Der neue Calvinismus

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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eddi
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Der neue Calvinismus

Beitragvon eddi » 09.06.2009 20:43

Hallo zusammen!

Peter hat hier nachgefragt, was wir von Mark Driscoll halten. Und hier haben wir über ein ähnliches Thema diskutiert.

Ich möchte dazu eine Stellungnahme von Peter Masters verlinken. Ich bin so dankbar für seine offene und klare Kritik am neuen Calvinismus. Seine Ermahnung hat mir wieder Orientierung geben.

Leider ist der Text in Englisch...

Gruß
eddi

maxb
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Beitragvon maxb » 09.06.2009 22:55

Masters Hauptproblem ist also, dass charismatische und nicht-charismatische Calvinisten zusammen in Konferenzen auftreten und, dass moderne Musik gespielt wird...Dieser Musikstil wird dann pauschal mit Weltlichkeit gleichgesetzt.

Ich weiß nicht viel über Masters, habe einige positive Sachen von ihm gehört und meine, mir auch mal eine Predigt von ihm angehört zu haben, die ich gut fand. Aber ich weiß auch, dass er streng gegen jeglichen Konsum von Alkohol ist. Das ist eine Position, die für meine Begriffe in die Gesetzlichkeit geht und das gleiche Problem sehe ich bei ihm bzgl. der Musik und bzgl. seiner Sicht zum 4. Gebot. An solchen Punkten die Geistlichkeit einer Bewegung festzumachen finde ich ziemlich schwach.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 10.06.2009 08:55

Hallo Eddi
Kannst du den Text in deutsch reinstellen in Kurzform.
Lieben Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 10.06.2009 09:36

Hallo,
ja, da haben wir doch eine Antwort auf meine Frage in einem anderen thread, wo denn die "Schmerzgrenze" mancher "Calvinisten" in der Toleranz verlaufe. Für Masters scheinbar beim Musikstil.
Wie dankbar bin ich dafür, daß unser Herr seinen eigenen Musikgeschmack in den Evangelien nicht propagiert hat. Ob er auch einen Feldzug gegen Zimbeln und Schlaginstrumente, mit denen Rhythmik erzeugt werden konnte, geführt hat? Wir lesen von Angriffen gegen Taubenhändler und Wechselstuben. Der Fokus lag also auf dem Mammon. Gibt es auch diesbezüglich "Weltlichkeit" bei den Calvinisten? Eine Frage noch zum thema Alkohol: warum nannte man Jesus eigentlich (vermutlich in verleumderischer Absicht) einen Fresser und Weinsäufer? Alles nur erstunken und erlogen? Oder hat er vielleicht doch einmal einen guten Tropfen gekostet? War er nicht auch irgendwie einmal in der Herstellung eines ziemlich edlen Jahrgangs verwickelt? Oder hat er da nur "oinos" im Sinne eines nicht-alkoholischen Traubensaftes, wie mir meine adventistische Kollegin bestimmt mitgeteilt hat, erzeugt?
M.

eugen
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Beitragvon eugen » 10.06.2009 11:26

maxb hat geschrieben:Das ist eine Position, die für meine Begriffe in die Gesetzlichkeit geht...
Wenn jemand "gesetzlich" ist, dann bedeutet es lediglich, dass diese Person es versucht aus eigener Kraft gerecht zu werden. Die Pharisäer waren ein gutes Beispiel dafür. Oder mein Nachbar, der es versucht durch gute Taten ein gerechter Mensch zu werden.
Aber wenn so jemandem wie P. Masters, der einzig und allein aus Gnade Gottes lebt und sie atmet (wer Masters näher kennt, wird es bei ihm sicherlich feststellen), Gesetzlichkeit vorgeworfen wird, dann werfe ich demjenigen "oberflächliches Urteilen" vor. :roll:

PvE
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Beitragvon PvE » 10.06.2009 13:31

Ich denke es ging Masters darum, getreu dem Grundsatz "Wehret den Anfängen" eine problematische Entwicklung aufzuzeigen.

Und wenn nun sogar schon Leute wie Piper, MacArthur und Dever die Berührungsängste mit der charismatischen Richtung verlieren und "reformierte Charismatiker" (vgl. z.B. Sovereign Grace Ministries) akzeptieren, ist das etwas schwierig...

$:|

Über die Hintertür kommt so letztlich die Akzeptanz der Charismatik und allem damit zusammenhängenden Gedankengut zustande.

maxb
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Beitragvon maxb » 10.06.2009 15:57

Ich sehe in der Gesetzlichkeit Abstufungen. Natürlich sind erstmal alle nicht-Christen gesetzlich im vollkommensten Sinne. Aber die Gesetzlichkeit gibt es auch unter Christen in abgeschwächter Form, nämlich indem man sich und anderen Gesetze auferlegt, die Christus uns nicht gegeben hat. Dazu gehört nun mal auch das Verbot von Alkohol, Heben der Hände und moderner Musik. Wenn Masters ein Problem mit diesen Dingen hat, dann ist das seine persönliche Sache, die er keinem anderen auferlegen kann (s. Götzenopferfleisch). Mit manchen Dingen hat er sicherlich gar nicht mal unrecht, aber dadurch, dass das in so einen verallgemeinernden Kontext eingebettet ist, verliert es sehr an Kraft.



