Predigten über Fasten

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Joschie
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Predigten über Fasten

Beitragvon Joschie » 06.12.2009 10:28

Hallo Ihr!
Ich suche Predigten übers Fasten. Am besten zum Anhören. Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
Gruß Joschie!
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Silke
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Beitragvon Silke » 06.12.2009 13:43

Hallo Joschie,

hier kannst du dir zwei Vorträge dazu anhören. Allerdings kenne ich den Inhalt nicht, bitte prüfe ihn selbst.

Herzliche Grüße
Silke :o)
so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! (2Kor 5,20)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 07.12.2009 09:06

Das ist ja interessant. Das Thema "Fasten" ist zur Zeit auch bei mir ein Thema. Ich glaube, ganz wichtig ist hierbei das Motiv. Fatal wäre es, wenn ich fasten würde, um irgend etwas von Gott zu erpressen oder mir irgendwelche Punkte bei Gott zu verdienen. Was mich allerdings nachdenklich macht, daß ich noch nie gefastet habe. Denn im Alten und im Neuen Testament wird ja bezeugt, daß die Gläubigen gefastet haben. Allerdings - korrigiert mich, wenn ich falsch liege - fällt mir auf, daß es sich meist um eine gemeinsames Fasten handelt. Der Individualismus der heutigen Zeit hat nicht unbedingt das Zeugnis der Heiligen Schrift.

Wie sieht aber das Fasten praktisch aus? Ich könnte ja den übereifrigen Entschluß fassen - wie Jesus - 40 Tage nicht zu essen. Und ich habe mal gelesen, daß jemand gestorben ist, weil er sich dazu entschloß, es Jesus nachzumachen. Das ist für mich falscher Fundamentalismus! Wer so etwas vorhat, sollte vorher seinen Arzt fragen (und vielleicht auch seinen Pastor), sonst könnte es gefährlich werden!

Habe mal von jemanden gehört, der z. B. jeden Mittwoch nach dem Abendbrot nichts mehr gegessen hat und die nächste Mahlzeit am Donnerstagabend zu sich genommen hat. Auf Kaffee hat er auch verzichtet - was mir allerdings am schwersten fallen würde. Ich bin nämlich kein Tee-ologe sondern eher eine Kaffee-ologe!

Mich würde einfach mal interessieren, ob jemand praktische Erfahrung mit dem Fasten gemacht hat? Über Antworten würde ich mich freuen.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

lutz
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Beitragvon lutz » 07.12.2009 21:25

Hallo Joschie,

ist aus der Auslegung Calvins (Evangeliumsharmonie):
"Aschermittwoch, Matth. 6, 16-18 - das Fasten, die Gier und der Schatz im Himmel"

http://www.reformiert-info.de/side.php? ... 05&navi=15

Lutz

Raphael
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Beitragvon Raphael » 07.12.2009 21:51

Hallo Jörg,

ich habe mich biblisch auch noch nicht ausführlicher mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich denke man braucht dessen Bedeutsamkeit nicht überschätzen.

Ich faste um dadurch das ich frei von manchen Dingen bin, ich mich der Beziehung zum Herrn konzentrierter widmen kann. (Wenn das was ich formuliere etwas seltsam klingt liegt es daran, dass ich gerade während des Abendessens ein Teil aus dem Hörbuch "Die Stadt der träumenden Bücher" gelesen von Dirk Bach [absolut super, wirklich empfehlenswert originell, detailreich, herrliche Stimme] gehört habe. Ich kann das nur empfehlen.)

Ich finde es deshalb fragwürdig Kaffee zu fasten (außer ich bin ein Kaffejunkie, der am Tag 10 Liter braucht um überleben zu können), wobei ich sowieso (Schwarz)Tee-ologe bin. Wenn Kaffee mir hilft konzentriert zu arbeiten, dann würde ich es sinnlos finden es zu fasten, nur um dann durchzuhängen wie eine Bogenlampe.

