Christin verhaftet wegen Schulboykott

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

Moderatoren: Jörg, Der Pilgrim

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User1211
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Beitragvon User1211 » 02.05.2005 08:56

Hallo Allerseits,

ich möchte noch einmal einiges gerade rücken, was meiner Ansicht nach zur Zeit etwas verzerrt dargestellt wird:

Die Mutter ist nicht wegen der Weigerung ihr Kind in das Theaterstück "König-Drosselbart" mitgehen zu lassen (was als Schulveranstaltung verpflichtend zu besuchen war) in das Gefängnis gewandert, sonder weil sie die Strafe wegen dieses Verstoßes gegen die Schulpflicht nicht bezahlen wollte.

Meiner Ansicht nach stellen sich mehr die Fragen, ob:
1.) es rein rechtlich korrekt ist, dass in dem Fall, wo Eltern bewußt gegen die Schulpflicht verstoßen, ein Bußgeld festgesetzt wird?
2.) man als Christ so weit gehen darf, dass ich eine auferlegte Strafe durch den Staat (weil ich aus meinem Schriftverständnis und somit wegen meines Gewissens vor Gott heraus gegen Auflagen und Regeln des Staates, in dem ich wohne verstoßen habe) nicht "begleiche"?

Wenn ich die Diskussion hier verfolge, so werden wir bei dem derzeitigen Thema (kann man "König-Drosselbart" ansehen oder nicht) eh nicht zu einem Ergebnis kommen, da die Positionen hier nun einmal gegensätzlich sind.
Lieben Gruß
Thorsten

Rolf
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Beitragvon Rolf » 02.05.2005 09:55

Hallo zusammen,

vielleicht bin ich etwas spät dran, da ich am Wochenende anderes zu tun hatte $:D , aber dennoch ein paar Punkte, die mir aufgefallen sind:

* es ist offensichtlich, dass das Nichtzahlen der Geldbuße zur Inhaftierung geführt hat.
* es geht nicht um ein ´Gott mehr gehorchen´ in der Situation, sondern um eine grundsätzliche Haltung gegen die ´Willkür´ des Staates. Antipas schrieb dazu: ´Entscheidend ist meines Erachtens, daß man die Freiheit des Gewissens und Glaubens nicht mehr achtet.´ Dies scheint mir mehr das Vertreten eines humanistischen als eines christlichen Grundwertes zu sein.
* Insofern betrachte ich diese Geschichte weniger als moralisches oder geistliches ´Problem´, sondern als eines, dass relativ bewußt zum politischen Grundsatzfall gemacht wurde.
* Es scheint eine anerkannte christliche Bekenntnisschule in erreichbarer Nähe zu sein, was mich dazu bringt zu hinterfragen, warum man dieses Angebot nicht nutzt.

Ich meine, dass wenn die Eltern hergehen und bestehende christliche Schulangebote nicht nutzen, die nach geltendem Recht berechtigte Geldbuße aus ´politischen Gründen´ nicht bezahlen und / oder keine Rechtsmittel dagegen einlegen und dann dafür ins Gefängnis gehen, eine Heroisierung ihres Verhaltens nicht der richtige Weg ist.

Zur Verdeutlichung: ich stehe hinter dem Ansatz, ein alternatives christliches Bildungsangebot zu schaffen. Dieser Fall scheint mir aber als ´Vorbildfunktion´ ungeeignet.

Be blessed

Rolf

maria
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Beitragvon maria » 02.05.2005 10:29

Christin verhaftet wegen Schulboykott ?
Oder verhaftet, weil sie die Strafe nicht bezahlen wollte, die sie wegen ihrem boykott erhielt!

Unser Gott möchte, dass wir alle Gesetze des Staates befolgen. So gebt dem Kaiser was des Kaisers ist. (Mat. 22,21)
Verlangt eine Obrigkeit etwas von mir, dass ich mit meinem persönlichen Gewissen vor Gott nicht verantworten kann, so soll ich Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apg. 5,29). Das Gewissen ist etwas sehr dehnbares. Je mehr Licht ich habe, um so feiner wird mein Gewissen. Ich habe nicht das Recht, über das Gewissen meines Bruders zu richten. (Röm. 14,10).
Ob das gerecht war, das der Richter die Frau verurteilt hat, wird er eines Tages vor dem grossen Richter ganz alleine verantworten müssen. (2.Kor. 5,10)
Daniel lebte in Babylon, in einem gottlosen Land. Daniel ist uns ein Vorbild, wie man heute in einer gottlosen Welt, Gott völlig hingegeben leben kann. Er bekam ein Zeugnis von einem Engel. (Dan. 10,11). Er gehorchte in allem der Obrigkeit. (Dan. 6,5). Bis zu dem Tag, als man ihm verbieten wollte, dreimal am Tag zu seinem Gott zu beten. Er hatte keine Angst vor der Strafe. Er betete weiter am offenen Fenster. (Dan. 6,11). Er zog sich nicht heimlich zurück. Er wurde bestraft und in die Grube geworfen.
Doch Gott wollte es anders und rettete ihn vor den Löwen. Wenn wir uns in unsere „christlichen Gettos“ zurückziehen, wo können wir unseren HERRN mit unserem geheiligten Leben bezeugen? Das Licht nützt nur etwas in der Finsternis und nicht dort wo es bereits hell ist. (Luk. 11,33) Im Hohenpriesterlichen Gebet unseres HERRN, bittet Er den Vater:
Ich bitte Dich nicht, dass Du sie aus der Welt nimmst, sondern dass Du sie bewahrst vor dem Bösen. Joh. 17,15

Gruss maria
Da fand ich, Den meine Seele liebt.