Hier mal der ganze Text auf Deutsch:
Als ich ein Jugendlicher war und noch frisch gerettet war, schien mir das oberste Ziel aller eifrigen Christen, ob Calvinist oder Arminianer, die Absonderung zu sein. Predigten, Bücher und Konferenzen haben das im Geiste von Röm 12,1-2 betont. Der flehende Apostel ruft darin alle Gläubigen dazu auf ihr Leiber als lebendiges Opfer hinzugeben und sich nicht der Welt anzupassen. Das Herz wurde herausgefordert und bewegt. Christus sollte Herr des Lebens sein und das Selbst auf dem Altar des Dienstes für ihn geopfert werden.

Aber jetzt sieht es so aus, als ob es einen neuen Calvinismus gibt mit neuen Calvinisten, welcher die alten Ziele weggespült hat. Ein neues Buch, "Young, Restless, Reformed" [Jung, Ruhelos, Reformiert], von Collin Hansen erzählt die Geschichte eines sogenannten calvinistischen Wiederauflebens und wie dieses die Vorstellungen tausender junger Menschen in den USA gefangen genommen hat. Dieses Buch wurde mit großer Begeisterung von bekannten Magazinen in Großbritannien, wie Banner of Truth, Evangelical Times und Reformation Today rezensiert.

Der Verfasser [d.i. Peter Masters] wurde beim Lesen allerdings sehr tief betrübt, weil es einen stark verzerrten Calvinismus beschreibt, der weit hinter einem authentischen Leben im Gehorsam gegenüber einem souveränen Gott zurück liegt. Wenn diese Art von Calvinismus weiter voran kommt, dann wird die wahre biblische Frömmigkeit so stark wie noch nie angegriffen werden.

Der Autor des Buches ist ein junger Mann (ca. 26 als er es geschrieben hat), der in einer christlichen Familie aufgewachsen ist und im sekularen Journalismus ausgebildet wurde. Wir sind ihm für den gut lesbaren und weitreichenden Überblick, den er uns über dieses neue Phänomen gibt, zu Dank verpflichtet. Der Schauplatz, der sich uns bietet ist allerdings keinesfalls fröhlich.

Der Autor beginnt damit, eine Konferenz in Atlanta im Jahr 2007, namens "Passion" (Leidenschaft) zu beschreiben. Dort feierten 21.000 junge Menschen mit moderner Musik und hörten Rednern, wie John Piper, beim verkündigen calvinistischer Ansichten zu. Dieses Bild wiederholt sich mehrmals im Buch - es werden große Konferenzen beschrieben, in denen der Synkretismus von weltlicher, sensationslustiger, ohrenbetäubender, rhythmischer Musik, mit calvinistischer Lehre vermischt wird.

Uns wird von donnernder Musik erzählt, von tausenden von erhobenen Händen, 'Christlichem' Hip-Hop und Rap Texten (die Beispiele scheinen ungeschickt und plump in ihrem Aufbau), die die Gnadenlehren mit den unmoralischen, durch Drogen verursachten Musikformen der weltlichen Kultur verbinden.

Collin Hansen meint, dass der amerikanische Calvinismus am Ende des 19. Jahrhunderts zusammenbrach und nur durch eine handvoll Menschen bis zu dieser großen Jugenderweckung aufrecht erhalten wurde. Aber seine geschichtliche Beschreibung ist offengesagt lächerlich. Als jemand, der seit den frühen 1970ern die amerikanischen Seminare als Redner besuchte, habe ich ständig Prediger und Studenten getroffen, die die Gnadenlehren liebten, und sie auch in Gemeinden mit solider Calvinistischer Überzeugung predigten. Aber stärkere Belege für ein weitreichendes Vorhandensein des Calvinismus liefert die Tatsache, dass sehr große Verlage einen Strom von reformierter Literatur nach dem Krieg und durch die 1980er hindurch herausbrachten. Der große Verlag Eerdmans war damals vollkommen reofrmiert, ganz abgesehen von Baker Book House und Kregel und anderen. Wo sind all diese Bücher hingegangen?- Tausende und Abertausende von ihnen, einschließlich häufig nachgedruckter Reihen von Calvins Kommentaren und eine Menge anderer klassischer Werke.

In den 1970ern und 80ern gab es auch kleine calvinistische Verlage in den USA und zu dieser Zeit begann das Phänomen von Calvinistischen Rabatten in christlichen Buchläden, mit berstend vollen Kataloglisten mit beachtenswertem Anhang. Die Behauptung, dass der Calvinismus nahezu verschwunden ist, ist absolut falsch.

