Die "Manhattan-Erklärung"

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Die "Manhattan-Erklärung"

Beitragvon Joschie » 27.11.2009 21:24

Was haltet iht von der "Manhattan-Erklärung"
http://translate.google.de/translate?hl ... e%26sa%3DX
Gruß Joschie
Zuletzt geändert von Joschie am 28.11.2009 09:34, insgesamt 1-mal geändert.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 28.11.2009 09:30

Hallo Ihr!
John M. Arthur unterzeichnet die Erklärung nicht. Die Gründe dafür http://www.gty.org/Resources/Articles/A390
Vielleicht kann es ja jemand übersetzen.
Gruß Joschie
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 29.11.2009 10:07

Hallo Joschie, habe einfach mal auf die "google-Übersetzen-Taste" gedrückt. Zugegeben, eine etwas holprige Übersetzung; aber besser als überhaupt keine Übersetzung! Vielleicht erschließt sich der Sinn des Textes ja trotz schlechter Übersetzung?


John MacArthur

Hier sind die Hauptgründe, warum ich bin nicht der Unterzeichnung des Manhattan-Erklärung, Auch wenn ein paar Leute, die ich liebe und Respekt haben bereits ihren Namen angebracht, damit Sie es:

• Obwohl ich selbstverständlich einverstanden mit der Opposition das Dokument zur Homo-Ehe, Abtreibung und andere wichtige moralische Probleme bedrohen unsere Kultur, fällt weit hinter das Dokument zur Identifizierung der einzig wahre und ultimative Heilmittel für alle moralischen Übel der Menschheit: das Evangelium. Das Evangelium ist kaum in der Erklärung erwähnt. An einer Stelle der Mitteilung zu Recht einräumt, "Es ist unsere Pflicht, das Evangelium unseres Herrn und Heilands Jesus Christus in seiner Fülle zu verkünden, die beide in der Saison und außerhalb der Saison", und fügt dann ein ermutigendes Wunsch: "Möge Gott uns helfen, nicht scheitern in dieser Pflicht. "Doch das Evangelium selbst ist nirgends vorgestellt (viel weniger erklärt) in dem Dokument oder der begleitenden Literatur. In der Tat, das wäre praktisch unmöglich, weil der widersprüchlichen Ansichten der breiten Palette der Unterzeichner darüber, was das Evangelium lehrt, was es bedeutet, Christ zu sein statt.

• Dies ist gerade dort, wo das Dokument zu den meisten nicht unerhört. Es nimmt von Anfang an, dass alle Unterzeichner Mitchristen, dessen einzige Unterschiede haben mit der Tatsache, dass sie verschiedene "Communities darstellen werden." Points of Streitfall stillschweigend anerkannt, sondern als "historischen Linien der kirchlichen Differenzen" als grundsätzliche Konflikte der beschriebenen Lehre und Überzeugung in Bezug auf das Evangelium und die Frage, welche Lehren sind unerlässlich, um authentisches Christentum.

• Statt die Anerkennung der wahre Fülle unserer Unterschiede, die implizite Annahme, (aus dem Anfang des Dokuments bis zu seinem letzten Absatz) ist, dass Katholiken, Orthodoxe, Protestanten und Evangelikale anderen teilen alle ein gemeinsames Glauben und ein gemeinsames Engagement für die Evangelium wesentliche Forderungen. Das Dokument beschäftigt wiederholt Ausdrücke wie "wir [und] unsere Glaubensbrüder"; "Als Christen sind wir. . . "Und" wir behaupten, das Erbe. . . Christen. "Das ist ernst muddles die Grenzlinien zwischen authentischen biblischen Christentum und Abtrünnigen verschiedenen Traditionen.

• Die Erklärung stellt somit eine formale Bekenntnis der Brüderlichkeit zwischen den evangelischen Unterzeichner und Vertreiber von verschiedenen Evangelien. Das ist die erklärte Absicht der einige der wichtigsten Unterzeichner, und es ist schwer zu sehen, wie weltliche Leser könnte es sehen in einem anderen Licht. Daher im Interesse der Ausstellung ein Manifest prangerte gewisse moralische und politische Fragen, verschleiert die Erklärung sowohl die Bedeutung des Evangeliums und die Substanz der Botschaft des Evangeliums.