Antipas
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Beitragvon Antipas » 02.05.2005 21:22

Unser Gott möchte, dass wir alle Gesetze des Staates befolgen. So gebt dem Kaiser was des Kaisers ist. (Mat. 22,21)
Bedenke Maria den zweiten Teil des Satzes:"... und Gott was Gottes ist." Unsere Kinder sind kein Eigentum des Staates, sondern sie sollen dem Herrn Jesus Christus gehören. Also kann ich mit diesem Satz nicht den staatlichen Schulzwang christlich rechtfertigen. Alle Gesetze des Staates befolgen... was machst Du denn dann unter antichristlicher Regierungsoberheit? Achja du meinst wahrscheinlich, daß Du ja schon längst entrückt seist. Daß Du Dich mal nicht täuschst. Der Antichrist ist doch schon längst da und fordert seinen Tribut. Merkt ihr das nicht?
Daniel lebte in Babylon, in einem gottlosen Land. Daniel ist uns ein Vorbild, wie man heute in einer gottlosen Welt, Gott völlig hingegeben leben kann.
Du vergißt das Daniel kein kleines Kind im Alter von 6 oder 7 Jahren war, sondern ein innerlich gefestigter und im Glauben standhafter junger Mann, der sich tatsächlich nicht verunreinigte von der Kost des Königs. Von den meisten unserer Kinder zumal im Grundschulalter kann man das aber nicht unbedingt behaupten. Gerade von den Kindern der Gläubigen ist es ja nicht selten so, daß eher der faule Apfel den gesunden ansteckt als umgekehrt. Ausnahmen mag es geben, aber das ist nicht die Regel.
Damit wir Licht und Salz sind, müssen wir ja erstmal wiedergeboren sein und im Glauben fest stehen. Ist das von den Kindern der Gläubigen bereits der Fall? Ich bezweifle es.

maria
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Beitragvon maria » 03.05.2005 01:51

Lieber Antipas

Ich zitiere nochmals meinen zweiten Satz:

Verlangt eine Obrigkeit etwas von mir, dass ich mit meinem persönlichen Gewissen vor Gott nicht verantworten kann, so soll ich Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apg. 5,29).

Es ist recht, das die Mutter ihr Kind nicht zu diesem Theaterstück gelassen hat, wenn sie nach ihrem Gewissen gehandelt hat und wenn sie Gott mehr gehorchen möchte als den Menschen.

Ich bin Felsenfest davon überzeugt, das es keine Vorentrückung gibt.

Ob Eltern ihre Kinder allgemein aus der Staatsschule nehmen sollten oder nicht?
Der Wille unseres Herrn ist immer das Beste. Nicht alle Eltern vermögen es, ihre Kinder in eine Privatschule zu schicken. Manchmal wäre auch der Schulweg zu weit. In diesem Sinne ist es Balsam für solche Eltern:
Ich bitte Dich nicht, dass Du sie aus der Welt nimmst, sondern dass Du sie bewahrst vor dem Bösen. Joh. 17,15

Gruss maria
Da fand ich, Den meine Seele liebt.

Ron
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In der Welt, aber nicht von der Welt!

Beitragvon Ron » 25.05.2005 09:19

Hallo zusammen,

die Verweigerung der Schule für Kinder entspringt oft einer bestimmten theologischen Überzeugung, welche mE nicht mit der Bibel zu rechtfertigen ist.

