Warum sollte Marketing falsch sein

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Raphael
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Beitragvon Raphael » 15.12.2009 18:01

Hallo ihr,

nur ein kurzer Einwurf von mir.

Bevor wir weiter diskutieren könnten sich die, ich inbegriffen, die sich noch nicht so gut mit dem Thema auskennen, zumindest nicht von Seiten Willows mal auf der Willow Creek Seite von Deutschland informieren:
http://www.willowcreek.de/vision/ (Vor allem die 10 häufigst gestellten Fragen sind interesant.)

Auf den ersten Blick klingt vieles gut. Vieles ist richtig. Aber einiges ist bei genauerem Hinsehen doch problematisch. Nur ein Punkt:

Die 7-Schritte-Strategie der Willow Creek Community Church

1. Christen bauen eine aufrichtige Freundschaft zu einem Nichtchristen auf. (Lukas 7,34)
2. Christen erzählen anderen von ihrem Leben mit Gott. (1.Petrus 3,15)
3. Christen laden ihre kirchendistanzierten Freunde zu einem speziell für sie gestalteten Gottesdienst ein. (Römer 10,14-15)
4. Kirchendistanzierte Menschen entscheiden sich für Christus und nehmen regelmäßig am Gemeindegottesdienst teil. (Kolosser. 3,16)
5. Mitgliedschaft in einer Kleingruppe (Johannes 13,34-35)
6. Entdeckung, Entwicklung und Anwendung der geistlichen Gaben (Römer 12,4-5)
7. Neuer Umgang mit Finanzen, Ressourcen und Zeit (2.Korinter 8,7)

Hier noch ein interesanter Artikel:
http://www.lebensquellen.de/?p=676
Herzliche Grüße

Raphael

P.S.
Eine fragwürdige Episode habe ich gerade eben noch gefunden, die vielleicht auch etwas witzig ist:

"7. Überschätzen Gemeinden für Kirchenferne in ihrer Theologie nicht häufig die Möglichkeiten des Menschen - auch die Möglichkeit, Gott zu suchen?

Lassen Sie uns das klarstellen: Aus eigener Kraft und eigenem Willen sucht niemand Gott. In Römer 3,11 wird jeder Zweifel darüber ausgeräumt. Wenn jemand wirklich auf der Suche nach Gott ist, geschieht das nur, weil Gott schon in seinem oder ihrem Leben wirkt. Alles echte Suchen ist eine Antwort auf Gottes Tun.



Und wenn Menschen schließlich dahin kommen, Christus zu vertrauen, ist das keine religiöse Leistung, und es gibt nichts, dessen man sich rühmen könnte (Epheser 2,8-9); sie haben einfach Seinem Geist nachgegeben und das Gnadengeschenk der Rettung empfangen.



Das führt oft zu der Frage, wie sehr Gottes Geist wirkt und Menschen zu sich zieht. Gilt die Einladung wirklich jedem, wobei einige sie annehmen und andere sie ablehnen, oder gilt sie eigentlich nur den von Gott Erwählten? In den verschiedenen Kirchen und Gemeinden in der Willow Creek Association wird sowohl die eine als auch die andere Ansicht vertreten.



Wir glauben, der Schlüssel liegt darin, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, die Botschaft jedem, den wir irgendwie erreichen können, zugänglich und verständlich zu machen, und wir müssen darauf vertrauen, dass Gott Seinen Teil dazu tut, Menschen zu sich zu ziehen und Herzen zu ändern. Wo immer das geschieht, können der Calvinist und der Arminianer zusammen an einem Tisch sitzen und in aller Freundschaft über ihre Theorien plaudern, während sie sich gemeinsam mit den Engeln im Himmel über den neuen Bruder oder die neue Schwester in Christus freuen (Lukas 15,10)!"
Zuletzt geändert von Raphael am 15.12.2009 18:05, insgesamt 1-mal geändert.
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lutz
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Beitragvon lutz » 15.12.2009 18:03

Und genau auf dieser deutschen Willow-seite bin ich seit gestern am suchen.

Lutz

Bibel lover
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Beitragvon Bibel lover » 15.12.2009 18:03

PvE hat geschrieben: Wenn ich dagegen Marketing-Methoden verwende, um Menschen (scheinbar) zu Christen zu machen, sage ich damit, dass man eben Christen machen kann, wenn man es geschickt genug anstellt. Das kann aber niemand außer Gott (vgl. hierzu die 5 Punkte des Calvinismus).
1. Die wo Marketing verwenden wissen das ALLEINE Gott die Bekehrung wirken kann!
2. Weißt du eigentlich was Marketing ist? ??! wenn du Fleyer für eine Evangelisation machst gehört das sogar schon zu Marketing, wenn du Plakate aufhängst ist das auch Marketing. Marketing ist kaufmännisch betrachtet eine Maßnahme zu Absatzförderung.