Ich faste wenn schon von Dingen die mich Zeit kosten, die ich auch für Gott sinnvoll nutzen kann. Zum Beispiel faste ich manchmal Computerspiele (wobei ich auch sonst nur selten Spiele, da ich keine Zeit habe) oder ich faste davon zu viele Abende mit Freunden zu verbringen um lieber mal ein gutes Buch mehr zu lesen oder von Filmen.
Für mich hat fasten aber vor allem den Sinn Zeit zu gewinnen.
Herzliche Grüße

Dancelot von Silbendrechsler (eine kleine Kostprobe aus "Die Stadt der träumenden Bücher")
Fürwahr, Gott ist mein Heil: ich bin voller Zuversicht und fürchte mich nicht! Denn Gott, der HERR, ist meine Stärke und mein Lobgesang, und er ist mir ein Retter geworden! - Jes 12, 2 (Menge)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 08.12.2009 09:25

Ein praktisches Beispiel finde ich in Daniel 10, 2-3a: "Zu der Zeit trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang. Ich aß keine leckere Speise; Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund;"

Daraus lerne ich, daß das Fasten nicht unbedingt den völligen Verzicht auf Nahrung bedeutet - denn Daniel verzichtete nicht ganz auf´s Essen, sondern lebte 3 Wochen von einfacher und schmaler Kost.
Weiß jemand von Euch, ob sich das Wort "demütigen" in Daniel 10, 12
auf das Fasten bezieht und man hier "demütigen" auch mit "kasteien" übersetzen kann? Diese Auslegung habe ich mal gelesen.


Dann möchte ich noch auf 1. Korinther 9, 27 hinweisen: "ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn......" - und ich denke, daß das Fasten hier eine praktische Anwendung finden kann!

Und zuletzt noch Lukas 21, 34: "Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit täglichen Sorgen......" - auch wenn nicht direkt vom Fasten die Rede ist, kann "Praktische Theologie" durchaus bedeuten, seinen Appetit zu zügeln und vielleicht - wie Daniel - eine zeitlang Verzicht zu üben. Das geschieht natürlich in christlicher, evangelischer Freiheit und nicht von anderen Menschen aufgezwungen!

Einen guten Tag wünscht

Jörg
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lutz
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Beitragvon lutz » 08.12.2009 16:24

Calvin schreibt dazu:
(Johannes Calvins Auslegung des Propheten Daniel, Auf Grund der gedruckten Vorlesungen in Auswahl übersetzt und bearbeitet von Lic. Ernst Kochs, Pastor em. in Göttingen, Neukirchen)

„ … Solange Gottes Gemeinde in Ruhe lebte, nahm Daniel unbedenklich Fleisch und Speise zu sich, aber als für die wenigen Zurückgekehrten die Gefahr des Abfalls auftrat und viele das babylonische Exil den mancherlei Unbilden vorzogen, die sie von Nachbarn und Feinden zu erleiden hatten, als also der Gemeinde ein neues Unglück bevorstand, enthielt er sich jeden Genusses. Aber nicht allein der Enthaltsamkeit wegen versagte er sich drei Wochen lang den Genuss von Wein und wohlschmeckendem Brot, sondern er tat es auch, um sich zu dem demütigen Gebet zu rüsten, Gott wolle doch seine Kirche nicht aufs neue zugrunde gehen lassen, wie es schon einmal geschehen war.
Zu fasten pflegten viele Leute, als wäre das ein vornehmliches Stück des Dienstes Gottes, das Gott besonders wohlgefiele; aber das war ein grober Irrtum, denn das Fasten gehört an sich zu den „Mitteldingen“ ohne selbständigen Wert. Lobenswert ist es nur im Blick auf seinen Zweck. Es kann mancherlei Zwecke haben; der wichtigste aber ist der, dass die Gläubigen mit dieser feierlichen Bezeugung ihrer Buße den Zorn Gottes abwenden wollen und dass sie sich durch solche Übung besser zum Gebet bereiten. Beim täglichen Gebet bedarf es des Fastens nicht, aber in Fällen größerer Not ist es ein Anreiz zu eifrigerem und brünstigerem Beten. Und darum sind in der Schrift oftmals Fasten und Trauer verbunden, wie denn auch hier bei Daniel.“