1. Kirchengeschichtlich-historisch: Christen mit mennonitischen Hintergrund haben schon immer stark die strikte Separation von der „bösen Welt“ gelehrt und praktiziert. Auch die Amish-People haben diesen Hintergrund. Auch die aus Russland kommenden Christen haben es beigebracht bekommen, sich immer von der restlichen Welt zu trennen.
2. Biblisch-theologisch: Doch diese Separation ist nicht biblisch. Paulus selber hatte augenscheinlich ungläubige Freunde (19,31 – sogar ein Götzendienstbeauftragter! nichts im Text sagt, dass dieser Mensch bekehrt war. V.30 macht deutlich, dass er von den Christen getrennt genannt wird: [nicht nur die Christen rieten..., sondern auch...]). Daneben betont er, dass eine völlige „Weltflucht“ weder geboten noch möglich ist (1.Kor.5,9ff – und dies in einer Stadt, in der Unzucht, Götzendienst und Sünde auf der Tagesordnung stand!; vgl. Joh.17,15). Auch die Mission hat darunter gelitten. Es ist immer noch ein großer Unterschied „in der Welt zu leben“ und die „Welt (d.h. Sünde) zu lieben“. Unsere Aufgabe ist nicht die Weltflucht (nat. auch nicht die Weltsucht oder Anpassung), sondern eine gesunde und biblische Einschätzung und Beurteilung der sündigen Welt, aus welcher dann ein biblischer Umgang mit ihr erwachsen kann und soll. So verstehe ich das „am Tisch der Sünder sitzen“ nicht als Aufforderung jeglichen Kontakt mit Ungläubigen zu meiden (vgl. Jesus bei den Sündern(!), 1.Kor.5,9ff; Apg.19,30f u.a.), sondern dies meint ein „mit-Einstimmen in den Spott“. Dies sollen wir nicht tun. Wir sollen dem Gottes Wort und Willen (mit Wort und Tat) entgegenhalten. Es meint aber keine grundsätzliche Separation. Wir sollten aber grundsätzlich vorsichtig sein, die oft ethnischen Separationsgebote der AT Theokratie auf uns heute im Neuen Bund 1:1 zu übertragen.
3. Dogmatisch-praktisch: Auch unseren Kindern müssen wir von klein auf und auf Grundlage der Schrift beibringen, IN der Welt zu leben, aber nicht so wie sie zu denken und zu handeln (in der Welt, aber nicht von der Welt: vgl. Joh.17,14-20). Wir können und sollen sie nicht von allem fernhalten. Wir müssen ihnen beibringen, wie sie mit dieser „anderen Welt“ umgehen sollen und nicht, wie sie ihr zu entfliehen haben (wie im Mittelalter die Mönche). Der „Sünde fliehen“ bedeutet nicht, die Welt zu verlassen. Es bedeutet die Sünde erkennen und abzulehnen. Sie können und sollen gerade in der Schule lernen, als Christ zu leben und vielleicht auch zu leiden (bes. wenn man dem Lehrer mutig entgegentritt und eine biblische Antwort gibt und Sünde beim Namen nennt etc.). Und wenn Gott es gibt, dann wird er unseren Kindern den Glauben schenken. Denn dies ist eine biblisch-dogmatische Wahrheit: es liegt nicht an uns! Gott allein kann den Glauben schenken - ob wir unser Kind nun zu Hause oder an einer staatlichen Schule unterrichten lassen. Ich habe nämlich den Eindruck, dass bei vielen Eltern die Angst vorherrscht, dass ihr Kind aufgrund eines sündigen Einflusses in der Schule verloren gehen könnte. Diese Angst aber entstammt einer humanistischen Theologie, welche die Souveränität Gottes leugnet. Jesus hat an so vielen Stellen klar gemacht, dass er seine Erwählten „vor dem Bösen“ bewahren wird. Glauben wir das? Dazu kommt noch, dass dieses „Bewahren vor dem Bösen“ keine Weltflucht (aber auch keine Anpassung! – Rö.12,1ff) bedeutete, sondern er seine Jünger bewusst in diese böse Welt sendet (Joh.17,15ff). Dies tut er, weil er (a) einen Auftrag für sie hat und (b) dafür gesorgt hat, dass die böse Welt sie nicht antasten kann (1.Kor.10,12f; 2.Ptr.2,9; Joh.17,15ff; 1.Joh.3,4ff; 5,18f uva.).
4. Staatlich: Natürlich hat der Staatsgehorsam (Rö.13,1ff) ihre Grenzen am Willen Gottes (Apg.5,29; vgl. auch 1.Ptr.2,11-17). Aber dies betrifft (noch) nicht die Schulpflicht (und übrigens auch nicht auferlegte Geldbußen ebenso wie Steuern, welche auch zT aus unlauteren oder unnötigen Gründen erhoben wurden bzw. werden und trotzdem gezahlt werden sollen – vgl. Rö.13,7; 1.Ptr.2,17; Mt.22,21: mit den von Christen gezahlten Steuern wurde der römische Kaiser und seine gottlose Religion und Politik unterstützt!). Die Eltern und die Kinder haben immer noch die Freiheit, sündige Lehren und Ansichten der Schule nicht zu übernehmen und ihnen zu widersprechen. Und wenn wir ehrlich sind: die sündigen Einflüsse der Schule sind nicht das „Gefährliche“. Die ersten und wesentlichen Kontakte mit „sündigen Einflüssen und Verführungen“ geschehen nicht im Unterricht, sondern auf dem Schulhof oder beim Spielen auf der Straße mit anderen Kindern. Hier wird geredet, ausprobiert usw.. Wollen wir unsere Kinder in Zukunft also doch ganz von jeglichen weltlichen Einflüssen oder Kontakten fernhalten? Dann müsste man sie schon einsperren oder wie Paulus sagt „aus der Welt herausnehmen“. Denn schon der kleine Gang zum Supermarkt oder die unzüchtige Werbung auf dem Straßenplakat stellt eine „Bedrohung“ dar. Dieser Weg ist aber nicht der biblische.
Übrigens: spätestens im Berufsleben bzw. schon in der Berufsausbildung oder im Studium wird es zur Konfrontation mit der Welt kommen. Wenn sie unvorbereitet sind, kann dies schwere Probleme machen. Nicht zuletzt in zwischenmenschlichen Beziehungen zu Ungläubigen.
Ich kenne Kinder, denen alles verboten wurde und die vor allem „bewahrt“ wurden. Als sie erwachsen waren, haben sie sich bewusst von diesem Zwang befreit und nicht wenige haben dem Glauben den Rücken gekehrt. Wie gesagt, es liegt nicht an uns. Eine streng-separatisitsche Erziehung garantiert keinen Glauben bei unseren Kindern!

Lasst uns unsere Kinder – mit dem Bewusstsein der Souveränität Gottes (dass der Glaube unserer Kinder nicht von uns abhängt!) und seiner Verheißung, uns vor dem bösen zu bewahren – anhand der Bibel beibringen, wie sie mit den sündigen Einflüssen und Verführungen umzugehen haben. Sie sollen es lernen mit ihrem Glauben in einer sündigen Welt zu leben (übrigens sind Verführungen notwendig und von Gott zugelassene Erziehungsmethoden – vgl. 5.Mo.13,4; Mt.18,7; Jak.1,12; Hbr.12,4-11 ua.). Sie sollen Sünde und Verführung ablehnen und das Zeugnis der Heiligkeit in Wort und Tat dem entgegenhalten. Aber auch dies mit dem Bewusstsein und dem Auftreten, dass wir als Christen nicht „sündlos“ und schon völlig geheiligt sind. Wir sind Sünder und Gerechte zugleich. Und wenn wir oder unsere Kinder versagen dann wissen wir, dass unsere Schuld am Kreuz gesühnt ist und es eben nicht auf uns, sondern auf Christus ankommt. In ihm allein sind wir vor Gott gerecht! Dies ist auch unser Zeugnis der Welt gegenüber.
Dies alles betrifft auch den Umgang mit Fernseher, Internet u.a. Dingen. Diese aber wollen wir hier nicht behandeln. PS: übrigens war unser Sohn auch beim Stück „König Drosselbart“! Weder ich als Vater noch mein Sohn haben damit gesündigt! Wir müssen aufpassen, was wir als „Sünde“ bezeichnen und hier nicht mehr „Gebote“ aufstellen, wie uns in der Bibel genannt werden. Die Pharisäer und Schriftgelehrten haben zum Schutz der Gebote noch zusätzliche Gebote aufgestellt und merkten dabei nicht, dass sie damit die eigentliche Aussage Gottes ignoriert bzw. Außer Kraft setzten.