• Dies ist weder ein neues noch ein strategischer Ansatz stehen für Evangelikalen zu nehmen. Es sollte allen klar sein, dass die Agenda für den jüngsten Flut von Proklamationen und moralischen Äußerungen wir gesehen haben, die Förderung ökumenischer Zusammenarbeit Kampfeslust ist der Blickwinkel, Charles Colson wurde Eintreten für mehr als zwei Jahrzehnten. (Es ist nicht ohne Bedeutung, sein Name ist er fast immer an der Spitze der Liste der Verfasser, wenn diese Erklärungen abgegeben werden.) Erläutert seine Agenda in seinem 1994 erschienenen Buch The Body, in dem er argumentierte, dass die einzige wirklich wesentlichen Lehren des authentischen christlichen Wahrheit sind die Schreibweise in den Aposteln und Nicene Glaubensbekenntnisse. Ich antwortete auf dieses Argument endlich in Reckless Faith. Stehe ich, was ich damals schrieb.

Kurz gesagt, die Unterstützung der "Manhattan-Erklärung wäre nicht nur im Widerspruch zu der Haltung habe ich schon lange vor dem Original" getroffenEvangelikale und Katholiken zusammen"Dokument ausgestellt wurde, es wäre auch stillschweigend verweisen das Wesen des Evangeliums Wahrheit auf das Niveau der zweitrangig. Das ist der falsche Weg, vielleicht das Schlimmste, Wege-Evangelikalen für die moralischen und politischen Krisen unserer Zeit anzugehen. Alles, was Stille, abseits, oder verweist das Evangelium zu sekundären Status ist im Gegensatz zu der Prinzipien bekräftigen wir, wenn wir uns Evangelikalen nennen.


Viele Grüße

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Beitragvon Joschie » 07.12.2009 20:03

Thomas Schirrmacher: Warum die Unterzeichner der Manhattan Erklärung recht haben.


Kulturkampf gegen christlichen Glauben und Kirchen.


(MEDRUM) Thomas Schirrmacher hat in einer Stellungnahme zur Manhattan Erklärung für das Institut "Ethik und Werte" herausgearbeitet, warum die Unterzeichner der Manhattan Erklärung recht haben.



Wie MEDRUM berichtete (-> Ein Ruf des christlichen Gewissen), sprechen sich in der "Erklärung von Manhattan" hochrangige Vertreter christlicher Kirchen und Glaubensgemeinschaften in den USA dafür aus, dem Ruf des christlichen Gewissens zu folgen und sich politischen Zwangsmaßnahmen zu widersetzen, die von ihnen Verstöße gegen zentrale Gebote Gottes erzwingen. 125 leitende Persönlichkeiten christlicher Gemeinschaften, die der Orthodoxen, Katholischen und Evangelischen Kirche angehören, - darunter 15 katholische Bischöfe - kündigen dem Präsidenten der USA, Barrack Obama, ihren Widerstand an.

Für das Institut Ethik und Werte hat der Theologe und Soziologe, Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Schirrmacher, zu dieser Erklärung unter der Überschrift "Kulturkampf 2.0" Stellung genommen und kommt zu dem Schluß: Die Erklärung hat recht.

Thomas Schirrmacher sieht in den USA die letzten 30 Jahre im Widerstreit eines schleichenden Kulturkampfes stehen, der schließlich jetzt zur Manhattan Erklärung geführt habe. Schirrmacher schildert in seiner Stellungnahme, was in Deutschland in den letzten beiden Jahrhunderten Kulturkampf bedeutet hat. Immer weiter sei versucht worden, den Einfluß der Kirchen zu beschränken und ihnen immer mehr staatliche Spielregeln vorzugeben.