3. Was sind den deiner Ansicht nach die Marketingmethoden?

PvE hat geschrieben:Es ist insoweit "schlimm", als dass es das Evangelium als etwas darstellt, dass jeder "annehmen" kann, der clever genug ist um es zu verstehen. Aber das Evangelium ist anders, es ist kein cleveres Konzept o. ä., es ist nichts, was jedermann mit genug Grips sofort akzeptieren würde.
1. Stimmt nicht, wann wurde dies Behauptet..
2 Nebenbei Gott will alle Menschen retten und bietet jeden die Chance sich zu Bekehren (aber darüber will ich bei diesem Thema keine Debatten führen :wink: )

Mir ist wichtig das man wenn man Thesen aufstellt (vor allem bei solchen die Verurteilen) das man diese Belegt. Nebenbei ich sage nicht das ich ein Vertreter von Willows Strategien bin, aber ich will keine unsachlichkeiten :wink: (aber das soll jetzt kein Diskussionsstoff sein $:D )

@lutz
sorry so wollte ich es nicht rüberbringen.

Auf deine Frage ja ich habe mehre Bücher, ich beschäftige mich mit dem Thema gerade sehr und schreib auch darüber au mein Blog siehe http://blogofjohannes.wordpress.com/cat ... low-creek/....
Die gegenüberstellung können wir noch machen, aber das braucht noch mehr Zeit.

Danke für die interessanten Meinungen, hilft mir auch bei meine Recherchen über das Theame (nebenbei, nehmt es mir nicht übel wenn ich manchmal bissle genau nachhacken tu :wink: :lol: :lol: )

LG Johannes
Mein Blog: Gedanken über Gott und die Welt
http://blogofjohannes.wordpress.com

Raphael
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Beitragvon Raphael » 15.12.2009 18:19

Hallo ihr,

ein Problem, Johannes, du schriebst:
2 Nebenbei Gott will alle Menschen retten und bietet jeden die Chance sich zu Bekehren (aber darüber will ich bei diesem Thema keine Debatten führen
Ich will darüber jetzt auch nicht diskutieren, ABER Willow eben auch nicht! Was hilft alles reden auf der Internetseite von der rechten Lehre, wenn man darüber keine Debatte führen will, wenn bei Willow Arminianer und Calvinisten (siehe oben) an einem Tisch sitzen und freundlich plaudern obwohl ihre Ansichten eigentlich diametral entgegengesetzt sind und der Semipelagianismus (die richtigere historischere Form von Arminianismus, die immer noch den Blick auf den Hintergrund der Lehre lässt, nämlich Pelagianismus - Selbsterlösung!!) eine ganz schlimme Falschlehre (oder Irrlehre, wie mans definiert) ist, die ein falsches Menschen-, Gottes- und Heilsverständnis beinhaltet?? Was hilft es wenn Willow trotzdem Frauenordination (angeblich aus der Schrift entnommen) lehrt??

Der Punkt ist eben, dass man nicht debattieren will, sondern diese "theoretischen, dogmatischen" Fragen freundlich lächelnd beiseite lässt, weil man meint sie seien nicht wichtig!


Wohin wir kommen ist denke ich: Marketing bei Willow kann nicht gut sein, weil die lehrhaften und theologischen Fundamente von Willow falsch sind! Die Frage, die sich ergibt, lautet: Was ist mit Marketing in einer biblisch-reformatorischen Gemeinde?
Herzliche Grüße

Raphael
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Beitragvon lutz » 15.12.2009 18:25

Ich finde das ist eine sehr wichtige und interessante Fragestellung zugleich:

Warum sollen Lehrdebatten draußen bleiben und was ist dann die Lehre, die verkündigt werden soll?

Über die Zielsetzung von Marketing in diesem Bereich ist dieser Artikel sehr aufschlussreich und könnte unter der Fragestellung:
Wie wird hier die eigentliche Zielsetzung beschrieben?
betrachtet werden:

http://www.freie-bibelgemeinde.de/neues ... Willow.pdf

Lutz

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Beitragvon Bibel lover » 15.12.2009 20:01

@ Raphael.
Sorry ich finde deine Aussage net so toll. Sind den nur die Calvinisten echte Christen? -> Unsinn!! Und wie du die nichcalvinistischen beschreibst ist au net so toll ->Selbsterlösung... das behauptete niemand. Aber wie schon gesagt das ist nicht das Thema :wink:

@lutz,
hab ich net gesagt, aber hier ne Diskussion über Calvinismus ja - nein zu führen(Haare müssen hier nicht gespalten werden$:D ) und hat mit der rechten Heilslehre net wirklich was zu tun, sondern es geht darum wie ein Mensch mit Gott ist reine kommt- Bekehrung und Wiedergeburt.

Danke für den interessanten Link ich schau in mir an

Liebe Grüße
Johannes )
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lutz
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Beitragvon lutz » 15.12.2009 22:53

Hallo Johannes,

nein, das hast du nicht gesagt. Das war bezugnehmend auf Äußerungen aus der Willow-Webseite.