Tatsächlich floriert immer noch ein Calvinismus mit weitaus besserer Qualität in vielen Gemeinden. Dort werden Seelen gewonnen und Leben geheiligt und sowohl Wahrheit als auch Praxis werden unter die Herrschaft der Schrift gestellt. Solche Gemeinden haben überhaupt kein Verständnis für Collin Hansens weltliche Anbetungsform, die versucht Gemeinden zu bauen, indem genau die selben Unterhaltungsmethoden verwendet werden, wie bei den meisten Charismatikern und der arminianischen Calvary Chapel Bewegung.

Die neuen Calvinisten loben ständig die Puritaner, aber sie wollen weder so anbeten noch so leben, wie sie. Eine der gerühmten neuen Konferenzen heißt "Resolved" (Beschlossen), benannt nach Jonathan Edwards berühmten jugendlichen Vorsätzen (70 eindringliche Punkte). Aber die Kultur dieser Konferenz wäre ohne Frage auf sofortige Verurteilung von Seiten dieses großen Theologen gestoßen.

Resolved ist die Erfindung eines Mitgliedes von Dr John MacArthurs pastoralen Mitarbeitern. Dort werden tausende junger Leute jährlich versammelt und das übliche Gemisch von Calvinismus und extrem charismatischem Anbetungsstil zur Schau gestellt. Junge Leute werden ermutigt genau die selbe sensationelle, nervöse Wirkung zu fühlen, die sie in einem großen, weltlichen Pop-Konzert haben würden, komplett mit kopierter Atmosphäre und Lichteffekten.

Zur gleichen Zeit wird über Prädestination und Erwählung nachgedacht. Weltliche Kultur stellt die körperlich, emotionalen Gefühle bereit, in welche christliche Gedanken eingeflößt werden. Biblische Vorstellungen werden mit fleischlicher Unterhaltung verknüpft (Bilder dieser Konferenz auf ihrer Internetseite verraten die vollkommen weltliche Showbusiness -Atmosphäre, die von den Organisatoren geschaffen wird).

In den Zeiten des Ungehorsams haben sich die alten Juden angeglichen, indem sie am Sabbat in den Tempel oder die Synagoge gegangen sind und unter der Woche die Götzentempel besucht haben, aber der neue Calvinismus hat einen Weg gefunden, geistlich unvereinbare Dinge am selben Ort zur selben Zeit zu verbinden.

CJ Mahaney ist ein Prediger, der in diesem Buch hoch gelobt wird. Charismatisch im Glauben und in der Praxis, scheint er vollkommen von anderen großen Namen, die die "neuen calvinistischen" Konferenzen unterstützen, akzeptiert zu werden. Unter diesen Namen finden sich John Piper, John MacArthur, Mark Dever und Al Mohler. CJ Mahaney (offenbar ein extrem sympatischer und freundlicher Mann) ist Gründer einer Gruppe von Gemeinden, die Calvinismus mit charismatischen Gedanken vermischt und ist dafür bekannt, viele Calvinisten beeinflusst zu haben, ihre Cessationistischen Ansichten zu verwerfen.

Es war ein Schützling dieses Predigers namens Joshua Harris, der die "New Attitude" (Neue Gesinnung) Konferenz für junge Menschen gegründet hat. Wir erfahren, dass ein weltlicher Rapper namens Curtis Allen bei seiner Bekehrung von seinem neu geborenen christlichen Instinkt dazu geleitet wurde, sein altes Leben und seine Musikrichtung aufzugeben. Aber Pastor Joshua Harris hat ihn augenscheinlich überredet, das nicht zu tun, sodass er für den Herrn singen kann. Neue Calvinisten zögern nicht, das instinktive christliche Gewissen auszuschalten und den Menschen zu raten, Freundschaft mit der Welt zu schließen.

Eine der Mega-Gemeinden, die in dem Buch verehrt wird, ist die 6000-Mann starke Mars Hill Church in Seattle, gegründet und geleitet von Mark Driscoll, welcher Ideen aus Emerging Church (d.h., dass Christen weltliche Kultur benutzen sollten) mit calvinistischer Theologie vermengt. (s. Fußnote 1).

Dieser Prediger wird auch sehr von einigen reformierten Männern in Großbritannien verehrt, aber seine Gemeinde wurde (von einem Sympathisanten) als diejenige mit der ohrenbetäubensten Musik von allen beschrieben und er selbst wurde von anderen Predigern wegen seines Gebrauchs von sehr "ausgefallener" Sprache und sehr unangebrachtem Humor (selbst im Fernsehen), zurecht gewiesen. In Videos sieht man ihn in Jesus T-Shirts predigen, was den neuen Kompromiss mit der Kultur symbolisiert, während er zur gleichen Zeit calvinistische Lehre vorträgt. So viel zum Annehmen puritanischer Lehre, getrennt von puritanischer Lebensweise und Anbetung.