Auch in Europa ist für Schirrmacher ein erneuter Kulturkampf aufgeflammt, besonders deutlich in Großbritannien. "Dort zahlen Bischöfe der Kirche von England bereits horrende Strafen für Predigten zum Thema Sexualität und müssen zwangsweise Antidiskriminierungsseminare besuchen. Alle katholischen Adoptionsstellen wurden geschlossen, weil man gezwungen wurde, auch an gleichgeschlechtliche Paare Kinder zu vermitteln, und immer öfter werden Christen aus dem Staatsdienst entlassen, etwa weil sie ein Kreuz tragen", schildert Schirrmacher. Die Liste der Themen werde immer länger, bei denen man die Kirchen zwingen wolle, so zu denken und handeln, wie die „veröffentlichte" Meinung: Abtreibung, Bioethik, Sexualität, Ehe, Familie und Gender Mainstream führt Schirrmacher als Beispiele an. Deutlich werde das etwa bei der religiösen Kindererziehung; Schirrmacher: "Die Stadt Berlin macht vor, dass es nicht darum geht, den Religionsunterricht abzuschaffen, sondern alle Kinder zwangsweise in den staatlichen Weltanschauungsunterricht namens ‚Ethik' zu schicken."

Diese Auseinandersetzung in Deutschland hält Schirrmacher ebenso wie in Europa so "überflüssig wie ein Kropf." Für sozialen Unfrieden oder Diskriminierung und Gewalt gegen andere sieht er die Ursache nicht bei den Kirchen. Aber statt ihre gewaltigen Aufgaben zu lösen, statt Arbeitslosigkeit und Rassismus zu bekämpfen, grase die Europäische Union die Gesetzgebung ab, wo Kirchen als Religionsgemeinschaft vermeintliche Sonderrechte hätten, weil bestimmte politische Kräfte in der EU die christlichen Kirchen in die Knie zwingen wollten, kritisiert Schirrmacher. Nach seiner Auffassung erzwingt der Staat dadruch zunehmend den Widerstand von Christen "gegen einen Staat, den sie eigentlich befürworten, ja oft lieben." Deswegen sendet Schirrmacher Appelle an Politiker, Richter, Medien, Kirchen und Gemeinschaften aus. Schirrmacher:

"Mein Appell geht an die Politiker: Beteiligt euch nicht an dem aufkommenden Kulturkampf 2.0! Wendet euch den wirklichen Problemen zu!

Mein Appell geht an die Richter: Bremst den ausufernden Kulturkampf 2.0 im Rahmen eurer rechtlichen Möglichkeiten durch Augenmaß und friedliche Lösungen.

Mein Appell geht an die Medien: Beteiligt euch nicht an Hetze, die sozialen Unfrieden heraufbeschwört, sondern berichtet versöhnlich, demokratisch und fair über religiöse Fragen und über Minderheiten aller Art. Und lasst die Betroffenen selbst zu Wort kommen, statt sie zu ächten.

Mein Appell geht an die Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften: Setzt euch nüchtern mit den kommenden Entwicklungen auseinander und erhebt eure Stimme. Lasst euch nicht auseinander dividieren, weil ihr in der einen oder anderen ethischen Fragen unterschiedliche Akzente setzt, sondern seht das Gesamtbild. Wer heute schweigt, wird morgen selbst Zielscheibe sein. Mit den Worten von Ulrich Parzany sage ich: „Steht auf, wenn ihr Christen seid!"

Mein Appell an alle ist: Einer friedlichen und demokratischen Gesellschaft zuliebe bitten wir euch, den aufkommenden Kulturkampf 2.0 zu beenden und nicht ständig an rechtlichen Stellschrauben zu drehen, die den Spielraum der Kirchen einengen sollen.