Bei Marketing in diesem Bereich geht es auch nicht um eine bloße Info.
Ein Flyer z. B. informiert und ist gestaltet. Hier wird es kaum Kritik geben, denn Bekanntmachung ist ein Auftrag durch die Schrift legitimiert und auch die Gestaltung spiegelt Tugenden des Gottes wider, an den wir glauben.
Ein fehlerhafter Flyer – ein fehlinformierender Gott. Ein schlampiger Flyer – ein …
So kann man die Beziehung sehen und in Verbindung mit
„Endlich, liebe Brüder: alles, was wahr ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was unanstößig ist, sei es irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes, darauf seid bedacht!“ (Phil. 4, 8) und
„ermahnt … zugeredet und … beschworen …, ihr möchtet würdig des Gottes wandeln, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft.“ (1. Thess.2, 12) bringen.
Hier stehen Überlegungen, die „gottzentriert“ sind.

Das Marketing hingegen, welches hier besprochen wird, ist ein anderes und für den Link braucht man etwas Zeit um zu erfassen, was beschrieben wird.
Denn diese Konzepte stehen in einem größeren Zusammenhang.
Im Grunde geht es doch darum, einen Menschen dahin zu bekommen, etwas zu tun, was er sonst nicht tun würde.
Die Gedanken und Erwägungen drehen sich darum, wie bekomme ich diesen Menschen dahin (etwas zu tun, was er vorher niemals tun wollte)?
Eine derartige Strategie ist unseres Gottes unwürdig.
______________________________________________________
http://www.freie-bibelgemeinde.de/neues ... Willow.pdf
„… In Wirklichkeit haben im Rahmen der Marketing-Welt Analogien und Metaphern
jedoch oft die Funktion, den Kunden emotional zu manipulieren.
Hier dienen Analogien und Metaphern nicht selten dazu, die eigentliche Absicht,
die hinter der "Vision" einer Firma steht, zu verbergen. Ich frage Warren:
Warum soll man die Dinge nicht direkt beim Namen nennen? Warum
kann man nicht offen, ehrlich und im Sprachgebrauch präzise sein, wenn die
Details einer Vision erklärt werden? Schließlich sollten die visionären Aussagen
doch realistische Ziele und Pläne kommunizieren?
Jesus setzte seine Gleichnisse niemals als Marketing-Methode ein. Er hatte es
nicht nötig, sein Evangelium lauthals anzupreisen. Seine Gleichnisse hatten einen
ganz anderen, ja geradezu gegenteiligen Sinn. Die Vorstellung Warrens ist darum
nicht nur absurd, sondern biblisch völlig inakzeptabel. …“
___________________________________________________________________

Wie kommt man z. B. zu folgender Äußerung?
___________________________________________________________________
„…Warren schreibt in Kirche mit Vision (1995), daß es seine
"tiefste Überzeugung sei, jeden für Christus gewinnen zu können, sobald man den
Schlüssel zu seinem oder ihrem Herzen findet … Es mag einige Zeit dauern, bis
man ihn identifizieren kann. Aber der beste Ausgangspunkt sind die empfundenen
Bedürfnisse des Menschen."
___________________________________________________________________
Hier wird man dann merken, dass eine Auseinandersetzung über: Was ist das Evangelium? unumgänglich wird.
Hat denn der Mensch bezogen auf die Ewigkeit eine andere Not als Vergebung für seine Sünden zu erlangen?
Das festzustellen braucht nicht viel Zeit und diese Not ist unabhängig davon, ob der Mensch sie empfindet oder nicht…

Je mehr Gemeinsamkeiten ich mit dem Evangeliumsverständnis von Warren und … habe, desto leichter werde ich darauf ansprechen.
Nicht alle, die ähnliche Auffassungen haben, teilen seine Vorgehensweise. Hier halten die Regeln, die Gott in seinem Wort vorgibt noch in Schranken. Hier wird man zumeist auch eine Debatte über Regeln finden.
Es gibt aber auch zunehmend die, die mit einer „Regeldebatte“ nicht mehr zufrieden sind.
Eine tieferliegende Debatte darum, was das Evangelium ist – wie Raphael plausibel machen wollte – wird dann oft als „Calvinismus“ – „Arminianismus“ Debatte geführt werden.
Das ist nichts Überraschendes, sondern der normale Sachverhalt.

Lutz

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Beitragvon Raphael » 18.12.2009 05:09

Moin Johannes,

du bist auf meine Ausführungen nicht eingegangen! Ich habe weder gesagt, dass nur Calvinisten echte Christen sind (wenn dann schon Kalvinisten, wem der Unterschied was sagt $:)), noch habe ich Semipelagianisten schlechter gemacht als sie sind. Du musst mal zu Ende denken, was Semipelagianismus ist.

Aber ich habe das vor allem nicht zum Thema gemacht, sondern die Bedeutung und Wichtigkeit einer gesunden Lehre! Darauf scheint mir Willow trotz gegenteiliger Behauptung nicht viel Gewicht zu legen.
Die Frage ob Willow also Marketing-Methoden einsetzen sollte hat, wie Lutz richtig festgestellt solange keine Bedeutung, bis sie erstmal eine gesunde Lehre in einigen Punkten :lol: gefunden haben.