Die meisten der bekannten Prediger, die diese "Erweckung" des Calvinisismus gutheißen und vertreten, haben die folgenden Positionen gemeinsam, welche den wahren calvinistischen (oder puritanischen) Ansichten widersprechen:

1. Sie haben kein Problem mit moderner charismatischer Anbetung, einschließlich extremer Heavy-Metal Stile.

2. Sie sind schwach, was die Trennung von Weltlichkeit anbelangt (s. Fußnote 2).

3. Sie lehnen die Sorge um persönliche Leitung Gottes in den wichtigen Entscheidungen der Christen (wahre Souveränität) ab und verpassen damit der herzlichen Hingabe einen Todesstoß.

4. Sie vertreten Ansichten entgegen dem 4. Gebot und haben somit eine geringe Meinung vom Tag des Herrn (Sonntag). Auch damit fügen sie dem hingegebenen Lebensstil einen Hieb zu.

Was auch immer ihre Stärken und Errungenschaften sind (und einige von ihnen sind brilliante Männer, nach menschlichem Standard), oder wie auch immer ihr theoretischer Calvinismus aussieht - der schwache Unterbau dieser Prediger bzgl. solcher wichtigen Themen wird nur zu schrecklich fehlerhaften Arten des Calvinismus führen, was wiederum dazu führt, dass Menschen noch mehr mit der Welt verheiratet werden und einen selbstsüchtigen Lebensstil führen.

Wahrhaftig verkündigt, muss die Souveränität Gottes Weihe, Ehrfurcht, ehrlichen Gehorsam Seinem Willen gegenüber und Absonderung von der Welt beinhalten.

Man kann nicht puritanische Soteriologie ohne puritanische Heiligung haben. Man sollte Menschen nicht zur calvinistischen (oder irgendeiner anderen) Predigt locken, in dem man weltliche Köder verwendet. Wir hoffen, dass junge Menschen in dieser Bewegung die Folgerungen dieser Lehren besser begreifen werden, als ihre Lehrer und aus ihren Kompromissen heraus gehen. Durch die Förderung dieser neuen Form des Calvinismus zieht allerdings eine Katastrophe herauf.

Warum geben britische Christen, die die Gnadenlehren glauben, solch enthusiastische Rezensionen für so ein Buch? Es gab in der Vergangenheit Zeiten, als eine große Zahl junger Menschen auf einmal intellektuell begeistert über feste, christliche Lehre wurden, nur um sie so schnell wie möglich wieder zu verwerfen. Man denke an die gewaltige Reaktion, welche die Redekunst Francis Schaeffers in Universitäten in den 1960ern auslöste - zweifelsfrei sind einige junge Menschen wirklich gerettet worden, aber sehr viel mehr haben sich abgewendet. Eingenommen durch die Überlegenheit einer biblischen Weltanschauung, haben sie für eine kurze Zeit die unlogischen, kraftlosen Ideen dieser Welt verachet, aber dieser Eindruck war in vielen Fällen eher natürlich, als geistlich. Der gegenwärtige neue aufregende Calvinismus, des praktischen Gehorsams beraubt, wird sich mit Sicherheit als Eintagsfliege herausstellen und die Angelegenheit komrompittiert und vernarbt zurück lassen.

Ist diese Form des Calvinismus bereits nach Großbritanien gekommen? Leider ja. Man braucht sich nur die "blogs" von einigen jüngeren reformierten Pastoren ansehen, die sich selbst als Mentoren und Berater anderer vorstellen. Wenn man sich ihre "Lieblingsfilme" und "Lieblingsmusik" anschaut, sieht man, dass sie ohne Scham führende Gruppen, Lieder und Unterhaltung einer minderwertigen Kultur nennen und es wird offenbar, dass die Welt immer noch in ihren Herzen ist. Vor vielen Jahren hätte man solche Brüder nicht getauft, bis sie nicht rein von der Welt wären, aber jetzt kann man die theologischen Seminare besuchen ohne irgendeine Frage gestellt zu bekommen und mit nicht-aufgegebenen Götzen im Thronsaal des Lebens ein Hirtenamt antreten. Was gibt es für eine Hoffnung für Gemeinden mit Unterhirten, deren Loyalität so geteilt und entstellt ist?

Abgesehen von Pastoren, kennen wir einige "neue" junge Calvinisten, die sich niemals in einer hingebungsvollen, arbeitenden Gemeinde niederlassen werden, weil ihre Ansichten nur in ihren Köpfen, und nicht in ihren Herzen bestehen. Wir wissen von einigen, deren Leben nicht rein ist. Wir wissen von anderen, die durch Diskos ziehen. Je größer ihre lehrmäßigen Fähigkeiten, desto größer ihre Heuchelei.

Das sind harte Worte, aber sie bringen mich dazu zu sagen, dass man dort, wo biblischer, evangelikaler Calvinismus das Verhalten und vor allem die Anbetung bestimmt, ein sehr demütigendes, schönes System der Wahrheit findet. Dort hingegen wo es auf den Kopf beschränkt ist, bläht es Stolz und Selbst-Bestimmung auf.

Der neue Calvinismus ist kein Wiederaufleben, sondern eine vollkommen neue Zusammensetzung, welche die Lehre von ihrer historischen Anwendung trennt und stattdessen mit der Welt vereint.

