Erläuterungen und Kernworte
V. 5. Behüte mich vor den freveln Leuten. Dieses Versglied lautet ganz gleich wie der zweite Teil des Anfangsverses. Der Satz enthält offenbar das, was den Psalmisten am meisten bewegte. The Speakers Commentary 1881.
Die meinen Gang gedenken umzustoßen: die mir ein Bein stellen, um mir den Boden unter den Füßen wegzunehmen und mich tückisch zu Fall zu bringen; die mir die feste Grundlage des Glaubens nehmen wollen und das Vermögen, in guten Werken voranzuschreiten, die mich durch Sünde zu Fall bringen wollen, dass ich von dem Weg des Heils abstürze. James Millard Neale † 1866.
V. 7. Die Stimme meines Flehens. Der einzig sichere Schutz für einfältige und ungelehrte Leute, wenn sie durch die verschmitzten Beweisführungen von Ketzern und Ungläubigen bedrängt werden, ist nicht der Versuch, sie zu widerlegen, sondern das Gebet, eine Waffe, die ihre Gegner selten gebrauchen und die ihnen unverständlich ist. Bruno von Aste † 1123.
V. 8. Du beschirmst mein Haupt. Das Haupt wird genannt, weil der Feind darauf vor allem zielt. John Mayer 1653.
V. 9. Sie möchten sich des erheben: nicht nur gegen mich, sondern auch gegen dich, als ob sie durch ihre Kraft und Klugheit deinen Ratschluss und deine Verheißungen in Betreff meiner zunichte gemacht hätten. M. Pool † 1679.
V. 10. Das Unheil ihrer Lippen bedecke sie. (Grundtext) Die Juden zogen durch ihre eigene Schuld den Einfall der Römer herbei; aber am Schrecklichsten war die Wirkung ihres Rufes: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. W. H. Tucker 1840.
V. 11. Solche Stellen schauen zurück auf das Gericht über Sodom sowie über die Rotte Korah (vergl. Ps. 55,16; 63,10) und stellen uns die feurigen Gerichte der Endzeit lebhaft vor Augen, vergl. z. B. Off. 19,19 ff. W. de Burgh 1860.
V. 12. Der Mann der Zunge, Schwätzer, Lügner, Schmeichler, Verleumder, Zänker, Afterredner, Ohrenbläser, wird nicht bestehen auf Erden; denn solche Leute werden von den Weltmenschen ebenso verabscheut wie von den Gottseligen. Kardinal R. Bellarmin † 1621.
V. 10-12. Der Prophet sagt in diesen drei Versen die gerechten Gerichte voraus, die der Himmel über die Verleumder und Verfolger der Gerechten verhängen wird. Die Lippen dieser Leute, welche Unheil gegen andere geredet haben, werden das Mittel sein, sie selber mit Schmach zu bedecken, wenn sie aus ihren eigenen Worten gerichtet werden (Mt. 12,37). Jene Zungen, die dazu mitgewirkt haben, die Welt in Brand zu setzen, werden mit den glühenden Kohlen der ewigen Rache gequält werden, und die Menschenkinder, die mit solchem Eifer und solchem Überlegen Gruben bereitet haben, um ihre Mitmenschen zu verderben, werden in den tiefen Abgrund gestürzt werden, aus dem sie nie und nimmer herauskommen werden. Böse Mäuler und lügnerische Verkläger werden keinen Bestand haben, sondern die Strafe wird die Sünder durch alle ihre krummen Wege verfolgen und sie schließlich als ihre rechtmäßige Beute ergreifen. Wenn diese gewichtigen Wahrheiten in unserem Herzen fest gewurzelt sind, werden sie uns in den schlimmsten Zeiten festen Halt gewähren. Bischof G. Horne † 1792.
V. 13. Ich weiß, dass usw., denn ich habe dafür Gottes eigenes Versprechen, und das ist untrüglich. John Trapp † 1669.
V. 13.14. Lieber Mitchrist, du darfst alles aufs Spiel setzen für die Glaubwürdigkeit der göttlichen Zusagen. Er, der keinem Lügner und Bundbrüchigen gestatten wird, auf seinem heiligen Berge Fuß zu fassen, der wird noch viel weniger auch nur einen Gedanken der Lüge oder Untreue in seinem eigenen heiligen Herzen aufkommen lassen. William Gurnall† 1679.
V. 10-14. Zuletzt, nach dem dreimaligen Anlauf im Gebet, bezeugt der Psalmist große Freudigkeit auf den Ausgang, den Gott machen, und auf die Frucht, die es bei allen Gerechten schaffen werde. Bewährter Vorteil! Da kommt mehr heraus, als wenn man sich ins Klagen gegen die Menschen ausschüttet. Aber mit dem köstlichen Sagen zum HERRN: Du bist mein Gott muss es freilich seine Richtigkeit haben. Dass der Glaube seine Zuversicht auf den allmächtigen Gott setzt, die Hoffnung zu diesem Fels der Ewigkeit sich alles Guten beständig versieht und die Liebe sich unter allem an der Leutseligkeit Gottes vergnügt und sich ihm ganz zu Eigen hingibt: hinter solcher Übung lässt sich manches auswarten. Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vorübergeht; wenn er schon manche Spuren der Verwüstung hinter sich lässt, so ist das etwas Geringes gegen Gottes Güte, deren die Erde voll ist und worüber die Gerechten immer fröhlich sein sollen. Karl H. Rieger† 1791.
Homiletische Winke
V. 2-6.
I. Woher Davids Leiden kam: aus der Feindschaft von Menschen. Darin war David ein Vorbild Christi. 1) Die Gottlosigkeit seiner Feinde: sie waren böse Menschen, V. 2a. 2) Ihre Gewalttätigkeit, V. 2b. 3) Ihre boshaften Überlegungen, V. 3a. 4) Ihre Verschwörung,
V. 3b. 5) Ihre giftigen Reden, V. 4. 6) Ihre offenbare Absicht, V. 5b. 7) Ihre tückischen Anschläge, V. 6. II. Das eine Gegenmittel Davids gegen alle diese Anfechtungen: Glaube mit Gebet. George Rogers 1885.
Verfolgungen, wie David sie zu erleiden hatte, sind in unserem Land heutzutage kaum zu befürchten; dennoch ist kein Mensch vor Anfeindungen völlig sicher, und mancher hat mehr zu leiden, als man denkt. I. Einige Fälle, die noch heute keineswegs unerhört sind. 1) Ein christlich gesinnter Arbeiter erregt, weil er unrechte Sitten und Handlungen nicht mitmachen kann, die Feindschaft seiner Mitarbeiter. Man richtet ihm allerlei Unheil an, verdirbt ihm die Arbeit, entwendet ihm sein Werkzeug, redet allerlei Übels wider ihn, bis sein Arbeitgeber ihn schließlich entlässt, um den Frieden in seinem Betrieb wiederherzustellen, oder es wird ihm unmöglich. entsprechende Arbeit zu finden, weil er nicht in widergöttlichen Verbindungen sein will. 2) Einem christlichen Handlungsgehilfen oder Beamten können, weil seine Gegenwart für seine in Sünden lebenden Berufsgenossen ein Hindernis ist, allerlei Schlingen gelegt werden usw. II. Nützlicher Rat in solchen Lagen. 1) Nimm wie der Psalmist deine Zuflucht zu dem HERRN mit der Bitte: Errette mich, behüte mich. 2) Bewahre unter allen Umständen Unsträflichkeit und Redlichkeit. 3) Und wenn den Unheilstiftern ihre bösen Pläne gelingen, so traue auf den HERRN, der es dennoch also hinausführen kann, dass, was sie böse zu machen gedachten, zum Heil ausschlägt. John Field 1885.