Deine Frage nach Marketing bleibt insofern im Raum stehen, als wir sie auf eine biblisch-reformatorische Gemeinde beziehen. Hier können wir weiterdenken.

Noch was anderes: Das Buch "Gott ist nicht pragmatisch" von Wilfried Plock ist mit Sicherheit auch hilfreich.
Herzliche Grüße

Raphael
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Beitragvon Bibel lover » 18.12.2009 17:18

@ Raphael
Danke für den Tipp. Ich habe viel über das Thema und zwar Pro und Contra.

Nun bevor wir uns lange um die Gesunde Lehre streiten. Nehmen wir an eine normale Gemeinde (z.B eine FeG) benutzt Marketing im Willow Stiel ist das gut oder nicht.
(Weißt du es geht mir hier nicht um die Lehre von Willow, darüber habe ich genug Material..../ vom andern auch aber mich interessiert hierzu eure Meinung :lol: )
Aber weißt du was? Ich plane mal hier zu schreiben was ich an Marketing gut und schlecht finde und wie ich Marketing differenziert sehe :wink: :wink: OK, :lol:

LG Johannes
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lutz
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Beitragvon lutz » 19.12.2009 19:06

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Martin Erdmann ( www.nuntia.de ) möchte ich zwei Beiträge einstellen, die sonst nur dem angemeldeten User zugänglich sind - passend zum Thema:
__________________________________________________________
Entscheidend ist nur die Vermarktung
• Vermarktung

"Entwickle eine kreative Predigtserie mit einem starken Appell an die empfundenen Bedürfnisse. Wenn sie Kreativität mit stark empfundenen Bedürfnissen kombinieren, erzeugten sie wirkliches Wachstum. Letztes Jahr predigte ich (Bill C.) eine Serie unter dem Titel "Was sagt Gott über den Sex?" Wir erlebten einen Zuwachs von 1000 Leuten."
- Bill Easum & Bill Cornelius, "5 Schlüssel für explosives Wachstum" [5 Keys to Explosive Growth], Outreach, Nov./Dez. 20006
Wenn Sie sich in einer Kirche befinden, die zurzeit eine Transformation und Umstrukturierung erlebt, müssen sie den oben zitierten Artikel ganz lesen. In "5 Keys to Explosive Growth" geht es einzig und allein um Besucherzahlen, die durch geschicktes Vermarkten vergrößert werden können. Die Autoren versprechen, dass ihre Methode biblisch sei und Erfolg haben würde, wenn man sie anwenden wird. Dieser Artikel liest sich wie ein Vermarktung-Handbuch für Gemeindewachstum:
"Verrücktes, immenses und großartiges Wachstum ist nicht nur möglich, es ist biblisch. Wie die frühe Kirche in der Apostelgeschichte kann ihre Gemeinde - sofern Wachstum ihre Vision ist wie die ihrer Leute - mithilfe der fünf Schlüssel, die wir entdeckt haben dank unserer Erfahrung im Führen von Kirchen und Menschen, zahlenmäßig stark zunehmen."
Wenn man diese fünf Schlüssel mit den Schriften anderer kirchlichen "Urhebern der Veränderung" vergleicht, stellt man sofort Ähnlichkeiten fest. Die angepriesenen Erfolgsrezepte sind fast alle identisch. Es spielt dabei keine Rolle, welcher Name vor dem Erfolgskonzept steht, die grundsätzlichen Prinzipien sind alle die gleichen. Es sind immer dieselben Mantras hörbar: "Verdoppeln sie die Zahl der Menschen, die Christus finden und mit ihnen jeden Sonntag Gottesdienst feiern."

1. Lege dir eine doppelte Vision bei.
"Menschen entwickeln die Angewohnheit, die Zukunft so zu gestalten, will es ihnen passt. Anders gesagt, bedeutet dies: du bekommst, was du erwartest und glaubst an das, was geschehen wird. Und doch glauben die Menschen dies nicht. Aber wir haben gelernt, dass ein Teil unserer Zukunft so sein wird, wie wir sie uns vorstellen. So mag es sein, dass das, was du benötigst, eine größere Zukunftsvision ist."
Die erste Empfehlung spricht natürlich davon, dass man sich in einer Vision vorstellen sollte, wie die gewünschte Zukunft auszusehen habe. Die Visualisierung ist eine Methode, die dem Okkultismus entlehnt ist. Diese christlichen Leiter meinen fälschlicherweise, dass es ihnen tatsächlich gelingen würde, die Zukunft gestalten zu können, indem sie sich eine größere Menschenmenge vorstellen, die zu ihrer Kirche kommen wird. Sie bedienen sich dabei einer esoterischen Technik, die darauf abzielt, die Realität ihren Wünschen anzupassen.