Warum sind die führenden Prediger dieser Bewegung so bereitwillig Kompomisse eingegangen? Sie wurden von keinem Sowjet Regime bedroht. Niemand hat ihnen eine Pistole an den Kopf gehalten. Das ist eine beschämende Kapitulation und wir müssen ernsthaft beten, dass das, was sie gefördert haben, nicht den Calvinismus vereinnahmt und nicht eine ganze Generation von erreichbaren christlichen jungen Menschen ruiniert wird.

Ein abschließendes trauriges Spektakel, das mit Begeisterung in dem Buch beschrieben wird ist die Konferenz "Together for the Gospel" (Gemeinsam für das Evangelium), welche seit 2006 statt findet. Eine Veranstaltung, eher für Erwachsene, einberufen von angesehenen Calvinisten, die nichtsdestotrotz Cessationisten und nicht-Cessationisten, Vertreter traditioneller und moderner Anbetung zusammenbringt. Während gesunde Lehre aufrechterhalten wird, werden alle Teilnehmer darauf konditioniert, sich bzgl. solcher kontroversen Themen zu entspannen und zu lernen alle Ansichten zu akzeptieren. Mit anderen Worten: Der Dienst der Warnung wird abgetötet, sodass jeder Fehler in der neuen Szene ohne Überprüfung durchdringen kann. Das sind tragische Tage für authentische geistliche Treue, Anbetung und Frömmigkeit.

Wahrer Calvinismus und Weltlichkeit sind Gegensätze. Die Vorbereitung des Herzens ist notwendig, wenn wir die Wunder und Tiefen der souveränen Gnade durchdringen wollen. Wir finden das im herausfordernden, überführenden Ruf Josuas:

"So fürchtet nun den HERRN und dient ihm in Aufrichtigkeit und Treue! Und tut die Götter weg, denen eure Väter jenseits des Stroms und in Ägypten gedient haben, und dient dem HERRN! Ist es aber übel in euren Augen, dem HERRN zu dienen, dann erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: entweder den Göttern, denen eure Väter gedient haben, als sie noch jenseits des Stroms waren, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt! Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen!"(Jos 24, 14-15)

Fußnoten:
1 Seine Lösung des Problems zwischen göttlicher Souveränität und des menschlichen Freien Willens, ist allerdings sehr viel näher an der Arminianischen Vorstellung.

2 Ein Neues Buch mit dem Titel "Worldliness: Resisting the Seduction of a Fallen World" (Weltlichkeit: Widerstand gegen die Verführung einer gefallenen Welt) von CJ Mahaney und anderen bietet jungen Gläubigen viel zu wenig Ausstattung, um sich von der Welt abzusondern, vor allem im Gebiet der Musik. Dort liebt der Herr offenbar jeden Stil und die Annehmbarkeit wird auf zwei irreführende, subjektive Fragen reduziert.

lutz
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Beitragvon lutz » 10.06.2009 16:50

Vielen, vielen Dank Max für die Übersetzungsarbeit.
In der Tat müsste man nun den Fragen nachgehen:
Was ist eigentlich der Kritikpunkt?
Wo ist der Zusammenhang zur "neuen Anbetungspraxis"?
Wo geht Peter Masters in den Ansichten über Lebenswandel über die Schrift hinaus?

Ich musste indessen auf die Suche nach deutschen Materialien gehen.
Meine Recherche hat Folgendes ergeben und ich möchte wirklich auf das Zitat bei Ebertshäuser hinweisen, weil ich hier meines Erachtens nach einen etwas "anderen" Peter Masters finde.

Auf der Verlagsseite von betanien.de kann "Peter Masters" unter "suche" eingegeben werden.
Dann wird man zwei längere Artikel finden.
Ein Artikel: "Weltlich-christliche Musik" entstand in Anlehnung an Peter Masters, "Throwing Out the Principles ...".
Ein Artikel: "Warum sollten wir beim Beten die Hände heben?" ist ein Auszug aus dem Buch "Worship in the Meltingpot".