Schirrmacher zieht als Fazit, dass sich das westliche Christentum in weiten Teilen der westlichen Kultur bis kurz vor die Selbstaufgabe angepasst habe. Jetzt sei ein Punkt erreicht, wo dies nicht weiter möglich sei, ohne den christlichen Glauben selbst aufzugeben. Für Schirrmacher muß sich die Christenheit auch in Deutschland und Europa ganz neu fragen, was ihr der Glaube an Gott im Alltag bedeutet und wie viel er ihnen wert ist. Er identifiziert Parallelen der Entwicklungen in den USA und auf dem europäischen Kontinent. Die Manhattan Erklärung hat deswegen für Schirrmacher recht und verdient vorbehaltlose Solidarität.
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Beitragvon Joschie » 16.12.2009 10:55

Warum ich nicht unterzeichnet habe – von Robert C. Sproul
(Eine leicht gekürzte Übersetzung seines Artikels http://www.ligonier.org/blog/the-manhattan-declaration/)
Am 20. November 2009 wurde ein Dokument namens „Manhattan Erklärung“ von einer Koalition christlicher Führungspersonen, die sich gemeinsam gegen bestimmte Dinge aussprechen, der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin geht es vor allem um drei wichtige biblische und kulturelle Themen: die Würde des Lebens, die Bedeutung der Ehe und das Wesen der Religionsfreiheit. Diese Themen sind zweifellos heiße Eisen.
Ich teile die Anliegen dieses Dokuments, die Ungeborenen zu schützen, die biblische Ehe zu verteidigen und ein richtiges Verhältnis von Kirche und Staat zu bewahren. Doch als mir das Dokument zur Unterzeichnung zugesandt wurde, habe ich die Unterschrift abgelehnt.
Warum? Die Manhattan Erklärung verwechselt und vermischt allgemeine und besondere Gnade. Man könnte vielleicht mit dem Bischof von Rom und einem orthodoxen Prälaten gemeinsame Sache gegen Abtreibung machen,* aber eine solche Zusammenarbeit kann unmöglich auf der Annahme basieren, dass man einen gemeinsamen Glauben und ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums teile.
Die Gestalter der Manhattan Erklärung haben diesen Vorbehalt anscheinend in die Formulierung des Dokuments bereits eingearbeitet. Zudem haben manche Unterzeichner ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es kein theologisches Dokument sei. Doch wenn das zutreffen soll, müsste man sowohl den Begriff „Theologie“ umdefinieren als auch ein mehrdeutiges Verständnis von „Evangelium“ haben, obwohl es doch kein anderes Evangelium gibt (2Kor 11,4).
Die Verfasser der Erklärung – Charles Colson, Robert George und Timothy George – wählten eine behutsame Ausdrucksweise, die der ökumenischen Sprache der ECT-Bewegung (Evangelicals and Catholics Together) entspricht, die in den 1990er Jahren aufkam. Die Manhatten Erklärung beginnt: „Heutige Christen sind Erben einer zweitausendjährigen Tradition“ und sie identifiziert „Orthodoxe, Katholiken und Evangelikale“ als „Christen“. Sie ruft Christen auf sich zu vereinen in der Verkündigung des „Evangeliums der kostbaren Gnade“ und der Pflicht „das Evangelium unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus in seiner ganzen Fülle zu verkündigen, zur Zeit und zur Unzeit“.