2. Bitte und sei bereit.
"Wann haben sie das letzte Mal ihre Kirche herausgefordert, für das Ziel zu beten, dass sich die Zahl der Menschen, die Jesus finden und mit ihnen jeden Sonntag zum Gottesdienst kommen, verdoppelt? … wir können das Gebetsprinzip nicht ignorieren: wenn wir fleißig beten, werden wir auch große Resultate erzielen."
"Ein besonderer Aspekt der alten Erfolgformel ist die Fokussierung auf äußere Erscheinung. Um "große Resultate" zu erzielen, muss ihre Gemeinde geradlinig dastehen und der Pastor sich besser kleiden."
"Erscheinung des Gottesdiensthauses. Wenn Sie in ihr Kirchengebäude eintreten, steht es gut da im Vergleich zur Qualität eines leeren Einkaufszentrums oder einer anderen Verkaufspromenade des 21. Jahrhunderts, das sich bemüht, Menschen anzuziehen? Übermittelt die Atmosphäre ihres Gebäudes den richtigen Eindruck an die zum ersten Mal kommenden Gäste? Welche lautlose Botschaft wird hier wahrgenommen: 'Gott ist heute an diesem Ort am Werk' oder 'Gott mag hier vor 50 Jahren am Werk gewesen sein'?
Die zweite Empfehlung ist eine Variation der Lehre "benenne es und nimm es", die sich wie ein Wildfeuer in der Gemeindewachstumsbewegung ausgebreitet hat. "Große Resultate" werden versprochen, wenn man um Großes betet.

3. Bringt viele neue Menschen herein.
"Fernsehen und Kabel. Je größer die Kirche ist, umso wichtiger wird die Fernsehwerbung sein, auch wenn der einzige Grund darin besteht, dass ein attraktives Erscheinungsbild der Kirche kreiert und aufrechterhalten wird …"
Man erklärt penibel die Vermarktungstechniken für Gemeindewachstum. Wichtig dabei ist das äußere Image. Der Eindruck muss vermittelt werden, dass man in der Kirche in allem, was man tut, darauf abzielt, modern, großartig und erfolgreich zu erscheinen. Neben Anzeigen im Radio und in der Zeitung, sowie dem Einrichten einer professionellen Webseite, die "den Handschlag bekommt", empfehlen die Autoren, ein Werbebudget für folgende Dinge einzurichten:
"Werbebriefe. Wir selbst verwendeten Werbebriefe wiederholt und empfehlen sie sehr."
Und natürlich muss auch bedacht werden, dass dann, wenn Besucher durch die Türe treten, sie motiviert werden sollten, am nächsten Sonntag wiederzukehren.

4. Behalte den Löwenanteil.
"Kleingruppen, die sich multiplizieren. Jeder Pastor einer Kleingruppe, der nie über die Multiplikation spricht, darf nicht mehr Pastor einer Kleingruppe sein. Integrieren sie so viele Menschen wie möglich in einer Kleingruppe, richten sie aber das Augenmerk auf die Multiplikation …"
Wie in allen anderen Strategien des Gemeindewachstums ist das Erste, was zu tun ansteht, die Etablierung von Kleingruppen - nicht in der Absicht, traditionelle Jürgerschaftsschulung durchzuführen (dieses Wort wird nur selten in der Gemeindewachstumsliteratur erwähnt. Katechetik wie Bibelverse und Glaubensbekenntnisse auswendig lernen ist sowieso nicht mehr „in“) - sondern mit dem Anliegen, einer effektiven Vermehrung der Teilnehmer in solchen Gruppen. Man befolgt dabei den Prinzipien einer vielschichtigen Vermarktungskampagne, die betont auf Multiplikation ausgerichtet ist.

5. Konzentrieren sie sich, auf die empfundenen Bedürfnisse.
Die evangelikalen Leiter in den oberen Etagen sind in dem sich auf moderne Psychologie stützenden „Evangelium der empfundenen Bedürfnisse“ unterwiesen worden. Sie haben es gelernt, dass sich Menschen leicht manipulieren lassen, wenn man sie auf ihre "empfundenen Bedürfnisse" anspricht. Dies entspricht der säkularen Werbetaktik, die die Sinne und Emotionen der Menschen anzusprechen versucht. Wenn Menschen "empfinden", dass ihre "Bedürfnisse" in einer Kirche befriedigt werden, rücken sie diese "Erfahrung" in den Mittelpunkt - so muss zwangsläufig das Evangelium des Kreuzes in den Hintergrund treten.
Copyright © 2009: Discernment Research Group, Verax Institut
Zuletzt geändert von lutz am 19.12.2009 19:17, insgesamt 1-mal geändert.

lutz
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Beitragvon lutz » 19.12.2009 19:13

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Martin Erdmann ( www.nuntia.de ):

____________________________________________
Effektive Vermarktungsstrategie des Kommunitarianismus unter evangelikaler Federführung
• Zweite Reformation