V. 4.
Wie sich die Verderbtheit des natürlichen Menschen in seinem Reden zeigt.
V. 5.
Die Gefahren des Gläubigen unter den Weltmenschen. 1) Die Verstecktheit der Angriffe der Gottlosen. 2) Die Mannigfaltigkeit ihrer Mittel. 3) Die List, mit der sie den Platz für ihre Fallen wählen: "an dem Wege". 4) Wem ihre Anschläge gelten: "mir". Den Menschen selber wollen sie verderben.
Die Fallen am Wege, oder: Versteckte Versuchungen, nahe Versuchungen, Versuchungen im täglichen Wandel.
V. 7.
1) Was der Glaube spricht. 2) Was die Demut bittet.
V. 7.8.
David tröstete sich in der Anfechtung 1) an seinem Anteil an Gott, V. 7a; 2) an dem Zutritt, den er zu Gott hat: er darf mit Gott reden und gnädige Antwort von ihm erwarten, V. 7b; 3) an seiner Zuversicht auf Hilfe und Schutz von Gott und an seiner Freude am HERRN, V. 8; 4) an seinen bisherigen Erfahrungen von Gottes Fürsorge für ihn, V. 8b. (Perf. Grundtext) Matthew Henry † 1714.
V. 7-9.
Drei Gründe, die der Gläubige bei der Bitte um Bewahrung geltend machen darf: 1) Sein Bundesanrecht an Gott. 2) Die bisherigen Erweisungen der beschirmenden Gnade. 3) Wie unangemessen es wäre, wenn die Gottlosen durch Gewährung ihres Begehrens in ihrer Gottlosigkeit bestärkt würden.
V. 7.8.13.14.
Zeiten, da wir besonders angegriffen, verleumdet und versucht werden, sollten auch besondere Zeiten des Gebets und des Glaubens sein. Der Psalmist lässt hier fünferlei hervortreten. I. Er behauptet sein Eigentum, V. 7 a. 1) Was ihm gehört: Gott. Gegensatz zu Abgötterei. Persönliche Liebe zu Gott. 2) Er macht sein Anrecht an dies sein Eigentum geltend. 3) Wen er als Zeugen dafür in Anspruch nimmt: den Unsichtbaren, Heiligen, der in das Verborgene sieht. 4) Der Anlass, bei dem er dies sein Anrecht geltend macht. II. Er bringt Gebet dar, V. 7b. 1) Er betet oft. 2) Seine Gebete sind voller Bedeutung. 3) Sie sind für Gott bestimmt. 4) Sie bedürfen des göttlichen Aufmerkens. III. Er erfährt Bewahrung im Kampf, V. 8. 1) Gott ist sein Waffenträger, der ihn beschützt. 2) Gott beschirmt den edelsten Teil seines Wesens. 3) Gott ist oft seine Hilfe gewesen. 4) Gottes Stärke hat sich ihm zugute erzeigt. IV. Er erwartet Beschützung vor der Unterdrückung, V. 13. 1) Gott ist ein gerechter Richter. 2) Er ist ein mitfühlender Freund. 3) Er ist ein erprobter Beschützer. Er sagt Lobpreis voraus, V. 14. 1) Der Lobpreis ist gesichert durch die Dankbarkeit. 2) Er kommt zum Ausdruck in Worten. 3) Er ist eingeschlossen in dem Vertrauen. 4) Er wird im Leben geübt durch Gemeinschaft mit Gott. William Bickle Haynes 1885.
V. 10.
Das Unheil ihrer Lippen wird sie bedecken. (Grundtext) Wie die Sünde derer, die Böses reden, auf sie zurückfällt. William Bickle Haynes 1885.
V. 12a.
Ein Gebet wider böse Mäuler. I. Verschiedenerlei böse Mäuler. 1) Lügner. Der gemeine Lügner, Lügner im Handel, an der Börse, in der Politik usw. 2) Verbreiter von Gerüchten. 3) Lästerer und Flucher. 4) Freigeister und Verführer. 5) Verbreiter von Zweifeln und neuen Lehren. II. Die Angemessenheit der Bitte: "Ein böses Maul möge nicht bestehen." 1) Weil Bösesreden etwas höchst Schlechtes ist. 2) Weil es unermesslichen Schaden anrichtet. 3) Weil, wer wünscht, dass Gottes Wahrheit auf Erden bestehe, wünschen muss, dass die bösen Mäuler keinen Bestand haben. III. Die Beschränkung der Bitte: "auf Erden." 1) Es ist sicher, dass die bösen Mäuler weder im Himmel noch in der Hölle Bestand haben können. 2) Die Erde ist das einzige Gebiet, wo sie eine Weile Erfolg haben können, und leider sind die Menschen nur zu geneigt, sich durch sie beeinflussen zu lassen. 3) Ach, dass die, welche ein böses Maul haben, sich bekehrten und durch den Glauben an den, der die Gerechtigkeit und die Wahrheit ist, gerecht und wahrhaftig würden! John Field 1885.
V. 12b.
Der grausame Jäger, verfolgt von seiner eigenen Meute.
Sünden, über die man nicht Buße tut, hetzen den Übeltäter selber ins Verderben. I. Erläuterung. 1) Solche Sünden können eine überwältigende Macht des Widerstandes von Menschen hervorrufen, wie bei Napoleon u. a. 2) Sie können den Sünder in die Grube stürzen, die er andern gegraben, wie Haman. 3) Sie können Gewissensbisse hervorrufen, die zum Selbstmord führen, wie bei Judas. 4) Ganz gewiss ist, dass sie den Sünder vor den Richterstuhl verfolgen und seine Seele in die Hölle hetzen. II. Anwendung. 1) Welch ein schrecklich Ding muss es doch um die Sünde sein! 2) Umso schrecklicher, weil sie unser eigenes Gemächte ist. 3) Fliehe vor den rächenden Verfolgern zu Christo, der einzigen, aber auch sicheren Zuflucht. John Field 1885.
Die Aufspürung und Verfolgung des freveln Sünders. I. Wie sich die Jagd entwickelt. 1) Zuerst merkt das Opfer nichts davon. 2) Aber bald spürt der Sünder, dass das Gesetz, das Gewissen, das Schicksal (d. i. Gottes gerechtes Walten), der Tod ihm auf den Fersen sind. 3) Seine eigenen Übeltaten schreien am lautesten hinter ihm her. II. Wie die Jagd endet. Er wird umzingelt, gestürzt, ist für immer verloren, wenn er nicht Buße getan, solange noch Raum dafür war. III. Ein anderer, der hinter dem Sünder her ist: Des Menschen Sohn ist gekommen usw. William Bickle Haynes 1885.