Natürlich sollte man davon Gebrauch machen, wenn man im Einzugsbereich einer christlichen Privatschule lebt. Warum nicht. Ich bin dafür dankbar. Es erspart viele Kämpfe und Diskussionen im Elternbeirat (u.a. wie Freundeskreis aus der Gemeinde etc.). Aber auch wenn unsere Kinder nicht auf eine private christliche Schule gehen könnten hätte ich keine Probleme damit, sie auch auf eine staatliche Schule gehen zu lassen. Denn ob meine Kinder zum Glauben kommen oder nicht hängt nicht an uns, sondern allein an Gott. Und wer meint, dass unsere Kinder an einer christlichen Schule „der Sünde und Verführung entflohen“ sind, der täuscht sich gewaltig. Ja, nicht einmal der Unterricht zu Hause vermag es unsere Kinder davon fern zu halten.
Ich selber und viele andere Menschen haben seit hunderten von Jahren die weltlichen Schulen besucht (mit vielen sündigen Einflüssen und Gefahren!) - und Gott ist dennoch zu seinem Ziel mit uns gekommen. Dies wird wohl auch in Zukunft so bleiben (solange man größtenteils „neutrale“ Inhalte wie Mathematik. Lesen, Schreiben u.a. in der Schule lernt)!
Ich bin auch dafür, dass man sich im Elternbeirat engeagiert und auch Einfluss auf die staatlichen Schulen nehmen sollte. Man braucht nicht alles gut zu heißen oder alles mitzumachen (Pendeln, Mantra, Sexfilme u.a.). Dies ist klar, dass eine bewusste okkulte oder sexistische Handlung an oder mit den Kindern widersprochen werden muss. Aber eine grundsätzliche Separation in Form eines Schulboykottes ist mE nicht richtig, da diese negativen Unterrichtsinhalte eher die Minderheit sind und ihnen (u.a. daher) widersprochen werden kann (bzw. den Eltern und dem Kind die Freiheit bleibt, daran teilzunehmen oder nicht!). Hier sollten sich Eltern für diese Freiheit einsetzen. Daneben kann es natürlich sein, dass es extreme staatliche Schulen gibt wo man dann doch lieber nach Alternativen fragt. Aber irgendwie scheint mir die Aussage, dass an staatlichen Schule die Kinder mit Okkultismus, Sexismus etc ÜBERSCHÜTTET werden, ein wenig übertrieben oder zumindest sicher nicht für alle staatlichen Schulen zutreffend. Beispiel: Ich bringe meinem Sohn grundsätzlich bei, mit dem Fernseher umzugehen. Er darf nicht alles schauen und auch nur eine bestimmte Zeit. Genauso mit der Schule: bestimmte sexistische oder okkulte Sachen würde ich nicht erlauben, aber ich würde ihn nicht grundsätzlich aus der Schule nehmen.
Unser ältester Sohn ist Mitglied in einem örtlichen Fußballverein. Ich bin sicher, dass dort erhebliche Gefahren und Versuchungen auf ihn lauern (vielleicht noch mehr als auf einer staatlichen Schule!?). Ich werde aber deswegen diese Kontakte und diesen Sport nicht verbieten, sondern bringe meinen Sohn bei, auch dort seinen Glauben zu leben und bewusst ein Zeugnis zu sein. Er sitzt vielleicht am „Tisch der Spötter“, aber er spottet nicht mit, sondern lebt nach Gottes Willen und macht dies auch seinen spottenden Kameraden in Wort und Tat am selben Tisch deutlich. Dies wird seinen Glauben als auch sein Selbstbewusstsein stärken. Und Gott wird dieses Zeugnis für seine Ziele gebrauchen. Und so lebt er nicht nur in „frommen Welten“ und kennt die „böse Welt“ nur von „Hörensagen“, sondern lernt hier und jetzt als Christ zu leben (sofern ihn Gott wirklich in seiner Gnade erwählt hat – aber darauf hat weder ein separatistisches noch irgend eine andere Handhabung Einfluss!).
Daher wollen wir im Vertrauen auf Gott unseren Kindern beibringen, in einer sündigen Welt bewusst nach Gottes Maßstäben zu leben und dafür einzustehen.
Vielleicht konnte ich helfen. Jeder muss selber natürlich selber sehen, wie er damit umgeht.
Lieben Gruß
Ron

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Beitragvon Ron » 25.05.2005 09:36

....übrigens ergibt sich daraus natürlich, dass wir uns für christliche Lehrer und Inhalte an staatlichen Schulen einsetzen sollten aber eben auch für die Gründung bzw. Förderung christlicher Schulen.

Außerdem kenne ich einige konservative Eltern, die ihre Kinder lieber auf eine weltliche als auf eine christliche Schule schicken. Der Grund dafür soll wohl u.a. daran liegen, dass die Kinder nicht mit anderen christlichen Kindern in Kontakt kommen, die zB in Fragen der Kleidung, Schmuck, Fernseher u.a. eine andere Richtung praktizieren. Man könnte den Kindern dann nicht mehr erklären den Unterschied zwischen Gläubig und Ungläubig erklären, da diese Kinder und Eltern (und Lehrer!) ja auch Christen sind. Die Eltern haben vor solchen Einflüssen anscheinend mehr Angst, als vor der „okkulten Überschüttung“ an staatlichen Schulen. Dies gibt es auch!
Ich kann mit einer solchen Haltung nicht mitgehen und sehe dies entschieden anders!
Lieben Gruß
Ron

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andy
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Was ist das dahintersteckende Problem...?