Auf der Konferenz des Pew Forums über Religionen, Politik und Öffentliches Leben sprach Rick Warren am 23. Mai 2005 in seiner Ansprache „Myths of the Modern MegaChurch“ [Mythen über die moderne Großkirche] über die Aufgabe der Massenmedien zur Verwirklichung einer „Zweiten Reformation“. Insbesondere das Internet werde dabei einen unschätzbaren Dienst leisten. Indem er auf die Geschichte verwies, rief er den entscheidenden Beitrag der Massenverbreitung biblischer Schriften im Entstehen der reformatorischen Bewegung ins Gedächtnis, die in der Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Erfindung des Buchdrucks ihren Anfang nahm:

„Sehen sie, dies ist ein weiterer Grund, warum ich meine, eine Reformation wird sich einstellen: Jedes Mal, wenn Gottes Wort durch eine neue Technologie vermittelt worden ist, entstand eine Reformation. Um das Jahr 1456 erfand Gutenberg den Buchdruck und was war das Erste von ihm gedruckte Buch? Eine Bibel! Es war nicht Pornographie; es war die Bibel, nicht wahr? Ungefähr 50 Jahre danach kam es zur Reformation. Warum? Weil jemand das, was Martin Luther an die Tür in Wittenberg genagelt hatte, von dort loslöste und es druckte. Die Reformation hätte nie ohne die sie möglich machende Technologie stattgefunden. Wir besitzen nun eine neue Technologie, die es uns erlaubt, ein Netzwerk von Millionen lokaler Kirchen weltweit einzurichten. Man nennt es das Internet.“

Noch am gleichen Tag veröffentlichte das Magazin Business Week ein Interview mit Warren, in dem er noch einmal den gleichen Gedanken herausstellte: „Jedes Mal wenn die Bibel durch eine neue Technologie verfügbar gemacht wird, tritt gewöhnlich eine Erweckung ein. Die protestantische Reformation ereignete sich, nachdem der Buchdruck erfunden war.“

Damit sprach Warren in aller Öffentlichkeit die 26 Jahre zuvor zu Papier gebrachten Gedanken Jeremy Rifkins aus, der seinerzeit seine Überlegungen niederschrieb zu der Frage, wie das Christentum am effektivsten zur Errichtung einer kommunitarischen Weltgemeinschaft umfunktioniert werden könne.

In seinem in dieser Hinsicht bahnbrechenden Buch The Emerging Order (G.P. Putnam’s Sons) stellte Jeremy Rifkin einen Entwurf vor, wie man die evangelikale Lehre überarbeiten müsse, damit die Christen eine möglichst weite Verbreitung des Kommunitarismus bereitwilligst unterstützen. Der bemerkenswerteste Aspekt seines Plans war die Hauptrolle, die er der Kommunikationstechnologie zur manipulativen Beeinflussung der gesamten Weltbevölkerung im Sinne einer radikalen sozialpolitischen Transformation beimaß. Er sah voraus, dass sich nicht nur die Evangelikalen des Mediums Fernsehen bedienen würden, sondern das Fernsehen würde sich der Evangelikalen bedienen und sie verändern.

Sein im Jahr 1979 veröffentlichtes Buch konnte noch nicht die Bedeutung des Internets in diesem Transformationsprozess vorhersehen. Die auf das Fernsehen bezogenen Aussagen Rifkins können jedoch problemlos auf das Internet übertragen werden:
„Vor der Erfindung des Buchdrucks wurde das geschriebene Wort hauptsächlich durch das handschriftliche Kopieren der Mönche bewahrt, die der katholischen Kirche unterstellt waren. Dieser Umstand gab der Kirche faktisch ein Monopol über das Lesen und das Duplizieren der Manuskripte. Dadurch sicherte sie sich auch ihre Autorität im Interpretieren der christlichen Lehre. Die Buchdruckerei veränderte die Situation über Nacht. Indem Gutenberg jedem die Bibel frei zugänglich machte, trug er mit dazu bei, die Grundlage zu schaffen, dass die Reformation die kirchliche Autorität infrage stellen konnte“ ... „Sechs Jahrhunderte später wird das Medium des gedruckten Wortes von einem neuen übertrumpft, dem Fernsehen.

In nur 30 Jahre gelang es der elektronischen Kommunikation, das Denken der Menschen über die sie umgebende Welt völlig zu verändern. Gleichzeitig hat dieser Prozess auch dazu geführt, dass man den christlichen Glauben und seine Lehre in einer ganz anderen Weise wahrzunehmen pflegt. Eine Revolution im Christentum hat begonnen und das Fernsehen hat einen ähnlich großen Teil dazu beigetragen, wie einst die Reformation dem Buchdruck viel zu verdanken hatte. Der Wechsel vom gedruckten Wort zum Fernsehen hat das menschliche Denken verändert. Die sinnliche und auf Erleben basierende Kommunikation des Fernsehens hat das objektive und analysierende Reflektieren über das gedruckte Wort ersetzt. Die Zeit und die Distanz mussten der Spontaneität und der Unmittelbarkeit weichen. Der Einzelne denkt nicht mehr so viel darüber nach wie er handelt. Das Überlegen nimmt nicht mehr so viel Raum ein wie das Erleben. Diese neue konzeptionelle Art hat schon jetzt vieles an der christlichen Lehre verändert. Erst recht wird das für die Jahrhundertwende gelten. Das charismatische Phänomen repräsentiert den ersten bedeutsamen Schritt in diesem Transformationsprozess“ (S. 113.141).