In R. Ebertshäusers Buch "Charismatische Lieder ..." findet man auch ein längeres Zitat von Peter Masters (habe dazu aber keine Quellenangabe gefunden):
"Gemeinden, die einst die Rechtfertigung allein durch Glauben verteidigten und sich von charismatischem Gedankengut fernhielten, kamen unter gewaltigen Druck, die weltlich ausgerichtete Anbetung im charismatischen Stil einzuführen. Diejenigen, die dies taten, wurden bald geprägt von den neuen Liedern, die sie sangen, und der Musik, die sie spielten. ... Diese Gemeinden werden jetzt schrittweise, aber unaufhaltsam in die Welt des charismatischen und ökumenischen Evangelikalismus hineingezogen. Während sie sich früher weigerten, ihre bibeltreue Prägung aufzugeben, die Lehre zu verfälschen oder charismatische Erscheinungen zu akzeptieren, werden sie jetzt überwältigt von der euphorisch wirkenden Droge der modernen Anbetung. Manchmal bleibt die Verkündigung noch gesund - aber wie lange, wenn sich einmal die grundlegenden Werte der Gemeinde geändert haben?
Ob ihre Befürworter das nun erkennen oder nicht, die moderne Anbetungsbewegung ist das Werkzeug der Stunde, mit dem die lehrmäßigen Mauern Zions niedergerissen werden. ... Die neue Anbetungsszene ist ohne jeden Zweifel unser Gegner, nicht unser Freund. ... Wo wird Ihre Gemeinde in zehn oder zwanzig Jahren stehen? Wird sie eine leichtfertige, seichte, auf Vergnügungen beruhende Gemeinschaft sein, die aus den Brunnen dieser Welt trinkt und aller Stärken des echten biblischen Christentums beraubt ist? ... Oder wird sie immer noch durch die Kraft Gottes für die Wahrheit einstehen? ... Möge Gott uns helfen, die großartigen Grundsätze der Anbetung hochzuhalten und zu bewahren, die in Seinem Wort ausgesprochen und in der Reformation wiederentdeckt wurden ... Möchten wir uns als solche erweisen, die ihrem Auftrag als Hirten und Diener der Gemeinde treu sind! ..."
(Hervorhebungen von mir.)

Ich würde also nicht sagen, dass der Kritikpunkt einzig auf Musikstil, oder Instrument ... liegt - sondern besonders auf der damit transportierten zersetzenden Lehre. Diese Lehre wird damit fast unmerklich so aufgenommen, dass sie im Zuge der Zeit Teil des eigenen Glaubenssystems wird.
Dies muss nicht einmal bewusst wahrgenommen werden.
Und hier schließt sich der Kreis zum eigentlichen Knackpunkt der Schwärmerei:
Bernhard Kaiser "Christus Allein" S. 205 / 206:
"... Schlüsselbegriff für die Schwärmerei: Gottesunmittelbarkeit. ... Der Schwärmer sucht die direkte Verbindung mit Gott. Dies setzt voraus, dass der gefallene Mensch in bestimmten Bereichen als göttlich oder als auf Gott hin angelegt gesehen wird. Das ist das Grundmuster aller Schwärmerei.
Schwärmerei ist, wie ich bereits erwähnte, nicht eigentlich ein Drittes neben dem Katholizismus und dem Humanismus; im Grunde sind beide schon schwärmerisch, weil sie vom Gutsein des Menschen oder von einem göttlichen Bereich in ihm ausgehen. ... Stellen wir uns die biblische Sicht vor als einen Kreis. Im Zentrum steht Jesus Christus; in ihm ist das Heil und von ihm kommt das Heil durch Wort und Glaube zu uns. In der Schwärmerei wird ein zweites Zentrum eingerichtet: Der Kreis wird dabei zu einer Ellipse verändert. Das Heil besteht nicht nur in Christus, sondern auch im neuen Menschen. Das Problematische dabei ist, dass dieses zweite Zentrum das Interesse der Menschen auf sich zieht, weil sie hier nicht mehr glauben müssen, sondern sehen, handeln, fühlen und erleben können. ..."

Lutz

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 10.06.2009 17:24

Hier eine Predigt zu den Thema.Zum Inhalt kann ich nichs sagen da auf englisch ??!
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

maxb
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Beitragvon maxb » 10.06.2009 20:15

Ich hab bei Together for the Gospel (die Konferenz, die Masters als letztes erwähnt) noch ein Dokument gefunden. Dieses enthält 18 Artikel, die Grundlage für diese Konferenz sind.
Das ganze gibt es auf Deutsch hier.

Man beachte Artikel 2,4 und 9.

lutz
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Beitragvon lutz » 10.06.2009 21:35

Und mir ist aufgefallen, dass die vier Namen unter "Together for the gospel" auch im Zuammenhang mit "The gospel coalition" auftauchen (mit einer Unmenge anderer Namen).

Mir ist nicht klar, ob es einen Unterschied gibt.
Über die "Gospel coalition" kann ich aber hier etwas lesen unter "Neureformiert" im Zusammenhang mit "Emergent Church" auf Seite 6:
www.verax.ws/nuntia/20090303_nuntia.pdf
"Terra Nova Projekt: die radikale Umgestaltung des Evangelikalismus"
(deutsch)

Über die gemeinsame Erklärung der "gospel coalition" kann ich hier kritisch lesen (englisch):
http://herescope.blogspot.com/2007/07/g ... podge.html

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 11.06.2009 10:30

Hallo,
unter youtube kann sich jeder schnell ein Bild von den Veranstaltungen machen. abgesehen vom Musikgeschmack, über den sich seit jeher trefflich streiten läßt, ist ja ein Argument des Herrn Masters, die LEHRE der charismat. Musik sei der große Verführer. Nun, abgesehen davon, daß das Feld des worship so weit ist, daß sicher etliche Lieder biblisch auf wackligen Füßen stehen muß man doch prüfen, welche Lieder von den Veranstaltern gewählt wurden. Jedes Lied muß geprüft werden, ob es falsche Lehre enthält. wir wollen ja schließlich genauso differenziert beurteilt werden wie wir andere beurteilen, nicht wahr?
Daher hänge ich hier einen Text an, um euch die Möglichkeit zu geben, zu prüfen. Natürlich müßte man JEDES Lied anschauen, aber bereits der erste Treffer bei "Youtube" zeigt das hier:

Jesus, I my cross have taken

Jesus, I my cross have taken,
All to leave and follow Thee.
Destitute, despised, forsaken,
Thou from hence my all shall be.
Perish every fond ambition,
All I’ve sought or hoped or known.
Yet how rich is my condition!
God and heaven are still my own.