V. 13.
1) Eine Tatsache, deren der Psalmist gewiss ist. 2) Warum er derselben so gewiss ist. 3) Das Verhalten, das aus dieser Gewissheit hervorgeht.
Etwas, das zu wissen von hohem Wert ist 1) für die Elenden und Armen, die auf den HERRN trauen, 2) für deren Bedrücker, 3) für alle Menschen, damit sie lernen, auf den HERRN zu vertrauen, und damit sie ihn preisen für sein Mitleid gegen die Hilfsbedürftigen und für seine unparteiische Gerechtigkeit. John Field 1885.
V. 13.14.
1) Zuversicht in jeder Lage, V. 13. 2) Dankbarkeit für alles, V. 14a. 3) Sicherheit in Zeit und Ewigkeit, V. 14b.
V. 14.
Eine der edelsten Weisen, den HERRN zu loben: Das Bleiben vor seinem Angesichte. Oder: Ehrfurcht vor Gottes Gegenwart, heilige Gemeinschaft mit dem HERRN, gläubiges Ausruhen in Gottes Walten und gehorsames Tun des göttlichen Willens: die beste Weise, Gott zu danken.
Zwei über allen Widerspruch erhabene Versicherungen: I. Die Gerechten werden dem HERRN danken, mögen andere noch so undankbar sein. 1) Sie erkennen an, dass all ihr Gutes von Gott ist. 2) Sie fühlen sich des Guten, das sie empfangen, nicht wert. 3) Weil sie Gerechte sind, ist es ihnen ein Anliegen, in allem recht zu handeln, und das schließt die Dankbarkeit ein. 4) Dem HERRN danken zu können, das ist ein Hauptstück der Freude, die sie aus dem Guten ziehen, das ihnen zuteil wird. II. Die Frommen (Redlichen) werden sicherlich vor Gottes Angesicht bleiben. 1) In dem Sinne, dass sie allezeit den HERRN vor Augen haben, Ps. 16,8. 2) In dem Sinn bleibender gegenwärtiger Gemeinschaft mit Gott. 3) In dem Sinne, dass sie Gottes Wohlgefallen genießen. 4) In dem Sinne, dass sie ewig im Himmel in Gottes Nähe bleiben werden. John Field1885.
Regelmäßige Lesung aus der Schatzkammer Davids von Spurgeon
Moderatoren: Der Pilgrim, Anton, Peter01
Psalm 141
PSALM 141 (Auslegung & Kommentar)
Überschrift
Ein Psalm Davids. Es ist in der Tat ganz David, den wir hier beten hören: David, der sich argwöhnisch beobachtet weiß und fast nicht den Mund aufzutun wagt, weil er fürchtet, er könnte unweise reden, wenn er sich gegen die Verdächtigungen zu rechtfertigen suchte; David, der viel Geschmähte und von Feinden Bedrängte; David, an dem sogar rechtschaffen fromme Leute allerlei zu tadeln finden, und der solche Zurechtweisung doch gerne annimmt; David, der sich als das geistige Haupt der Gottesfürchtigen im Lande weiß und die bedrängte Lage dieser beklagt; David endlich, der in allen diesen Beziehungen zuversichtlich zu Gott aufblickt und Hilfe von ihm erwartet. Der Psalm gehört zu einer Gruppe von vieren (140-143), die miteinander viel Verwandtes haben. Er ist so tiefen Sinnes, dass er stellenweise außerordentlich dunkel ist, und doch glänzt schon auf seiner Oberfläche Gold. In seinem Anfang ist der Psalm von dem Abendrot beleuchtet, in dessen Schimmer der Weihrauch zum Himmel aufsteigt. Dann kommt eine Partie mit nächtlich dunkler Sprache, deren Bedeutung wir kaum verstehen. Aber dieses Dunkel weicht dem Morgen, in dessen Licht unsere Augen sich auf den HERRN richten.
Einteilung
Zunächst ruft der Psalmist um Erhörung seines Flehens, V. 1.2; dann bittet er um Bewahrung im Reden, in den Neigungen seines Herzes und im Tun und um Befreiung von aller Gemeinschaft mit den Gottlosen. Er will lieber von den Gerechten gestraft als von den ungöttlich Gesinnten umschmeichelt werden, V. 3-5. Er tröstet sich mit der Zuversicht, dass er einst besser verstanden werden und sein Zeugnis den Gottseligen ein Trost sein wird, V. 6. Zuletzt schildert er die Lage der viel verfolgten Treuen, richtet sein Auge auf Gott und fleht um Bewahrung vor seinen grausamen und listigen Feinden und um Bestrafung ihrer Bosheit.
Auslegung
1.
HERR, ich rufe zu dir; eile zu mir;
vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.
2.
Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Räuchopfer,
mein Händeaufheben wie ein Abendopfer.
1. HERR, ich rufe zu dir. Das ist mein letztes Hilfsmittel, aber eines, das nie versagt. Ich kann nur rufen; doch dass du es bist, Jehovah, der Gott aller Gnade, der allmächtige, treue Helfer, den ich herbeirufen darf, das ist mein großes Vorrecht. Wie ich es so oft getan, so rufe ich auch jetzt zu dir, und bin entschlossen, es allewege zu tun. An wen anders sollte ich mich wenden? Was sonst könnte ich tun? Andere setzen ihr Vertrauen auf sich selber, ich aber rufe zu dir. Das Gebet ist eine Schutz- und Trutzwaffe, die der Gläubige allezeit bei sich tragen und in jeder Not gebrauchen kann. Eile zu mir. Seine Lage erheischt schleunige Hilfe, und er macht diese Dringlichkeit seiner Not vor dem HERRN geltend. Gottes Zeit ist die beste Zeit; aber wenn wir in schwerer Bedrängnis sind, so dürfen wir mit heiligem Ungestüm die Gnade zur Beschleunigung ihrer Schritte auffordern. In vielen Fällen würde die Hilfe, wenn sie auf sich warten ließe, zu spät kommen, und zu bitten, dass solches Unglück verhütet werde, ist uns erlaubt. Vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe. Siehe, wie er zum zweiten Mal in diesem Vers vom Rufen redet. Das Flehen zu Gott war etwas, was er häufig, ja immerdar tat. Und wie verlangt ihn danach, erhört, alsbald erhört zu werden! Es bekümmert das Gemüt der Kinder Gottes aufs äußerste, wenn sie befürchten, ihr klägliches Rufen könnte bei Gott unbeachtet bleiben; sie können nicht ruhen, bis sie die Gewissheit haben, dass Gott auf ihre Stimme gnädig horcht. Wenn das Gebet eines Menschen einzige Zuflucht ist, so bringt ihn schon der bloße Gedanke, er möchte damit nicht durchdringen können, in schwere Seelennot. Unerhört zu bleiben, das wäre ein Kummer, den er nicht zu ertragen vermöchte, wohingegen die Gewissheit, dass Gott der Erhörer der Gebete ist, ihn unter den schwersten Bürden aufrecht hält.
2. Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Rauchopfer. Von den Speisopfern, d. h. den aus dem Pflanzenreich entnommenen Opfergaben, wurde durch den Priester eine Hand voll samt dem ganzen Weihrauch auf dem Altar verbrannt, um den Darbringer vor Gott in Erinnerung zu bringen (3. Mose 2). Der aufsteigende Rauch war ein Sinnbild des zu Gott emporsteigenden Gebetes. Wahrscheinlich war der Psalmist ferne vom Heiligtum und konnte daher dem HERRN keine Speisopfer darbringen; aber er fleht, sein Gebet möge vor Jehovah als Speisopfer gelten, gleich der duftenden Rauchwolke geradewegs zum Himmel emporsteigen und dem Höchsten ein süßer Geruch sein. Es ist nicht etwas Selbstverständliches, dass unsere Gebete bei dem HERRN Annahme finden. Und mein Händeaufheben wie ein Abend- (Speis-) Opfer. Zu dem täglichen Brandopfer, das des Morgens und des Abends dargebracht ward, kam ein Speisopfer als Zugabe (2. Mose 29,38-42); doch mag es auch sein, dass hier der Teil für das Ganze steht, also mit Luther zu übersetzen ist: wie ein Abendopfer. - Welche Form immer sein Gebet annehmen mochte, das eine Begehren des Psalmisten war, dass es bei Gott Annahme finde. Gebet wird manchmal auch ohne Worte, nur durch Gebärden, durch Bewegungen unseres Körpers dargebracht; gebeugte Knie und aufgehobene Hände sind äußere Zeichen ernstlichen, von Gott etwas erwartenden Flehens. Oder denken wir an das Aufheben der Hände zur Arbeit, so ist das Wirken sicherlich auch Gebet, wenn es in der Glaubensabhängigkeit von Gott und mit der Absicht, ihn zu verherrlichen, geschieht. Es gibt ein Beten mit den Händen so gut wie ein Beten mit dem Herzen, und unser inniges Begehren ist, dass solches Beten dem HERRN angenehm sei wie ein Abendopfer. Heilige Hoffnung, das Aufheben der lasch herunterhängenden Hände, ist ebenfalls eine Art Gottesdienst; möge auch dieses stets bei Gott angenehm sein. Der Psalmist tut eine kühne Bitte; er möchte, dass sein schwaches, geringes Rufen und Flehen bei dem HERRN so viel gelte, wie das verordnete Morgen- und Abendopfer im Heiligtum. Und doch überschreitet diese Bitte durchaus nicht die Grenzen des Erlaubten; denn schließlich steht das Geistliche bei dem HERRN doch höher als die Zeremonien, und die Farren der Lippen sind ein wahrhaftigeres Opfer als Farren aus dem Stall.
Bis hierher haben wir in dem Psalm ein Gebet übers Gebet; in den beiden nächsten Versen kommen nun bestimmte Bitten.
3.
HERR, behüte meinen Mund
und bewahre meine Lippen.
4.
Neige mein Herz nicht auf etwas Böses,
ein gottlos Wesen zu führen
mit den Übeltätern,
dass ich nicht esse von dem, das ihnen geliebt.
5.
Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich;
das wird mir so wohl tun wie Balsam auf meinem Haupt;
denn ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun.
3. HERR, behüte meinen Mund, oder: setze meinem Munde eine Wache. Es wäre schade, wenn der Mund, der zum Gebet gebraucht worden ist, jemals durch Unwahrheit, durch Stolz oder Zorn befleckt würde; doch wird das geschehen, wenn er nicht sorgfältig bewacht wird, denn diese frechen Eindringlinge lauern stets an der Tür. Der Psalmist fühlt aber, dass er, wenn er selber auch noch so wachsam ist, doch überrumpelt und in Sünde gestürzt werden könnte; darum bittet er den HERRN, er möge selber ihn in seine Hut nehmen. Wenn Jehovah die Wacht ausstellt, dann ist die Stadt behütet; und wenn der HERR der Wächter unseres Mundes wird, dann ist der ganze Mensch wohl beschützt. Und bewahre meine Lippen, oder: Stelle eine Obhut an die Tür meiner Lippen. Gott hat unsere Lippen zur Tür unseres Mundes gemacht, aber wir vermögen diese Tür selber nicht zu bewahren; darum bitten wir den HERRN, er möge die Aufsicht darüber übernehmen. O dass der HERR unsere Lippen sowohl öffne als schließe; denn wir können weder das eine noch das andere in der rechten Weise tun, wenn wir uns selber überlassen bleiben. In Zeiten der Verfolgung durch gottlose Menschen sind wir besonders der Gefahr ausgesetzt, übereilt zu reden oder Ausflüchte zu gebrauchen, und es sollte uns darum ein sehr ernstes Anliegen sein, Bewahrung vor jeglicher Gestalt der Sünde in dieser Richtung zu erlangen. Wie herablassend ist der HERR! Für uns ist es eine große Ehre, wenn wir als Türhüter in seinem Dienst stehen dürfen, und doch willigt er ein, uns als Türhüter zu dienen!
Überschrift
Ein Psalm Davids. Es ist in der Tat ganz David, den wir hier beten hören: David, der sich argwöhnisch beobachtet weiß und fast nicht den Mund aufzutun wagt, weil er fürchtet, er könnte unweise reden, wenn er sich gegen die Verdächtigungen zu rechtfertigen suchte; David, der viel Geschmähte und von Feinden Bedrängte; David, an dem sogar rechtschaffen fromme Leute allerlei zu tadeln finden, und der solche Zurechtweisung doch gerne annimmt; David, der sich als das geistige Haupt der Gottesfürchtigen im Lande weiß und die bedrängte Lage dieser beklagt; David endlich, der in allen diesen Beziehungen zuversichtlich zu Gott aufblickt und Hilfe von ihm erwartet. Der Psalm gehört zu einer Gruppe von vieren (140-143), die miteinander viel Verwandtes haben. Er ist so tiefen Sinnes, dass er stellenweise außerordentlich dunkel ist, und doch glänzt schon auf seiner Oberfläche Gold. In seinem Anfang ist der Psalm von dem Abendrot beleuchtet, in dessen Schimmer der Weihrauch zum Himmel aufsteigt. Dann kommt eine Partie mit nächtlich dunkler Sprache, deren Bedeutung wir kaum verstehen. Aber dieses Dunkel weicht dem Morgen, in dessen Licht unsere Augen sich auf den HERRN richten.
Einteilung
Zunächst ruft der Psalmist um Erhörung seines Flehens, V. 1.2; dann bittet er um Bewahrung im Reden, in den Neigungen seines Herzes und im Tun und um Befreiung von aller Gemeinschaft mit den Gottlosen. Er will lieber von den Gerechten gestraft als von den ungöttlich Gesinnten umschmeichelt werden, V. 3-5. Er tröstet sich mit der Zuversicht, dass er einst besser verstanden werden und sein Zeugnis den Gottseligen ein Trost sein wird, V. 6. Zuletzt schildert er die Lage der viel verfolgten Treuen, richtet sein Auge auf Gott und fleht um Bewahrung vor seinen grausamen und listigen Feinden und um Bestrafung ihrer Bosheit.