Die moderne Kommunikationstechnologie ist ein geeignetes Vehikel, um das menschliche Denken zu verändern, weil es, so Rifkin, sinnlich ist und im Erleben wurzelt. Der Autor sah voraus, dass die neuen Medien große Möglichkeiten eröffnen würden, um eine von Menschen erzeugte Erweckung einzuleiten. Die Kirche wäre dann bereit, die neuen Lehren des Dominionismus anzunehmen. In seinem Kapitel Evangelicalism and America [Evangelikalismus und Amerika] weist er darauf hin, dass sich die „professionellen Geistlichen“ [gemeint sind wohl die an der Heiligen Schrift orientierten Christen, die so genannten „Fundamentalisten“] fürchteten, dass zu Zeiten der Erweckung inwendige Erfahrungen überbetont und die Lehre unterbetont werde (S. 134). Diese Akzentverschiebung würde zu „hysterischen Auswüchsen eines Antiintellektualismus“ führen (S. 135).
Tatsächlich war dies gar nicht so falsch gesehen: Rifkin schlug vor, die Charismatiker einzubinden, um „die Umformulierung theologischer Lehre im Sinne einer neuen Ordnung und eines neuen Bundes durchzuführen“ (S. 169). Er sah nämlich die Charismatische Bewegung vorrangig als eine Strömung an, die die Gefühle über den Verstand und das persönliche Erleben über die objektive Analyse stellt: Die Betonung liege auf dem „Irrationalen und Subjektiven“ (S. 228).

Rifkins Buch enthält eine interessante Fallstudie über Dwight D. Moody, dem großen, gegen Ende des 19. Jahrhunderts wirkenden Erweckungsprediger. Aufschlussreich ist seine Beurteilung der Vermarktungsmechanismen, die seines Erachtens hinter diesem die Gefühle ansprechenden Erweckungsprozess standen:
„Moody war nie ein ordinierter Geistlicher; dies schien aber kein großes Hindernis in seinem erfolgreichen Bemühen gewesen zu sein, die Gottlosen in den großen Städten der Nation ins Königreich Gottes zu bringen. Moodys Stil passte sich der neuen industrialisierten Ära an. Man sagte von ihm, dass er nicht nur so aussah und sich kleidete wie ein Geschäftsmann, sondern auch so predigte. Tatsächlich wurde die Art, wie er evangelistische Veranstaltungen durchführte, zum Modell moderner Geschäftspraktiken, die man normalerweise mit erfolgreichen Evangelisationskampagnen des 20. Jahrhunderts in Verbindung bringt. Moody verstand es, die künstlerische Selbstdarstellung eines P.T. Barnum mit dem kalkulierenden Scharfsinn eines Geschäftsmannes wie Andrew Carnegie zu verbinden. Marktschreier, PRAgenten, Werbekampagnen usw. waren alles Ausstaffierungen der neuen Großstadtevangelisationen. Und man hatte Erfolg damit. In Übereinstimmung mit modernen Methoden der Buchhaltung zog seine Organisation Bilanz über die erzielten Ergebnisse: 2500 errettete Menschen in Chicago, 3500 errettete Menschen in New York City usw. Diese Bekehrungszahlen dienten als eine Art Verkaufsstatistik, die zur Grundlage wurde für das Berechnen der Effektivität der eingesetzten Geldmittel. Moody habe seine Verkaufs und Vermarktungstechniken sogar in seinen Predigten integriert: ‚Wer wird Jesus jetzt annehmen? Das ist alles, was du dir wünschen kannst. Mit Christus bekommst du ewiges Leben und alles, was du sonst noch benötigst. Ohne ihn wirst du verloren gehen. Er bietet sich dir an. Wirst du ihn annehmen?“ (S. 153-154).

Tatsächlich hatten im letzten Jahrhundert diese Evangelisationskampagnen Elemente eines formellen Verkaufsrituals angenommen. Dazu gehörten solch unziemlichen Praktiken wie: mit Flüchen drohen, Schmeicheleien ausstreuen, Druck ausüben, Gefühle künstlich stimulieren, Bekehrte „wie Skalpe“ zählen usw. Die Evangelisationskampagnen verließen sich immer mehr auf schauspielerische Darstellungen, bunte Lichteffekte, flotte Musik und andere sinnliche Mechanismen, um die Emotionen anzuheizen. Je mehr die evangelikale Welt diese psychologischen Kunstgriffe zum Einsatz brachte, desto häufiger wurde sie selbst mit hineingerissen in die verführerische Welt säkularer Vermarktung.