Zweifellos muss die biblische Wahrheit verkündigt und das Evangelium gepredigt werden. Aber wie könnte ich etwas unterzeichnen, dass Verwirrung über das Evangelium stiftet und unklar ist in der Definition, wer ein Christ ist und wer nicht? Seit dem Aufkommen von ECT habe ich das immer und immer wieder deutlich gemacht, u.a. in meinen Büchern „Faith Allone“ und „Getting the Gospel Right“. Obwohl die Verfasser der Manhatten Erklärung jegliche Verbindung zu ECT bestreiten, scheint diese Initiative unausweichlich mit ECT verknüpft zu sein. Mehr noch: Dieses neue Dokument setzt praktisch den Sieg von ECT voraus, denn es benutzt den Begriff „Evangelium“ für das, was Katholiken angeblich „verkündigen“.
Die römisch-katholische Kirche hat eine lange Geschichte ihrer Strategie, durch geschickt doppeldeutige Formulierungen ihre einstigen Gegner für sich zu gewinnen. Ich möchte eindeutig feststellen: Ohne ein klares Verständnis von Sola fide (allein durch Glauben) und der Lehre der Rechtfertigung und stellvertretenden Sühne Christi gibt es weder ein Evangelium noch Einigkeit im Evangelium (1Kor 1,17; 2Kor 5,21). Die ECT-Initiative hat immer wieder bekräftigt, dass ihre Unterzeichner die Glaubenseinheit im Evangelium hätten. Dazu gehörten römisch-katholische Unterzeichner, die auch die Beschlüsse des Konzils zu Trient bekräftigen, die den Grundsatz des Sola fide [und die Rechtfertigung allein aus Glauben] verdammen. Es mag echte und aufrichtige Christen in der katholischen und den orthodoxen Kirchen geben. Doch wenn sie Christen sind, dann nicht aufgrund der Lehre ihrer Kirche, sondern trotz dieser offiziellen Lehren.
Mindestens ein Unterzeichner der ME, Charles Colson, sieht diese Erklärung als Mittel zur Wiederbelebung der Kirche in Amerika. Er sagte, die ME sei „eine Form von Katechismus für die grundlegenden Wahrheiten des Glaubens“ (http://bit.ly/4Tmbct). Er meint, die ME sei ein Gegenmittel gegen „biblische und lehrmäßige Ignoranz“ innerhalb der Gemeinde. Doch wahre Reformation und Neubelebung werden nur durch eine klare, freimütige Verkündigung des biblischen Evangeliums kommen und nicht durch ökumenische Erklärungen, die mit schwammigen Formulierungen die kostbarsten biblischen Konzepte und Wahrheiten verwässern. Es gibt kein anderes Evangelium als jenes, das Paulus verkündigt hat (Gal 1,6-8).
Die ME bringt evangelikalen Christen in eine Zwangslage und in Verlegenheit. Ich habe liebe Freunde im Dienst, die die ME unterzeichnet haben und mir schmerzt es im Herzen, wenn ich ihre Namen darunter sehe. Ich denke, dass sie irregeleitet wurden und einen Fehler gemacht haben. Mit einigen habe ich persönlich darüber gesprochen und ich hoffe, dass sie ihre Unterschrift widerrufen.
Letztlich stimme ich den Vorbehalten zu, die meine Freunde Alistair Begg, Michael Horton (www.whitehorseinn.org/archives/250.html) und John MacArthur (www.gty.org/Resources/Print/Articles/A390) ausgedrückt haben. Ich schätze ihre Entschlossenheit, sich zu weigern, auf diesen Zug aufzuspringen und stattdessen weiterhin für ein klares Evangelium und den ganzen Ratschuss Gottes einzustehen. Dieser beinhaltet auch die Würde des Lebens, die Bedeutung der Ehe und wahre Religionsfreiheit. Aber nur durch die Verkündigung des einen, wahren Evangeliums Jesu Christi können Herzen oder auch Nationen wirklich verändert werden, durch Gottes souveräne Gnade und allein zu seiner Ehre.

