass ICH BIN, werdet ihr in euren Sünden sterben.“ Er ließ keine Grauzone gelten, um sich den neutralen Leuten anzupassen, die Toleranz predigen. Christus kennt keine Grauzonen, keinen Ort der Kompromisse.

Toleranz kann sehr leicht in Feigheit umschlagen, wenn es um geistliche Prinzipien geht und wenn die Bibel ignoriert wird. Nehmen wir einmal an, wir sind tolerant und machen einen Kompromiss, was das Heil angeht. „Jeder kann zu Christus kommen und errettet werden, wenn er das will; aber wenn du nicht gerettet werden willst, werden wir einen anderen Weg für dich finden. Wir wollen, dass du an den Herrn Jesus Christus glaubst, sofern es auch dein Wille ist, aber wenn du nicht willst, dann werden wir versuchen, eine andere Möglichkeit zu finden, dass Gott dir einen anderen Weg zeigt.“

So ist Toleranz eine Krankheit, die sich ausbreitet, die die absoluten Maßstäbe der göttlichen Offenbarung und die unwandelbaren Wahrheiten der Bibel zersetzt. Aber Toleranz muss vom wahren Christen nicht toleriert werden, selbst wenn es ihn Unverständnis oder Entfremdung von Freunden, der Familie und dieser Welt kostet.
Er hat seiner Zeit zugerufen - kehrt um und tut Buße und GLAUBT dem Evangelium!
Aber auch er ist dann und wann von einer Seite vom Pferd gefallen, leider

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Beitragvon Joschie » 09.02.2011 21:43

Bibel lover hat geschrieben:Hm.. wir sollte Joschis Bedenken schon ernst nehmen.
Viel zu oft schafft man sich Feindbilder indem man vereinfacht, pauschaliert oder gar polemisiert...
Nebenbei, meine Kritik gilt nicht der sachlichen fundierten sondern der unbegründeten (die z.T. auf ein zu geringes Wissen über ein Thema basiert) und der in der man seine persönliche Meinung (und nicht klare biblische Lehre) als Maßstab setzt.

Soweit mal :wink:
Liebe Grüße
Johannes
Ich empfinde den Beitrag von Johannes nicht als einseitig oder gar als weichgespült. @Servant bei aller berechtigten Kritik, die man bei vielen Entwicklungen innerhalb des Leibes Christi anbringt, muß diese auf genaues Faktenmaterial beruhen.Dieses ist heute immer mehr die Ausnahme als die Regel. Einer der traurigen Höhepunkte war das Buch von D. Hunt über den Calvinismus. Ich wünsche mir das die Beiträge zur Verteidigung mehr Substanz haben und nicht nur rumpolimesieren. In diesem Punkt ist es bestimmt hilfreich mal festzulegen, was man unter Apologetik versteht.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 09.02.2011 21:49

Über apologetische Dienste

Jackie Alnor

Die Apologetik (Verteidigung des Glaubens) ist ein Studienfeld des Christentums, das auf dem Gebot der Schrift beruht: „Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, dass ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist“ (Judas 3).

Judas wandte sich damit nicht an einige besonders Berufene innerhalb der Gemeinde, die ein besonderes Amt als Pastor oder Evangelist innehatten, sondern er macht im ersten Vers deutlich, dass alle Gläubigen zu diesem Dienst gerufen waren: „… an die Berufenen, die durch Gott, den Vater, geheiligt und in Jesus Christus bewahrt sind“ (V.1).

Über die Jahre ist die Verteidigung des Glaubens, die sich gegen jede „Höhe erhebt, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt“ (2Kor 10,5), durch die Vielfalt an Irrlehren und die vielen –ismen, die den Glauben von innen und von außen bedrohen, zu einer differenzierten Aufgabe geworden.