Beitragvon andy » 25.05.2005 16:54

Hmm... Ron hat sich ja bereits viel Mühe gegeben, den Hintergrund von verschiedenen Seiten zu beleuchten, aber ich habe beim Durchlesen von Rons Beitrag und seiner eigenen Umgangsweise mit potentiell problematischen Medien gedacht, das ist genau das, was eben in der Schule nicht mehr so einfach geht: Einfluß nehmen auf die Erziehung unserer Kinder.

Die Frage ist meines Erachtens NICHT, "sollten meine Kinder in der Welt ihren Mann stehen können oder sollte ich sie vor der bösen Welt schützen?" Na klar sollen wir innerhalb des sozialen Gefüges Licht und Salz für die Menschen sein und die Liebe Jesu dort hineintragen.

Das eigentliche Problem

Die Frage ist vielmehr: Stoßen wir nach all der Zeit endlich an die Grenze des Bündnisses, das wir mit dem Staat geschlossen haben? Anfangs war der Staat nur für zwei Bereiche zuständig: Schutz vor äußeren Aggressoren und Bereitstellung einer unparteiischen Instanz bei Uneinigkeiten zwischen den Bürgern. Es ist ja nun wirklich erst relativ kurze Zeit so, daß der Staat sich um solche Dinge wie Erziehung, Gesundheit usw. kümmert. Mir scheint, wir Christen haben damals eine Milchmädchenrechnung gemacht und nicht bis zum Ende gedacht. Anfangs war selbst die staatliche Schule ein Privileg und dort wurden christliche Werte vermittelt. Heute ist die Schule Pflicht und wir bezahlen den Staat mit unseren Steuergeldern für die Dienstleistung, die in der Erziehung unserer Kinder besteht.

Glauben kommt vom Hören, und wir haben es so weit kommen lassen, daß unsere Kinder mehr Zeit in der Schule verbringen als wir selbst mit der Erziehung unserer Kinder verbringen. War die Erziehung unserer Kinder nicht unsere gottgegebene Aufgabe? Wie haben wir sie dann so gering geachtet und kalten Herzens ein solches "Outsourcing" betrieben, daß wir heute in einer halben Stunde zwischen Abendessen kochen und dem Abendprogramm lediglich noch ein wenig versuchen können, als zaghaften Versuch der Schadensbegrenzung ein paar Dinge zurechtzurücken, die unsere Kinder tagsüber für mehrere Stunden multimedial und pädagogisch effektiv gepredigt bekommen haben?!

Unvorhergesehene Folgen

Jetzt haben wir also den Salat, und der Lehrstoff entwickelt sich weiter. Jede Schule, die sich an den Richtlinien der UNESCO orientiert, setzt mehr Gewicht auf Werte als auf Fakten. Das Vermitteln und Assoziieren von Fakten provoziert zu viel Querdenken, doch die neuen Werte und das Konsensdenken (Gruppendenken durch den dialektischen Prozeß) der globalen Gemeinschaft produzieren die erwünschten liberalen, toleranten Weltbürger. Ebenfalls teil der UNO, hat die Weltgesundheitsorgansation (WHO) geistige Gesundheit definiert als den Zustand, in dem ein Mensch sich frei zu einem vollwertigen Mitglied dieser globalen Gemeinschaft entfalten kann. Als einer der Risikofaktoren für geistige Gesundheit eines Kindes wird allen ernstes ein "engstirnig an traditionellen Dogmen festhaltendes Elternhaus" genannt. Die Schulen sind durch die Vorgaben der UNESCO zunehmend unter Druck, diese Gesundheitsgefährdung zu mindern und "Geisteskrankheit" in Form einer intoleranten Weltanschauung zu verhindern.

Konflikt zwischen zwei Welten

In diese Situation hinein treffen nun Berichte über Eltern, die - aus welchem Grund auch immer - irgendwelche Vorbehalte gegen die in den Schulen angebotene Erziehung haben und sich selbst wieder der Erziehung ihrer Kinder bemächtigen wollen. Ich sage bewußt "bemächtigen", denn es geht hier tatsächlich darum, wer die neue Generation zukünfiger Weltbürger kontrolliert. Der Staat will - und muß um seines fragwürdigen Mandats willen - dafür sorgen, daß die Erziehung von Kindern gemäß globaler Qualitätsstandards stattfindet. Die Qualität mißt sich dabei nicht an erlernten Fakten, sondern an der mehr oder weniger gesellschaftskonformen Charakterbildung bzw. Persönlichkeitsentwicklung. Die Frage ist demnach: Wird mein Kind meine Werte weiterführen oder wird dem Staat eine Umpolung gelingen? Wird mein Kind die Wahrheit kennen oder werden ihm so viele subjektive Alternativwahrheiten präsentiert, bis es entmutigt aufgibt und alles glaubt, was man ihm beibringt? Wird mein Kind der Welt dienen oder einem Reich, das nicht von dieser Welt ist? Wird mein Kind Menschen gefallen oder Gott suchen?

Düster ist es geworden...

Unser Vertrag mit dem Staat hat sich nun also zu einer einseitigen Sache entwickelt. Anfangs war der Staat Dienstleister durch die Errichtung von Schulen. Heute sind fast schon die Eltern zu Dienstleistern heruntergekommen, die Kinder "produzieren" und so lange auf sie aufpassen, bis der Staat sich ihrer annehmen und sie zu reifen Mitgliedern der Gesellschaft machen kann. Der Trend zu Doppelarbeit ist dabei nur ein nützliches Zusatzargument: "Leute, ihr könnt euch um eure Karriere kümmern, eure Kinder sind bei Vater Staat gut aufgehoben."