2. Let the world despise and leave me,
They have left my Savior, too.
Human hearts and looks deceive me;
Thou art not, like them, untrue.
O while Thou dost smile upon me,
God of wisdom, love, and might,
Foes may hate and friends disown me,
Show Thy face and all is bright.

3. Man may trouble and distress me,
’Twill but drive me to Thy breast.
Life with trials hard may press me;
Heaven will bring me sweeter rest.
Oh, ’tis not in grief to harm me
While Thy love is left to me;
Oh, ’twere not in joy to charm me,
Were that joy unmixed with Thee.

4. Go, then, earthly fame and treasure,
Come disaster, scorn and pain
In Thy service, pain is pleasure,
With Thy favor, loss is gain
I have called Thee Abba Father,
I have stayed my heart on Thee
Storms may howl, and clouds may gather;
All must work for good to me.

5. Soul, then know thy full salvation
Rise o’er sin and fear and care
Joy to find in every station,
Something still to do or bear.
Think what Spirit dwells within thee,
Think what Father’s smiles are thine,
Think that Jesus died to win thee,
Child of heaven, canst thou repine.

6. Haste thee on from grace to glory,
Armed by faith, and winged by prayer.
Heaven’s eternal days before thee,
God’s own hand shall guide us there.
Soon shall close thy earthly mission,
Soon shall pass thy pilgrim days,
Hope shall change to glad fruition,
Faith to sight, and prayer to praise.

© 2001 Bill Moore Music.

Jetzt müßte man erforschen, ob Herr Bill Moore Charismatiker ist. Es sei denn, elektrisch verstärkte Instrumente und solche, die Rhythmus erzeugen sind per definitionem "charismatisch". Selbst dann könnte man das Argument, die LEHRE sei schädlich, nicht priorisieren, sondern müßte tatsächlich die MUSIK angreifen.
M.

P.S.: hier der trailer der resolved-conference 2009 : http://www.youtube.com/watch?v=eQ12uzhDjic (ich hoffe, er funktioniert)

lutz
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Beitragvon lutz » 11.06.2009 15:53

Hallo Mephiboscheth,

hast du eigentlich Herrn Masters Beitrag gelesen?
Man muss nicht alle seine Ansichten teilen, um seine Warnungen zu verstehen.

Er hat sich in seinem Beitrag mit offensichtlichen Dingen befasst und kritisiert u. a. eine Vermischung von Christlichem mit Weltlichem.
bspw.: " ... versucht Gemeinden zu bauen, indem genau dieselben Unterhaltungsmethoden verwendet werden, wie bei den meisten Charismatikern und der arminianischen Calvary Chapel Bewegung ... Weltliche Kultur stellt die körperlich emotionalen Gefühle bereit, in welche christliche Gedanken eingeflößt werden ... der neue Calvinismus hat einen Weg gefunden, geistlich unvereinbare Dinge am selben Ort zur selben Zeit zu verbinden ... Menschen zu einer calvinistischen (oder irgendeiner anderen) Predigt locken, indem man weltliche Köder verwendet ..."

Das Zitat bei Ebertshäuser lässt außerdem den Schluss zu, dass er negative Entwicklungen schon mehrmals selbst gesehen hat. Auch der Anfangsmechanismus ist ihm nicht unbekannt.

Peter Masters ist ein Hirte, der Schafe zu weiden hat und über jedes einzelne, ihm vorübergehend anvertraute Schaf Rechenschaft ablegen wird.
Er kann es sich sicher nicht leisten, Schafe aus Unachtsamkeit falsch zu füttern, oder aus Schläfrigkeit den Schutz zu vernachlässigen ...
Bei seiner Verantwortung könnte er wohl kaum die persönlichen Freiheiten eines Nichthirten ausleben, selbst wenn er wollte.
Wir sollten dem Herrn dankbar sein für Hirten, die Selbstverleugnung leben. Sie sind nämlich keine gering zu schätzende gute Gabe.
Wärest du ein Hirte einer vergleichbaren Gemeinde: Wie sähe denn deine Fürsorgepflicht konkret aus? Aber soweit muss ich gar nicht gehen: Was obliegt denn einem Familienvater gegenüber seinen Kindern?