* Anmerkung von H.W. Deppe: Dagegen hätte ich Vorbehalte aufgrund von 2Kor 6,14
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Beitragvon Joschie » 19.12.2009 20:08

Welche Berufung hat die Kirche Christi?
Geht es darum, sich für eine gerechtere Welt, eine christliche Ethik einzusetzen? Oder darum einer verlorenenen und gottesfeindlichen, unter dem Gericht Gottes stehenden Welt zuzurufen: Laßt euch versöhnen mit Gott! Die Manhattan-Erklärung stellt das aktuellste Beispiel einer Positionierung dar. Ohne Zweifel, der gesellschaftspolitische Schutz menschlichen Lebens, der Institution Ehe oder der Freiheit der Meinung und Religion, sind wichtig und nicht zuletzt Ausdruck einer vormals christlich geprägten Kultur. In der schweizer Weltwoche heißt es:

Wenn eine Kirche ihren religiösen Schwingungsraum verliert, unterscheidet sie kaum mehr etwas von einer NGO. Der reformierte Zürcher Kirchenbote liest sich jedenfalls wie ein rot-grüner Katechismus. Auf der aktuellen Titelseite wird ausgiebig dem Klimagott gehuldigt («Gärtnern gegen den Klimakollaps»), und der Leitartikel denunziert in geübter Selbstanprangerung kirchliche Gebäude als «regelrechte Energieschleudern». Die «Arbeitsstelle Kirche und Umwelt» – so was gibt es tatsächlich – regt an, auf das Durchheizen der Gotteshäuser zu verzichten und die «Heizung vor Veranstaltungen nicht auf 20, sondern nur auf 18 Grad einzustellen». Man könne auch im Mantel einem Gottesdienst beiwohnen. Sicher kann man. Noch klimafreundlicher wäre, die «Energieschleudern» gleich ganz abzureissen. Peter Keller, Weltwoche

Mag man berechtigter Weise fragen, was ein “religiöser Schwingungsraum” ist, aber im Kern ist die Analyse des Weltwoche-Autoren, Peter Keller korrekt. Dort, wo Kirche nicht mehr primär den religiösen Raum besetzt, das Wort Gottes verkündigt bzw. sich in ihrer Zielsetzung lediglich ethisch oder politisch positioniert, verliert sie ihre Unterscheidbarkeit zu anderen, säkularen Organisation. Nicht selten sind diese sogar kompetenter und effizienter, als es religiöse Organisationen in diesen Fragen sind.

Das christliche Fundament bröckelt weg. In den Schulen gibt es keinen konfessionellen Religionsunterricht mehr – dafür ein diffuses Multi-Ethik-Blabla, wie es die herrschende Political Correctness mit Nachdruck einfordert. Peter Keller, Weltwoche

Es ist – so dramatisch der Werteverfall der westlichen Gesellschaften auch ist – eben nicht Aufgabe der Kirche, oder im Namen des Christentum sprechender Organisationen, ethische Forderungskataloge zu formulieren, sondern das Evangelium von der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen und vom stellvertretenden Kreuzestod Christi in aller Schlichtheit zu verkündigen. Denn der Mensch braucht keine Veränderung oder Verbesserung, sondern eine Erneuerung durch das Wort Gottes.

Denn überall, wo wir wahrnehmen, dass Gottes Wort lauter gepredigt und gehört wird und die Sakramente nach der Einsetzung Christi verwaltet werden, lässt sich auf keinerlei Weise daran zweifeln, dass wir eine Kirche Gottes vor uns haben. – CALVIN, Inst. IV,1,9

Dort jedoch, wo das Wort Christi nicht in Eindeutigkeit verkündigt wird (1Kor2,2), geht der Anspruch Kirche zu sein verloren, wird die Berufung als Botschafter Christi, zur Versöhnung mit Gott aufzurufen verfehlt (2Kor5,20). Letztlich wird nicht einmal dem angestrebten Ziel einer gesellschaftlichen Veränderung gedient, denn die Verkündigung des Wortes Gottes besitzt Auswirkung in alle Lebensbereiche hinein, sei es individuell im privaten, oder gesellschaftlich im öffentlichen Bereich. Das sagt die Schrift und bezeugt die Geschichte. Die westliche Kultur ist entstanden in der Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben. Nicht ohne Fehlentwicklungen und Irrtümer. Aber dort wo Mensch und Gesellschaft geprägt werden durch das Wort Gottes, das Evangelium, wird auch das menschliche Leben, die Ehe oder die Freiheit des Einzelnen geachtet.

Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht, um euch mit Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit das Geheimnis Gottes zu verkündigen. Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. Und ich war bei euch in Schwachheit und mit Furcht und in vielem Zittern; und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe. 1Kor1,1-5

sdg
apologet
Quelle: http://www.apologet.de/?p=1955#more-1955
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