Man hätte sich schon von Anfang an konsequent gegen diese manipulierenden ShowEinlagen stellen müssen, die ursprünglich von Charles G. Finney eingeführt wurden. Moody knüpfte nur dort an, wo Finney aufgehört hatte. Billy Graham war lediglich der erfolgreichste Nachahmer seiner beiden Vorgänger und konnte sich zudem noch auf die Unterstützung der säkularen Presse (im Besonderen dank der Zeitungen des Medienmoguls William Randolph Hearst) verlassen. Die Verführer wurden selbst zu Verführten. Rifkin erkannte hierin den zentralen Schwachpunkt des Evangelikalismus, den er selbst rigoros auszunutzen gedachte, um die Effektivität der eingesetzten Mittel im Transformationsprozess zu maximieren:
„Vor dem Ersten Weltkrieg waren die Menschen mit etwas mehr als einem Huhn im Topf zufrieden. Nach dem Ersten Weltkrieg verlangte man lautstark nach einem Ford (oder sogar zwei Automobilen) in jeder Garage. Unser Jahrhundert zeichnet sich durch Wachstum, Mobilität und Expansion aus. Alles in allem haben wir uns ziemlich schnell an diese neue Gangart gewöhnt. Über Nacht wurden die Amerikaner besessen von der Idee des Neuen, Besseren und Umfangreicheren. Telefone, Kühlschränke und Radios konnte man überall bekommen. Man lebte in einem neuen Paradies. Das Königreich der Konsumenten ersetzte das Königreich Gottes, und die Werbung half, die tumultartigen Schwierigkeiten des Übergangs abzufedern, indem sie jeden daran erinnerte, dass Werte eigentlich nur Stile sind. Und da Stile sich in jeder Saison ändern, standen diejenigen schlecht da, die nicht mit der Mode gingen, die nicht den Pulsschlag der Zeit wahrnahmen und das Rennen nicht mehr mitmachten. Jefferson hatte einst gesagt, dass ‚nichts unveränderbar sei, außer den inhärenten Rechten des Menschen.’ Madison Avenue tauschte schnell Rechte durch Bedürfnisse aus und proklamierte, dass alles nun tatsächlich austauschbar sei – es sei denn, die Waren seien momentan nicht auf Lager“ (S. 157-158).

Wenn also die heutigen Leiter der Neuen Apostolischen Reformation darauf drängen, die darstellenden Künste und Kommunikationsmedien vermehrt einzusetzen, um eine „Erweckung“ in ihrem Sinne zu erzeugen, sollte bedacht werden, dass damit die Absicht verfolgt wird, die christlichen Lehren in ihr Gegenteil zu kehren. Letztlich läuft alles darauf hinaus, dass das Denken der Menschen, die sich diesem Einfluss öffnen, radikal manipuliert wird. Die Christen werden so für die Verwirklichung politischer Zielen motiviert, die sie sonst radikal ablehnen würden, wären ihnen die wirklichen Absichten der Kommunitarier bekannt. Am Ende bleiben nur die Verführten übrig.
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Raphael
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Beitragvon Raphael » 10.01.2010 15:14

Hallo Johannes,

schreibst du auch noch deine Meinung zu Marketing und gehst dabei auf die Texte die Lutz von Dr. Martin Erdmann reingestellt hat und unsere Meinung ein?
Herzliche Grüße


Raphael
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Beitragvon Bibel lover » 11.01.2010 17:57

;) da ich darüber viel zu schreiben hab schreib ich über das Thema auf mein Blog. Hier alles zu schreiben würde den Rahmen doch sprengen :lol: :lol:

Aber ich verrate mal das ich kein Marketingvertreter bin aber...;)

LG Johannes
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Beitragvon Jörg » 14.03.2010 08:24

Moin,

der alte Spurgeon trifft mal wieder den Kern:

"Jesus ist der große Magnet. Wir wollen uns nach keinem anderen umschauen. Musik wird ebensowenig zu Jesus ziehen wie Beredsamkeit, Logik, Ausstattung oder laute Reklame. Jesus selber muß die Menschen zu sich ziehen, und er kann das in jedem Falle tun. Laßt euch nicht durch die Werbetricks der Gegenwart verführen, sondern arbeitet als Boten des Herrn auf seine Weise und zieht mit des Herrn Seilen. Zieht zu Christus und zieht durch Christus, dann wird Christus durch euch ziehen!"

(aus "Kleinode göttlicher Verheißungen", Seite 282, Oncken)

Einen gesegneten Sonntag wünscht

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Beitragvon Bibel lover » 29.03.2010 19:40

@ Raphael und die anderen dies Interessiert
Ich habe jetzt (endlich bin ich dazu gekommen) den Artikel auf meinem Blog übers Marketing veröffentlicht
http://blogofjohannes.wordpress.com/201 ... ek-teil-6/

LG Johannes
Mein Blog: Gedanken über Gott und die Welt
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