Was die Konferenzen angeht: diese sind keine unverbindlichen Treffen zu einem einzigen Thema eben mal so zwecks Gemeinschaft. Hier geht es um übergeordnete Visionen und Ziele, denen alles andere untergeordnet wird. Dazu versucht man viele verbindlich ins Boot zu bekommen. Du unterschätzt die Intelligenz der Initiatoren, wenn du meinst mit einem schnellen Bild (oder einer Liedprobe) der Sache auf die Spur zu kommen.
Beim Thema "Evangelische Allianz" ist es vom Prinzip her auch schon einmal gezeigt worden.
Dies kannst du ignorieren, das hat aber keine Relevanz für die Existenz der Fakten.

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 11.06.2009 16:49

Lieber Lutz,
ja, ich habe den Artikel von Masters gelesen. Er beschäftigt sich dort mit Entwicklungen des angelsächsischen Sprachraums. Ich kenne persönlich weder die dort angegebenen Konferenzen noch deren Zielsetzung aus erster Hand. Wen ich "kenne" ist MacArthur, auch von Mark Dever habe ich Bücher gelesen, beide sind solide Bibellehrer (zumindest meinem bisherigen Kenntnisstand entsprechend). Bevor man von "Vermischung" spricht und "Ködern" (ganz beliebte negativ konnotierte Worte bei Bibeltreuen) sollte man sich schon etwas differenzierter mit den Hintergründen auseinandersetzen. Die o.g. Personen sind nicht gerade für Weltlichkeit bekannt und auch nicht dafür, sich vor einen Karren spannen zu lassen, der ihrem Schriftverständnis widerspricht. "Ködern" meint, einen naiven fisch zum Anbeißen zu bringen, was meist den Tod des Fischs zur Folge hat. Man kann auch mit Worten manipulieren.

"Das Zitat bei Ebertshäuser lässt außerdem den Schluss zu, dass er negative Entwicklungen schon mehrmals selbst gesehen hat. Auch der Anfangsmechanismus ist ihm nicht unbekannt. "
Diese Erfahrungen sind aber kein Garant für die Richtigkeit der eigenen These. Ich selbst habe gegenteilige Erfahrungen gemacht- und nun?
Weltlichkeit ist ein soooooooooooo dehnbarer Begriff.

Im Übrigen habe ich darauf hingewiesen, daß mit einem Lied nicht alles gesagt ist. Auch ein link kann täuschen aber schau doch selbst. Es gibt noch viel mehr Material im Netz. Es ist immer besser, sich selbst ein Bild zu machen als auf das Urteil Dritter zu vertrauen. Doch selbst dann kennen wir immer noch nicht die INTENTION der Veranstalter.
M.

lutz
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Beitragvon lutz » 11.06.2009 18:24

Lieber M.,

du hast sicher recht mit dem "sich selbst ein Bild machen" - nur ein Leben wird dazu nicht ausreichen. Es ist unmöglich, dass sich jeder über alles ein direktes Bild machen kann.
Außerdem bedarf es dazu auch der geübten Sinne der Unterscheidung.
Darüber verfügt nicht jeder zum gleichen Zeitpunkt im gleichen Maße.
Ich bin froh über partielle seriöse Spezialisten mit Durchblick.
Und woher weiß ich, dass es Spezialisten sind? Weil ihre bewiesenen Behauptungen jeder Prüfung (besonders durch Gegner) standgehalten haben! (und hier meine ich Fakten und keine subjektiven Erfahrungen hier und da) Dies fällt also unter die Rubrik "bewährt".

Mit "Weltlichkeit" wird im groben Sinne die "Gleichförmigkeit mit der Welt" zu verstehen sein.
Also im Sinne von: Die Welt macht es so, um Anhänger zu gewinnen - Sollten wir diese Methoden übernehmen? ...

Wenn Namen von Personen in Beziehung gesetzt werden mit kritisierten Bewegungen oder ... ergibt sich nicht zwingend der Schluss, dass alles von ihnen Geschriebene in den "Müll" gehört. Das wäre eine falsche Schlussfolgerung.
Das kommt aber bei Peter Masters auch rüber: Er spricht hier von calvinistischer Lehre. Es muss also etwas Gutes an gemeinsamer Grundüberzeugung da sein.
Der Beitrag lässt mich aber größtenteils im Unklaren darüber, was diese Überzeugungen nun sind und welches Misch-masch in der Lehre herauskommt.

Die subjektiven Erfahrungen eines Peter Masters sollten zu seinem Verständnis beitragen und aus seiner Sicht werden diese nur bestätigen, was zu anderen Zeiten schon beurteilt wurde. Es ist ja nicht so, dass bestimmte Phänomene gänzlich neu wären.
Die Kritik eines Peter Masters ist berechtigt und andere Fakten untermauern dies, wenn auch mit anderem Schwerpunkt.
Sein Beitrag hat eine ganz genaue Absicht, eine ganz genaue Zielgruppe, eine ganz genaue Situation auf die reagiert wird.
Es ist richtig, dass wir hier in Deutschland dies auf die Schnelle nicht allumfassend nachvollziehen können.
D. h. aber nicht, dass es uns nichts zu sagen hätte.

L.


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