Auslegung
1.
HERR, ich rufe zu dir; eile zu mir;
vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.
2.
Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Räuchopfer,
mein Händeaufheben wie ein Abendopfer.
1. HERR, ich rufe zu dir. Das ist mein letztes Hilfsmittel, aber eines, das nie versagt. Ich kann nur rufen; doch dass du es bist, Jehovah, der Gott aller Gnade, der allmächtige, treue Helfer, den ich herbeirufen darf, das ist mein großes Vorrecht. Wie ich es so oft getan, so rufe ich auch jetzt zu dir, und bin entschlossen, es allewege zu tun. An wen anders sollte ich mich wenden? Was sonst könnte ich tun? Andere setzen ihr Vertrauen auf sich selber, ich aber rufe zu dir. Das Gebet ist eine Schutz- und Trutzwaffe, die der Gläubige allezeit bei sich tragen und in jeder Not gebrauchen kann. Eile zu mir. Seine Lage erheischt schleunige Hilfe, und er macht diese Dringlichkeit seiner Not vor dem HERRN geltend. Gottes Zeit ist die beste Zeit; aber wenn wir in schwerer Bedrängnis sind, so dürfen wir mit heiligem Ungestüm die Gnade zur Beschleunigung ihrer Schritte auffordern. In vielen Fällen würde die Hilfe, wenn sie auf sich warten ließe, zu spät kommen, und zu bitten, dass solches Unglück verhütet werde, ist uns erlaubt. Vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe. Siehe, wie er zum zweiten Mal in diesem Vers vom Rufen redet. Das Flehen zu Gott war etwas, was er häufig, ja immerdar tat. Und wie verlangt ihn danach, erhört, alsbald erhört zu werden! Es bekümmert das Gemüt der Kinder Gottes aufs äußerste, wenn sie befürchten, ihr klägliches Rufen könnte bei Gott unbeachtet bleiben; sie können nicht ruhen, bis sie die Gewissheit haben, dass Gott auf ihre Stimme gnädig horcht. Wenn das Gebet eines Menschen einzige Zuflucht ist, so bringt ihn schon der bloße Gedanke, er möchte damit nicht durchdringen können, in schwere Seelennot. Unerhört zu bleiben, das wäre ein Kummer, den er nicht zu ertragen vermöchte, wohingegen die Gewissheit, dass Gott der Erhörer der Gebete ist, ihn unter den schwersten Bürden aufrecht hält.
2. Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Rauchopfer. Von den Speisopfern, d. h. den aus dem Pflanzenreich entnommenen Opfergaben, wurde durch den Priester eine Hand voll samt dem ganzen Weihrauch auf dem Altar verbrannt, um den Darbringer vor Gott in Erinnerung zu bringen (3. Mose 2). Der aufsteigende Rauch war ein Sinnbild des zu Gott emporsteigenden Gebetes. Wahrscheinlich war der Psalmist ferne vom Heiligtum und konnte daher dem HERRN keine Speisopfer darbringen; aber er fleht, sein Gebet möge vor Jehovah als Speisopfer gelten, gleich der duftenden Rauchwolke geradewegs zum Himmel emporsteigen und dem Höchsten ein süßer Geruch sein. Es ist nicht etwas Selbstverständliches, dass unsere Gebete bei dem HERRN Annahme finden. Und mein Händeaufheben wie ein Abend- (Speis-) Opfer. Zu dem täglichen Brandopfer, das des Morgens und des Abends dargebracht ward, kam ein Speisopfer als Zugabe (2. Mose 29,38-42); doch mag es auch sein, dass hier der Teil für das Ganze steht, also mit Luther zu übersetzen ist: wie ein Abendopfer. - Welche Form immer sein Gebet annehmen mochte, das eine Begehren des Psalmisten war, dass es bei Gott Annahme finde. Gebet wird manchmal auch ohne Worte, nur durch Gebärden, durch Bewegungen unseres Körpers dargebracht; gebeugte Knie und aufgehobene Hände sind äußere Zeichen ernstlichen, von Gott etwas erwartenden Flehens. Oder denken wir an das Aufheben der Hände zur Arbeit, so ist das Wirken sicherlich auch Gebet, wenn es in der Glaubensabhängigkeit von Gott und mit der Absicht, ihn zu verherrlichen, geschieht. Es gibt ein Beten mit den Händen so gut wie ein Beten mit dem Herzen, und unser inniges Begehren ist, dass solches Beten dem HERRN angenehm sei wie ein Abendopfer. Heilige Hoffnung, das Aufheben der lasch herunterhängenden Hände, ist ebenfalls eine Art Gottesdienst; möge auch dieses stets bei Gott angenehm sein. Der Psalmist tut eine kühne Bitte; er möchte, dass sein schwaches, geringes Rufen und Flehen bei dem HERRN so viel gelte, wie das verordnete Morgen- und Abendopfer im Heiligtum. Und doch überschreitet diese Bitte durchaus nicht die Grenzen des Erlaubten; denn schließlich steht das Geistliche bei dem HERRN doch höher als die Zeremonien, und die Farren der Lippen sind ein wahrhaftigeres Opfer als Farren aus dem Stall.
Bis hierher haben wir in dem Psalm ein Gebet übers Gebet; in den beiden nächsten Versen kommen nun bestimmte Bitten.
3.
HERR, behüte meinen Mund
und bewahre meine Lippen.
4.
Neige mein Herz nicht auf etwas Böses,
ein gottlos Wesen zu führen
mit den Übeltätern,
dass ich nicht esse von dem, das ihnen geliebt.
5.
Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich;
das wird mir so wohl tun wie Balsam auf meinem Haupt;
denn ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun.
3. HERR, behüte meinen Mund, oder: setze meinem Munde eine Wache. Es wäre schade, wenn der Mund, der zum Gebet gebraucht worden ist, jemals durch Unwahrheit, durch Stolz oder Zorn befleckt würde; doch wird das geschehen, wenn er nicht sorgfältig bewacht wird, denn diese frechen Eindringlinge lauern stets an der Tür. Der Psalmist fühlt aber, dass er, wenn er selber auch noch so wachsam ist, doch überrumpelt und in Sünde gestürzt werden könnte; darum bittet er den HERRN, er möge selber ihn in seine Hut nehmen. Wenn Jehovah die Wacht ausstellt, dann ist die Stadt behütet; und wenn der HERR der Wächter unseres Mundes wird, dann ist der ganze Mensch wohl beschützt. Und bewahre meine Lippen, oder: Stelle eine Obhut an die Tür meiner Lippen. Gott hat unsere Lippen zur Tür unseres Mundes gemacht, aber wir vermögen diese Tür selber nicht zu bewahren; darum bitten wir den HERRN, er möge die Aufsicht darüber übernehmen. O dass der HERR unsere Lippen sowohl öffne als schließe; denn wir können weder das eine noch das andere in der rechten Weise tun, wenn wir uns selber überlassen bleiben. In Zeiten der Verfolgung durch gottlose Menschen sind wir besonders der Gefahr ausgesetzt, übereilt zu reden oder Ausflüchte zu gebrauchen, und es sollte uns darum ein sehr ernstes Anliegen sein, Bewahrung vor jeglicher Gestalt der Sünde in dieser Richtung zu erlangen. Wie herablassend ist der HERR! Für uns ist es eine große Ehre, wenn wir als Türhüter in seinem Dienst stehen dürfen, und doch willigt er ein, uns als Türhüter zu dienen!