Ob Homeschooling oder mehr Einfluß in Schulen, ob Auswandern oder "christliche" Schulen die Lösung sind, das hängt vermutlich sehr von den Erfolgsaussichten des jeweiligen Ansatzes im Einzelfall ab. Eines müssen wir jedoch an dieser ganzen Problematik erkennen: Der Staat hat sich in Sachen Erziehung eine Position verschafft, die Mißbrauch fördert; der Staat wird diese Position nicht wieder hergeben; und der Staat ist Christen gegenüber nicht neutral, sondern sieht unsere Werte im Widerspruch zu denen, die er selbst zu vermitteln versucht: "Es gibt keine absolute Wahrheit, außer daß es keine absolute Wahrheit gibt. Also laßt uns alle im Frieden miteinander unsere Unterschiede als Bereicherung sehen, ohne daß sich einer über den anderen erhebt." Soll heißen: Alle haben Recht, außer die, die behaupten, daß sie rechthaben.

Hoffnung!

Nun stehen wir etwas hilflos da und können nicht mehr zurück in den mittlerweile rechtswidrigen Heimunterricht. Die einen fordern, laßt eure Kinder in den staatlichen Schulen, wo sie ihre verlorenen Klassenkameraden erreichen können! Die anderen schreien, holt bloß eure Kinder da raus - das ist der reinste Satansladen. (Wenn wir nur in anderen Dingen, z.B. Fernsehen solche Reaktionen bekämen!) Die Lösung ist nicht pauschal diese oder jene Strategie. Wir können nur das tun, was wir immer tun können, wen wir nix anderes tun können: Beten, fasten, auf den Geist Gottes hören, der uns und unsere Kinder unendlich liebt und der das Werk, das er in ihnen begonnen hat, auch vollenden wird. "Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht..." (Jak 1)

Was wir brauchen: Glauben und Weisheit!

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TJS
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Beitragvon TJS » 06.07.2008 07:29

Gnade und Friede im HERRN Jesus Christus!

Das staatlich geförderte Unrecht gegen gottesfürchtige Jünger des HERRN Jesus Christus nimmt in Deutschland immer rigorosere Formen an.

Zuletzt wurden die mir persönlich sehr gut bekannten Eheleute J. und R. D. [##Namen vom Admin vorsichthalber entfernt##] aus dem nordhessischen Herleshausen zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem sie - wie etliche andere gleichgesinnter Geschwister - bereits seit Jahren kriminalisiert und immer wieder vor die Gerichte zitiert wurden.

In Wahrheit jedoch gehören jene Richter (einschließlich solcher am Bundesverfassungsgericht und dem Bundesgerichtshof) sowie Staatsanwälte hinter Gitter, weil sie immer augenscheinlicher und frecher das geltende Recht insbesondere gegen Christen beugen und "Rechtsbeugung" gilt bekanntlich auch in Deutschland als Straftatbestand (siehe Strafgesetzbuch, besonderer Teil [§§ 80 - 358] 30. Abschnitt – Straftaten im Amt [§§ 331 - 358]), § 339 Rechtsbeugung - Gesetzesstand 11.08.2007: »Ein Richter, ein anderer Amtsträger oder ein Schiedsrichter, welcher sich bei der Leitung oder Entscheidung einer Rechtssache zugunsten oder zum Nachteil einer Partei einer Beugung des Rechts schuldig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren bestraft.« – siehe auch: http://dejure.org/gesetze/StGB/339.html ).

Gemäß § 12 StGB ist Rechtsbeugung kein Vergehen mehr, sondern ein Verbrechen!


Denn was nützen die herrlichsten Sprüche im Märchenbuch "Grundgesetz der BRD", wenn

1. das verfassungsrechtlich angeblich garantierte Grundrecht unserer Kinder auf freie Entfaltung von deren Persönlichkeit (Art. 2 I GG),

2. unser gemäß jenem Grundgesetz für die BRD vermeintlich garantiertes Grundrecht auf die angeblich unverletzliche Freiheit unseres Glaubens und Gewissens (Art. 4 I GG),

3. unser gemäß jenem Grundgesetz für die BRD vermeintlich garantiertes Grundrecht auf die angebliche Gewährleistung unserer ungestörten Religionsausübung (Art. 4 II GG),

4. unser gemäß Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vermeintlich garantiertes Grundrecht, als Vater und Mutter für die Pflege und Erziehung unserer Kinder selbständig, d.h. nach eigenem Ermessen zu sorgen (Art. 6 II GG) oder

5. unser gemäß jenem Grundgesetz für die BRD vermeintlich garantiertes Grundrecht, als Vater und Mutter über die Teilnahme unserer Kinder am Religionsunterricht zu bestimmen (Art. 7 II GG),

lediglich als schöne Formulierungen auf Papier gedruckt sind, in der Realität jedoch von Staatsanwälten und Richtern mit schmutzigen Füßen getreten werden?

Richter beugen zusehens vermeintlich garantierte Grundrechte und proben offenbar schon den Völkermord gegen Jünger des HERRN Jesus Christus gemäß § 220a StGB (bereits seit 1954 gültig !), bzw. § 6 des ”Gesetzes zur Einführung des Völkerstrafgesetzbuches” (VStGB) vom 26. Juni 2002 (BGBl. 2002, Teil I, Nr. 42 S. 2254) wie folgt definiert:

»(1) Wer in der Absicht, eine [...] religiöse [...] Gruppe [...] ganz oder teilweise zu zerstören, [...]
.
.
.
.
5. ein Kind der Gruppe gewaltsam in eine andere Gruppe überführt,
wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft [...]«
[Hervorhebung hinzugefügt].

Die erheblich weiter reichenden Zusammenhänge jener juristisch-politischen Lumperei sind u.a. in folgendem Schreiben an ein Staatliches Schulamt dokumentiert (insbesondere ab Seite 13, Punkt II.): http://www.nua.de/Schulamt_Einspruch_041007.pdf

Hier findet Ihr die aktuellen Meldungen über den Fall von J. und R. D. (unter dem dritten Link von hr-online.de könnt Ihr auch Eure Meinung abgeben!):

http://www.welt.de/vermischtes/article2 ... ?print=yes

http://www.rtlhessen.de/videos.php?vide ... tegorie=25

http://www.hr-online.de/website/rubrike ... e=1#titel1


Allen aufrichtigen Dienern JESU CHRISTI: GOTTES Segen und Beistand!
Thomas


P.S.