Um die Heiligen vor allen möglichen Irrlehren zu bewahren, hat Gott Dienste neben der Gemeinde entstehen lassen, die irrige Vorstellungen, die den Glauben zu zerstören drohen, studieren, erforschen und widerlegen. Diese Dienste geben Antworten, indem sie die Schrift und den Verstand einsetzen, um die Heiligen in ihrem Wandel mit Christus auszurüsten, um gegen die Verführungen und Listen des Feindes gerüstet zu sein. Vorgewarnt zu sein, ist die beste Ausrüstung im Kampf gegen falsche Lehre, die zum Schiffbruch im Glauben führen kann.

Seit Martin Luther die 95 Thesen an der Kirche zu Wittenberg angeschlagen hatte, haben Verteidiger des Glaubens der Kirche ihren Stempel aufgedrückt, indem sie eine schlafende Kirche immer wieder aufgerüttelt haben. In unserer Zeit haben Männer wie Francis Schaeffer apologetische Schriften verfasst, die in modernen Seminaren als Lehrbücher verwendet werden.

Erst in den 1960er Jahren wurde das Gebiet der Apologetik zu einem spezialisierten Feld mit einzelnen Fachgebieten, nachdem der bekannte US-amerikanische Apologet Walter Martin, Autor des Klassikers Kingdom of the Cults, das Christian Research Institute (CRI) gegründet hatte. Er verfügte über eine ganze Abteilung von Mitarbeitern, die jeweils ganz bestimmte Themen bearbeiteten. Weitere apologetische Dienste wie Watchman Fellowship, Spiritual Counterfeits Project und Personal Freedom Outreach kamen in den 1970er und 1980er Jahren hinzu.

In jenen Tagen waren die Begriffe Apologetik (apologetic) und Unterscheidungsvermögen (discernment) auswechselbar. Mit den Jahren nahmen diese beiden Begriffe unterschiedliche Bedeutungen an, als die Verteidigung des Glaubens sich in unterschiedliche Richtungen bewegte. Es entstand eine Kluft zwischen der theologisch-akademischen Methode (apologetic) und einer vom Geist geführten Herangehensweise auf der Grundlage der Bibel (discernment); Dave Hunts Buch Die Verführung der Christenheit aus dem Jahre 1985 ist für letzteres ein Beispiel.

Das Buch wurde von den beiden Mitarbeitern Bob und Gretchen Passantino des CRI scharf kritisiert, deren amillenialistische Sichtweise sie verleitete, an Dave Hunts Erkenntnis der Wichtigkeit biblischer Prophetie Anstoß zu nehmen. Hunt erkannte in der Infiltration der christlichen Gemeinde mit Lehren von Dämonen das Wirken des antichristlichen Geistes. (Die Passantinos schrieben später ein kritisches Buch gegen Hunt, Witch Hunt, in dem sie Hunt vorwarfen, er sei Matthäus 18 nicht gefolgt und habe die Personen, die er kritisierte, nicht zuerst persönlich angesprochen. Natürlich hielten sich die Passantinos selbst nicht an diese verdrehte Logik ihrer eigenen Schriften.) [siehe auch:hier ]

Unglücklicherweise wurde Walter Martin auf die Passantinos aufmerksam und übernahm deren unbegründete Kritik in seiner Radiosendung. In jener Zeit war ich sowohl mit Martin Walter als auch mit Dave Hunt befreundet und wurde somit zu einem Mittler. Als Dave mir ein Transkript der Kritik Walters an seinem Buch Die Verführung der Christenheit zeigte, erkannte ich sofort die Handschrift der Passantinos wieder. Am folgenden Sonntag sprach ich Walter nach seiner Bibelstunde, die ich regelmäßig besuchte, an und fragte ihn offen: “Hast Du jemals das Buch von Dave Hunt gelesen?” Er gab zu, dass er das nicht getan hatte und er war überrascht. Später ging ich durch Hunts Buch und unterstrich die wichtigsten Punkte. Dieses Buch überreichte ich später Martin, der es gebrauchte, um TBN (Trinity Broadcast Network, charismatischer TV-Sender in den USA, der vorwiegend das Wohlstandsevangelium propagiert) mit den Irrlehren zu konfrontieren, die Hunt dokumentiert hatte.