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)
Psalm 141
4. Neige mein Herz nicht auf etwas Böses. Der Sinn entspricht dem der Bitte: Führe uns nicht in Versuchung. O dass wir nicht in Umstände geführt werden mögen, die unsere Neigungen in eine falsche Richtung bringen und böse Begierden in uns erwecken würden. Wir sehen, der Psalmist ist um sein Herz besorgt. Wer das Herz besitzt, der ist Herr über den ganzen Menschen; wenn aber Zunge und Herz unter Gottes Hut stehen, so ist alles gut. Lasst uns ihn bitten, dass er uns nie unseren Neigungen überlasse, sonst werden wir bald in böse Dinge geraten. Ein gottlos Wesen zu führen mit den Übeltätern. Wohin das Herz zieht, dahin laufen auch bald die Füße; böse Neigungen führen zu bösen Taten und böser Lebensrichtung. Wenn die Quelle nicht reingehalten wird, wird bald auch der Fluss verunreinigt sein. Im Umgang liegt eine große Macht; selbst gute Menschen sind der Gefahr ausgesetzt, sich durch den Geist der Gesellschaft, in der sie sich befinden, fortreißen zu lassen. Darum die Sorge, es könnte bei uns zu bösen Taten kommen, wenn wir mit Übeltätern Umgang haben. Wir müssen danach trachten, nicht mit ihnen zusammen zu sein, damit wir nicht mit ihnen sündigen.
Es ist schlimm, wenn unser eigenes Herz sich auf etwas Böses neigt, und noch schlimmer, wenn unser ganzes Leben in verkehrter Richtung verläuft; aber zu ganz außerordentlicher Gottlosigkeit kommt es bei dem, der von Gottes Wegen abweicht, wenn er den abschüssigen Pfad zusammen mit einer ganzen Rotte von Übeltätern hinabrennt. Unsere Gewohnheiten und durch Übung erlangten Geschicklichkeiten werden unser Verderben sein, wenn sie böser Art sind; es ist eine Verschlimmerung und nicht eine Entschuldigung der Sünde, wenn sie uns zu Sitte und Gewohnheit geworden ist. Gottesfürchtigen Menschen ist der Gedanke schrecklich, sie könnten dazu kommen, gleich anderen ein gottlos Wesen zu führen; die Furcht davor treibt sie auf die Knie. Wir müssen die Sünde scheuen und meiden wie eine ansteckende Krankheit. Dass ich nicht (mit) esse von dem, das ihnen geliebt. Wirken wir mit den Gottlosen zusammen, so werden wir auch bald mit ihnen essen. Sie werden uns ihre leckersten Bissen reichen und ihre feinsten Gerichte auftischen, in der Hoffnung, uns mittelst unseres Gaumens an ihren Dienst zu fesseln. Man tut die beste Lockspeise in die Falle, damit wir uns darin fangen und ihre Bosheit uns dann verzehren kann. Wollen wir nicht mit Menschen sündigen, so ist es geraten, dass wir gar nicht mit ihnen zusammensitzen, und wollen wir an ihrer Verdammnis nicht teilhaben, so dürfen wir auch ihre Lüsternheit nicht teilen.
5. Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich. Er zieht den Bitterwein, den ihm die Gottseligen reichen, den Leckerbissen der Gottlosen vor. Er will lieber von den Gerechten geschlagen als von den ungöttlich Gesinnten festlich bewirtet und gefeiert werden. Er gewährt den treuen Mahnern freien Zutritt zu sich, ja er lädt ihre Zurechtweisungen und Warnungen förmlich ein. Wenn die Gottlosen uns freundlich tun, so ist all ihre Schmeichelei Grausamkeit; wenn die Gerechten uns strafen, so ist ihre Härte Liebe1. Manchmal schlagen aufrichtige Menschen allerdings gar derb zu; sie geben nicht nur zarte Winke, sondern hämmern auf die Sünde los. Aber auch dann sollen wir die strafende Liebe als Liebe aufnehmen und der Hand, die uns so empfindlich züchtigt, dankbar sein. Und strafe mich, das wird mir so wohltun wie Balsam auf meinem Haupt.2Wie das köstliche Öl den Morgenländer beim festlichen Mahl erquickt und alles mit Wohlgeruch erfüllt, so wirkt liebreicher Tadel, wenn er in der rechten Weise aufgenommen wird, belebend und erneuernd auf die Seele. Mein Freund muss mich wahrhaft lieben, wenn er mir meine Fehler sagt; er muss ein geistlicher Mensch sein, wenn er mir mit sanftmütigem Geist zurechtzuhelfen sucht. Das Öl der Schmeichelei ist kein erfrischender, heilender Balsam. Mag an den Tafeln der Schwelger das Öl in Strömen fließen, es tut dennoch niemand wohl. Geschlagene Gewissen, zerschlagene Köpfe und gebrochene Herzen sind, ach wie oft, die Folgen der Feste der Kinder dieser Welt; die ernsten Mahnungen der Gottseligen aber dienen den aufrichtigen Herzen zum heilenden Balsam.
Nicht soll sich mein Haupt des weigern. (Grundtext) Toren nehmen es übel, wenn man sie tadelt, denn sie hassen die Zucht; wer klug ist, nimmt die Rüge an und bestrebt sich, daraus dauernden Gewinn zu ziehen. Als David einen Erzieher für seinen Thronerben brauchte, da wusste er keinen besseren als den Mann, der ihn so scharf gestraft hatte, den Propheten Nathan (2. Samuel 12,25). Denn ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun, oder (Delitzsch): Denn noch steht es so, dass mein Gebet wider ihre Bosheiten ist, d. i.: ich setze den Bosheiten meiner gottlosen Feinde keine andere Waffe als die des Gebets entgegen. Es ist die gleiche Gesinnung, die wir bei David, Ps. 69,14, finden (wo die vorhergehenden Vers zu vergleichen sind), und namentlich Ps. 109,4: Dafür, dass ich sie liebe, befeinden sie mich; ich aber bete, oder wörtlich: ich aber bin ganz Gebet.
Ist schon der letzte Teil dieses Verses sprachlich dunkel, so bieten die nächsten beiden Vers unserem Verständnis kaum zu überwindende Schwierigkeiten.
6.
Ihre Führer müssen gestürzt werden über einen Fels;
so wird man dann meine Rede hören, dass sie lieblich sei.