[##Bild vom Admin entfernt - hier unerwünscht, bitte künftig mehr Zurückhaltung##]
Die Summe DEINES Wortes ist Wahrheit,
und jedes Recht DEINER Gerechtigkeit bleibt ewig.
Psalm 119:160

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Beitragvon Morgenrot » 06.07.2008 18:56

Römer 13, 1 bis 7
hat für Dich keine Gültigkeit? Anscheinend hat Du die Denke des Tyrannen, dessen Abbild Du hier postest, übernommen, oder?



Admin: Lösch bitte das Bild in dem vorherigen Beitrag. Das ist ja nicht zu ertragen.

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Beitragvon Joschie » 06.07.2008 19:57

@TJS lange nichs von dir auf Bifo gelesen,dein Beitrag ist wieleicht gut gemeint aber das Bild unten total daneben am besten du löscht es selbst.
Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon TJS » 06.07.2008 23:42

Morgenrot hat geschrieben:Römer 13, 1 bis 7
hat für Dich keine Gültigkeit? Anscheinend hat Du die Denke des Tyrannen, dessen Abbild Du hier postest, übernommen, oder?



Admin: Lösch bitte das Bild in dem vorherigen Beitrag. Das ist ja nicht zu ertragen.
Als ich diese Replik vernommen hatte, kam mir spontan Herr Broder in den Sinn.
Dessen Artikel über die Enthauptung vom Wachs-Adolf war heute derart erheiternd, dass ich buchstäblich Tränen lachen musste. Ich möchte Dir den Text nicht vorenthalten:

"Antifaschismus zum Nulltarif

Ein gelungenes Attentat auf Hitler? Großartig, findet Henryk M. Broder - nur kommt es viel zu spät. Doch die Attacke auf die Wachsfigur bei Madame Tussauds zeigt: Die Verwirrung um den "Führer" wird immer größer, je länger das Dritte Reich im Abgrund der Geschichte ruht.


75 Jahre nach der "Machtergreifung" und 63 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches hat endlich einmal ein Attentat auf Hitler geklappt. Nach insgesamt 42 Attentaten, die zwischen 1933 und 1945 unternommen wurden, schaffte ein 41 Jahre alter Berliner etwas, wofür Johann Georg Elser, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Helmuth James Graf von Moltke, Carl Friedrich Goerdeler und viele andere mit dem Leben bezahlen mussten: Er hat Hitler enthauptet, was allen anderen verwehrt blieb.

Das ist schon einmal eine gute Nachricht. Die schlechte ist: Die Tat hat nur noch symbolische Bedeutung, denn sie kommt zu spät. Ob der Führer bei Madame Tussauds hinter einem Schreibtisch hockt und dreinschaut, als habe er den Geburtstag von Eva Braun vergessen, oder ob er in der Hölle schmort und auf einen Besuch von Leni Riefenstahl wartet, ist sowohl für die Gegenwart wie für die Zukunft vollkommen irrelevant. Hitler ist tot und die Chancen für seine Auferstehung sind so schlecht wie die Aussichten für die deutsche Fußballnationalelf, nachträglich doch noch die EM zu gewinnen.

Bezeichnend für die Verwirrung, für die der "Führer" noch immer sorgt, ist der Kampfruf, mit dem sich der Berliner "Attentäter" auf die 200.000 Euro teure Wachsfigur stürzte: "Nie wieder Krieg!" Denn wären die Alliierten nicht in den Krieg gegen Nazi-Deutschland gezogen, würden die Erben der Firma Adolf & Söhne heute nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa beherrschen. Ein Krieg kann sehr wohl die ultima ratio sein, wenn es darum geht, die Freiheit zu verteidigen oder wiederzugewinnen. Der Mann hätte "Nie wieder Diktatur!" rufen müssen, aber diese Parole ist im Antifa-Milieu bei weitem nicht so beliebt wie das wohlfeile "Nie wieder Krieg!"

Kurz bevor der tote Hitler enthauptet wurde, sagte der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer dem ZDF, er verurteile die "Banalisierung und Veralltäglichung des Schreckens", die im Kabinett von Madame Tussauds stattfinden würde. Auch das waren starke Worte zum Nulltarif. Denn die Banalisierung und Veralltäglichung des Schreckens findet inzwischen in jeder zweiten Ausgabe der "Tagesschau" statt, wenn über den jüngsten Selbstmordanschlag in Bagdad oder Kabul am Ende der Sendung unter Vermischtes berichtet wird. Oder wenn ein ehemaliger stellvertretender iranischer Außenminister bei einer Konferenz in Berlin das Ende des "zionistischen Projekts" in Palästina (gemeint ist: Israel) fordern kann, ohne dass ihm jemand ins Wort fällt.

Die Banalisierung und Veralltäglichung des Schreckens ist zur Selbstverständlichkeit geworden, wenn die Witwe des Blutrichters Roland Freisler bis zu ihrem Ableben eine satte Pension beziehen durfte, während die Deserteure und die homosexuellen Opfer der NS-Justiz fast 60 Jahre auf die "Aufhebung" ihrer Urteile warten mussten - einen Akt der späten Gnade, den nur noch wenige erlebten.

Dass der Widerstand gegen Hitler und die Seinen umso stärker wird, je länger das Dritte Reich im Abgrund der Geschichte ruht, ist inzwischen ebenso selbstverständlich. Denn es gilt, einen Widerstand nachzuholen, der beizeiten nicht geleistet wurde.