Leider gab es zwischen CRI und Dave Hunt sowie unseren unabhängigen apologetischen Diensten immer eine Kluft, weil wir biblische Prophetie für wichtig hielten, um den Geist des Antichristen in den häretischen Lehren zu erkennen, die in die Gemeinden eindrangen.

In den Jahren, in denen apologetische Dienste der Richtung von Dave Hunt folgten und den prophezeiten Abfall des Glaubens durch den Ökumenismus mit Rom aufzeigten, bildeten sich die Dienste, die man als discernment ministries bezeichnete (discernment: Urteilsvermögen, Unterscheidungsvermögen). Die Auffassung, dass falsche Lehren in der Gemeinde die sichtbare christliche Gemeinde in eine globale Einheitskirche eines falschen religiösen Systems führen würde, wurde von den akademischen Apologeten als untaugliches Paradigma abgelehnt. Letztere tendierten dazu, Erstere (die discernment ministries) zu marginalisieren und auf sie herabzuschauen, weil sie glaubten, wir leben in den letzten Tagen der Endzeit. Eine derartige Vorstellung ist ihnen nicht akademisch genug.

Diejenigen, die es wagen zu glauben, dass der Geist Christi es in ihre Herzen gelegt hat, dass seine Wiederkunft nahe ist, werden buchstäblich verspottet und es wird ihnen gesagt: “Wir brauchen euch nicht” (siehe 1Kor 12,21). Spötter sind aufgestanden und sagen uns: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist! Dabei übersehen sie aber absichtlich, dass es schon vorzeiten Himmel gab und eine Erde aus dem Wasser heraus [entstanden ist] und inmitten der Wasser bestanden hat durch das Wort Gottes“ (2Petr 3,3-5).

Wenn Sie heute den Ausdruck discernment ministry [apologetische Dienste, die besonderen Wert auf biblische Prophetie legen, meist von prämillenialistischer Überzeugung] antreffen, dann werden sie feststellen, dass diese Dienste davon überzeugt sind, dass wir uns in den letzten Tagen der Endzeit befinden. Wenn sie dem Ausdruck apologetics (Apologetik) begegnen, werden Sie sich wahrscheinlich in Gesellschaft von akademischen Theologen befinden, die mit Fachausdrücken um sich werfen. Dies hat sich einfach so entwickelt. Die discernment ministries respektieren die akademischen Dienste, aber leider wird dieser Respekt selten erwidert.

Mit freundlicher Genehmigung von Jackie Alnor.


Jackie Alnor, Discernment Ministries vs. Apologetics Ministries: Is there a difference?
Quelle: http://distomos.blogspot.com/2011/02/ub ... enste.html
Gruß und Segen von Joschie
Zuletzt geändert von Joschie am 20.02.2011 13:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Moderne Evangelisationsmethoden

Beitragvon Jose » 09.02.2011 22:48

Der Apostel Johannes schreibt:
"Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken" 2. Joh 9-11.

Wenn ich nun an den Beitrag von Johannes (Bibel lover) vom 22.01.2011 22:38 denke:
Das was ich vor allem kritisiere ist, dass man andere verurteilt und ihnen den Glauben abspricht...
Große Probleme habe ich wenn auch Verleumdungen und Diffamierung dabei sind.
Mit sachlicher Kritik (ob in der Sache richtig oder falsch) hab ich nicht so ein Problem.
dann ist es gewiss so, dass wer sich in Liebe und Demut, gem. seiner Schrifterkenntnis, nach den Worten des Apostel Johannes richtet, sich sehr schnell den Vorwurf gefallen lassen muss, andere zu verurteilen oder den Glauben abzusprechen. Ich möchte von mir persönlich sagen, dass es so nicht meine Gesinnung ist. Wenn wir uns aber nach Gottes Wort richten, dann kommen wir konkret nicht darum herum, in der Endkonsequenz so zu handeln wie wir in der Schrift gelehrt und ermahnt werden.