7.
Unsre Gebeine sind zerstreut bis zur Hölle,
wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt.
6. Bezieht sich der Vers auf die Redlichgesinnten in Israel? Es scheint uns so. David meint wohl, wenn die jetzigen Führer fielen, dann würden sich die Aufrichtigen ihm zuwenden und mit Freuden seiner Stimme lauschen. Ihre Führer (wörtl.: Richter) müssen gestürzt werden über einen Fels; so wird man dann meine Rede hören, dass sie lieblich sei. Und so geschah es auch: der Tod Sauls brachte die Besten im Volke dazu, nun auf den Sohn Isais als den Gesalbten des HERRN zu achten; jetzt wurden seine Worte ihnen lieblich. Viele dieser braven Leute, die es an David scharf verurteilt hatten, dass er sein Vaterland verlassen und zu den Philistern übergegangen war, waren dennoch um ihrer Treue willen seinem Herzen teuer, und er hatte für sie nur Wohlwollen, herzliche Gebete und freundliche Worte, in der Überzeugung, dass sie in nicht ferner Zeit seine Fehler übersehen und ihn zu ihrem Führer erwählen würden. Sie straften ihn, wenn er fehlte, aber sie erkannten dabei doch seine vortrefflichen Eigenschaften an. Und er an seinem Teil trug ihnen keinen Groll nach, sondern schätzte sie um ihrer Biederkeit willen. Er betete für sie, als ihr Land blutend zu den Füßen der ausländischen Feinde lag; er wollte ihnen gerne zu Hilfe kommen, wenn ihre bisherigen Führer erschlagen wären; und seine Worte voller Hoffnungsmut würden ihren Ohren lieblich sein. Das scheint mir ein guter, mit dem Texte wohl zu vereinbarender Sinn. Doch finden auch andere schwierigere Erklärungen ihre Anhänger.3
7. Jetzt freilich sah sich Davids Lage ganz hoffnungslos an. Gottes Sache in Israel schien ein totes Ding zu sein, ja einem vermoderten Gerippe zu gleichen, das beim Graben aus der Erde gekommen ist und dessen einzelne Teile nun verstreut sind, Staub zum Staube. Unsre Gebeine sind zerstreut bis zur Hölle, oder: am Rande der Unterwelt. Es schien in der Partei der Gottesfürchtigen in Israel kein Leben, kein Zusammenhalt, keinerlei Gestalt und Ordnung mehr zu sein, es fehlte an Haupt und Gliedern. Saul hatte diesen besten Teil des Volkes verwüstet und zerstreut, so dass das Häuflein der Frommen als gegliedertes und geordnetes lebendiges Ganzes nicht mehr bestand. David selber glich einem solchen dürren Totengebeine, und die übrigen Frommen waren so ziemlich in der gleichen Verfassung. Es zeigte sich in dem heiligen Samen weder Lebenskraft noch Einheit, ihre Sache lag am Rande des Abgrundes. Wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt. Das schien ein treffendes Bild von dem Acker des Reiches Gottes in Israel zu sein. Wie oft haben treffliche Menschen ähnlich über den Stand der Sache Gottes gedacht und geklagt! Wohin immer sie ihre Blicke richteten, überall starrte ihnen Tod, Zertrennung und Verwüstung ins Angesicht. Alles zerrissen und zerstört, hoffnungslos verwüstet! Wir haben in der Tat Gemeinden in solchem Zustand gesehen, und das Herz hat uns darob geblutet. Aber wenn es hienieden auch noch so schauerlich aussieht, so dürfen wir unseren Blick emporrichten. Droben lebt einer, der seine Sache nicht untergehen lassen, sondern sie neu beleben und sein zertrenntes Volk wiedervereinigen wird. Er wird die Totengebeine vom Rande der Hölle wiederbringen und ihnen neues Leben geben. Lasst uns gleich dem Psalmisten in den nun folgenden Versen glaubensvoll zu dem Gott des Lebens aufblicken.
Fußnoten
1. Manche Alte und Neuere übersetzen: Schlägt mich ein Gerechter - es ist Liebe; und straft er mich - es ist (Hauptöl = Salbol, d. i.:) feinstes Öl, nicht soll sich mein Haupt des weigern.
2. Zum Verständnis, wie Luther zu dieser Übersetzung gekommen, mag seine erste Übersetzung von 1524 dienen: Das wird sein das beste Öl, welches meines Haupts nicht fehlet.
3. Die meisten neueren Erklärer verzichten allerdings darauf, dem vorliegenden Texte dieses und des folgenden Verses einen zusammenhängenden Sinn abzugewinnen. - James Millard
Es ist schlimm, wenn unser eigenes Herz sich auf etwas Böses neigt, und noch schlimmer, wenn unser ganzes Leben in verkehrter Richtung verläuft; aber zu ganz außerordentlicher Gottlosigkeit kommt es bei dem, der von Gottes Wegen abweicht, wenn er den abschüssigen Pfad zusammen mit einer ganzen Rotte von Übeltätern hinabrennt. Unsere Gewohnheiten und durch Übung erlangten Geschicklichkeiten werden unser Verderben sein, wenn sie böser Art sind; es ist eine Verschlimmerung und nicht eine Entschuldigung der Sünde, wenn sie uns zu Sitte und Gewohnheit geworden ist. Gottesfürchtigen Menschen ist der Gedanke schrecklich, sie könnten dazu kommen, gleich anderen ein gottlos Wesen zu führen; die Furcht davor treibt sie auf die Knie. Wir müssen die Sünde scheuen und meiden wie eine ansteckende Krankheit. Dass ich nicht (mit) esse von dem, das ihnen geliebt. Wirken wir mit den Gottlosen zusammen, so werden wir auch bald mit ihnen essen. Sie werden uns ihre leckersten Bissen reichen und ihre feinsten Gerichte auftischen, in der Hoffnung, uns mittelst unseres Gaumens an ihren Dienst zu fesseln. Man tut die beste Lockspeise in die Falle, damit wir uns darin fangen und ihre Bosheit uns dann verzehren kann. Wollen wir nicht mit Menschen sündigen, so ist es geraten, dass wir gar nicht mit ihnen zusammensitzen, und wollen wir an ihrer Verdammnis nicht teilhaben, so dürfen wir auch ihre Lüsternheit nicht teilen.
5. Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich. Er zieht den Bitterwein, den ihm die Gottseligen reichen, den Leckerbissen der Gottlosen vor. Er will lieber von den Gerechten geschlagen als von den ungöttlich Gesinnten festlich bewirtet und gefeiert werden. Er gewährt den treuen Mahnern freien Zutritt zu sich, ja er lädt ihre Zurechtweisungen und Warnungen förmlich ein. Wenn die Gottlosen uns freundlich tun, so ist all ihre Schmeichelei Grausamkeit; wenn die Gerechten uns strafen, so ist ihre Härte Liebe1. Manchmal schlagen aufrichtige Menschen allerdings gar derb zu; sie geben nicht nur zarte Winke, sondern hämmern auf die Sünde los. Aber auch dann sollen wir die strafende Liebe als Liebe aufnehmen und der Hand, die uns so empfindlich züchtigt, dankbar sein. Und strafe mich, das wird mir so wohltun wie Balsam auf meinem Haupt.2Wie das köstliche Öl den Morgenländer beim festlichen Mahl erquickt und alles mit Wohlgeruch erfüllt, so wirkt liebreicher Tadel, wenn er in der rechten Weise aufgenommen wird, belebend und erneuernd auf die Seele. Mein Freund muss mich wahrhaft lieben, wenn er mir meine Fehler sagt; er muss ein geistlicher Mensch sein, wenn er mir mit sanftmütigem Geist zurechtzuhelfen sucht. Das Öl der Schmeichelei ist kein erfrischender, heilender Balsam. Mag an den Tafeln der Schwelger das Öl in Strömen fließen, es tut dennoch niemand wohl. Geschlagene Gewissen, zerschlagene Köpfe und gebrochene Herzen sind, ach wie oft, die Folgen der Feste der Kinder dieser Welt; die ernsten Mahnungen der Gottseligen aber dienen den aufrichtigen Herzen zum heilenden Balsam.
Nicht soll sich mein Haupt des weigern. (Grundtext) Toren nehmen es übel, wenn man sie tadelt, denn sie hassen die Zucht; wer klug ist, nimmt die Rüge an und bestrebt sich, daraus dauernden Gewinn zu ziehen. Als David einen Erzieher für seinen Thronerben brauchte, da wusste er keinen besseren als den Mann, der ihn so scharf gestraft hatte, den Propheten Nathan (2. Samuel 12,25). Denn ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun, oder (Delitzsch): Denn noch steht es so, dass mein Gebet wider ihre Bosheiten ist, d. i.: ich setze den Bosheiten meiner gottlosen Feinde keine andere Waffe als die des Gebets entgegen. Es ist die gleiche Gesinnung, die wir bei David, Ps. 69,14, finden (wo die vorhergehenden Vers zu vergleichen sind), und namentlich Ps. 109,4: Dafür, dass ich sie liebe, befeinden sie mich; ich aber bete, oder wörtlich: ich aber bin ganz Gebet.
Ist schon der letzte Teil dieses Verses sprachlich dunkel, so bieten die nächsten beiden Vers unserem Verständnis kaum zu überwindende Schwierigkeiten.
6.
Ihre Führer müssen gestürzt werden über einen Fels;
so wird man dann meine Rede hören, dass sie lieblich sei.
7.
Unsre Gebeine sind zerstreut bis zur Hölle,
wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt.
6. Bezieht sich der Vers auf die Redlichgesinnten in Israel? Es scheint uns so. David meint wohl, wenn die jetzigen Führer fielen, dann würden sich die Aufrichtigen ihm zuwenden und mit Freuden seiner Stimme lauschen. Ihre Führer (wörtl.: Richter) müssen gestürzt werden über einen Fels; so wird man dann meine Rede hören, dass sie lieblich sei. Und so geschah es auch: der Tod Sauls brachte die Besten im Volke dazu, nun auf den Sohn Isais als den Gesalbten des HERRN zu achten; jetzt wurden seine Worte ihnen lieblich. Viele dieser braven Leute, die es an David scharf verurteilt hatten, dass er sein Vaterland verlassen und zu den Philistern übergegangen war, waren dennoch um ihrer Treue willen seinem Herzen teuer, und er hatte für sie nur Wohlwollen, herzliche Gebete und freundliche Worte, in der Überzeugung, dass sie in nicht ferner Zeit seine Fehler übersehen und ihn zu ihrem Führer erwählen würden. Sie straften ihn, wenn er fehlte, aber sie erkannten dabei doch seine vortrefflichen Eigenschaften an. Und er an seinem Teil trug ihnen keinen Groll nach, sondern schätzte sie um ihrer Biederkeit willen. Er betete für sie, als ihr Land blutend zu den Füßen der ausländischen Feinde lag; er wollte ihnen gerne zu Hilfe kommen, wenn ihre bisherigen Führer erschlagen wären; und seine Worte voller Hoffnungsmut würden ihren Ohren lieblich sein. Das scheint mir ein guter, mit dem Texte wohl zu vereinbarender Sinn. Doch finden auch andere schwierigere Erklärungen ihre Anhänger.3
7. Jetzt freilich sah sich Davids Lage ganz hoffnungslos an. Gottes Sache in Israel schien ein totes Ding zu sein, ja einem vermoderten Gerippe zu gleichen, das beim Graben aus der Erde gekommen ist und dessen einzelne Teile nun verstreut sind, Staub zum Staube. Unsre Gebeine sind zerstreut bis zur Hölle, oder: am Rande der Unterwelt. Es schien in der Partei der Gottesfürchtigen in Israel kein Leben, kein Zusammenhalt, keinerlei Gestalt und Ordnung mehr zu sein, es fehlte an Haupt und Gliedern. Saul hatte diesen besten Teil des Volkes verwüstet und zerstreut, so dass das Häuflein der Frommen als gegliedertes und geordnetes lebendiges Ganzes nicht mehr bestand. David selber glich einem solchen dürren Totengebeine, und die übrigen Frommen waren so ziemlich in der gleichen Verfassung. Es zeigte sich in dem heiligen Samen weder Lebenskraft noch Einheit, ihre Sache lag am Rande des Abgrundes. Wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt. Das schien ein treffendes Bild von dem Acker des Reiches Gottes in Israel zu sein. Wie oft haben treffliche Menschen ähnlich über den Stand der Sache Gottes gedacht und geklagt! Wohin immer sie ihre Blicke richteten, überall starrte ihnen Tod, Zertrennung und Verwüstung ins Angesicht. Alles zerrissen und zerstört, hoffnungslos verwüstet! Wir haben in der Tat Gemeinden in solchem Zustand gesehen, und das Herz hat uns darob geblutet. Aber wenn es hienieden auch noch so schauerlich aussieht, so dürfen wir unseren Blick emporrichten. Droben lebt einer, der seine Sache nicht untergehen lassen, sondern sie neu beleben und sein zertrenntes Volk wiedervereinigen wird. Er wird die Totengebeine vom Rande der Hölle wiederbringen und ihnen neues Leben geben. Lasst uns gleich dem Psalmisten in den nun folgenden Versen glaubensvoll zu dem Gott des Lebens aufblicken.
Fußnoten
1. Manche Alte und Neuere übersetzen: Schlägt mich ein Gerechter - es ist Liebe; und straft er mich - es ist (Hauptöl = Salbol, d. i.:) feinstes Öl, nicht soll sich mein Haupt des weigern.
2. Zum Verständnis, wie Luther zu dieser Übersetzung gekommen, mag seine erste Übersetzung von 1524 dienen: Das wird sein das beste Öl, welches meines Haupts nicht fehlet.
3. Die meisten neueren Erklärer verzichten allerdings darauf, dem vorliegenden Texte dieses und des folgenden Verses einen zusammenhängenden Sinn abzugewinnen. - James Millard
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)