Schon bald nach dem Fall der Mauer waren überall in Berlin mahnende Graffiti zu sehen: "Kein Viertes Reich! Nie wieder Deutschland!" Eine Generation, die den "Konsumterror" bekämpfte und Che Guevara huldigte, wollte unbedingt eine neue Machtergreifung verhindern – was ihr gewiss auch gelungen wäre, wenn sie nur gewusst hätte, gegen wen sie in den Kampf ziehen sollte.

Die Geschäftsgrundlage der aktuellen Antifa ist das Fehlen einer faschistischen Bewegung. Deswegen musste sich der Hitler-Attentäter vom 5. Juli an einer Wachsfigur vergreifen, um nicht nur dem Führer, sondern auch den Attentätern vom 20. Juli auf die Pelle zu rücken. Nun wird gegen ihn wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung ermittelt - Körperverletzung deswegen, weil sich ein Mitarbeiter des Wachsfiguren-Kabinetts bei dem Versuch, Hitler zu Hilfe zu kommen, ein paar Schrammen zuzog.

Und da könnte die Geschichte doch noch lustig werden. Wie viel wäre einem Gericht die Dekonstruktion einer Hitler-Puppe wert? Kommt der Täter mit einer Bewährungsstrafe davon, oder muss er in den Bau?

Bekommt er einen Gesinnungsrabatt, wenn er sich als Nazi-Gegner outet? Man möchte nicht in der Haut der Richter und Staatsanwälte stecken, die diesen Fall be- und verhandeln müssen. Sie können es nur falsch machen. Dem Attentäter aber ist jetzt schon ein Fensterplatz in der Hall of Fame der virtuellen Antifa sicher. Bis jetzt war er nur wegen Schwarzfahrens aktenkundig. Demnächst könnte er sich für ein Justizopfer der Erben der Firma Freisler halten." - - - LINK ==> http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 19,00.html

Köstlich, nicht wahr?

Broder ist zwar kein Christ und vom Heiligen Geist weit entfernt - sein scharfes Denkvermögen jedoch stellt vieler Leute vermeintliches Licht weit in den Schatten, auch wenn jene sich für Christi Jünger(innen) und vom Geist geleitet wähnen.

Schrei nur gegen den bösen Tyrannen im obigen Bild! Bin schon gespannt darauf, wer Dich erlöst von den Seelenqualen, die Du deswegen erleiden musst.

Ach, übrigens: Der echte Adolf war von 1933 bis 1945 Obrigkeit von GOTT!

Kann mir jetzt lebhaft vorstellen, wie "Morgenrot" - hätte sie damals leben dürfen - als strammes BDM-Girl mit Hakenkreuz-Fähnchen und Hitler-Gruß am Straßenrand dem Führer huldigt, während Paul Schneider aus der Todeszelle in Buchenwald seine letzte Predigt durchs Gitterfenster schreit.

Sollte die Pointe nicht verstanden worden sein, darf gern nachgefragt werden.

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Zur Lehre von Römer 13 im gesamtbiblischen Kontext möchte ich mich demnächst noch ausführlich melden.

Herzliche Grüße,
Thomas
Zuletzt geändert von TJS am 07.07.2008 01:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon TJS » 06.07.2008 23:52

Joschie hat geschrieben:[...] aber das Bild unten total daneben am besten du löscht es selbst.
Joschie
Lieber "Joschie",

den bösen Tyrannen zu entfernen, gehört doch zu Deinen geistlichen Aufgaben.

Ich bin sicher, Dir wird es nicht am nötigen Mut mangeln - ähnlich dem "Mörder" des Wachs-Tyrannen.

Ansonsten: Schlaf' weiter und träume süß!

Thomas
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Beitragvon TJS » 07.07.2008 01:34

.

Für alle aufrichtig Interessierten:

Hier der Link zum Podcast-Download einer Radiosendung des Bayerischen Rundfunks (B5 aktuell - Das Campusmagazin) vom 22.06.2008.
Die letzten ca. 4 min. der Sendung widmen sich speziell der Familie Dudek:

LINK ==> http://download.br-online.de/imperia/md ... agaz_a.mp3

Wer Details zu den historischen Wurzeln und zur Entwicklung des Schulzwangs in Deutschland wissen möchte, findet in folgender Dokumentation etliche Informationen, die den meisten unbekannt sein dürften:

LINK ==> http://www.nua.de/GESCHICHTE_DES_SCHULZ ... D_kurz.pdf
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Gast

Beitragvon Gast » 07.07.2008 08:46

Hallo Thomas,
kennst du auch die Geschichte der allgemeinen Schulbildung?

Du vertrittst ja die Ansicht, dass jeder, der seine Kinder zur Schule gehen lässt, ein schlimmer Sünder ist.

Zu dem von dir geschildertem Fall oder auch deinem Fall: Da sind die Eltern gebildet und in der Lage auch ihre Kinder auszubilden. Es gibt aber nicht immer diesen Fall. Ich kenne Fälle, wo die Kinder mühevoll später nachholten, was jene Eltern veräumten. Aber, ach ja, Bildung ist ja letztlich auch nicht so wichtig, Hauptsache nicht in die Schule gehen lassen. So leider ist kaum ein Weg des Miteinanders zu finden.

Was mir gefiele und m.E. auch der Weg wäre, dass Homeschooling erlaubt wird, wenn es Mindeststandarts der Bildung durch Kontrollprüfungen erfüllt. Oben wurde das Beispiel des Daniels gemacht. Er hätte ja auch strikt sich weigern können, das babylonische Essen zu verweigern. Er aber handelte anders, weshalb er auch als besonders weise gilt. Fast alle mir bekannten Fälle sind da völlig anders gestrickt.

Diese Weißheit im Umgang mit unserer Regierung und im Umgang mit Mitmenschen und vor allem den Mitchristen, wünsche ich dir von Herzen.

Martin


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