„ … Wollen wir von Gott erhört werden, so dürfen wir nicht unseren törichten Gelüsten und Begehrungen den Zügel schießen lassen, sondern wir müssen nach der Regel handeln, dass unsere Bitten dem Willen Gottes entsprechen sollen. … (1. Joh. 5, 14). Dazu aber muss ein brünstiger Eifer kommen, der sich mit Buße verbindet.
Dich zu demütigen vor deinem Gott. Das ist die zweite Vorbedingung eines rechten Gebets; Daniel hat erlangt, was er erbat, weil er sich in seinem Gebet vor Gott betrübte und nicht nur pflichtmäßig für die Kirche eintrat, sondern mit seinem Gebet das Fasten verband, also sich aller Genüsse enthielt.
Vor deinem Gott. Des Propheten Gebet ist also aus wahrem Glauben geflossen; … (Hebr. 11, 6) … (Jak. 1, 6. 7). Ohne das erleuchtende Licht des Glaubens ist jedes Gebet vergeblich und eine Entheiligung des Namens Gottes.
Und deiner Worte wegen bin ich gekommen. So heißt es auch Psalm 145, 19: „Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.“


Lutz

biggi
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Beitragvon biggi » 03.12.2014 18:15

Jörg hat geschrieben:Das ist ja interessant. Das Thema "Fasten" ist zur Zeit auch bei mir ein Thema. Ich glaube, ganz wichtig ist hierbei das Motiv. Fatal wäre es, wenn ich fasten würde, um irgend etwas von Gott zu erpressen oder mir irgendwelche Punkte bei Gott zu verdienen. Was mich allerdings nachdenklich macht, daß ich noch nie gefastet habe. Denn im Alten und im Neuen Testament wird ja bezeugt, daß die Gläubigen gefastet haben. Allerdings - korrigiert mich, wenn ich falsch liege - fällt mir auf, daß es sich meist um eine gemeinsames Fasten handelt. Der Individualismus der heutigen Zeit hat nicht unbedingt das Zeugnis der Heiligen Schrift.

Wie sieht aber das Fasten praktisch aus? Ich könnte ja den übereifrigen Entschluß fassen - wie Jesus - 40 Tage nicht zu essen. Und ich habe mal gelesen, daß jemand gestorben ist, weil er sich dazu entschloß, es Jesus nachzumachen. Das ist für mich falscher Fundamentalismus! Wer so etwas vorhat, sollte vorher seinen Arzt fragen (und vielleicht auch seinen Pastor), sonst könnte es gefährlich werden!

Habe mal von jemanden gehört, der z. B. jeden Mittwoch nach dem Abendbrot nichts mehr gegessen hat und die nächste Mahlzeit am Donnerstagabend zu sich genommen hat. Auf Kaffee hat er auch verzichtet - was mir allerdings am schwersten fallen würde. Ich bin nämlich kein Tee-ologe sondern eher eine Kaffee-ologe!
Ja, ich habe etwas Erfahrung mit Fasten. Mir hat jemand mal gesagt, dass man die Menge Zeit , die man vorhat zu fasten, vorfasten soll. Also Gemüse und wasserhaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen, auf Kaffee Milch und Fleisch verzichten, dass fällt das Fasten leichter. Und nach dem Fasten auch noch nachfasten, die gleiche Zeit, die das Fasten gedauert hat, mit leichterer Kost .javascript:emoticon(':lol:')
Mich würde einfach mal interessieren, ob jemand praktische Erfahrung mit dem Fasten gemacht hat? Über Antworten würde ich mich freuen.
:lol: :lol:
Biggi


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