Aber auch ich habe große Probleme mit Verleumdungen und Diffamierungen, und es ist Schade, dass so etwas selbst und Gläubigen vorkommt. Allerdings muss man die konkreten Fälle anschauen.

Wenn ich mir diese Aussage überlege:
Unter anderem werden neue Evangelisationsmethoden mit großem Genuss kritisiert und am besten schreibt man noch ein (unsachliches) Buch darüber in dem man (ohne das Thema richtig zu kennen) alles schlecht nennt (vllt. weil es einfach neu ist) und diese Methoden als Verführung abtut, in so einem Buch darf es natürlich nicht an Diffamierungen fehlen. (Auszug aus http://blogofjohannes.wordpress.com/201 ... ersyndrom/)
dann bleibe ich an der Aussage hängen: "mit großem Genuss kritisiert". Ein Christ kritisiert das weltliche Treiben nicht mit Genuss, sondern mit traurigem Herzen.

Persönlich bin ich auch gegen moderne Evangelisationsmethoden, weil man mit weltlichen Methoden nicht Menschen für Jesus gewinnen kann. Wenn mit Musik und Lärm Stimmung erzeugt und die Botschaft des Evangeliums nur sehr oberflächlich verkündigt wird, was soll man davon erwarten? Wenn zudem die Veranstalter ein ökumenisches Team sind, aus Evangelikalen, Katholiken und Pfingstlern usw., wie sie eben in der Allianz zusammenarbeiten, kann der Heilige Geist hier wirklich wirken, wenn wir das Gebet des Herrn bedenken: "Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast" Joh 17,20-21. Es können Menschen angesprochen werden, denn der Herr ist unsagbar gnädig, aber wie werden diese Angesprochenen weitergeführt?

Wir sollten uns prüfen, welches Zeugnis geben wir der Welt durch moderne und weltliche Evangelisationsmethoden. Wollen wir der Welt das Bieten was sie ohnehin schon kennt und unbefriedigt lässt? Und welches Zeugnis geben wir überhaupt der Welt durch unsere Uneinigkeit, die, so befürchte ist, vor allem daher kommt, weil man das Wort Gottes und die Zucht des Heiligen Geistes so oft widersteht. Die beste Evangelisationsmethode ist ein verändertes, von Gott erneuertes Leben.

Die letzte moderne Evangelisation die ich besuchte liegt schon viele Jahre zurück. Am Ende übergab der Veranstalter vor versammeltem Publikum, dem Hausmeister, als kleines Dankeschön, Tabak. Das war die Krönung einer Veranstaltung, wo man Geist und Fleisch vermischt hatte. Ist diese Vermischung bei modernen Evangelisationen heute anders?

José
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Faktenmaterial

Beitragvon Jose » 09.02.2011 23:18

Joschie hat geschrieben:Ich empfinde den Beitrag von Johannes nicht als einseitig oder gar als weichgespült. @Servant bei aller berechtigten Kritik, die man bei vielen Entwicklungen innerhalb des Leibes Christi anbringt, muß diese auf genaues Faktenmaterial beruhen. Dieses ist heute immer mehr die Ausnahme als die Regel. Einer der traurigen Höhepunkte war das Buch von D. Hunt über den Calvinismus.
Ich denke, wir alle miteinander müssen unser Verhalten stets kritisch und aufrichtig Anhand der Bibel prüfen. Es hat keiner von uns die Wahrheit für sich gepachtet. Entscheidend ist, dass wir wirklich von Herzen für das Reden Gottes offen sind, um darauf zu hören und danach zu tun. Jesus sagt so klar: "Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede" Joh 7,16-17.

Faktenmaterial ist gut und wichtig, aber nicht unbedingt immer das Ausschlaggebende. Ich denke, man sollte immer alles treu anhand der Bibel prüfen und selber sich bemühen, unparteiisch zu sein.

José
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